Rechtlich Frage - "Zwangesmedikation"

Hallo,

der Begriff "Zwangsmedikation" ist in Anführungszeichen, weil ich keine Ahnung habe ob der Begriff richtig ist.

Weiß jemand, wie die rechtliche Lage ist, wenn jemand Medikamente, die zum Leben zwingend nötig sind, nicht einnimmt?

Kann beispielsweise ein Diabetiker gezwungen werden sein Insulin einzunehmen, zu spritzen oder was auch immer?

Wenn jemand sich bewusst dazu entschließt, aktiv Suizid zu begehen und dies vorher noch kundtut, wird er meines Wissens nach daran gehindert, zur Not durch Zwangseinweisung in der Psychiatrie.
Wie sieht das aber aus, wenn jemand lebensnotwendige Medikamente nicht mehr einnimmt? Dadurch wird ja auch bewusst der Tod herbei geführt, aber kann man jemanden zwingen, Medikamente zu nehmen?

Es geht mir jetzt gar nicht um die Umsetzbarkeit, sondern wirklich um die rechtliche Seite.

LG, mokli

Hallo,

wenn ein Mensch noch bei klarem Verstand ist und seine Medikamente in vollem Bewusstsein, dass es sein Ende sein könnte, nicht nimmt, dann würde ich sagen, es ist sein volles Recht.

Ich wüsste auch nicht, wo steht, dass jemand zwangstherapiert werden müsste, außer er wäre minderjährig oder stünde unter Pflegschaft.

GLG

Hallo

Nein, du kannst niemanden, der bei klarem Verstand ist, dazu zwingen. Und das ist auch gut so. Jeder soll über sein Leben selber entscheiden dürfen.

Bianca

Danke für deine Antwort!

Ich bin tatsächlich davon ausgegangen, dass eine Zwangsunterbringung erfolgt, bei versuchtem Suizid - eben weil davon ausgegangen wird, dass jemand der sich umbringen will, NICHT bei klarem Verstand ist.

Dann bin ich ganz grundsätzlich von einer falschen Annahme ausgegangen, das macht meine gestellte Frage dann überflüssig :-)

Danke für deine Antwort!

Ich bin davon ausgegangen, dass bei versuchtem Suizid grundsätzlich davon ausgegangen wird, dass derjenige NICHT bei klarem Verstand ist und von daher "zwangstherapiert" wird.

Wenn dem nicht so ist, erübrigt sich natürlich meine Frage.

Nur weil jemand nicht mehr Leben will, heißt das nicht, das er nicht bei klarem Verstand ist.

Ich persönlich sehe das genau so, stand aber bislang immer ziemlich alleine mit dieser Meinung da.
Mir wurde versichert, dass man nach einem Suizidversuch, bzw schon bei der Androhung auf der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie landet, und das von jemandem der - wie ich dachte - Fachwissen hat.

Wer bei klarem Verstand ist, darf auch lebensnotwendige Behandlungen ablehnen.

Das ist aber kein "versuchter Suizid". Suizid wäre eine aktiver Handlung, z.B. die absichtliche Überdosierung eines Medikaments.

ich frag mich, wer bestimmt denn, ob jemand bei klarem Verstand ist. Viele sind der Meinung, dass jemand, der lebensnotwendige Behandlungen ablehnt unmöglich bei klarem Verstand sein könne

Auch dir danke ich für deine Antwort!

Woher kommt wohl der Irrglaube, dass man grundsätzlich weg geschlossen wird, wenn man sein Leben beenden möchte?
Oder habe das etwa nur ich geglaubt?!?

Nein. Zeugen Jehovas z.B. lehnen aus Glaubensgründen Bluttransfusionen ab und ja, es sterben auch welche dran. Nur, wenn es um Kinder geht, schaltet sich das Gericht ein. Erwachsene haben das Recht, sowas selbst zu entscheiden, auch wenn es anderen als unvernünftig erscheint.

Und bei Krebstherapien o.ä. hat man ja gar nicht so selten die Situation, dass entschieden werden muß, macht man noch die soundsovielte Chemo oder eben nicht mehr.

