Die Verurteilung von Straftätern in Deutschland...

    • (1) 02.04.14 - 17:32

      Hallo zusammen,

      gerade eben habe ich in den Nachrichten einen Beitrag gehört, der mich wieder einmal sehr, sehr nachdenklich gemacht hat.
      Ein Vater hat seine siebenjährige Tochter einem Chatpartner zum Sex angeboten. Außerdem hat er Nacktfotos seiner Tochter geschossen und ins Netz gestellt.

      Das Urteil:
      Zwei Jahre und neun Monate Haft.

      Ausführlich zum Nachlesen:
      http://www.spiegel.de/panorama/justiz/vater-bot-sex-mit-tochter-an-31-jaehrigen-muss-in-haft-a-962158.html

      Wie soll man mit solchen Urteilen überhaupt noch umgehen?
      Zum Einen finde ich eindeutig, dass die Haftstrafe deutlich zu gering ausgefallen ist.
      Zum Anderen frage ich mich, ob hier nicht einfach die Unverhältnismäßigkeit von Urteilen immer größer wird.

      Ein prominenter Steuerhinterzieher wird zu drei Jahren Haft verurteilt.
      Wenn man den Fall ganz für sich alleine betrachtet und überlegt, wie andere Steuerhinterzieher bestraft werden, ist das Urteil sehr wohl angemessen. Man muss immerhin bedenken, um welche Unsummen es sich dort gehandelt hat.

      Aber dann liest man einen solchen Fall und fragt sich: Wo ist die Verhältnismäßigkeit?
      Wie soll ein normaler Bürger ein solches Urteil verstehen? Wo ist die Abschreckung?

      Dieses Urteil ist ja keine Ausnahme. Wie viele Vergewaltigungsopfer oder Opfer anderer Gewalttaten müssen zusehen, wie die Täter mit zwei-drei Jahren Haft "davon kommen". Bei Ersttätern sind selbst Bewährungsstrafen keine Seltenheit.

      Ich bin ein sachlicher Mensch und die typischen Internetforderungen nach Lynchjustiz o.ä. sind mir völlig fremd. Aber ist es nicht an der Zeit, dass unser Strafrecht grundlegend überarbeitet wird?
      Ich habe nichts dagegen einen schweren Steuersünder mit einer Haftstrafe zu belegen.
      Aber dann muss der sexuelle MIssbrauch eines Kindes anders bestraft werden.
      Ich bin keine Juristin und kann mir deshalb wohl kaum erlauben zu beurteilen, was denn nun angemessen wäre.

      Aber so... nein!! Diese Thematik liegt mir inzwischen immer stärker im Magen.

      Heute ist wieder ein Tag, an dem ich, als Vergewaltigungsopfer, froh bin, dass "meine" Täter nie gefasst wurden. Ich bin froh, dass mir der furchtbare Weg des Prozesses, an dessen Ende solche Strafen stehen, erspart geblieben ist.

      So, das waren jetzt einfach meine Gedanken und meine Meinung dazu. Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, das einmal los zu werden.

      Ich wünsche Euch noch einen schönen Frühlingsabend.

      LG

      • Hallo,

        wenn Du nur die Zahlen vergleichst, knapp 3 Jahre Haft zu drei Jahren Haft, magst Du Recht haben. Aber für den einen wird die Haft zum Spaziergang, nach einem Jahr wird er Freigänger und nach einem weiteren Jahr wird der Rest wegen guter Führung gegen Bewährung ausgesetzt.

        Für den Kinderschänder aber wird der Knast zur Hölle, er muss Klos putzen, wird bespuckt und von den Mithäftlingen gemobbt und gedemütigt. Wenn er rauskommt, geht's weiter. Die Nachbarn werden Unterschriftenaktionen gegen den Kinderschänder in ihrer Siedlung starten, er wird bei seiner Vorstrafe keine Job finden und die Familie wird sich von ihm abwenden. Die Gesellschaft wird ihn noch genug strafen, weshalb dann noch länger auf Staatskosten durchfüttern.

