Das lässt mir irgendwie keine Ruhe (leider lang)

    • (1) 28.04.14 - 12:17

      Hallo, Ihr Lieben,

      eine Bekannte löst Haushalte auf und bringt mir ab und zu Bücher. Neulich schleppte sie auch wieder einen Karton damit an. Auf dem Kartonboden lagen einige Gehaltszettel (Roman xxx) und ein kleines Diktiergerät.

      Ein unheimlich frustrierter und enttäuschter Mann beklagte sich auf dem Band darüber, dass sich keiner seiner Freunde an seinem Geburtstag meldete; kein Anruf, kein Besuch – nix! Auch von seinem angeblich besten Freund O. hörte er nichts. Er suchte sich selbst eine Erklärung dafür (eventuell sind alle krank geworden…) – aber auch Tage später rief keiner an. Ein Freund hatte ihm auch zu 100% versprochen, dass er für ihn Karten für ein Event besorgt – hatte der auch vergessen und fand tausend Ausflüchte.

      Und Roman begriff letztendlich, dass er seinen sogenannten Freunden total egal war.

      Ich habe den Namen, den ich auf den Gehaltszetteln fand, bei Google eingegeben und war echt überrascht, als ich seine Todesanzeige fand - übrigens sehr schwülstig gehalten - mit Sterbedatum Dezember 2013, relativ kurz nach seinem Geburtstag. Auf der Anzeige standen Namen von acht Freunden, darunter auch die, die auf dem Band erwähnt wurden.

      Ich rief meine Bekannte an und fragte, wo die Haushaltsauflösung war. Es war in unserer kleinen Kreisstadt, in dem der Verstorbene gelebt hat und auch begraben ist. Da das Geburts- und Sterbedatum so nah beieinander lagen, habe ich den Verdacht auf einen Selbstmord.

      Am liebsten hätte ich bei der Redaktion angerufen und gefragt, ob sie mir den Namen durchgeben können, der diese Anzeige aufgegeben hat. Dem hätte ich dann das Band geschickt. Meine Freunde meinen alle, ich soll die Sache ruhen lassen; der Verstorbene hat ja nix mehr davon.

      Aber ich bring das einfach nicht aus dem Kopf.

      Was meint ihr? Handeln oder nicht?
      Bin gespannt auf eure Meinungen.

      Liebe Grüße
      Linda

      • Hallo,

        wie traurig :( Der arme Mann. Ich würde handeln, aber was genau willst du dann machen?

        vg
        Julia

        • Hallo, Julia

          falls ich von dem Lokalblatt die Anschrift vom Auftraggeber der Todesanzeige bekommen würde, wollte ich dem als "Freund" das Band zuschicken - als Denkanstoß. Aber es bringt ja eigentlich nix mehr, da haben meine Freunde schon Recht.

          Aber irgendwie finde ich es auch nicht gut, gar nix zu tun. Ich bin ratlos.

          LG
          Linda

      Hat ein bisschen was von der Handlung aus dem Buch "Tote Mädchen lügen nicht"

      Hast du zufällig schlecht geträumt? Die Geschichte klingt einfach zu unglaubwürdig....Sorry!

      • Ich habe mit so einer Antwort gerechnet und bin auch nicht verwundert darüber. Die Geschichte IST unglaubwürdig und eigenartig, aber ich schwöre: Sie ist genauso, wie ich sie beschrieben habe.

        Übrigens: Das Buch kenne ich nicht, werde mir es aber besorgen und geschlafen habe ich ausnahmsweise sehr gut!

    Hallo,
    misch dich nicht ein.
    Allein den Gedanken, daran finde ich schon irgendwie brutal dreist.

    Nichts erweckt den Mann zum Leben.

    Und wenn der Mann gewollt hat/ hätte, dass seine Freunde ein schlechtes Gewissen haben, dann hat/ hätte er ihnen eine Nachricht hinterlassen.

