Unser Gesundheitssystem

    • (1) 17.01.14 - 23:27

      Hallo,

      nachdem sich unsere Tochter heute mal wieder beim Sport den Fuß verletzt hat (selbstverständlich um 16.20 Uhr, alle Unfallärzte/ Orthopäden machen um 16 Uhr zu), war mal wieder der Besuch unserer Unfallambulanz in der Kinderklinik angesagt.

      Nach einer halben Stunde nahm man zumindest Mal Notiz von uns, so dass ich wenigstens mal um ein Kühlpack bitten konnte, das wir dann eine Viertelstunde später auch bekamen. Da sie sehr starke Schmerzen hatte, hatte ich ihr in der Zwischenzeit auch noch eine Schmerztablette aus dem Auto geholt. Nach 1,5 Stunden konnte endlich mal ein Arzt einen Blick drauf werfen, um festzustellen, dass geröngt werden muss. Ach was? Also, andere Etage, zum Röntgen, dann wieder zurück.

      Nach 2,5 Stunden kam plötzlich eine Schwester raus und kündigte an, dass der Doc in den OP müsste, die nächste Stunde würde es nicht weiter gehen. Letztendlich waren wir fast 4,5 Stunden dort, um zu erfahren, dass die Diagnose nicht gesichert sei, da der Röntgenspezialist erst Montag wieder im Haus ist und man die Bänder eh nicht sehen kann auf dem Röntgenbild... Man sei aber der Meinung, es ist "wohl" nicht gebrochen. Unterarmstützen konnte man uns auch nicht mitgeben, zum Glück haben wir noch welche hier zu Hause.

      Klasse! Wie gesagt, das war nicht unser erster Besuch dort, so läuft es immer ab. Da saßen teilweise kleine Kinder mit blutenden Platzwunden und die Eltern wurden noch angemacht, weil sie ein zweites Mal geklingelt haben!

      Ist das normal? Wie wäre es, wenn man privat versichert wäre? Dann wären ja auch nicht mehr Ärzte dort angestellt #gruebel Ich bin wirklich entsetzt, welche Formen das Deutsche Gesundheitswesen annimmt.

      Wie ist es bei euch? Auch eine solch schwache Besetzng?

      LG

      • Als privat Versicherte saß ich mit meinem Sohn, der sich den Arm gebrochen hatte, genau so 3 Stunden in der Notaufnahme.

        Ich hab es noch nicht erlebt, dass wir mit privater Krankenversicherung schneller dran kamen oder schneller einen Termin bekamen. Hab schon mit Fieber 2 Stundenbum Wartezimmer gesessen oder mit meinem Sohn, als der ganz klein war, mit hohem Fieber sehr lange, bis eine andere Mutter, die mit ihrem Kind aufgerufen wurde, mich vorließ und sagte, es wäre ja wohl eine Frechheit mich mit einem so kranken Kind so lange warten zu lassen. Es ging immer schön der Reihe nach. Ich war ihr echt dankbar!
        Petra

        • Hallo,

          ich habe auch nicht das Gefühl, dass ich bevorzugt behandelt werden wegen der Privatversicherung. Ich warte genauso, wie alle anderen, bis ich dran bin. Auch mit Kindern.

          Bevorzugt werde ich nur, wenn es ums Abkassieren geht.

          LG,
          delfinchen

          Hallo,

          genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht. Obwohl ich privat versichert bin, habe ich 4 Monate auf einen Termin beim Gynäkologen gewartet. Und auch sonst erlebe ich keinerlei Bevorzugung. Ich weiß gar nicht, wieso das immer so verbreitet wird, dass man als privat Versicherter bevorzugt wird.

          Das einzige, das ich bemerke, sind horrende Rechnungen. Da wird alles überteuert abgerechneet!#aerger

          Liebe Grüße

          • woran machst du "ueberteuert" fest?

