Fluch oder Segen? - medizinische Möglichkeiten

    • (1) 07.03.14 - 17:08

      Hallo zusammen!

      In der Diskussion über künstliche Befruchtung wurden des öfteren Beispiele der medizinischen Möglichkeiten gestreift, aufgrund der Hauptthematik aber nicht weiter vertieft. Deswegen starte ich jetzt diesen Thread:
      Was ist denn in euren Augen Fluch und was ist Segen? Krebsbehandlung, Organspende, künstliche Gelenke, Reanimation, lebenserhaltende Maschinen... die Liste der Möglichkeiten ist lang, aber wo ist die Grenze? Sollte man alles machen, was man kann? Ist das eine ganz persönliche Entscheidung oder findet ihr es gut, dass Experten darüber entscheiden und Gesetze festlegen? Was qualifiziert denn überhaupt Experten für die Ethik?

      Ich finde das sehr schwierig. Fast jeder kennt vermutlich jemanden, der nach schwerer Krankheit oder Verletzung ein absolut beschwerdefreies Leben führt oder trotz gesundheitlicher Einschränkungen sehr glücklich ist. Oder aber das genaue Gegenteil. Nur sagen diese Einzelschicksale etwas über den Gesamtkontext aus? Kann man das gegeneinander aufrechnen, nach dem Motto "3:1 für den positiven Verlauf, ich bin dafür" oder halt gegenteilig "doppelt so viele Menschen leiden dadurch, ich bin dagegen" ?

      Wie ist eure Einstellung zu dem Thema? Kann man überhaupt eine Meinung dazu haben, wenn man nicht persönlich betroffen ist?

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende euch,

      Truly

        Mmh, ich weiß nicht, ob man das so sagen kann. Dann dürfte es ja zb keine Zwangseinweisungen bei psychischen Erkrankungen geben, kann ja keiner beurteilen, wenn man nicht selber betroffen ist?

        Oder nehmen wir noch mal das Beispiel DesignerBaby. Angenommen ich finde rote Haare furchtbar, einfach ganz, ganz schlimm - warum auch immer. In der Familie meines Mannes gibt es aber das Gen dafür. "Darf" ich jetzt bei der künstlichen Befruchtung alle rothaarigen Erbanlagen aussortieren? Du kannst ja nicht beurteilen, wie furchtbar ich rote Haare finde.

        Das Beispiel ist vielleicht komisch, aber es entspricht doch deiner Aussage?

        • Ich habe mich eigentlich auf diesen Satz von dir bezogen!

          "Kann man überhaupt eine Meinung dazu haben, wenn man nicht persönlich betroffen ist?"

          Das Thema Designer Babies steht soweit ich weiß weiter unten. Hier geht es um Dinge wie Krebstherapie und lebenserhaltende Maßnamen. Das gehört m.M.n. nicht in den gleichen Topf und deshalb entspricht dein Beispiel auch nicht meiner Aussage.

          Das Beispiel mit der Psychatrie hab ich nicht verstanden.#gruebel

          VG
          Mateo

          • Naja...es geht um medizinische Möglichkeiten und dazu gehören auch Stammzellenforschung und künstliche Befruchtung.

            Wenn jemand schizophren oder manisch oder was auch immer ist oder jeden Tag trinkt, dann gehen nicht-betroffene Menschen davon aus, dass diese Person vor sich selbst geschützt werden muss und greifen dementsprechend ein. Laut deiner Aussage können sie das doch gar nicht beurteilen?

            • (10) 08.03.14 - 20:07

              Als ich von Betroffenen sprach meinte ich natürlich auch Angehörige, Ärzte, Pflegepersonal und den Patienen selbst.

              PS. Nur weil jemand jeden Tag trinkt, kannst du ihn noch lange nicht einweisen lassen.
              Eine Bekannte von mir hat das versucht. Ihr Vater hat sich regelmäßig krankenhausreif gesoffen. Nix da Pustekuchen. Das ging vor Gericht und sie wollte ihren Vater entmündigen lassen. Ohne Erfolg. Er hat sich schlussendlich totgesoffen.

    >>Wie ist eure Einstellung zu dem Thema? Kann man überhaupt eine Meinung dazu haben, wenn man nicht persönlich betroffen ist?<<
    na, irgend wie sind wir alle davon persönlich betroffen. Wir alle müssen irgend wann sterben.