        Der Steuerhinterzieher wird im Knast seine Memoarien schreiben und hinterher als gefeierter Gast durch die Talkshows ziehen, der Kinderschänder wird für den Rest seines Lebens für seine Tat bezahlen müssen.

        LG Jupp

        • <<<der Kinderschänder wird für den Rest seines Lebens für seine Tat bezahlen müssen.>>>

          Sehe ich anders.

          Schon alleine die Tatsache dass ein Arbeitgeber nicht einfach ein Führungszeugnis verlangen DARF, ist da kein Hinderungsgrund für den jeweiligen Täter.

          http://www.hensche.de/Arbeitsrecht_aktuell_Auskunftspflicht_Bewerber_Straftaten_Erweitertes_Fuehrungszeugnis_Fuenftes_Gesetz_Aenderung_Bundeszentralgregistergesetz.html

          Nachbarn kann man durch einen Umzug aus dem Weg gehen, und ich bin mir nicht so sicher, ob der Verlust einer evtl. vorhandenen Familie einer Person die einem anderen Menschen so etwas angetan hat, wirklich als Strafe vorkommen wird. Zumindest will ich das nicht als Strafe werten....sondern im besten Fall als ausgleichende Gerechtigkeit.....wenigstens im Ansatz.

          Dass Mithäftlinge evtl. den Täter ausgrenzen oder auch mal härter angehen, sehe ich nur als gerecht an, würde dies aber nicht als Kriterium für eine verkürzte Haftzeit ansehen.

          Wenn selbst Menschen die es mit Recht, Ordnung und Moral nicht so genau nehmen eine Handlung als völlig verwerflich und unverzeihlich ansehen......ist es wohl auch so !

          <<<weshalb dann noch länger auf Staatskosten durchfüttern.>>>

          Da bin ich durchaus Deiner Meinung.....eine komplette Kastration von Ersttätern wäre z.B. viel billiger !

          • @seelenspiegel

            Das ist aber starker Tobak.

            Wir alle wissen doch dass ein Triebtäter nicht anders kann, wie seinen nicht steuerbaren Trieb auch auszuleben.
            Kastration hilft da nicht einen Deut.
            Das größte Sexualorgan liegt zwischen den Ohren.

            Die Berliner Charitee, unbestritten mediz. Vorreiter der Therapiemöglichkeiten hat, trotz einiger Erfolge in der Behandlung von Triebtätern ein sehr hohes Restrisiko attestieren können/müssen.

            Männer, die sich Kinder als Objekte ihrer Begierde aussuchen, sind meiner Meinung als unheilbar krank anzusehen.
            Was also sollen diese Menschen in einer Haftanstalt? Wären sie nicht besser in einer geschlossenen Klinik besser aufgehoben?

            Wenn unumstritten feststeht, das der Täter krank ist und nicht therapierbar, einsperren und nie wieder in Freiheit lassen.

            Die Kinder/Bevölkerung muss vor diesen hochgefährlichen Tätern geschützt werden.

            Sicher, kostet alles Unmengen von Geld.

            Nenne mir aber einer in diesem Forum eine brauchbare Alternative.

            Volkes Stimme die nach der "Kopf-ab-Methode" ruft, ist es ja wohl nicht.

            FG acentejo

            • >>Männer, die sich Kinder als Objekte ihrer Begierde aussuchen, sind meiner Meinung als unheilbar krank anzusehen.
              Was also sollen diese Menschen in einer Haftanstalt? <<

              Ein Mörder ist auch krank im Kopf, ein gesunder Menschenverstand hält Dich vom Morden ab, soll ein Mörder also nicht in Haft?

