Nachteile der weiblichen Emanzipation Seite: 7

    • (154) 29.04.14 - 13:05

      Hallo,

      der Rückgang der Geburtenrate ist allerhöchstens national gesehen ein Nachteil. Global gesehen ist der Verzicht auf Nachwuchs die nachhaltigste und beste Entscheidung, die man treffen kann. Ein Blick auf die Weltbevölkerungstabelle reicht.
      Das nur am Rande.

      Dazu kommt, dass ich den Geburtenrückgang nicht ausschließlich als Folge der Emanzipation sehe. Auch Männer entscheiden sich immer häufiger gegen Kinder. Dazu kommt, dass die wirtschaftliche Lage sich verschlechtert und die persönlichen Ansprüche sich im Gegenzug stark erhöht haben. Versuch doch in der heutigen Zeit mal 4 Kinder groß zu ziehen, wenn er einfacher Angestellter und sie Krankenschwester oder so ist. Entweder beide gehen arbeiten, weil das Einkommen nicht ausreicht - dann bleibt bei 4 Kindern aber verdammt viel auf der Strecke. Oder ein Elternteil bleibt zu Hause - dann reicht das Einkommen aber nicht, um 4 Kinder zu ernähren. Also: Keine direkte Folge der Emanzipation.

      Wohl aber eine indirekte: Man stelle sich vor, die meisten Frauen würden wieder ausschließlich für Kinder und Familie zuständig sein und vom Arbeitsmarkt verschwinden. Mehr offene Stellen, weniger Arbeitnehmer, es wird leichter einen Job zu finden, die Arbeitgeber müssen wieder mehr Anreize bieten, Teilzeitstellen/Mini Jobs... sind nicht haltbar...
      Ich weiß nicht, ob es wirklich so wäre, aber ich glaube, dass sich die Arbeitswelt zumindest verändern würde.

      Du möchtest Nachteile der Emanzipation...
      Die Emanzipation war für Frauen als solches als auch gesamtgesellschaftlich eine der wichtigsten Errungenschaften und somit möchte man erst mal gar nicht von Nachteilen sprechen.

      Nachteile ergeben sich nicht aus der Sache an sich, sondern aus dem, was die Menschen - vor allem Frauen selbst - daraus gemacht haben!

      Für mich ist die Emanzipation gar nicht so sehr auf dieses Kinder/Job-Thema beschränkt. Für mich bedeutet Emanzipation, dass ich alleine meine Entscheidungen treffen kann und niemand das Recht hat für oder über mich bestimmen.
      Man stelle sich vor: Meine Omi musste sich von meinem Opa noch den Arbeitsvertrag unterschreiben lassen und eine Erlaubnis für die Pille einholen. Dem war das extrem unangenehm, denn Omi war und ist bis heute der Chef im Ring, aber so waren die Gesetze!

      Das sind die Errungenschaften der Emanzipation, für die ich den Menschen die vor etlichen Jahren dafür gekämpft haben, unendlich dankbar bin.
      Ich bin mit 19 von zu Hause ausgezogen, hab mir ne Wohnung genommen und für mich allein gesorgt, mit dem Beruf, den ich mir selbst ausgesucht hatte. Ich allein hatte alle Rechte bei mir - aber auch alle Pflichten.
      Ich konnte entscheiden, was ich will. Was ich arbeiten möchte, ob ich heirate, Kinder bekomme, wann ich diese Kinder bekomme oder eben nicht, ob ich zur Wahl gehe, wenn ich wähle...
      Später habe ich ein Kind bekommen und kann seit dem frei entscheiden, wie ich mit meiner Familie leben möchte. Ich hätte Karriere machen können, Teilzeit arbeiten, Hausfrau sein... (Zumindest in der Theorie, das Thema Betreuung usw ist ein ganz anderes...)
      Und wenn ich todunglücklich mit meinem Leben bin, habe ich es selbst in der Hand, etwas daran zu ändern.
      DAS ist für mich Emanzipation im Vergleich zu dem, was unsere (Ur)großmütter noch erlebt haben.