    >>Was ist denn in euren Augen Fluch und was ist Segen? Krebsbehandlung, Organspende, künstliche Gelenke, Reanimation, lebenserhaltende Maschinen... die Liste der Möglichkeiten ist lang, aber wo ist die Grenze? Sollte man alles machen, was man kann? Ist das eine ganz persönliche Entscheidung oder findet ihr es gut, dass Experten darüber entscheiden und Gesetze festlegen?<<
    So individuell wie jeder einzelne Mensch ist, so individuell müsste die jeweilige Entscheidung sein, es kann kein "Raster" keine allgemein gültige Handhabung geben darüber, ob ein Mensch mit allen Mitteln weiter am Leben gehalten wird.

    Die Entwicklung der lebensverlängerten Möglichkeiten ging schneller als die dazu eigentlich nötigen Überlegungen, wann welche Möglichkeit sinnvoller weise eingesetzt wird.

    Leider muss es für alles Gesetze geben, da der "gesunde" Menschenverstand so seine Aussetzer hat. Gerade in schlimmen Situationen, wenn es z. B. darum geht, einen geliebten Menschen sterben, gehen zu lassen. Da greift meiner Meinung nach ein all zu oft aufgrund der neuen medizinischen Möglichkeiten ungesunder Egoismus, nicht los lassen zu wollen und alle zur Verfügung stehenden Mittel, egal ob sie nun auch wirklich das halten, was sie versprechen, ein zu setzen. Um letzt endlich Leiden zu verlängern.

(13) 07.03.14 - 17:47

Diese Diskussionen hier führen in der Regel zu nichts. Wenn jemand eine andere Meinung hat, dann möchte man ihm hier gerne den Mund verbieten.

Medizin ist Fluch und Segen zugleich. Es gibt nie nur Vorteile, sondern auch immer Nachteile. Wer garantiert mir z.B., dass ich es nicht merke, wie Organe nach dem Tod entnommen werden? Es gibt dazu Menschen, die meinen dass es Regungen von den angeblich Toten gab. Ich habe keinen Organausweis und möchte ehrlich gesagt auch keine Organe von einem Fremden haben.

Wenn ich Krebskrank wäre, würde ich allerdings eine Chemo machen, auch wenn die nicht immer anschlägt. Das betrifft nur mich und nicht andere. Es musste niemand anders sterben, damit ich leben kann. Das ist für mich ein Unterschied.

Klar, werden hier wieder welche schreien. Aber das muss doch bitte jeder für sich entscheiden, welche medizinischen Dinge er möchte und welche nicht. Ich würde mich auch nicht schönheitsoperieren lassen, kann aber Menschen verstehen, die es wegen besonders krassen Schönheitsfehlern machen lassen. Wenn allerdings sich eine schöne gesunde Frau unters Messer legt, finde ich das krank. Sorry.

Das ist eben meine Meinung. Mittlerweile wären viele Deutsche einer Schönheits-Op gegenüber nicht abgeneigt und später werden auch viele die Möglichkeit der Vorselektion bei der künstlichen Befruchtung annehmen, wenn es geht. Der Mensch verändert sich und was heute tabu ist, ist morgen normal.

Daher bin ich ganz froh, dass mein Erdendasein zeitlich begrenzt ist und ich nicht mehr alles erleben werde.

  • >>Diese Diskussionen hier führen in der Regel zu nichts.<<
    doch. Wenn nur ein einziger Leser durch einen Beitrag über die eigene fest gefahrene Einstellung ins Grübeln kommt und auch einmal eine andere Betrachtungsweise zu läßt, dann finde ich das sehr positiv

    >>Wenn jemand eine andere Meinung hat, dann möchte man ihm hier gerne den Mund verbieten.<<
    ja und? Was andere von dir möchten und was du letzt endlich tust, ist deine Sache. Solange es sich um erlaubte Dinge handelt.

    Ok, passt jetzt auch wieder ins Thema

    (15) 08.03.14 - 01:06

    >>>Es musste niemand anders sterben, damit ich leben kann.<<<

    Das ist falsch formuliert. Im Fall einer Transplantation muss niemand sterben, damit du leben kannst, sondern du kannst leben, WEIL jemand gestorben ist.

Top Diskussionen anzeigen