              >>Wenn unumstritten feststeht, das der Täter krank ist und nicht therapierbar, einsperren und nie wieder in Freiheit lassen.<<

              Aber ich habe noch nie gehört, daß ein Sexualstraftäter erfolgreich therapiert wurde.
              Ich höre immer nur von der hohen Rückfallquote und die Dunkelziffer der nicht bekannte Fälle will ich erst garnicht ins Spiel bringen.

              Menschen, die andere Menschen physisch und psychisch kaputt machen, gehören ein Leben lang weggesperrt, wohin, ist mir eingentlich egal, Hauptsache, sie kommen nicht mehr unter die Bevölkerung.

              LG

              • @woodgo

                Mit dem "für immer wegsperren" bin ich mit Dir einer Meinung.

                Habe ich auch klar zum Ausdruck gebracht.

                Allgemein betrachtet, ist es ein schwieriges Thema.

                Die Charitee in Berlin hat schon "Erfolge" in ihren Therapien vorzuweisen.

                Meiner Meinung nach gibt es aber keine Möglichkeit eine "Gesundung" zu attestieren.

                Und da liegt das Problem.

                Was also ist zu tun, damit keine Wiederholungstäter in Freiheit gelangen?

                Ehrlich, ich weiß es nicht. Und damit sehe ich nur und ausschließlich die Möglichkeit, einsperren und Schlüssel wegschmeißen.

                Dein Einwand, ein Mörder ist auch krank, kommt bei mir nicht so an.
                Unzählige Tötungsdelikte werden im Affekt begangen. In Ausnahmesituationen.
                Macht die Sache nicht besser. Ich denke da an Eifersuchtstaten.

                Dem Sexualtäter sind aber krankhafte Triebe zu attestieren.
                Ergo: konstante Wiederholungsgefahr. Und der ist entgegen zu wirken.
                Durch dauerhaftes wegsperren.

                FG acentetejo

                • >>Dein Einwand, ein Mörder ist auch krank, kommt bei mir nicht so an.
                  Unzählige Tötungsdelikte werden im Affekt begangen. In Ausnahmesituationen.>>

                  Ja, Du hast recht, die lassen wir mal außen vor. Ich meinte eher die Morde, die man mit "krank im Kopf" begeht, Du weißt schon, wie ich das meine.

                  Und ja, ein Triebtäter sollte, meinetwegen in der Geschlossenen, bleiben. Wenn ich höre, Ausgang, Freigang...., nach 3 Jahren frei, da könnte ich jedesmal die Wand hochgehen.

                  Nein, diese Menschen müssen der Bevölkerung fern gehalten werden, krank oder nicht, sie zerstören Menschenleben.

                  LG

                  • @woodgo

                    Ich sehe auch ein Problem, welches hier noch gar nicht angeschnitten wurde.

                    Die Entscheidungsträger die über Ausgang, Freigang, Entlassung und Gesundung die Entscheidungshoheit haben.

                    Wenn diese Leute Haftbar für ihre (Fehl) Entscheidung gemacht werden, würden sie mit Sicherheit anders Entscheiden.

                    Und ganz wichtig, wo bleiben die Opfer?

                    Es ist für mich ein Unding wenn Opfer keine Therapieplätze umgehend bekommen.

                    Insbesondere wenn es Kinder sind. Diese Therapien sollten auch auf die Eltern ausgedehnt werden. Denn auch die sind "Opfer" und stehen mir den Folgen größtenteils alleine da.

                    Der Einschnitt einer solchen Tat ist enorm.

                    Da sollten die staatlichen Stellen richtig Geld in die Hand nehmen.

                    FG acentejo

            <<<Männer, die sich Kinder als Objekte ihrer Begierde aussuchen, sind meiner Meinung als unheilbar krank anzusehen.>>>

            Wenn jetzt noch jemand so einen Bullshit von "solche Typen sind doch nur arme kranke Menschen" schreibt, hau ich ihm in die Fresse ! Ich KANN ES NICHT MEHR HÖREN !

