Warum tue ich mich (tut man sich) so schwer?

    • (1) 17.01.14 - 09:55

      Hallo,
      wie ist es bei Euch, wenn Ihr Euch nicht so wohl fühlt, insbesondere psychisch. Wenn Ihr gefragt werdet, wie es Euch geht. Sagt Ihr dann, dass es Euch gut geht oder sagt Ihr, mir geht es schlecht?

      Ich tue mich wahnsinnig schwer damit. Gerade in letzter Zeit bin ich psychisch sehr angeschlagen. Wenn ich aber gefragt werde, wie es mir geht, dann sage ich immer, dass es mir gut geht. Egal, wer mich fragt, ob es mein Mann ist (der es natürlich immer sofort merkt, wenn etwas mit mir ist), eine Freundin oder Kollege.

      Ich weiß ganz genau, dass ich anfange zu weinen, wenn ich zugeben würde, dass es mir nicht gut geht. Und dann ist mein Gegenüber meistens hilflos, weil ich ja selbst nicht weiß, wie er mir helfen kann. Und dann habe ich ein schlechtes Gewissen, weil ich meinen Mann/Freundin oder auch nur guten Kollegen in so eine Situation gebracht habe. Da sage ich dann lieber, dass es mir gut geht. Fühle mich aber dabei auch nicht wohl. ich möchte aber nicht weinen.

      Ich hoffe, Ihr versteht, was ich meine. Etwas konfus geschrieben. Aber das liegt vielleicht an meiner Verfassung.

      Gruß
      Karola

      • Hallo,

        ich kann bei meiner Freundin gut sagen, wie es mir geht, denn bei ihr kann ich meinen Tränen (wenn mir danach ist) auch mal freien Lauf lassen.

        Bei Kollegen sage ich auch, dass es mir gut geht, auch wenn es mir schlecht geht, aber einfach deshalb, weil es sie schlichtweg nichts angeht.

        Bei meinem Mann ist es so eine Sache. Da er schwere Depressionen hat und Rheuma geht es ihm selbst oft schlecht, dann lasse ich mir einfach nichts anmerken, wobei mir das nicht immer gelingt. Aber dann denke ich immer, dass es ihm schlechter geht als mir.

        Lg Heike

        Hallo,

        die Frage "wie geht es dir?" ist eine nichtssagende Höflichkeitsfloskel, auf die man keine andere Antwort als "(mir geht es) gut" hören möchte - deswegen würde mein Mann mich das in dieser Weise gar nicht erst fragen.

        Mein Mann würde konkret fragen "was macht deine Erkältung/dein Kopfweh/deine Bauchschmerzen/etc...?", aber nicht ein allgemeines "wie geht es dir?"

        Andere Menschen, die ernsthaft an deiner Befindlichkeit interessiert sind, werden auch nicht fragen "wie geht es dir?", sondern eher fragen "du schaust schlecht/müde/erschöpft/traurig/deprimiert aus, was ist denn los?"

        Insofern antworte ich auf "wie geht es dir?" immer "gut" (oder ähnlich Nichtssagendes).

        Wenn es mir wirklich extrem schlecht gehen würde, dann würde ich das meinem Mann oder meinen besten Freundinnen auch dann sagen, wenn sie mich nicht danach gefragt haben (kommt natürlich auf meine Stimmung an und ob ich die aktuelle Situation als passend für so ein Gespräch empfinde).

        LG,
        J.

        Meinem Partner und meinen Geschwistern, Entern, engen Freunden gegenüber kann ich zugeben, dass es mir nicht gut geht.

        Ansonsten gehe ich damit nicht hausieren.

        Gruß Maux

      • Ich sage grundsätzlich "geht so". Die Menschen denen ich in meinem Leben so begegne, wissen, dass ich psychische Probleme habe und wissen dann meist schon was los ist.

        Lügen kann ich irgendwie nicht, also fällt "es geht mir gut" flach und zu sagen, dass es mir wirklich schlecht geht fällt auch sehr schwer. Das geht nur bei meinem Mann, aber der merkt das meistens eh noch vor mir.

        Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass die Leute zwar fragen, aber im Grunde gar keine ehrliche Antwort haben wollen.

        LG

        ich verstehe dich. Mir geht es auch nicht gut, aber natürlich sage ich zu jedem der mich fragt wie es mir geht, dass es mir super geht. #cool
        Das ist doch nur eine Floskel wenn jemand fragt wie geht es dir. Da werde ich doch nicht anfangen und ihm meine Lebensgeschichte klagen #augen
        Die Menschen die mir nahe stehen und merken dass es mir nicht gut geht, die fragen dann weiter nach und bei den anderen finde ich, geht es sie auch nichts an.
        Hauptsache man hat überhaupt jemanden mit dem man seine wahre Gefühle und Sorgen besprechen kann.

