Trauerfall spenden oder Geld in die Karte?

    • (1) 08.01.14 - 11:15

      Ein Nachbar von uns ist verstorben. Er wurde nur 44 Jahre alt und hatte Krebs.
      Jetzt habe ich den anderen Nachbarn vorgeschlagen eine Kondolenzkarte mit Geld
      unserer Nachbarin zukommen zu lassen.
      Als die Traueranzeige erschien stand aber, dass statt Blumen Spenden an eine Pallitativstation erwünscht sind.
      Daraufhin habe ich die Nachbarn wieder angeschrieben und vorgeschlagen das jeder für sich spendet und wir eine gemeinsame Kondolenzkarte abgeben.
      Eine Nachbarin sagt warum ich das nun will. Ich wär komisch. Eine Karte mit Geld wär doch schön.
      Ich bin aber der Meinung der Wunsch ist kein Geld in einer Karte sondern eine Spende.
      Jetzt ist sie sauer, macht allein ne Karte mit Geld und antwortet mir nicht mehr.
      Alle anderen Nachbarn spenden .
      Ich habe das bisschen in die Hand genommen, weil mein Mann der einzige war, der mit dem verstorbenen etwas befreundet war. Alle anderen haben ihn nur 1-2x gesehen, hatten keinen Kontakt.
      Jetzt fühle ich mich schlecht und weiß eigentlich nicht warum. Jeder kann machen was er mag. Ich habe es lediglich vorgeschlagen.
      Da es meine 1.Beerdigung ist habe ich die Dame in der Kirche gefragt wie man am besten kondoliert. Sie sagte Spenden, eine schöne Karte und das Trauerhaus in Ruhe lassen.
      Jetzt ist meine Nachbarin angefressen, weil nach der Anzeige alle Spenden und keiner 10.-€ in eine Karte gibt...
      Hilfe. Wie würdet Ihr reagieren?

      • Hallo,

        mach es so wie du das für richtig hälst........spendet das Geld und schreibt der Frau ein paar persönliche Worte in eine Karte (ich persönlich finde die "normalen" Trauerkarten mit den allgemeinen Sprüchen nicht so schön, darum lieber etwas persönliches - aber das ist nur meine Meinung)..........Wenn ihr zur Beisetzung geht, dann nimm eine einzelne Blume (die man auch etwas binden kann) mit.......

        Ich denke immer, wichtig ist doch, das man den Wunsch der Trauernden respektiert, das man sich selbst dabei aber auch gut fühlt, also für sich das richtige tut......

        Und wenn die andere Nachbarin angefressen ist? Na und.......

        Grüße,
        Sandra

        Hallo,

        hier sind Karten mit Geld sowieso unüblich.

        Spendet einfach, wenn Ihr das wollt und gut ist es.

        GLG

        • Karten mit Geld sind bei uns z.B. nicht unüblich.

          Manche Menschen möchten gerne etwas zum Grabschmuck beitragen, haben aber das Verständnis, dass man so etwas auf längere Zeit verteilt haben möchte.

          Ich finde das gar nicht unsinnig. Wir haben bisher bei jeder Beerdigung auch Karten mit Geld bekommen mit dem Hinweis, dafür irgendwann mal einen schönen Strauß oder ein Gesteck auf das Grab zu stellen. Finde ich eigentlich eine schöne Idee. Besser als all die Kränze und Gestecke zu Trauerfeier, die nach der Beerdigung sowieso irgendwann völlig untergehen.

          Aber wie bereits gesagt: Wenn Spenden erwünscht sind, sollte man diesem Wunsch auch nachkommen.

          LG

          • Das Geld im Umschlag kann doch von den Angehörigen dann auch gespendet werden.
            Der Hinweis in der Todesanzeige soll doch nur darauf hinweisen, dass eben keine Kränze und Blumen erwünscht sind, sondern das Geld der entsprechenden Organisation zu Gute kommen soll.

            LG

            • Ja - natürlich. Das ist einfach "Abwicklungssache".

              Ich kenne das bei uns so, dass es ein Spendenkonto gibt bei der gewünschten Organisation und man spendet mit Betreff xyz. Manchmal gibt es noch ein Dankeschön mit der eingegangenen Gesamtsumme.
              Man spendet und schickt oder überbringt eine Karte.

              Wir hatten auch schon den Fall, dass plötzlich unerwartete viel Geld gespendet wurde - man weiß ja nicht von wem - aber so viel wäre wahrscheinlich nicht im Umschlag gewesen.

              Ist doch aber völlig egal.

              Wenn aber in der Traueranzeige ausdrücklich drinsteht - "Spenden statt Blumen" - dann tut man dem Trauerhaus auch einen Gefallen, wenn man einfach spendet und kein Geld in den Umschlag steckt, damit diese nachher nicht noch extra das Geld überweisen müssen (ich weiß - kein großer Aufwand...aber....)