      Was heute daraus geworden ist, sollte die Feministinnen zutiefst beschämen.
      Ein ganzes Familienmodell, eine ganze Gesellschaftsform, die sich Unverständnis, Spott. Häme oder sogar Verachtung gefallen lassen muss.
      Millionen von Frauen und Familien, denen inzwischen immer öfter sogar die Existensberechtigung abgesprochen wird, einfach weil sie von der hart erkämpften Wahlfreiheit gebrauch gemacht haben - nur eben nicht so, wie "die" es wollen!

      Wir haben Scheidungsraten, die jenseits von gut und böse sind. Und da spreche ich nicht von Frauen, die nicht mehr in einer gewalttätigen oder einfach "nur" unglücklichen Ehe ausharren sondern von Paaren, die sich Schwierigkeiten einfach nicht mehr stellen. Generationen von Egomanen!
      Frauen, die rücksichtslos ihr Ding durchziehen, Männern, die selbst mit 30 noch nicht der Lage sind Verantwortung zu übernehmen.
      Eine Gesellschaft, die Frauen - wir reden in diesem Thread ja von der weiblichen Emanzipation - wieder in ein Korsett zwängt. Nur eben nicht mehr in das der lächelnden Hausfrau, sondern in das der eierlegenden Wollmilchsau, die einen tollen Job hat - am Besten mit Karriereleiter steil nach oben - locker ihre 1-2 Kinder (die sie nicht vor 30 bekommen darf) erzieht, einen super gepflegten Haushalt hat, ihrem Partner die intelligente Gesprächspartnerin und feurige Geliebte ist, die nach Feierabend zum Sport rennt, oft auch allein ausgeht, super aussieht und ihren Stress häppchenweise nur in den Lästerrunden mit ihren gleichgesinnten Freundinnen zugibt, in denen sie über alle hetzen, die nicht genauso leben (wollen!!).

      Das sind Probleme der heutigen Zeit und die Ursachen sind viel zu vielschichtig, um sie in einem einzelnen Beitrag aufzuschlüsseln. Aber die falsch verstandene Seite der Emanzipation und die daraus resultierenden Auswüchse haben sicher dazu beigetragen.
      Wenn ich von Auswüchsen spreche, rede ich unter Anderem von diesem lächerlichen "Gender Mainstream -Scheiss". Sorry, ich kann es wirklich nicht charmanter ausdrücken.

      Ich kann knapp zwei verschiedene Schlussfolgerungen ziehen:
      1. Nicht die Emanzipation selbst ist der Nachteil sondern das, was die Leute (Frauen) daraus gemacht haben.
      2. Leidtragende sind die Kinder in unserer Gesellschaft!

      Davon ausgehend, dass Du kein Fake bist werde ich das jetzt alles nicht noch tiefer erläutern, damit Du Deine Hausarbeit selbst schreibst. :-) Außerdem habe ich keine Zeit mehr.
      Viel Erfolg und Denkanstösse.

      LG

      • (155) 29.04.14 - 19:51

        Super. Das Wichtigste zusammengefasst.

        (156) 29.04.14 - 21:43

        "Wohl aber eine indirekte: Man stelle sich vor, die meisten Frauen würden wieder ausschließlich für Kinder und Familie zuständig sein und vom Arbeitsmarkt verschwinden. Mehr offene Stellen, weniger Arbeitnehmer, es wird leichter einen Job zu finden, die Arbeitgeber müssen wieder mehr Anreize bieten, Teilzeitstellen/Mini Jobs... sind nicht haltbar...
        Ich weiß nicht, ob es wirklich so wäre, aber ich glaube, dass sich die Arbeitswelt zumindest verändern würde."