            Sry...nein....ich schlage natürlich niemanden.....aber es natürlich einfach und bequem zu sagen, das ist "nur eine Krankheit" und die betroffenen können nichts dafür.

            <<<Wären sie nicht besser in einer geschlossenen Klinik besser aufgehoben?>>>

            In meinen Augen : NEIN ! Therapien nützen nichts, und kosten nur noch mehr Geld.

            <<<Wenn unumstritten feststeht, das der Täter krank ist und nicht therapierbar, einsperren und nie wieder in Freiheit lassen.>>>

            Nein.....nicht wenn irgendwann ein Typ im weissen Kittel geneigt ist, seine "fachmännische" Meinung abzugeben......gleich nach der ersten Tat...weg mit den Typen...ins dunkelste Loch das man finden kann.

            <<<Nenne mir aber einer in diesem Forum eine brauchbare Alternative.>>>

            Die Verwendung von Bolzenschussgeräten erscheint mir sinnvoll......direkt ins "grösste Sexualorgan"----- zwischen die Augen.

            Leider ist das nun "Lynchmob-Mentalität"...und keine wirklich umsetzbare Geschichte....insofern:

            Ich habe keine Alternative, bis auf, dass man die Therapien gänzlich streichen könnte, und die betreffenden Personen gleich in den Vollzug steckt, und von der schwere der Tat zB. einer Vergewaltigung, dies mit einem Mordversuch gleichsetzt und entsprechend ahndet.....ohne die Möglichkeit wegen "guter Führung" früher entlassen zu werden....ohne die Begünstigung "Ersttäter....schauen wir mal ob er sich bessert".

            • Seelenspiegel, Dein Zorn lässt sich verstehen.

              Geht mir ebenso.

              Dass Bolzenschussgerät lasse ich aber in der Werkstatt.

              Veto: ein Sexualtäter, der kleine Kinder als Opfer auswählt, muss doch krank im Kopf sein.

              Würde er sonst eine Tat, wie beschrieben begehen?

              Die Therapien streichen? Ja. sind ja nicht geeignet eine "Gesundung" zu attestieren.

              Würde auch immense Kosten reduzieren.

              Fazit: einsperren. Schlüssel entsorgen.

              acentejo

              Naja, mal ganz ohne Schaum vor dem Mund, es gibt schon noch alternative Ansätze, die durchaus Erfolge vorzuweisen haben, beispielsweise das:
              https://www.kein-taeter-werden.de/

              Nur müsste man das wohl etwas konsequenter umsetzen und mit mehr Mitteln ausstatten um die Zahl der erreichten "Noch-nicht-Täter" zu erhöhen.

              Die Sichtweise, dass die sexuelle Anziehung zu Kindern eine Krankheit ist, wird von Fachleuten eher weniger geteilt.
              Es handelt sich in erster Linie mal um eine sexuelle Präferenz, eine Neigung, für die derjenige, der sie zeigt, nicht aktiv verantwortlich ist. Genauso ist ja Homosexualität keine Krankheit, sondern eben auch eine Neigung, eine Präferenz.
              Der Unterschied ist einfach, dass das Ausleben der Präferenz im einen Fall keine schädlichen Folgen für jemanden hat, im anderen aber schon.

              Es macht also imho mehr Sinn, Arbeit, Geld und Aufwand dahingehend zu investieren, dass Menschen mit dieser Neigung ermöglicht wird, diese zu kontrollieren und eben nicht mit ihren schädlichen Folgen ausleben zu müssen.
              "Gestraft" ist derjenige, der unter einem solchen Trieb basierend auf der Neigung zu Kindern leidet, ohnehin lebenslang, denn völlig klar ist, und in diesem Punkt sind wir uns sogar einig, dass er lebenslang darunter leiden wird, seinen Trieb kontrollieren zu müssen und nicht ausleben zu können.

