warum ist es so? silopo

    • (1) 09.01.14 - 15:16

      Hallo zusammen,

      seit langer Zeit frage ich mich, woran es liegt, dass viele Menschen, mir bekannte und unbekannte, das Bedürfnis haben mir von ihren Krankheiten zu erzählen.

      Zur Vorgeschichte... Meine Mama ist ständig krank. Wir wohnen weit ausseinander (über 650 km) und telefonieren oft. Jedes Mal tut ihr etwas anderes weh. So viele Organe und Körperteile kann ich gar nicht aufzählen, was meiner Mama ständig weh tut. Natürlich glaube ich ihr, dass es so ist. Aber jede Woche ist etwas anderes dran, Arm, Bein, Auge, Haut, Magen, Rücken, Schlaflosigkeit, Sodbrennen, Migräne... Sie ist auch jede Woche bei irgeneinem Arzt. Ich höre ihr zu, rede ihr gut zu, aber ich kann die Krankheitsgeschichten nicht mehr hören. Es tut mir so leid für sie, aber bei mir ist die Luft raus. Ich beisse mir auf die Zunge und höre zu.

      Nun ist es auch so, dass mir teiweise auch wildfremde Menschen von ihren Krankheiten erzählen. Und zwar im Detail - Nierensteine, Eitergeschwüre, schwere OPs usw. (Mit wildfremd meine ich z.B. Rentnertreff in unserer Fa., wird 1 x Jahr veranstaltet. Die Rentner gehen dann immer herum und schauen, wer neu ist. Bei mir bleiben alle stehen, einer fängt an und all die anderen ziehen mit. Ach ja, ich bin nicht neu, aber die meisten Rentner kenne ich nicht.) Oder irgendwelche Nachbarn, Bekannten, entfernte Verwandten von den Eltern meines Freundes. Eigene Nachbarn, Eltern von Freunden.

      Mein Freund sagt, ich ziehe die mitteilungsbedürtige, kranke Menschen einfach an.

      Seine Mutter zeigt mir alle blauen Flecken und erzählt immer von FA-Besuchen, Zahnarzt, Abszessen usw.

      Wie kann ich mich dagegen wehren (fremde Menschen)?
      Bei meiner Mama bleibt es so wie es ist, ich höre ihr zu, obwohl ich nicht mehr kann.

      Dankbar für eure Tipps
      Maux

      • (2) 09.01.14 - 15:23

        Hallo,

        das passiert mir auch.

        Erst letztens, als wir nach Weihnachten in Spanien waren, in der Markthalle #schwitz

        Ich habe nur die Hälfte verstanden, weil mein Spanisch bezüglich medizinischer Fachausdrücke doch noch nicht so stabil ist :-p

        Aber ich nehme das einfach so hin. Manche Menschen müssen sich einfach aussprechen und mir tut es nicht weh, ihnen zuzuhören.

        Doch, wenn es Dich stört, müsstest Du halt darauf hinweisen.

        GLG

        • (3) 09.01.14 - 15:26

          Danke für deine Antwort.

          Aber wie drauf hinweisen? Ich möchte sie nicht kränken.

          Ab und zu werfe ich so was ein wie "bitte keine Details, sonst wird mir schlecht" oder "ich bin keine Ärztin, kenne mich gar nicht aus" oder versuche das Thema zu wechseln - ohne Erfolg.

          Wie kann ich denn höflich aber wirksam dies verhindern?

    >>Mein Freund sagt, ich ziehe die mitteilungsbedürtige, kranke Menschen einfach an.<<
    ja, so etwas gibts. Dein Gesichtsausdruck, deine Ausstrahlung. Daran solltest du etwas ändern. Vielleicht etwas grimmiger drein schauen;-)

(10) 09.01.14 - 15:28

Du Arme, du scheinst das ja wirklich ein bißchen anzuziehen!

Meine Mama ist auch so, der fallen immer alle gebrechlichen, alten, hilfsbedürftigen Menschen quasi vor die Füße oder erzählen ihr auch ihre diversen Zipperlein. Sie kann da auch gar nichts dran ändern, scheinbar gibt es solche Menschen mit einer Ausstrahlung, die andere dazu bringen, sich ihnen zu öffnen. Sieh es positiv, das ist doch irgendwie auch ein nettes Kompliment für dich, du scheinst vertrauenswürdig und einfühlsam zu sein!