        Wir haben in Deutschland einen Mangel an gut qualifizierten Arbeitskräften. Wie sehe das aus, würden auch noch die meisten der gut qualifizierten Frauen aus der Arbeitswelt verschwinden?
        Allein hier Vorort gibt es gleich vier niedergelassene Ärztinnen (Kinderärztin, Frauenärztin, HNO und Allgemeinmedizinerin. Was wäre wenn es weniger Ärztinnen in Deutschland, gerade in der Fläche, gäbe?
        Mein Bruder arbeitet im Management eines Dax-Unternehmens. Dort ist es egal, woher sie ihre Leute rekrutieren - und das meint nicht die, die am Band stehen, sondern eben besonders auch das mittlere Management. Sie sind nicht besonders an deutsche Mitarbeiter interessiert, sondern suchen und finden Weltweit. Dort würden wohl nicht die Löhne aufgrund von Angebot und Nachfrage steigen, man würde einfache andernorts suchen.
        Wir haben in der Schule Probleme, die Unterrichtsversorgung in einigen Fächern sicher zu stellen, da es für einige Fächer kaum BewerberInnen auf den Markt gibt. Was wäre wenn das nun noch weniger würden, weil Frauen sich gegen den Beruf entscheiden?
        Und wird Lidl männlichen Kassierern in Vollzeit wirklich soviel zahlen wollen und können, dass es sich einerseits nicht massiv auf die Lidlpreisgestaltung auswirkt und andererseits diese Kassierer allein von ihren Einkommen eine vierköpfige Familie ernähren können?
        Und wo bleibt der Generationenvertrag was die Rente angeht, wenn Frauen zwar noch weniger einzahlen, dennoch aber im Altern versorgt werden müssen?

        Zu den Scheidungsraten: Ich habe in meinem Umfeld einige Scheidungen und Trennungen erlebt, mit oder ohne Kinder. Niemals hatte ich jedoch den Eindruck, dass dieses leichtfertige Entscheidungen waren, ganz gleich, wie gut oder schlecht es den Partnern wirtschaftlich damit ging. Und ich selber bin glücklich, dass ich aus freien Stücken, aus Liebe, mit meinem Mann zusammenbleiben kann, mich aber im Fall des Falles auch trennen kann, ohne zumindest wirtschaftlich und gesellschaftlich den Boden unter den Füßen zu verlieren. Und obwohl das mir möglich wäre, sind wir nun auch schon seit zwanzig Jahren zusammen.

        Dass Korsett, welches du schilderst, erlebe ich nicht so. Das mag an meinem Umfeld liegen, aber hier gibt es verschiedene Familienentwürfe und ich sehe keine Häme, Spott oder dergleichen. Das erlebe ich in dieser extremen Form nur hier bei Urbia.

        Und wo und wie ist es "die Emanzipation", die Frauen ein beruflich erfolgsorientiertes Leben aufzwänget? Sie will es ihnen lediglich ermöglichen. Hetzen und Lästern über alle, die anders sind, ist nun auch kein Problem der Emanzipation sondern ein ganz grundsätzliches.
        Und da, wo viele unterschiedliche Lebensentwürfe möglich sind, wird man von anderen für den eigenen, abweichenden wohl immer kritisch beäugt. Wird über die Karrierefrau, die ihre Kinder "fremdbetreuen" lässt, denn von Hausfrauen anders gesprochen? Toleranz auf allen Seiten wäre toll, aber dazu sind auf allen Seite eben nicht gerade viele in der Lage.

        Und wie genau leiden denn jetzt die Kinder unter der Emanzipation?
        Hätte ich eine Tochter, so wäre ich froh, die Emanzipation, die Gleichstellung, würde in den nächsten Jahren soweit fortschreiten, dass ich nicht laufend Angst haben müsste, sie würde Opfer sexueller Übergriffe oder Diskriminierung.

    (157) 29.04.14 - 18:16

    Hallo, mir würde jetzt so spontan noch einfallen:

    - Scheidungsrate hat sich erhöht

    - die typische Rollenverteilung gab den Menschen auch ein Gefühl der Sicherheit

    Vielleicht kannst Du ja was damit anfangen.

    LG Leah

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