Rachegedanken?

    • (1) 28.01.14 - 08:46

      Guten Morgen :-)

      Nachdem ich mich immer noch über meinen Ex ärger, der mich nicht nur letztes Jahr samt Kind, Hals über Kopf vor die Tür gesetzt hat, sondern uns bzw meinem Kind Dinge die wir dort vergessen haben nicht wieder geben will, wenn er nicht erst irgendwelches Spielzeug was er meinem Kind (zum Glück nicht ist er nicht der Vater) schenkte wieder bekommt - und noch andere unschöne Dinge die er sich geleistet hat, machen sich in meinem Kopf wieder (wie nach dem Rauswurf) die skurrilsten Rachegedanken breit.
      Ich bin absolut kein Rachemensch, dafür ist mir mein eigener Seelenfrieden zu wichtig, aber die Gedanken sind bekanntlich frei.

      Wir haben jetzt das Spielzeug zusammen gepackt, soll er damit glücklich werden wenn er meint, die Genugtuung ihm zu zeigen dass mich das echt ärgert (wäre es mein Zeug, egal, aber hier gehts um Sachen von meinem Kind und das hat mit der ganzen Geschichte nun mal nichts zu tun und soll da gefälligst auch nicht unnötig rein gezogen werden) gebe ich ihm nicht. Also bringe ich ihm das Zeug und hoffe das er dann unsere Sachen rausgibt...

      Und wenn nicht ärger ich mich noch ne runde und gehe dan dazu über mich zu freuen, dass ich mit so jemandem nichts mehr zu tun haben muss.

      Wie ist das bei Euch, seid ihr Rachemenschen und/oder besonders nachtragend? Wie äußert sich das und seid ihr nach einer Racheaktion glücklich/er ?

      • Wenn er Dinge hat die euch gehören, kannst du irgendwie belegen, würde ich zumindest mal zur Polizei gehen.

        • Es geht um einen Schlitten der schon fast 30 Jahre alt ist und ein paar CDs, belegen kann ich da nichts bzw ist mir der Aufwand dafür einfach zu groß. Er sagt ja das Spielzeug bei uns ist seins, er sagt ich hätte noch andere Dinge die ihm gehören mitgenommen. .. Das wird nur unnötiger Stress der zu nichts führt außer das es am Ende Aussage gegen Aussage steht.

          • Ja, gut da hast du recht. Das lohnt den Aufwand nicht.
            Ich denke mir immer alles kommt im Leben irgendwann mal auf einen Zurück. Es dauert zwar manchmal etwas länger, aber meistens kommt es dann^^.

      Nachtragend bin ich, ja. Vor allem bei Bösartigkeiten.

      Aber gerächt habe ich mich noch nie...... nur in Gedanken ;-)

      Aber es gibt momentan eine Person in meinem Umfeld, die bei passender Gelegenheit eins auf den Deckel bekommt. Für all ihre Gehässigkeiten und widerlichen Dinge, die sie anderen antut.

      Ich weiß nur noch nicht genau wie ;-)

      Aber Deinem Ex würde ich eher ein Schreiben von Anwalt zukommen lassen oder ihn wegen Unterschlagung anzeigen.

      • Das ist mir zu viel Aufwand "für" ihn und ich habe keine Lust Zeit und Geld "in ihn" zu investieren, zumal dabei nichts rum kommen würde - das ist er einfach nicht wert ;-) Ist dann zwar schade um die Sachen (der Schlitten war schon meiner als ich ein Kind war), aber immer noch besser als sich jetzt noch länger mit dem auseinander setzen zu müssen

    Guten Morgen!

    Rachegedanken sind mir nicht fremd, bin auch nur ein Mensch. Allerdings komme ich davon sehr gut, sehr schnell, weg. Vor Menschen, die mich irgendwie nerven, will ich nur meine Ruhe haben. Ein strikter Kontaktabbruch hilft mir viel besser, mit negativen Situationen klar zu kommen, anstatt mich vom Ärger und negativen, niederen Gefühlen langsam auffressen zu lassen. Und mich auf ein niedriges Niveau einzulassen. Gleichgültigkeit ist für mich die eigentliche Strafe für diese Person. Trotzige und sture Ignoranz. Als wenn es betreffende Person nicht gibt.