Hallo,

also ich kann dir bestätiken wenn man öffentlich bekannt gibt sich das Leben zu nehmen also Suizid begehen will kommt man definitiv in Ärztliche Betreuung! Wie die aussieht entscheidet sich von Fall zu Fall. Ein sehr guter Freund von uns hat das alles vor Zwei Jahren durchgemacht.

Allerdings solang man versteht was es bedeutet die Medikamente nicht zu nehmen kann einer niemanden dazu zwingen.

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe darf ein Arzt keine Lebennswichtigen Untersuchungen und Medikamente verweren, aber er kann seinen Patient nicht dazu zwingen sie zu nehmen. Anders sieht es auch wenn man eben nicht mehr Klar denken und Handeln kann. Dann gibt es möglichkeiten.

Aber ein Mensch der bei vollen Verstand ist und über die Risiken des nicht einehmens aufgeklärt ist kann man zu nichts zwingen.

Schon verwirrend. Nehme ich meine Medikamente nicht mehr, in dem vollen Bewusstsein, damit meinen Tod herbei zu führen, dann darf ich das.
Will ich mich mit einer Überdosis Tabletten ins Jenseits befördern und jemand bekommt das mit, komme ich in die Psychiatrie.

Wo ist denn da die Logik?

In einem Juraforum habe ich gelesen, dass es erlaubt ist sein Leben zu beenden, wenn man bei klarem Verstand ist. Wenn man sein Leben beenden will, wird aber erstmal davon ausgegangen, dass man nicht bei Verstand ist.

Heißt, ich suche mir erst einen Psychiater, der mir meine Gesundheit bestätigt und dann darf ich mich umbringen?

Und nicht, dass hier komische Ideen kommen, ich hatte kürzlich eine Diskussion mit meiner Schwägerin über das Thema "Selbstbestimmung", ursprünglich mit dem Hintergrund ""Selbstbestimmung in der Arbeit mit geistig behinderten Erwachsenen".
Es ist nicht so, dass ich grade mein Ableben vorbereite.

Danke für deine Antwort!

Läuft aber doch letztlich auf das Selbe hinaus.

Nehme ich lebensnotwendige Tabletten nicht mehr, sterbe ich.

Nehme ich zuviele ebendieser Tabletten, sterbe ich. Geht nur schneller.

>>auch wenn es anderen als unvernünftig erscheint.<<
es ist aber ein Unterschied, ob jemand bei klarem Verstand etwas für andere unvernünftiges tut oder ob dann behauptet wird, der jenige sei auf grund dessen, eben nicht bei klarem Verstand. Deshalb meine Frage

Naja ist doch eigentlich Logisch man darf keine Ärztliche hilfe verweren. Sprich kündige ich an mich umbringen zu wollen sind meine Angehörigen und alle die davon wissen verpflichtet einen Arzt hinzuziehen ansonsten wäre unterlassene Hilfeleistung.

Die die sich wirklich umbringen wollen machen das auch nicht öffentlich wenn sie sich umbringen wollen sondern tun es einfach! Die die es ankündigen rufen nach Hilfe. Und die die scheitern weil zb. die Schlaftabeltten halt nicht die schlauste Idee sind werden danach eben Ärztlich untersucht.

Also ich muss sagen alle von denen ich weiß die Selbstmord begangen haben und auch wirklich nicht mehr leben haben alle nicht groß rausposaunt das sie sich umbringen. Man hat sie einfach tot aufgefunden.

Angenommen du willst dir das leben nehmen dann nimm es dir einfach und groß rauszuposaunen das du es tust. Und vorallem sollte man dann eine Art wählen die auch wirklich das Leben beendet und nicht gerade Schlaftabeletten.

Es wird dir auch kein Psycharter klaren Verstand bescheinigen für deinen Suizid weil du ja sozusagen nach hilfe suchst. Er ist verpflichtet dich davon abzuhalten.

Ist irgendwo logisch finde ich. Allerdings meine ich auch die die danach rufen sich umzubringen wollen hilfe. Wie auch immer die aussieht.

Allerdings darf man keinen Umbringen.

Nee, dem Psychiater sagt man ja nicht, dass man sich umbringen will, sondern lässt sich nur die gesundheit bescheinigen ;-)

Ich denke auch, wer sich wirklich umbringen will, tut es. Wer Hilfe möchte, redet drüber.

