Künstliche Befruchtung abartig?

    • (1) 07.03.14 - 07:37

      Morgen,

      Was haltet ihr von den Aussagen dieser Autorin?

      http://m.welt.de/article.do?id=kultur/literarischewelt/article125501467/Die-Menschenverachtung-der-Buechner-Preistraegerin

      Liebe Grüsse!

      Wenigstens gibt sie selber zu, dass ihre Aussagen dumm sind: "da ist die Abscheu größer als die Vernunft".

      Wenn ich jetzt mal nett sein will, gehe ich davon aus, dass es ihr unheimlich ist, wie die Technik nach und nach die Natur ersetzt.

      Da kann ich ihr sogar etwas folgen. Mir z.B. macht die ganze Gen-Gemüse-Geschichte Bauchweh.

      Aber ob sie wirklich so harmlos ist und sich nur schlecht ausgedrückt hat, wage ich zu bezweifeln: bei einer renommierten Autorin setze ich eine Sprachgewandheit und die Fähigkeit zum unmissverständlichen Artikulieren eigentlich voraus...

      Eine Freundin von mir, die schon ewig versucht, ein Kind zu bekommen hat auch mal gesagt: "nie würd ich eine künstliche Befruchtung machen lassen, ich will ein Kind der Liebe#klatsch".

      Dann dacht ich mir, so stark kann der Kinderwunsch dann ja nicht sein (also ich würde alles dafür tun, wenns bei mir nicht geklappt hätte).

      Und nun hat die die Bestätigung, daß es be ihr nur mit künstlicher Befruchtung geht und siehe da - auf einmal kann sie es sich vorstellen.

      Ich finde es total gut, daß es so etwas gibt.

      lg

      • Hallo,

        genaugenommen zeigen auch die Einzelbeispiele, die du hier aufführst, dass diese Art ein Kind entstehen zu lassen vor allem eines befriedigt: Den egoistischen Wunsch der Eltern.

        <<Dann dacht ich mir, so stark kann der Kinderwunsch dann ja nicht sein>>

        Kann ich denn in die Natur eingreifen, nur weil ich den Wunsch habe, dass etwas entsteht, dass die Natur nicht vorgesehen hat?

        Wenn ich mir nicht nur ein Kind, sondern ein perfektes, in allen Belangen überdurchschnittliches Kind sehnlichst wünsche - darf ich das dann wissenschaftlich beeinflussen lassen? Um meinen Wunsch zu befriedigen?

        Wenn iein volk sich sehnlichst wünscht, einen Krieg zu gewinnen, darf es sich dann Kinder züchten, die widerstandsfähiger sind als Andere, ausdauernder, weniger Nahrung brauchen, stärker sind?

        Wer bestimmt, welcher Wunsch legitim ist und welcher nicht? Gibt es gute und schlechte Wünschen, verwerfliche Wünsche, moralische Wünsche?

        Gruß

        • >>Kann ich denn in die Natur eingreifen, nur weil ich den Wunsch habe, dass etwas entsteht, dass die Natur nicht vorgesehen hat?<<
          so pauschal kann man das nicht sagen. Die Natur hatte es evtl. vorgesehen, aber durch vorheriges "Einmischen" ists dann nicht mehr möglich

          >>Wer bestimmt, welcher Wunsch legitim ist und welcher nicht? Gibt es gute und schlechte Wünschen, verwerfliche Wünsche, moralische Wünsche?<<
          das ist die Frage!

          Verhütest du? Wenn ja, ist das nicht genauso egoistisch, der Wunsch nach KEINEM Kind, obwohl die Natur es evt vorgesehen hätte?

          Gegenbeispiel: Ist Verhütung dann auch schon Mord?

          Mal drüber nachdenken.............

          lg

          • Hallo,

            wie bereits gesagt halte ich lebenserhaltende Maßnahmen odfer Maßnahmen, die ein Schwangerschaft verhindern für ethisch viel weniger schwierig, als lebenserschaffende Maßnahmen und vor allem die Möglichkeiten, die sich aus der Forschung an diesen ergeben.

            <<Mal drüber nachdenken............>>

            Genau das ist der Punkt. Mal drüber nachdenken, ob ein Kind ein Grundrecht ist, das zur Not künstlich erschaffen wird, um dem Wunsch der Eltern zu entsprechen.

            • Ja , ich finde , jedes Paar soll die Chance auf ein Kind bekommen.
              Hab mir da schon meine Gedanken dazu gemacht.

              Na, und ob es ethisch besser ist, Leben künstlich zu verhindern als künstlich zu erschaffen, sei mal dahingestellt

              • Hallo,

                eine Schwangerschaft zu verhindern ist nicht gleichbedeutend mit "Leben verhindern".

                "Ja , ich finde , jedes Paar soll die Chance auf ein Kind bekommen."

                Damit hast du die Designerbabys ja dann praktisch abgesegnet.

                • Wobei ein Kind, was durch ein assistiertes Verfahren ensteht und ein Designerbaby zwei völlig unterschiedliche Paar Schuhe sind!

                  Den Paaren, die ein Kind nur durch medizinische Hilfe bekommen können, ist sicherlich egal, welches Geschlecht, welche Haar-, Augenfarbe es hat und ob es Mama oder Papa ähnlich sieht. Das hat mit einem Designerbaby rein gar nichts zu tun!

                  Oder wo ziehst du hier die Verbindung, dass du es gleichsetzt?

                  • noch etwas zum nachdenken. Ursprünglich waren Leihmütter "nur" für Frauen da, denen es körperlich nicht möglich war, ein eigenes Kind auszutragen. Mittlerweile tragen Leihmütter Kinder aus für Mütter, die ihren eigenen Körper nicht den Strapazen einer Schwangerschaft aussetzen wollen

                    Hallo,

                    Nein. Gleichsetzen darf man das auf gar keinen Fall. Trotzdem besteht eine enge Verbindung zum Designerbaby, denn indem die Techniken zur künstlichen Befruchtung perfektioniert werden, wird auch eine immer bessere Vorraussetzung geschaffen, Designerbabys erschaffen zu können.

                    Und wenn die Möglichkeit erst einmal besteht, dass wird es auch jemand machen.

                    Deshlab sollte man sich einfach als Gesellschaft Gedanken machen, inwieweit man dieses Thema vorantreibt und wie man allgemein damit umgeht.

                    <<Den Paaren, die ein Kind nur durch medizinische Hilfe bekommen können, ist sicherlich egal, welches Geschlecht, welche Haar-, Augenfarbe es hat und ob es Mama oder Papa ähnlich sieht.>>

                    Egal? Vielleicht! Aber wenn sie die Auswahk hätte, diese Entscheidung ganz einfach treffen könnten; dann würden viele es tun. Da bin ich mir sehr, sehr sicher.

                    Und genau auf diesem Weg befinden wir uns.

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