            • Überteuert ist für mich, dass mit einem weit höheren Satz abgerechnet wird als beim gesetzlich Versicherten. Bei fast jeder Rechnung frage ich nach, bekomme teilweise korrigierte Rechnungen, teilweise tauchen Dinge auf, die gar nicht gemacht wurden usw. Ich wäre wirklich lieber gesetzlich versichert, aber als Beamtin gab es nicht wirklich Wahlmöglichkeiten. Vorteile habe ich durch die private Versicherung gar keine!

      Hallo!

      Ist bei uns in Italien genauso, kann Erfahrungen aus Sued und Nord bieten, der Clou war, als mein Ex verzweifelt eine Tetanusspritze bekommen musste. Nach 4 oder 5 Krankenhaeusern in der Lombardei sind wir nach Hause gefahren, ohne etwas zu erreichen...

      Ein ehemaliger Mitschuehler hat in Kanada einen Baseballschlaeger an den Kopf bekommen, bis er genaeht wurde dauerte es auch Stunden.

      Es ist zwar echt bloed, was du beschreibst und sicher leiden Kinder und Eltern darunter. Am Wichtigsten ist aber, dass wenigstens Notfaelle (also bei Lebensgefahr) behandelt werden. Wenn ein Arzt in den OP muss, dann muss er halt hin. Aber es sollte schon jemand anders bereitstehen...

      LG

      Erwartest du für jedes Kind einen eigenen Arzt und eine eigene Krankenschwester?

      Mach dich über das Gesundheitssystem in anderen Ländern schlau, dann wirst du dankbar sein, das du unser Gesundheitssystem hast.

      • Weil es woanders noch schlimmer zugeht, ist automatisch alles toll? Schöne Logik.

        • Also DAS ist ja jetzt absoluter Quatsch, was Du da schreibst. #augen
          Auch wenn es - in DEINEN Augen - nicht "toll" ist, aber WEITAUS BESSER als in so einigen Ländern der Welt ist es auf jeden Fall. Auch wenn Du das partout nicht wahrhaben willst. Und auch ich sage Dir: Sei froh, dass Du hier lebst!

          DAS hat ja nun auch wieder keiner gesagt.

          Alles kann verbessert werden, das gilt nicht nur für Krankenhäuser.

          Dennoch muss das Ganze ja auch bezahlbar bleiben - über steigende Kosten der Krankenversicherung würde ja auch wieder gemotzt werden (dabei sind die wirklich nicht so hoch. Meist sind Kinder automatisch über die Eltern mitversichert, so dass Familien nur zwei, wenn nicht gar nur einen Beitrag zahlen. Und wenn du dir mal EINEN läppischen Arztbesuch anschaust, was der kostet, auch wenn es nur eine U8 oder ein Abhören wegen Ausschluss einer Bronchitis ist, dann wüsstest du, dass die gesetzlichen Versicherungsbeiträge wirklich ein "Schnäppchen" sind. Von Operationen ganz zu schweigen.

          Wir haben Fachärzte verfügbar, es gibt Härtefallregelungen, wir werden im Krankheitsfall weiterbezahlt. Davon können die meisten anderen Länder dieser Erde nur träumen.

          Du kannst ja gerne mal Vorschläge bringen, wie das Gesundheitssystem verbessert werden kann, vergiss aber bitte nicht, dass das auch alles finanziert werden muss.

          LG,
          delfinchen

    Hallo,
    Das längste was wir in der Notafallambulanz warten mussten waren gut 2einhalb Stunden. Aber wir haben hier fähige Krankenschwestern die sich kümmern und Fragen ob man was braucht und der Doc schaut bei so einem Fall wie bei euch zwischendurch drauf und schickt weiter oder sie schicken gleich nach Anmeldung weiter.

    Hallo giftzwerg,

    ich denke du kannst in fast jeder Notaufnahme die gleichen Erfahrungen machen. In meinen Augen tragen die Notaufnahmen ihren Namen zurecht. Es ist wirklich der Anlaufpunkt der nur in der größten Not genommen werden sollte. Stunden langes Warten sollte man selbstverständlich einplanen. Ich habe es selbst schon erlebt das noch nicht ein mal eine Schwester anwesend war. Ich habe mich gefragt was wäre passiert wenn ein wirklicher Notfall bei denen es wirklich um Leben oder Tod gegangen wäre gekommen wäre.