      • Hallo,

        #liebdrueck

        Als es mir psychisch sehr schlecht ging, hat das außer meinem Psychologen nur meine Tochter gewusst bzw. gemerkt.

        Meine Tochter hat sehr feine Antennen dafür.

        Wenn Du irgendjemand aus meiner Familie gefragt hättest, hätte der wahrscheinlich nur gesagt, dass alles in Ordnung sind.

        GLG

        Ich bin ehrlich.
        Ich sage auch "Ich habe Muskelkater, aber das Reiten hat Spass gemacht." oder "Ich habe leichte Kopfschmerzen, könnte am Wetter liegen, wie sieht es bei Dir aus?" oder "Konnte um 6.00 Uhr morgens auf dem Weg zur arbeitet ein frisches, warmes Brötchen beim Bäcker abstauben, besser kann der Tag nicht anfangen!"

        Bei jemandem ganz Fremden sage ich meistens: "Geht gut, ja ja."
        Mir ist es egal, ob jemand mir die Wahrheit sagt. Aber wenn man mich anlügt und sagt, es ginge gut und dann später beleidigt ist, weil man auf die Empfindlichkeiten keine Rücksicht nimmt, ist derjenige selber Schuld.

        Und wenn ich Menschen frage, von denen ich weiss, sie haben ein Problem oder hatten Schwierigkeiten, dann meine ich das ernst - und nicht als Höflichkeitsfloskel. Ich stosse sie nicht mit der Nase darauf, à la "Wie geht es wegen..." oder "Du siehst so und so aus." (Das finde ich so unhöflich...) Manchmal wollen die Menschen einfach mal NICHT darüber reden oder nachdenken und so gebe ich ihnen die Chance den Moment zu nutzen und zu sagen "Eigentlich ist heute ok." Dann weiss ich - heute wird das positive Denken gefördert und Trost ist nicht an oberster Priorität.

        Hallo,
        ich unterscheide da schon.

        Personen die mir nah oder sehr nah stehen sage ich schon wenn es mir nicht gut geht.
        Speziell meiner Frau. Das bekommt sie aber sowieso mit. Sie hat da sehr feine Antennen.

        Bei Menschen die mir etwas näher stehen sage ich schon mal "geht so". Wenn sie dann wirklich interesse Zeigen und nachfragen habe ich die Möglichkeit eventuell auch näher drauf einzugehen.

        Bei Leuten, die das "Wie geht's" nur als eine Floskel gebrauchen um ein Gespräch zu eröffnen gibt's bei mir immer ein "Mir geht's gut". Die geht es m.E. überhaupt nichts an ob ich mit irgendwas Probleme habe.

        LG

        Joomla

        "Wie geht es Dir?" ist eine Floskel - wie "Ca va?" Darauf erwartet fast niemand eine ehrliche Antwort, und wenn sie käme, wäre derjenige sichtlich irritiert.
        Das sagt auch der Metzger oder der Hermes-Bote ("Alles klar?" - "Geht's gut?").

        Das ist wie höfliches Händeschütteln - ich käme nie auf den Gedanken, dem Gegenüber in diesem Moment meine Verfassung zu beschreiben.

        Freunde fragen anders - und denen kann man auch sagen, wie es einem wirklich geht.
        Gute Freunde kann ich nicht in peinliche/hilflose Situationen bringen. Die rechnen mit ehrlichen Antworten und können damit umgehen.
        Und meinem Mann kann ich eh nichts vormachen - will ich auch gar nicht. Schließlich ist er der Mensch, der mir am nächsten steht. "In guten wie in schlechten Zeiten!";-)

        Ich glaube, Du stehst gerade ziemlich neben Dir und brauchst ärztliche Hilfe. Es gibt natürlich auch Menschen, die grundsätzlich nicht über Persönliches sprechen können. Aber bei Dir hört es sich an, als wäre das nicht die Grundeinstellung sondern ein temporäres, krankheitsbedingtes Problem.

        Lass Dir helfen.

        Alles Gute!

        Hallo,

        ich finde, man muss da unterscheiden, ob "Hallo, wie gehts?" als Floskel verwendet wird, oder ob es tatsächlich eine Nachfrage ist und auf ein längeres Gespräch abzielt.

        Außerdem natürlich zwischen Art und Intensivität der Bekanntschaft mit dem Gegenüber und den Gründen für die eigene psychische Verfassung.

