Erfahrungen gesucht : Als ältere wieder in die Schule zu jüngeren

    • (1) 23.05.14 - 15:28

      Hallo,

      ich suche hier Leute die Erfahrung haben , besser selbst erlebt .

      Folgendes , ich habe mich bei uns in der BBS für Wirtschaft und Verwaltung angemeldet . Bin auch angenommen und fange demnach ab August an . 1 Jahr soll das gehen bzw . wenn ich Probleme haben sollte habe ich die Möglichkeit auf 2 Jahre zu verlängern . Ich freue mich drauf , will das auch wirklich durchziehen . Die Sekretärin machte mich aber ein wenig blöd an und meinte warum ich denn nicht zur VHS gehen würde , da hätte ich das Problem mit "heranwachsenen" nicht . Ich verneinte dies , ich setze meinen Tunnelblick auf, konzentriere mich nur auf mich selber und gut ist .

      Zum Hintergrund : Ich bin nun 28 Jahre alt , habe durch meine Heimzeit als Jugendliche mich bei vielem mitreissen lassen , kurz gesagt ich hätte die Schule wohl damals vernünftig gemacht , wenn ich nicht so faul gewesen wäre usw. Habe daher nur einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 . Klar arbeiten war ich immer , also ist nicht so das ich bis jetzt nur arbeitslos zuhause hockte . Aber es ist eben nichtmehr mein Ding herumzutingeln mit Helferjobs . Da ich aber mit dem Abschluss wenig Chance habe , wollte ich eine Möglichkeit finden einen höheren zu erlangen , der auch mit meinem Privatleben zusammen passt . Ich habe eine 4 Jährige Tochter , mein Mann geht Vollzeit arbeiten . Die Schule ist nur ein Katzensprung von der Kita entfernt wo meine Maus hingeht . Besser kann es ja nicht sein .

      Wie war das so bei euch mit den jüngeren "Mitschülern"?
      Hattet ihr Probleme mit irgendwas ?

      Würde mich sehr über erlebte Erfahrungen freuen .

      • Hallo,

        ich kann dir von der anderen Seite berichten.

        Als ich meine Ausbildung angefangen habe, war ich 16 Jahre alt.

        In der Berufsschule hatten wir 3 Leute in der Klasse, die Ü25 waren, eine war sogar Ü30.

        In deinem Alter solltest du dich nicht mehr zu irgendwas Negativem mitreißen lassen.

        Du gehst ja schließlich mit einem Ziel zur Schule.

        Mein Freund war Ü30, als er seine zweite Ausbildung angefangen hatte. Saß also auch mit 17-jährigen in einer Klasse.

        Bei ihm war es auch überhaupt kein Problem und er hat einen super Abschluss hingelegt.

        Wovor hast du denn "Angst" oder warum machst du dir Gedanken?

        Vermutlich werden die Gesprächsthemen andere sein als kleine Kinder, aber vielleicht hast du ja noch jemanden in der Klasse, der annähernd so alt wie du ist oder auch bereits ein Kind hat? Das ist ja schließlich keine Seltenheit jung Mutter zu werden.

        Alles Liebe und viel Glück #klee

        Hallo,

        bevor ich mein Studium begann, habe ich, wie viele, eine 3jährige Ausbildung gemacht. Ich war also im Schnitt 2-3 Jahre älter als viele meiner Kommilitonen. Natürlich sind das keine 10-12 Jahre, wie möglicherweise bei dir, aber es hat einen Unterschied ausgemacht.

        Der Unterschied war: ich wusste, warum ich dort bin und warum ich das mache. Ich war wesentlich leistungsfähiger, als die jüngeren (die mit ihrer Lebensorganisation noch gar nicht fertig waren), konnte mich besser organisieren, war selbstständiger. Ansonsten hat mein Alter keine Rolle gespielt.

        In meinem Studienjahrgang waren auch durchaus Kommilitonen, die weit aus älter waren als wir. Aber auch das schlug sich ausschließlich in ihrer Art, das Studium zu verstehen und zu arbeiten nieder. Ansonsten war alles tutti.

        In kuriosen Kursen (die ich hobbymäßig belegt habe, z.B. aus dem Bereich Sinologie o.ä.), saß ich auch gern neben 50-60 Jährigen... so what.