              Ich kann mich noch gut an all unsere letzten Trauerfälle erinnern - ich hätte keine Lust gehabt, bei all der Beileidspost und den entsprechenden Formalitäten mich auch noch darum zu kümmern, dass das gesammelte Bargeld mittels Kontenübertrag gespendet wird.

              Aber wie gesagt - machbar ist beides. Mir war es bisher nur nie wichtig, dass die Trauernden auch erfahren, wie viel ich gespendet habe. Und im umgekehrten Fall war es mir auch immer egal.

              LG

              • " Ich kann mich noch gut an all unsere letzten Trauerfälle erinnern - ich hätte keine Lust gehabt, bei all der Beileidspost und den entsprechenden Formalitäten mich auch noch darum zu kümmern, dass das gesammelte Bargeld mittels Kontenübertrag gespendet wird."

                Ich auch nicht, habe aber schon einige Male mitbekommen, wie akribisch die Hinterbliebenen die Karten gesichtet und das Geld gezählt/verbucht haben incl. einer Liste für die kommenden Todesfälle im Umfeld, um dann entsprechend auch den passenden Betrag in die Karte stecken zu können.

                Meine Schwester hat im Mai ihren Mann verloren und ist (so schlimm das klingt) in diesen Beschäftigungen geradezu aufgeblüht und aufgegangen und hätte darauf sicher nicht verzichten mögen. Sie ist heute noch mit der "Nachbereitung" beschäftigt.

                LG,

                W

                • Ja meine Oma hatte ein ganzes Schreibheft wo sie bei den Tot ihrer Schwiegereltern vor über 40 Jahren begonnen bis kurz vor ihrem eigenen Tot alle Gelder vermerkt
                  hatte. So wusste sie immer genau wem sie wieviel zukommen lassen musste. In einem Extra Hefter waren auch noch weitere Familienfeste wie Hochzeit, runder Geburtstag ,Konfirmation und Taufen vermerkt.

                  Das war noch so richtig Dorf like.

                  • Wir sind gar keine Dörfler aber meine Schwester hat das genau so gemacht...allerdings sind ihr beim Tod meiner Mutter ein paar Umschläge abhanden gekommen und das ist bis heute ein wunder Punkt bei den Betroffenen. Furchtbar sowas. Ich kann noch verstehen, dass man auf das Geld "lauert", wenn man drauf angewiesen ist aber das ist in diesem Fall gar nichts so... Man könnte ja jemandem 10 Euro mehr zukommen, als man selbst bekommen hat...

                    LG

                Wow - das tut mir sehr leid für Deine Schwester. Nicht nur der Verlust des Mannes...

                Wie gesagt - bisher lief das alles bei uns immer sehr unkompliziert.

                Diese "Aufrechnerei" kenne ich nur noch aus uralten Zeiten von meiner Oma im tiefsten Bayern.
                Aber da gab's auch nicht die Option "Spenden".

                LG

                • Du, ich hab das Gefühl, ihr geht es mit der Situation gar nicht soo schlecht, wie ich mir es mir vorstelle, nach so langer Zeit den Partner zu verlieren. Ganz eigenartig aber sie ist auch sehr ... speziell.

      Hallo,
      ich kenne das aus Spanien auch nicht. Als der Cousin meines Mannes gestorben ist und wir zur Beerdigung fuhren, fand ich das mit der Karte und das Geld mehr als gewöhnungsbedürftig.

      Aber andere Länder, andere Sitten

      LG,
      Natalia

      • Bei uns sind Karten mit Geld absolut üblich. Ich finde das auch sinnvoll: jeder, der mal einen Angehörigen beerdigen musste, weiß, wie teuer das ist. Kostet glatt soviel wie eine Hochzeit. Nur eben mit weniger Planungszeit und weniger Spaß. :-(
        Da ist es ganz gut, wenb man neben aller Trauer nicht auch noch finanziell ruiniert ist. Gibt schon genug anderes, um das
        man sich in der Zeit Sorgen machen muss.

        • Sicher,sinnvoll sind sie, aber wenn man den Brauch nicht kennt, doch etwas "komisch" finde ich.

          Von der Generation meiner Großeltern kenne ich das so, dass man eine Art "Beerdigungs-Versicherung" hat.Man zahlt einen Beitrag im Monat und dann kommen sie für die Beerdigung auf.

          Ob es jetzt noch so was gibt, weiß ich nicht.

          LG,
          Natalia

ich schließe mich der Vorschreiberin an. Es soll dir egal sein, wenn die eine Nachbarin die Wünsche der Trauernden nicht respektiert

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