        Ich finde wenig unangebrachter, als von flüchtigen Bekannten oder Kollegen, mit denen man sonst über den unverfänglichsten Smalltalk spricht auf einmal in private Probleme einbezogen zu werden, die mich nichts angehen und an denen ich nichts ändern kann. Probleme im Job kann man natürlich mit Kollegen besprechen, die können ja auch am ehesten helfen.

        Gegenüber Freunden und Familie finde ich es normal, das Gespräch zu suchen, wenn es einem schlecht geht. Aber auch da passe ich lieber einen ruhigen Moment ab und wähle diesen mit bedacht.

        Häufig merken doch gerade Menschen, die einem nahe stehen, dass etwas nicht stimmt. Und ich empfinde es andersherum nicht als schlimm oder störend, sondern als Vertrauensbeweis, wenn ein Freund oder Familienmitglied mit seinen Problemen an mich herantritt.

        Ich lese aus deinem Beitrag heraus, dass du gerne mit jemandem sprechen würdest. Verabrede dich doch mal mit einer Freundin für einen ruhigen Nachmittag und sag ihr, dass du gerne mal wuatschen möchtest weil es dir nicht so gut geht. Mit deinem Partner oder deinen Eltern genauso.

        Vielleicht ist auch professionelle Hilfe, in Form von Gesprächen mit einem unabhängigen Therapeuten eine gute Lösung? Dafür muss man sich auch auf gar keinen Fall schämen!

        Liebe Grüße

        Hallo!

        Das kommt ganz auf die Person an, die fragt, nicht auf meinen Zustand.

        LG

        "Wie gehts" ist eher ein höfliche Floskel...es kann sogar passieren, dass bei einer negativen Antwort Dein Gegenüber sagt..."freut mich"...weil er gar nicht damit rechnet eine ehrliche Antwort zu bekommen.
        Also bei Kollegen etc kommt immer ein "Danke, gut"

        Bei sehr guten Freunden kommt die Wahrheit und da kann ich auch weinen...manchmal muss einfach der Druck von der Seele...da muss das Gegenüber nicht mal unbedingt etwas hilfreiches sagen, ABER es hört zu!

        Vor meiner Mutter, meiner Schwester und meinem Freund kann ich das gar nicht verheimlichen/überspielen, die merken sofort, wenn etwas nicht stimmt.

        Ansonsten sage ich zum Rest der Welt "Jawoll, mir gehts bestens!" - und keiner merkt, dass es gelogen ist.
        Aber...es kommt selten vor, dass mich etwas sehr stark belastet/bedrückt.

        Das liegt am Fragenden, was ich antworte.

        Ich antworte jedoch nie "es geht mir gut/super", obwohl es nicht so ist. Meine Launen sieht man mir an. Deswegen lüge ich in dieser Hinsicht nicht.

        Hallo Karola,

        ich antworte auf die Frage nach meiner Befindlichkeit immer wahrheitsgetreu, denn Unehrlichkeit und Oberflächlichkeit ist mir zuwider. Eine solche Antwort muss ja nicht ausschweifend sein, die Frage lautet ja auch nicht "Wie geht es Dir und WARUM geht es Dir so"

        Probiere es doch mal aus. Vielleicht brichst Du zu Beginn tatsächlich in Tränen aus, aber nicht weil Du die Wahrheit aussprichst, sondern weil Du es nicht gewöhnt bist Dich ein Stück weit zu offenbaren, vielen Menschen fällt das schwer, aber auch daran kann man arbeiten.

        Du kannst zB sagen: nicht so gut, aber ich arbeite daran das es bald besser wird :-)

        Sicher gibt es Menschen die diese Art Offenheit befremdlich finden, gleichermaßen finde ich die Frage nach dem Befinden als Floskel zu stellen und an einer richtigen Antwort nicht interessiert zu sein befremdlich.

        Inzwischen müsste mein Umfeld wissen, das meine Antworten ehrlich ausfallen, wer die Antwort nicht ertragen kann, muss mich nicht fragen, ich bin niemand der das krumm nehmen würde.

        Alles Gute für Dich und trau Dich, es wird nichts schlimmes passieren, wir sind alle nur Menschen!

        Hallo

        Ich antworte auf eine so simple Frage wie "Wie geht es dir?" meistens mit "Muss ja... Und selbst?". Ich finde auch, dass ist eine reine Höflichkeitsfloskel und einfach nicht richtig formuliert... Es klingt irgendwie desinteressiert und kommt meistens leider auch so rüber...

        Wenn ich allgemein wissen möchte, wie es jemandem geht, frage ich meistens direkt "Geht´s dir gut?", da bekomme ich dann in der Regel auch eine direkte Antwort drauf...