    Vielleicht war der Verstorbene depressiv. Depressionen sind eine Krankheit, sie gehen oft auch mit einer tunnelartigen, sehr egozentrischen und ungerechten Wahrnehmung der Welt einher.

    Also bleib ruhig und tue nichts.

    Wer bist du, dass du dich als Gutmensch aufspielst und sozusagen die Stimme aus dem Jenseits sprechen lässt? Du kennst nur eine Perspektive und unterstellst den Freunden Bösartigkeit und Ignoranz, ohne die vollständige Geschichte zu kennen.

    Was erwartest du dir überhaupt von einem Handeln? Dass die Freunde aus der Anzeige büßen, indem sie für 100 Tage in Sack und Asche in die Wüste gehen und dir huldigen für deine reine Seele?

    Im Übrigen halte ich die Geschichte auch für haarsträubend unglaubwürdig...

    • "Vielleicht war der Verstorbene depressiv. Depressionen sind eine Krankheit, sie gehen oft auch mit einer tunnelartigen, sehr egozentrischen und ungerechten Wahrnehmung der Welt einher."

      #pro#pro#pro

      "Wer bist du, dass du dich als Gutmensch aufspielst und sozusagen die Stimme aus dem Jenseits sprechen lässt? Du kennst nur eine Perspektive und unterstellst den Freunden Bösartigkeit und Ignoranz, ohne die vollständige Geschichte zu kennen."

      #pro#pro#pro

Hallo

Was bringt es dir wenn du jetzt den Freunden von Roman diese Aufzeichnungen zukommen lässt?
Nichts, denn das macht ihn auch nicht mehr lebendig.
Es könnte passieren dass sich einer der Freunde die Sache selbst sehr zu Herzen nimmt und damit nicht klarkommt.
Willst du das riskieren, dass sich vielleicht noch jemand anderes wegen eines schlechten Gewissens das Leben nimmt?
Du weisst doch gar nicht was da alles passiert ist und was es für Gründe gab....

Lass es auf sich beruhen!

LG Polly

Ich habe jetzt dreimal gelesen, weil ich nicht verstanden habe um welchen Roman "xxx" es nun geht #rofl

Deine Bekannte darf solche Dinge einfach ungesehen verschenken? Müssen da persönliche Dinge nicht aussortiert werden?
Sie muss da doch einen Auftraggeber haben. Und ich finde genau dem, stünden diese persönlichen Dinge zu.

Traurig ist es, wie alt war denn der Mann?

  • Hallo,

    meine Bekannte macht oft für einen Pauschalpreis Haushaltsauflösungen und bringt mir öfter Bücher, weil ich eben gerne lese. Dass auf dem Kartonboden unter den Büchern die Gehaltszettel und das kleine Diktiergerät war, konnte sie nicht sehen. Aber ich denke, sobald sie eine Haushaltsauflösung macht, geht alles in ihr Eigentum über. Ich werde sie aber mal fragen, wie das im Allgemeinen so ist.

    Der Mann war übrigens 54 Jahre und hatte wohl keine Familie.

    Linda

(11) 28.04.14 - 17:40

Ich denke du solltest dich da nicht einmischen. Du weißt doch gar nicht, was vorher alles passiert ist. Vielleicht war Roman nicht der für den du ihn hältst.

(12) 28.04.14 - 18:04

Hallo,

einer unserer besten Freunde hat sich vor 5 1/2 Jahren erschossen.

Er war manisch-depressiv, es war also immer ein Auf und Ab. Er hatte einige gute Freunde und viele Bekannte. Mein Mann und ich waren immer für ihn da, wenn akut Probleme auftauchten, er hatte bei uns sein eigenes Zimmer und somit immer einen Zufluchtsort, wenn er mal wieder kein zu Hause hatte.

Wir haben oft nächtelang geredet, zugehört, versucht den Weg für die Zukunft freizuräumen. Und wir haben ihm immer, immer, immer wieder gesagt, daß er sich auf uns verlassen kann, er immer mit uns reden kann auch nachts um 4!!!