    Es gibt bei uns aber nicht nur Probleme mit den Notaufnahmen. Termine bei bestimmten Ärzten zu bekommen ist auch oft mit viel Glück verbunden. Zum Teil ist es einfacher sich in ein KH einweisen zulassen und dann dort notwendige Untersuchungen vornehmen zu lassen.

    Fg blaue-rose

    Ich wohne in der Schweiz aber trotzdem schreibe ich was . In der Schwangerschaft hatte ich - natürlich am Wochenende leichte Blutungen. Ich sass 7,5 !!!! Stunden im Notfall. Es gibt wohl Patienten, die die Hilfe schneller brauchen. Da muss man Verständnis haben. Es ist möglich, dass die Krankenhäuser unterbesetzt sind. Aber ich denke, dass man sich in Deutschland wegen Gesundheitssystem nicht beschweren darf . Ich darf hier(ausgenommen Schwangerschaft) meine Arzt und KH Rechnungen selbst zahlen (je nachdem wie viel Selbstbehalt man mit der Krankenkasse vereinbart hat). In Deutschland gehst du hin, zeigst deine Gesundheitskarte und das wars...

    Hallo,
    ich finde es immer sehr anmaßend und arrogant wenn sich Leute über unser ach so schlechtes Gesundheitssystem aufregen, besonders wenn es um Lapalien wie verstauchte Knöchel, Platzwunden oder Fieber geht.
    Und es kommt eigentlich immer nur von Leuten, die nicht in der Lage sind über ihren eigenen Tellerrand zu schauen. Laß dir doch mal von Menschen berichten, die nicht hier aufgewachsen sind. In keinem Land dieser Welt läuft es so wie bei uns, aber es wird gemosert. Über Wartezeiten, mangelndes Personal, schlechtes Essen im Krankenhaus usw usw.
    Schon mal über das Wort Notfall genauer nachgedacht? Nicht. Na dann gibt es jetzt ein kleines Beispiel:
    Du und deine Tochter haben einen schweren Autounfall mit schwersten Verletzungen. Ihr werdet innerhalb von Minuten ins Krankenhaus gebracht, es folgen NOToperationen, Aufenthalte auf der Intensivstation, danach lange Aufenthalte auf der normalen Station. Im Anschluß bekommt ihr noch ne Reha und wenn alles durch ist sogar noch ne Psychotherapie um das Ganze verarbeiten zu können. Und für alles müßt ihr keinen Cent bezahlen, denn deine mickrigen Beiträge zur Krankenversicherung sind bestimmt schon bei der ersten OP aufgebraucht worden. Scheiß System, oder?
    Weiteres Beispiel, du bist Obdachlos, kriegst beim Schnorren nen Schlaganfall. Auch diese Behandlung wird kostenlos ausgeführt anstatt dich auf der Straße verrecken zu lassen. Scheiß System, oder?
    Deine Tochter wäre als extremes Frühchen auf die Welt gekommen, minimale Überlebenschancen. Alles würde für dieses Kind getan werden. Hat sie überlebt bekommt sie danach Therapien, Medikamente, Hilfsmittel. Natürlich kostenlos. Scheiß System, oder?
    Deine Tochter wird krank und du darfst sogar mit ihr zu Hause bleiben und bekommst deinen Lohn weiter. Scheiß System, oder?
    Kinder werden beitragsfrei versichert, müssen keine Zuzahlungen leisten. Scheiß System, oder?
    Wirklich, armes Deutschland.....was ist nur aus dir geworden. Wer sich über unser Gesundheitssystem beschwert sollte pauschal mal ne Weile in die 3. Welt gebeamt werden. Mal wirkliche Not kennenlernen, mal schauen ob danach auch noch über Wartezeiten gemosert wird.
    MfG

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