        Wenn ich jemandem ansehe, dass es ihm nicht so gut geht, formuliere ich auch die Frage direkt so, wie ich es empfinde....

        Aber dieses Höflichtskeitsding "Wie geht es dir?" versuche ich eigentlich zu vermeiden...

        LG

        Warum solltest du denn auch Fremden Menschen gegenüber zugeben dass du psychisch nicht auf der Höhe bist? Das geht sie doch auch einfach nichts an und mit dem Seelenstriptease fühlst du dich möglicherweise gar nicht wohl wenn es dir so schwer fällt darüber zu sprechen.

        Ich kann oft nicht verbergen wenn es mir nicht gut geht, aber die meisten in meinem Umfeld wissen das, kenne mich und meine Phasen. Das ist ok.

        Aber wenn ein Kollege den ich vielleicht zweimal im Jahr sehe kommt und sagt "Hey, Kumpel wie geht's?" Dann bekommt er auch 'ne Standardantwort à la "ist ok" zu hören. Wozu mehr in die Tiefe gehen vor allem wenn in solchen Situationen meist gar nicht Zeit und Gelegenheit für intensivere Gespräche ist.

        Auf der anderen Seite muss ich mein Verhalten aus hypomanen Phasen ähufiger mal im Nachhinein erklären und mich so nackig machen. Man gewähnt sich auch dran, ist eine Frage der Übung.

        Also, lange Rede kurzer Sinn: wenn DU das Bedürfnis hast, anderen mitzuteilen dass es dir nicht gut geht, dann übe das und sage es ihnen. Wenn du nur denkst, du müsstest auf eine höfliche Frage komplett ehrlich antworten und fühlst dich damit unwohl, lass es lieber.

        Da die Leute mit der Floskel "wie geht es dir/ihnen" zumeist eigentlich gar keine ehrliche Antwort erwarten, erspare ich sie mir auch.

        Darüber wie ich mich wirklich fühle, rede ich mit genau einer einzigen Person...und selbst mit ihr nicht immer, wenn ich merke, dass es ihr selbst gerade nicht so gut geht....warum ihr da auch noch meine kleinen Probleme aufhalsen...und wenn ich ehrlich bin.....meistens will ich auch gar nicht darüber reden.

        Ich bin aber auch nur durch wenige Dinge aus der Fassung zu bringen, und somit zu 99% eher derjenige der anderen zuhört als dass ich selbst etwas zur Sprache bringe.

        <<<Ich weiß ganz genau, dass ich anfange zu weinen, wenn ich zugeben würde, dass es mir nicht gut geht.>>>

        Ist aber manchmal gar nicht verkehrt, wenn man alles rauslässt.

        Wie das passiert ist eigentlich egal....einigen geht es besser wenn sie es endlich mal zulassen zu weinen.....anderen geht es besser wenn sie im Keller einen Sandsack in Fetzen schlagen.....oder einige Kilometer laufen...etc...und einige müssen eben mit jemandem darüber reden.

        Manchmal hilft es auch, einfach aufzuschreiben was einen gerade bedrückt, wenn man das dann schwarz auf weiss liesst, fällt einem manchmal in Bezug auf das weitere Vorgehen etwas hilfreiches ein.

        So ... und jetzt Köpfchen hoch.....auch wenn mal der Hals dreckig ist.

        LG
        Tomm

        (20) 17.01.14 - 18:19

        Das ist ganz unterschiedlich.

        Ich habe verschiedene Themen, die mich immer wieder mal belasten. Wenn mich dann bestimmte vertraute Menschen fragen, wie es mir geht, dann sage ich das auch. Umgekehrt genauso. Das ist doch lebenwichtige Psychohygiene!
        Es gibt auch Themen, die ich mit niemandem teile und - eher typisch Mann - mit mir selber herumtrage.
        Bei reinen Bekanntschaften antworte ich auf die Floskel "Na wie geht's!" meist ironisch und lachend mit "BLENDEND!" Das ist dann meine Art zu sagen: Alltagswahnsinn - also alles im grünen Bereich.

        Grüße
        Luka

        wenn es mir nicht gut geht, antworte ich auf die Frage "wie geht's?" grundsätzlich mit "es muss gehen" - wer sich nicht wirklich dafür interessiert, belässt es dabei. wer feine Antennen hat und sich für mich interessiert, der kennt mich gut genug um die Antwort zu hinterfragen...

        Ich sage immer es geht mir gut. Auch und ganz besonders bei Leuten die mir nahe stehen.
        Wie es in mir aussieht geht nur mich etwas an.

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