3 Tage vor dem Suizid war er noch hier, es war sein Geburtstag und weil der mitten in der Woche war, haben wir bei uns zu Hause ganz gemütlich gefeiert.

Und dann klingelt plötzlich morgens um 8 das Telefon und dieser Satz "Er hat sich erschossen" klingelt noch heute schmerzhaft in meinen Ohren. Er hat keinen Brief oder irgendeine Botschaft hinterlassen. Man denkt immer, das würde jeder Selbstmöder tun. Ich habe die Polizisten zig mal danach gefragt, sie haben das ganze Haus durchsucht und nichts gefunden. Scheiße ist das! So ein Brief hätte uns vielleich die ein oder andere Frage beantworten können. Denn wir fragen uns heute noch "warum"? Warum hast Du nichts gesagt? Warum hast Du uns nicht vetraut? Tragen wir die Schuld? Was war der Auslöser für diese Tat?

Wenn ICH also heute so ein Tonband bekommen würde, ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ih dem Absender Pest oder Cholera wünschen sollte.

Laß die Sache Ruhen, Du kennst die Vorgeschichte nicht und reißt wahrscheinlich nur alte Wunden auf.

lg

(13) 28.04.14 - 19:16

Auf keinen Fall das Band an die "Verursacher" weitergeben!

Der Mann ist tot und damit haben die Freunde des Mannes keinerlei Möglichkeit, diesen Konflikt mit ihm zu klären. Sie werden sich höchstwahrscheinlich sehr schlecht fühlen, wenn sie das Band hören. Sei es, weil sie (zu Recht) ein schlechtes Gewissen haben, sei es, weil sie sich ungerecht beurteilt fühlen.

Und Menschen ohne Not in so eine seelische Zwangslage zu bringen, ohne ihnen die Möglichkeit zur Klärung zu geben, gehört sich nicht!

(14) 28.04.14 - 20:50

Traurige Geschichte.... aber... jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Jeder hat sein eigenes Leben zu bewältigen. Hilfe - ich vergesse dauernd Geburtstage und das, obwohl mir meine Freunde durchaus wichtig sind. Aber wenn der Geburtstag nicht gefeiert wird und ich durch eine Einladung nicht daran erinnert werde, vergesse ich das Datum nur allzu leicht. Ich habe auch schon meinen Hochzeitstag mehrfach vergessen. #schwitz

Leider habe ich den Kopf ständig voll mit irgendwelchen Dingen. Das ist sicher nicht gut aber so bin ich und war ich schon immer und zum Glück kennen mich meine Freunde und nehmen mir meine Vergesslichkeit meistens nicht übel. Ich meine es auch nicht böse. Wenn mir deshalb jemand die Schuld an einem Selbstmord geben würde, wäre ich echt am Boden.

Zieh aus dem, was du da erfahren hast, für dich selber die Konsequenzen. Achte auf deine Freunde und deine sozialen Kontakte. Erzähle die Geschichte Unbeteiligten, damit sie aufmerksamer werden können für Menschen und Freunde, die einsam sind und Zuspruch brauchen. Belaste die Beteiligten nicht unnötig. Sie können nichts mehr ändern und tragen auch keine Schuld an dem Tod eines Menschen, dem das Leben nicht mehr lebenswert erschien. Niemand ist für das Glücklich- und Zufriedensein eines anderen zuständig.

Alles Liebe

Juli

Nicht handeln, denn du weisst nicht, was geschehen ist. Wie bereits geschildert, kann es durchaus sein, dass die Freunde sehr wohl alles erdenkliche getan haben.

Du vermutest nur, dass Roman sich umgebracht hat, vielleicht war er auch krank oder hatte einen Unfall.
Ich finde, du vermutest zu viel, fährst deinen eigenen Film, der komplett an der Realität vorbeigehen kann.
Lass es sein. Lösch das Diktiergerät oder heb es für dich auf. Schick es an niemandem, denn du würdest da deine Kompetenzen überschreiten. Du KANNST nicht urteilen, weil du höchstens die Hälfte der Geschichte kennst.

L G

White

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