              Aus meiner Sicht stellst du also lieber alle deine Bolzenschußgeräte bei ebay ein und spendest den Erlös für Einrichtungen, die präventiv tätig sind und damit vermeiden helfen, dass es zu Übegriffen kommt.

              Beste
              Tom

              • Schaum habe ich keinen vor dem Mund *prüfend abtastet* ....aber meine Toleranz ist hier gleich Null !

                <<< Genauso ist ja Homosexualität keine Krankheit, sondern eben auch eine Neigung, eine Präferenz.>>>

                Es geht hier in meinen Augen aber nicht vorrangig um Hetero, homo oder von mir aus Softeis-Fetischismus, sondern darum, dass hier Gewalt ausgeübt wird.....gegen eine Person...und gegen den Willen dieser Person !

                Ein Schwuler rennt nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung in den Park und belästigt kleine Jungs...und genauso wenig wird er anderen Männern einfach auflauern und sich nehmen was er will.

                Hier kommt Moral, Gewissen und Sozialkompetenz ins Spiel.....sowie die freie Entscheidung jedes Einzelnen.

                Du liegst sicher richtig damit, dass jemand der seine Sexualität nicht ausleben DARF, weil dadurch besagter Konflikt entsteht, WENN er das doch tut, ne ziemlich arme Wurst ist. Dennoch hat er den freien Willen ob er jemand anderem darum Schaden zufügt, oder dies nicht macht.

                Tut er es.....sry.....dann hat er in meinen Augen verspielt, und ich sehe keinen Grund, solche Menschen dann noch mit Samthandschuhen anzufassen.

                LG
                Tomm

                PS:

                Den Erlös der Schussgeräte lassen wir aber dann doch lieber den Opfern zukommen.....einverstanden?

                • Moin nochmal.

                  Du schriebst:
                  >Ein Schwuler rennt nicht aufgrund seiner sexuellen Orientierung in den Park und belästigt kleine Jungs...und genauso wenig wird er anderen Männern einfach auflauern und sich nehmen was er will<

                  Nun ja, wenn ich homosexuell bin, dann habe ich aber die Möglichkeit, meine Sexualität auf irgendeine Weise auszuleben.
                  Ich kann andere mit meiner sexuellen Präferenz kennenlernen, mir entsprechende Pornos ansehen, ich kann in Clubs gehen, ich kann schlicht in irgendeiner Form meine Neigung ausleben.
                  Diese Möglichkeit hat derjenige nicht, der sich zu Kindern sexuell hingezogen fühlt!
                  Er weiß schlicht, dass seine Phantasie nie in die Realität umzusetzen sein wird, ohne etwas zu tun, das "eigentlich nicht geht".
                  Und nun kannst du noch so oft mit deiner "... Moral, Gewissen und Sozialkompetenz.. " um die Ecke kommen, wenn diese Neigung bei jemandem ausgeprägt ist, dann steht auf lange Sicht immer der Trieb gegen die Vernunft.

                  Ich weiß nicht so genau, was Dich persönlich sexuell kickt, aber ich würde wetten, du kennst auch so gewisse Phantasien, die Dir den Kick bringen und bei denen sich der Kick auch recht körperlich bei Dir äußert.
                  Wenn jemand diesen körperlichen Kick empfindet, wenn er irgendwo ein leichtbekleidetes Kind sieht, denkst du, der kann den dann einfach abstellen? Ich glaube das kaum.

