Kirchensteuer

    • (1) 13.04.14 - 18:23

      Hallo,

      ich bin kein besonders religiöser Mensch, selber katholisch, mein Lebensgefährte und unsere Kinder sind evangelisch.

      Mein Partner kommt aus einer recht religiösen Familie, trotzdem sind wir keine regelmäßigen Kirchgänger, doch Kindergottesdienste des Kindergartens und der Schule werden wahrgenommen.

      Ich habe schon mit 12 beschlossen mich nicht firmen zu lassen.

      Trotzdem zahle ich brav meine Kirchensteuer, meine Kinder sind/waren in kirchlichen Kindergärten.

      Doch mittlerweile hat sich mein Gehalt in Höhen entwickelt, dass ich echt schlucken muss, wenn ich die Kirchensteuer sehe.

      Bisher habe ich es absolut eingesehen, Kirchensteuer zu zahlen, da wir, auch wenn wir nicht aktiv in einer Gemeinde sind von den Kirchen profitieren. sei es halt der Kindergarten oder die Kindergruppe.

      Jetzt werde ich dieses Jahr über 2000 Euro Kirchensteuer zahlen und ehrlich gesagt ist es mir das nicht wert.

      Jetzt denke ich daran aus der Kirche auszutreten, fühle mich dabei aber auch schlecht, da ich vieles an den Gemeinden, die ih erlebt habe, wirklich zu schätzen weiss.

      Wenn es die Möglichkeit gäbe, selber zu bestimmen, wieviel man bereit ist zu zahlen, würde ich nicht über einen Austritt nachdenken, aber so?

      Wie seht ihr das?

      • Hallo!

        Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, bevor ich beruflich aktiv wirde, also nach meinem Studienabbruch. Warum? Weil ich zwar an Gott glaube, aber mit meinem Geld lieber dort unterstütze, wo es wirklich notwendig ist, nicht die vielen Prunkbauten, Grundstücke und den aufgeblasenen Verwaltungsapparat. Ich spende jährlich einen nicht geringen Betrag (150-200 €) an wohltätige Organisationen bzw. auch direkt Familien meiner Wahl. Das empfinde ich dem christlichen Gedanken meiner Fasson näher als di "Zwangsabgabe".

        Liebe Grüße
        Liesl

        • Hallo Liesl,

          das kann ich gut verstehen und ich kenne viele, die diese Entscheidung vor langer Zeit getroffen haben und da mehr ideelle Gründe hatten.

          Ich habe mich aber bewusst für die Zahlung der Kirchensteuer entschieden, nur jetzt ist so etwas wie eine Schmerzgrenze erreicht. Ehrlich gesagt, geht es mir weniger um die Institution an sich, sondern um das Geld.

          • Ich kann deinen Beweggrund, also das Geld, durchaus nachvollziehen. Ich würde auch mehr als das erwähnte zahlen. Ich finde den Grund legitim. Immerhin nimmst du nur wenig des täglichen Angebots der Kirche in Anspruch.

            Ich halte es für richtig, wenn du den Schritt Richtung Austritt gehst. Die finanzielle Belastung ist nicht von der Hand zu weisen. Du kannst mit weniger Geld viel mehr Gutes ausrichten, wenn es in den richtigen Kanälen landet.

            Bitte teile den Grund auch mit, wenn du austrittst. Vielleicht gibts es ja doch mal ein Umdenken. Steter Tropfen höhlt den Stein. Ich sag immer: Ich bezahle gern für jede Leistung, die ich von der Kirche in Anspruch nehme. Von mir aus sollen sie noch mehr verlangen (für die meisten Leistungen zahlt man ja ohnehin drauf - Kindergarten, Hochzeit, Beerdigung, personalisierte Messe). Ich würde auch für die Taufe/Erstkommunion/Firmung meiner Kinder zahlen, je nach Alter könnten sie selbst bestimmen, wie wichtig es ist.

            Gehe in dich und überleg dir, ob dir die Zwangsabgabe so wichtig ist, um deinen Glauben zu leben. Ich habe für mich vor Jahren entschieden.

