was haltet ihr davon?

    • (1) 06.01.14 - 14:09

      ich habe eine Frage und bin gespannt auf eure Meinungen. Es gibt doch den Spruch "Der Zweck heiligt die Mittel" Was haltet ihr davon? Wahr oder Blödsinn....jetzt mal unabhängig vom Kontext.
      #danke

        im Krieg und der Liebe ist alles erlaubt? Wirklich?

        • Wie gesagt, was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andren zu. Ansonsten gilt natürlich auch, dass man so liegt, wie man sich bettet und kleine Sünden bestraft der liebe Gott sofort.

          Und wer dann erstmal den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. In diesem Sinne - Vorsicht ist besser als Nachsicht!

          Und falls es um die Liebe geht - andere Mütter haben auch schöne Söhne und es gibt viele Fische im Meer.

    Wie bei vielen Dingen im Leben: Mal mehr mal weniger.

    Es gibt sicher Situationen, da ist es nicht wichtig wie man sein Ziel erreicht hat, da das Ergebnis, also das Ziel durch zig Wege zu erreichen war, aber niemand zu schaden kam.

    Es gibt aber auch Situationen im Leben, da würde man Ziele nur erreichen, wenn man sich selbst, oder anderen schadet, so ganz allgemein gesprochen.

    Insofern würde ich also sagen, dass der Zweck situationsbedingt die Mittel heiligt.

Hallo,

ich finde, man kann das nicht unabhängig vom Kontext sehen. Klar ist, dass man jede Handlung in ihrem Kontext bzw. mit Blick auf ihre Motivation bewerten muss.

Ein Beispiel: ein Diebstahl aus Not ist meiner Ansicht nach anders zu bewerten als einer aus Habgier. Auch wenn es genau die gleiche Tat ist.
Eine Notlüge, um sich selbst oder jemand anders zu schützen, ist etwas anderes als eine Lüge aus Boshaftigkeit, die jemandem wirklich schadet.

So in etwa.

Allerdings gibt es auch Taten, die verwerflich sind - da nützt der beste Zweck nichts. Der Klassiker aus der Moralphilosophie etwa - ein dicker Mann wird vor die Straßenbahn geschubst, damit diese entgleist und somit 5 Arbeiter nicht überfahren werden, die sie nicht kommen hören. Da ist meiner Ansicht nach nix Heiliges dran. Zweck hin oder her.

Das ist jetzt nur spontan aus der Hüfte geschossen - hab weder Zeit für eine durchdachte Antwort noch für die weitere Diskussion, ich muss los. Aber ich bin gespannt auf weitere Meinungen.

Bis später!

#winke

Hallo,

mag bei manchen Dingen stimmen.

Wenn es aber dabei um das Leben oder die Gesundheit anderer geht, dann auf keinen Fall.

GLG

Der Spruch hat ja nur dann überhaupt einen Sinn, wenn Mittel angewandt werden sollen, die normalerweise nicht angewandt werden - sonst müssten die ja durch keinen Zweck geheiligt werden.

Es gibt gute Gründe, warum die Wahl der Mittel oft eingeschränkt ist. Es muss schon sehr gute Gründe geben, diese Einschränkungen aufzuheben. Ich wär da eher vorsichtig, für mich heiligt eigentlich kein Zweck irgendwelche ansonsten inakzeptablen Mittel.

Im Alltag ist dieser Spruch meist die Einladung zu nicht hinnehmbarem Verhalten, weil man sich ja ach so sehr im Recht und moralisch auf der sicheren Seite wähnt. Ich werd immer besonders hellhörig, wenn ich jemanden das sagen höre.

  • natürlich geht es um Mittel die etwas "umstritten" sind, sonst wäre der Spruch natürlich hinfällig, da hast du Recht.

    Aber diese ganzen Sprüche haben ja doch irgendwie recht, die Frage ist wer entscheidet was vertretbar ist und was nicht.