Allerdings wurde in der Fortbildung die meine Schwägerin besucht hat wohl gesagt, dass man das Recht hat Suizid zu begehen und auch passive Beihilfe keine unterlassene Hilfeleistung ist.
Solange es sich halt um einen psychisch Gesunden handelt.

Wie gesagt, die Tatsache, dass jemand eine medizinische Behandlung ablehnt, reicht nicht für "der ist irre".;-)

Ist aber rechtlich NICHT das selbe.

So wie "Maschinen abschalten" bei Todkranken erlaubt ist, "Morphiumdosis auf tödlich erhöhen" aber nicht.

Bei einem Suizidversuch wirst du zwangseingewiesen. Bei einer Suizid-Ankündigung nicht.

Zum Thema Verweigerung einer lebensnotwendigen Behandlung (in dem Fall Dialyse) war vor ca. drei Wochen nie Artikel im Spiegel. Der Patient hatte nach Jahren der Dialyse das Gefühl keine einzige weitere Dialyse ertragen zu können und ist zum Sterben in ein Hospiz gegangen. Rechtlich kein Thema. Nach zwei Wochen hat er sich umentschieden, gerade noch rechtzeitig, ebenfalls sein gutes Recht.

Nun ja, wenn Du die Tabletten schon geschluckt hast, kann ja in dem Moment keiner mehr nachprüfen, warum und wieso - da wird dann vernünftigerweise erst mal das Leben gerettet und ein sofortiger weiterer Suizidversuch verhindert.

Eine "ich nehme die Medikamente nicht mehr" Entscheidung ist ja in der Regel länger überlegt und den Ärzten auch so mitgeteilt - und der behandelnde Arzt wird wohl einschätzen können, ob der Patient das aus Demenz / Verwirrtheit oder aus klarem Verstand sagt.

Bei dem Beispiel ist es dann ja auch wieder ein anderer der handelt und nicht man selbst!
Aber ich habe mir das auch schon gedacht, dass man niemanden zwingen kann Medikamente zu nehmen.

Finde es trotzdem unsinnig, das eine zu "verbieten", das andere aber zu akzeptieren. Die Folge ist schließlich die Gleiche.

Da wäre ich aber vorsichtig mit der Aussage!

Gerade wenn man selbst im Ärztlichen Bereich arbeitet man darf niemanden die hilfe unterlassen.

Klar kann man sich das leben nehmen passiert einem ja auch nix außer man überlebts.

Ich glaube was das mit der passiven Hilfe aufsich hat ist ein graubereich. Ich mein einem Sterbenden die Hand zu halten ist nicht Starfbar sogar gewünscht damit es Ihm "leichter" fällt wie auch immer man das sehen mag. Bei Kindern zb bei Frühchen (mein Beileid) die es nicht schaffen dürfen ja in den Armen der Eltern friedlich einschlafen. Das wäre ja passiv in dem Sinne aber irgendwo auch aktiv.

Wie gesagt ich denke das ist rechtlich echt ne grauzone was jetzt passiv ist.

Ganz klar man darf keine Medikamente die den Tod beteuten verabreichen. Aber zählt es dann nicht zu unterlassener Hilfeleistung wenn man keine Rettungskräfte holt oder selbst Reanimiert ich mein man darf ja keinen Menschen in der Ecke liegen lassen ohne ihm versuchen zu helfen oder?

Ich glaub das ist ne Sache die ne Risige Grauzone hat. Selbst Paliativschwestern haben nen echt beschränktes Handlungsfenster.

Ich sage mal so würde mir einer eröffnen er will sich umbringen steht für mich fest ich werde ihm helfen. Allerings sich umbringen darf er alleine.

Mein Arzt würde gar nicht mitbekommen wenn ich meine Tabletten nicht mehr nehme.
"Auffallen" würde es wohl erst, wenn der Körper nicht mehr mitspielt und jemand den Krankenwagen ruft.

Ich will damit auch gar nicht sagen, dass man die Menschen sterben lassen soll, weil es ja ihre eigene Entscheidung ist. Wobei ich trotzdem finde, dass man auch das Recht haben sollte, zu entscheiden, dass das eigene Leben nicht mehr lebenswert ist.
Generell erst einmal eine Unterbringung anordnen, finde ich schwierig.