            Liebe Grüße
            Liesl

      Hallo,

      mein Mann möchte auch bald aus der Kirche austreten, sobald er den Spitzensteuersatz zahlen muss. Dann wird es einfach zu viel um das noch zu vertreten für uns persönlich. Wir haben aber auch nicht kirchlich geheiratet und unser Kind nicht taufen lassen. ich glaube zwar an Gott, aber die Kirche an sich mag ich nicht.

      Vielleicht kannst du aus der Kirche austreten, aber deine Gemeinde trotzdem mit Spenden unterstützen, die du in ihrer Höhe selber bestimmen kannst? Die meisten Kirchen nehmen sowas ja gerne an. Oder du unterstützt ein bestimmtes Projekt eurer Kirche gezielt mit Geldspenden die für dich in Ordnung sind? Frauenhilfe gibt es hier zum Beispiel, oder Kindergruppen, Chor... da gibt es doch sicher Ansprechpartner die einem helfen und sagen können ob und wohin man spenden kann. So könntest du deine Gemeinde unterstützen, legst den Betrag aber selber fest.

      LG Sabrina

      Es ist ein allgemein verbreiteter Irrglaube, dass kirchliche Einrichtungen von den kirchlichen Gemeinden finanziert werden.

      http://www.gegen-die-kirche.eu/200-gr%C3%BCnde-gegen-kirche/item/werden-kirchliche-kindergaerten-von-der-kirche-bezahlt.html

      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/violettbuch-kirchenfinanzen-wie-die-kirche-sich-von-den-heiden-finanzieren-laesst-1613336.html

      http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/kirchlichetraegerschaft102.html

      Ich bin aus der kath. Kirche ausgetreten. Das hatte nichts mit der Kirchensteuer zu tun (die war bei mir aber nicht exorbitant hoch) oder mit meinem Glauben, sondern einzig und allein mit der Tatsache, dass ich mit vielen Dingen in der kath. Kirche nicht einverstanden bin.
      Die Folge war ein Brief des Pfarrers, mit der Angstmache, kein christliches Begräbnis zu bekommen. Es las sich mehr oder weniger so als ob man mich nicht "richtig" beerdigen kann.
      Da wir in D aber eine Bestattungspflicht haben und die Friedhöfe früher zu den Kirchen gehörten, heute aber von den Kommunen verwaltet werden und keiner im Garten verbuddelt wird, war dieses Argument hanebüchen.

http://m.ardmediathek.de/Die-Story-im-Ersten-Gott-hat-hohe-Nebenkosten?docId=12580180&pageId=13932928

Kann dir diese Doku sehr ans Herz legen.

Wir zahlen seit Ende des Studiums und Beginn des Berufslebens keine Kirchensteuer mehr, sind ausgetreten und nehmen die Kirche auch nicht in Anspruch. Unsere Söhne sind nicht getauft, sie gingen in einen privaten Kindergarten.

Allerdings spenden wir jährlich der Kirche in unserem früheren Stadtteil eine gute Summe, da diese sich sehr stark um Obdachlose kümmert, z.B. Essen für Obdachlose anbietet und im Winter Wohncontainer aufstellt.

Hallo

ich bin schon vor Jahren aus der Kirche ausgetreten und das ohne schlechten Gewissen bzw Gefühl.

Stattdessen spende ich für einen anderen guten Zweck was mir einfach mehr am Herzen liegt als die scheinheilige Intuition.

Vg

Wir sind auch schon vor langer Zeit ausgetreten. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diejenigen die viel bezahlen eher in den Himmel kommen. Ich spende allerdings an die Kirchengemeinde für die Jugendarbeit.

ich selbst bin mit 14 also direkt nach meiner Konfirmation (ev.)n aus der Kirche an die ich nicht glaube ausgetreten. aber ich engagiere mich ehrenamtlich für obdachlose Jugendliche. das muss jeder für sich selbst entscheiden.

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