    Und eines weiß ich ganz bestimmt:
    Die Rechnung wird sowieso ganz zum Schluss serviert. Früher oder später bekommt jeder, was er bestellt hat und dann geht's ans bezahlen... unnötig also, das ich mich vorher damit belaste und mir selbst Schuld auflade! ;)

    Gruß Bonnie

    • "Und eines weiß ich ganz bestimmt:
      Die Rechnung wird sowieso ganz zum Schluss serviert. Früher oder später bekommt jeder, was er bestellt hat und dann geht's ans bezahlen..."

      Und wer stellt die Rechnung aus und wer treibt sie ein? Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt. Da gibt es nichts und niemanden, der darüber wacht, dass die Bösen bestraft und die Guten belohnt werden.

      Wem Schlechtes widerfahren ist und dafür Genugtuung wünscht, muss sich selbst darum kümmern.

      VG

      • "Und wer stellt die Rechnung aus und wer treibt sie ein? Es gibt keine Gerechtigkeit auf der Welt. Da gibt es nichts und niemanden, der darüber wacht, dass die Bösen bestraft und die Guten belohnt werden.

        Wem Schlechtes widerfahren ist und dafür Genugtuung wünscht, muss sich selbst darum kümmern."

        Das unterstreiche ich mal ganz dick, ich war auch mal zu blauäugig zu glauben,
        dass es irgendeine Gerechtigkeit gibt, aber nachdem ich nur auf die Schnaue gefallen bin, bin ich jetzt selber die Gerechtigkeit

        aklasse

        • "... bin ich jetzt selber die Gerechtigkeit"

          Immer?

          Möglicherweise bin ich da zu kreativlos oder nicht skrupelos genug, jedenfalls hapert es meist an der Ausführung.

          In den meisten Fällen bleibt die Akzeptanz, dass das Leben nicht gerecht ist, dass die Dinge sind wie sie sind. Hart, aber ohne Blendung. Das macht halt manchmal zum Zyniker.

          LG

      Hallo,

      Man bekommt die Schicksale, die zu einem passen. Das ist Teil meiner Weltanschauung, steht dir frei, sie nicht mit mir zu teilen.

      Jeder kriegt sein Fett weg... Irgendwann, irgendwo, vielleicht in einem ganz anderen Zusammenhang. Davon bin ich überzeugt.

      Und deshalb verlasse ich mich darauf, anstatt mich von meinen Rachegedanken leiten zu lassen.

      „Mancher wird niemals Mensch, bleibt Frosch, bleibt Eidechse, bleibt Ameise. Mancher ist oben Mensch und unten Fisch. Aber jeder ist ein Wurf der Natur nach dem Menschen hin. Und allen sind die Herkünfte gemeinsam, die Mütter, wir alle kommen aus demselben Schlunde; aber jeder strebt, ein Versuch und Wurf aus den Tiefen, seinem eigenen Ziel zu. Wir können einander verstehen; aber deuten kann jeder nur sich selbst.“

      Hermann Hesse: Demian. Die Geschichte von Emil Sinclairs Jugend. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1974, S. 10.

      Gruß Bonnie

      • " steht dir frei, sie nicht mit mir zu teilen."

        Tu ich auch nicht, aber man kann ja dennoch darüber sprechen :-) Es ist doch interessant. Und wohl auch gut so, Weltanschauungen verschieden sind.

        "Und deshalb verlasse ich mich darauf, anstatt mich von meinen Rachegedanken leiten zu lassen."

        Im Grunde, ist es egal, wenn du überzeugt bist und es dir damit gut geht.

        Ich habe zu viele Menschen ihr Leben lang darauf warten sehen, auf diese Gerechtigkeit von wo auch immer, statt selbst zu handeln. Aber Scheisse bringt bekanntlich Glück und daher haben Arschlöcher besonders viel davon.

        Insofern, ich persönlich streiche die große Gerechtigkeit aus meinem Kopf. Rachegedanken sind dafür unheimlich therapierend, für mich jedenfalls. Und meistens reicht das aus.

        LG

Das sehe ich genauso, als Ventil "muss" ich mich dann aber dennoch eine Weile mit diesen Gedanken befassen.

Kontaktabbruch, Gleichgültigkeit, so bin ich auch. Wenn man mich richtig, richtig verärgert, ist diese Person nicht mal ein einziges Wort meinerseits mehr wert, heißt ich streite dann auch nicht mal mehr, dann ist es als würde ich diese Person nicht kennen und mit Fremden streite ich ja auch nicht rum ;-)

ja, ich bin ein Rachemensch. Und ich bin nachtragend. Ich zahle es jedem heim, auf die ein oder andere Weise, vielleicht nicht heute oder morgen, aber ganz gewiss bekommt jeder das was er verdient.

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