                  Insofern ist auch deine Einschätzung, dass "... er den freien Willen [hat] ob er jemand anderem darum Schaden zufügt, oder dies nicht macht." etwas, das ich so nicht glaube.
                  Es gibt doch hier so oft die Aussagen, "wenn das einer meinem Kind antun würde, den würde ich umbringen", warum glaubt man, dass man das tun würde?
                  Weil man von einem emotionalen Trieb ausgeht, der es einem ermöglichen würde, die Grenze zu überschreiten, die man normalerweise vor der Tötung eines anderen Menschen fühlen würde.
                  Vor genau so einer Grenze steht aber nun der potentielle Kinderschänder sein Leben lang und sein Trieb, seine Phantasien kann er allein wohl meist gar nicht kanalisieren. Er kann sich noch so lange einreden, dass er das nicht will, dass das böse und schlimm ist... sein Geschlechtsteil wird einfach reagieren, und er wird sich dafür vielleicht sogar hassen, aber eine vernünftige und sozialisierte logische Entscheidung wird ihm immer schwerer fallen, zumal er sich ja nicht irgendwem anvertrauen kann, denn er empfindet sich in den meisten Fällen ja als krank, falsch und weiß, dass er geteert und gefedert wird, wenn er sein Problem irgendwie an irgendeine Öffentlichkeit bringt!

                  Du schriebst dann:
                  >Tut er es.....sry.....dann hat er in meinen Augen verspielt, und ich sehe keinen Grund, solche Menschen dann noch mit Samthandschuhen anzufassen.
                  [...]
                  >Den Erlös der Schussgeräte lassen wir aber dann doch lieber den Opfern zukommen.....einverstanden?<

                  Tja, sehe ich auch ganz anders.

                  Wir wissen, dass es viele Menschen tun, ich glaube, dass sie sich sehr elend fühlen müssen, um sich Erleichterung auf Kosten von Kindern zu verschaffen und das tatsächlich durchzuziehen.
                  Wir können gern den Erlös der Schußgeräte den Opfern zukommen lassen, aber ist das die adäquate Problemlösung?
                  Warum versuchen wir nicht, ein Phänomen, das existiert, vorn anzufassen und versuchen möglichst viele potentielle Kinderschänder zu erreichen, bevor es Opfer gibt, die der Spende aus deiner Ebay-aktion mit den Bolzenschußgeräten bedürfen?

                  Und ja, ich denke, man muss "diesen Menschen" helfen. Sozialisierung, Empathie, all das ist meistens bei "diesen Menschen" vorhanden, aber sie stecken alle in einem Konflikt, den sie alleine nicht auflösen können, denn es herrscht ein Ungleichgewicht zwischen ihren Emotionen und der sexuellen Attraktion, die für sie von Kindern ausgeht.

                  Insofern bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass es vernünftiger ist, viel Geld und Aufwand in Prävention und nennen wir es ruhig Therapie zu stecken, als die Wurzel unbehandelt zu lassen und nur die Äste und Zweige lebenslang einzusperren und zu ächten.

                  Es sagen hier doch alle immer so schön, jedes Opfer ist eines zuviel, warum dann nicht versuchen, die Zahl der Opfer zu vermindern, statt über die Strafen für Kinderschänder und die Entschädigung für Opfer zu feilschen?

                  • *gründlich über das gesagte nachdenkt.....*

                    <<<warum dann nicht versuchen, die Zahl der Opfer zu vermindern>>>

                    Ich glaube, das ist therapeutisches Wunschdenken mit nur wenig Bezug zur Realität.

                    Vermutlich gibt es nur wenige Ausnahmen von betroffenen Männern, die sich selbst eingestehen, dass "da was nicht stimmt", und von sich aus Hilfe suchen, BEVOR eine Situation eskaliert, und diese Männer bei einer anderen Person Schaden anrichten, der nun mal nicht mehr gut zu machen ist.

                    Vielleicht hast Du damit recht, zu sagen, dass die Hilfsangebote für diese Männer erweitert...oder zumindest vorhanden sein müssen.

                    Akzeptiert !

                    Ich bleibe aber nach wie vor dabei zu sagen, dass ein Mensch, der vorsätzlich- und mit vollem Wissen um alle sich dadurch ergebenden Konsequenzen eine solche Tat begeht, in meinen Augen sämtliche Rechte und Vorzüge der Gesellschaft verspielt hat. Punkt !

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