Bei deinem Problem mit deiner Mutter, also, wenn ich an deiner Stelle wäre, würde ich es einmal in einer ruhigen Minute sehr nett ansprechen, nach dem Motto, dass du ihr immer zuhören wirst und sie dir gerne auch mal von ihren Zipperlein berichten darf, aber du dich freuen würdest, wenn ihr auch mal über anderes, positives sprechen könntet. Wahrscheinlich vermisst sie dich auch ganz schön, die Entfernung ist ja leider doch sehr groß, Besuche sind vermutlich selten. Hat sie denn noch weitere Familie bei sich in der Nähe?

Ansonsten, bei wildfremden Menschen musst du versuchen, dich klar zu positionieren und dich zu distanzieren, falls es dich nachhaltig stört, wenn sie dir ihre Krankheiten erzählen. Ich würde dann ganz klar formulieren, dass du das jetzt nicht wissen möchtest. Das ist anfangs nicht leicht und man kommt sich manchmal etwas fies vor, aber man kann das durchaus lernen!
Viel Erfolg! #winke

  • (11) 09.01.14 - 15:34

    Dankeschön für deine Antwort.

    Meine Mama ist nicht allein. Mein Vater ist ja auch da (von ihm erfährt man nichts, wenn er krank ist, kein Sterbenswörtchen), mein Bruder lebt im gleichen Ort. Die Schwestern meiner Mama und ihre Mutter (meine Oma) sind ca. in 2 Std. Autofahrt zu erreichen.

    Ich habe auch schon versucht mit meiner Mama zu sprechen, aber sie ist dann gleich beleidigt, meint dann sie wäre mir egal. Hmm.... gar nicht so einfach.

    #blume

    • (12) 09.01.14 - 15:48

      Das stimmt, gar nicht so einfach.

      Ich habe ja mit meiner Tante, mit der ich mich SEHR gut verstehe, was ähnliches gehabt. Sie hat IMMER gestöhnt, wie viel sie doch arbeiten würde, und sie hätte ja überhaupt keine Zeit und sie wäre ja immer so im Stress, dabei war sie nur halbtags als Sekretärin im Job und hatte sonst nix weiteres, alleinstehend, kleines Haus. Ich hab ihr das ein paar Mal gesagt, dass mich das stört. Und dann hab ich einfach mal ein Gespräch mitgeschnitten und es ihr beim nächsten Treffen mal vorgespielt. Sie war erst sauer, dann verblüfft und am Ende ziemlich kleinlaut :-) Ist nicht die feine Art gewesen, aber ich wusste, dass ich sowas bei und mit ihr machen kann, wir sind uns sonst nämlich sehr ähnlich.. Und was soll ich sagen, diese Rosskur hat geholfen, seitdem ist es deutlich besser, und wenn sie mal wieder die alte Platte anschmeisst, brauche ich meistens nur kurz so zu tun, als ob ich mein Diktaphon suche für die nächste Aufnahme - meistens lachen wir uns dann schon mal ne Runde schlapp.

      Ob sowas mit deiner Mutter ginge, kannst du besser beurteilen als ich ;-)

      • (13) 09.01.14 - 15:53

        Schön, dass es bei deiner Tante geholfen hat.

        Meine Mama ist da zu sensibel, sie würde wahrscheinlich weinen.

        Ich werde aber künftig versuchen bei fremeden Menschen etwas bestimmter das Thema in eine angenehmere Richtung lenken.

(14) 09.01.14 - 21:22

...dieser Beitrag hätte 1:1 von mir kommen können....

Frag nicht, woran es liegt, ich weiß es nicht und es nervt mich einfach nur...

Lg Pieda#blume

Hallo

Die ersten Wochen habe ich Geschwiegen, nur meine Familie wusste Bescheid

Aber irgendwann frist dich das auf, alles in dich rein zu fressen, und nur Nachts zu #heul
Klar, mir fiel es die ersten Monate auch schwer was zu sagen, aber ich merkte das es gut tut darüber zu Reden

Wenn du nichts hören willst, Lenke doch das Thema um

Ich stehe halt auf der anderen Seite

LG

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