Jain...ich finde es schwer, die Frage ohne Kontext zu beantworten, denn um eben den geht es. Welche Mittel für welchen Zweck? Mache ich etwas, um mir selber einen Vorteil zu verschaffen oder um jemand anderen zu helfen? Ohne Beispiel kann ich die Frage für mich nicht beantworten.
Man kann sich mit dem Spruch natürlich einen Freifahrtsschein für moralisch oder gesetzlich nicht toleriertes Verhalten ausstellen, aber so ist es meiner Meinung nach nicht gemeint. Der Zweck muss ja schon ein ganz besonders guter sein, um irgendwelche Mittel zu heiligen! Denn "heilig" heißt ja rein, unschuldig, gut.

Beispiel mitten aus dem Leben: ich bin verliebt, der Kerl hat aber eine Freundin. Dann erzähle ich halt, dass sie fremdgeht, und tröste ihn danach - der Zweck heilig ja die Mittel. In dem Fall definitiv nicht! Denn der Zweck ist in dem Fall ja nur selbstsüchtig und egoistisch, der kann nichts heiligen. Beispiel zwei : eine gute Freundin ist verliebt und erzählt es mir jeden Tag, traut sich aber nicht, dem Typen was zu sagen. Sie verbietet mir, irgendwem etwas davon zu erzählen. Wenn der Mann mir gegenüber klar äußert, dass er in meine Freundin verliebt ist, sich aber nicht traut, sie anzusprechen - ja, dann würde ich ja mein Versprechen meiner Freundin gegenüber brechen, wenn ich ihm erzähle, dass es ihr genauso geht. Mache ich es und die zwei kommen endlich aus dem Quark und werden glücklich, so what? Der Zweck heiligt die Mittel! ;-)
So sehe ich das...die Relation zwischen Zweck und ergriffenen Mitteln muss stimmen. Wer das bestimmt? Die Gesellschaft, in der man lebt, das Gesetz, die Moral und auch das persönliche Gewissen. Und somit interpretiert jeder diesen Spruch für sich. Und gerade in einer Zeit, wo sich jeder selbst der Nächste ist, finde ich das gefährlich...
Generell kann man wohl wieder den berühmten Satz der persönlichen Freiheit anbringen, die ja bekanntlich da endet, wo die des nächsten eingeschränkt wird. Und "was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem anderen zu" ist eigentlich immer ein gute Leitspruch. Um zu meinen Beispielen zurückzukommen: würde ich erfahren, dass mein Partner eine Intrige nach der anderen gesponnen hat, um mich zu erobern, fänd ich das ziemlich scheiße; die Beziehung basiert auf einer Lüge. Wenn meine Freundin, obwohl ich es ihr ausdrücklich verboten habe, meinem Traummann erzählt, dass ich verliebt bin, und ich dann glücklich mit ihm bin, dann fänd ich das schon ziemlich gut und wäre bestimmt auch nicht sauer. Das würde ich als "Orientierungshilfe" nehmen...

Liebe Grüße, Truly

Je nachdem. Durch ein glückliches Ergebnis ist man natürlich beeinflusst und sagt, "hach ja, der Zweck heiligt die Mittel, passt schon". Bei 'nem schlechten Ergebnis sagt man dagegen, "war von Anfang an total blöde!". Auch, wenn der Weg in beiden Fällen derselbe ist und deshalb die Beurteilung auch dieselbe sein müsste.

Kann man das überhaupt unabhängig vom Kontext sehen? Ist doch ein großer Unterschied, ob ich mir - blöde gesagt - Deo auf den Pulli sprühe, weil ich keine Zeit hab, den durchzuwaschen und nicht stinken will, oder ob ich beruflich intrigiere und über Leichen gehe, um eine bessere Position unehrlich zu erreichen. Oder eine Partnerschaft kaputt mache, um mir meinen Traumtypen zu krallen.

Lös mal auf, woran hast du gedacht?

Top Diskussionen anzeigen