        Ich würde mir weniger Gedanken darum machen. Du hebst dich natürlich aufgrund deiner Lebensreife weit von deinen Mitschülern ab. Aber das ist nun wahrlich kein Grund, diesen Weg nicht zu beschreiten. Es wird dir ggf. sogar helfen, zügig einen guten Abschluss zu machen.

        LG

        Erfahrungen habe ich mit beiden Richtungen.

        Meine erste Ausbildung war mit 19, damals frisch aus dem Gymnasium. Die jüngste meiner Mitschülerinnen war 16, die Älteste ü40. Der Clou: Sie war gleichzeitig die Mutter eines Mitschülers. Also Mutter und Sohn zusammen in derselben Klasse.
        Ich kann mich nicht daran erinnern, dass es wegen irgendwas Probleme gab, im Gegenteil. Die Älteren haben uns mit ihrer lernbewussten und erfahrenen Art eher mitgerissen und wenn es was zu Feiern gab genauso mitgemacht, wie die Jüngeren unter uns.

        In meiner zweiten Ausbildung war ich dann eine der älteren Schülerinnen, noch nicht 30 aber eben "alt". Es gab ebenso wenig Probleme wie umgekehrt. Klar, aufgrund meiner Tochter bin ich nicht mehr Abends mit in die Disco, aber das war ja auch keine Schulveranstaltung. ;-)

      • Mein Mann macht auch gerade seine zweite Ausbildung und ist auch mit Abstand der älteste. Er 33 der jüngste 16, bisher läuft es, wobei mein Mann jünger ausschaut als er ist.

        Aber er kommt eh in der Regel mit jedem aus, ist recht kommunikativ und aufgeschlossen.

        Bei mir damals waren auch einige ältere in der Klasse, die älteste war schon Ende 40. Hat auch funktioniert. Wie du schon geschrieben hast, die haben ihr Ding durchgezogen und gut.

        Ich kann dir von beiden seiten berichten. als ich meine Ausbildung machte war ich eine der jüngsten mit 18 die älteste wat 53. verstand mich nicht so gut mit den anderen gab sehr viel streit und diskussionen in der klasse untereinander.

        jetzt mache ich eine weitere aufbauende ausbildung und bin die älteste mit 25. man hat ja schnell die kümmernde Klassenmutterrolle. meine mitschüler wenden sich ratsuchend an mich was unterricht betrifft und wenns probleme gibt werde ich als schlichter dazugerufen und ich würde mich schon als äusserst beliebt beschreiben. wenn ich morgens ankomm stellen sich die anderen zu mir ich treffe mich viel privat mit ihnen ich werde bei gruppenarbeiten zum streitobjekt weil mich mehrere Gruppen dabei haben wollen und auch bei der sitzordnung kommen aussagen von mitschülern das sie auch mal neben mir sitzen wollen.

        ich finds unheimlich ganz ehrlich aber meine klassenlehrerin hat auch rückgemeldet das ich mich sehr positiv geändert habe und das das gut ankommt.

        von daher ob du gut ankommst hängt viel von der klasse im gesamten ab und ob du vom alter het eher zu den alten eisen ofer zu den jungen hüpfern zählst aber das siehst du erst am 1.schultag.tunnelblick und eigenes ding durchziehen kommt definitiv nicht gut an kann ich dir aus eigener erfahrung sagen geradean berufsschulen gibts viel gruppenarbeit ist also besser mit den anderen gut auszukommen.
        viel erfolg

      • Ich denke du solltest dir keine Sorgen machen, das Alter sollte kein Problem sein (so "alt" bist du ja auch garnicht) es kommt halt generell auf die Menschen an, kennst du ja sicher. Mit manchen kommt man eben weniger zurecht
        Die Tochter einer Freundin macht eine Ausbildung und in ihrer Klasse ist eine Frau die so knapp 40 sein dürfte,verheiratet und hat Kinder
        Sie verstehst sich super mit der Klasse,auch mit den ganz jungen, ist die "Muddi" der Klasse die allen mit Rat und Tat zur Seite steht

        Leg los ! :-D Du musst zwar sicher erst wieder das Lernen lernen - aber das schafft man mit der entsprechenden Motivation wirklich. Ich spreche aus eigener Erfahrung, habe ja mit Ende 30 mich in die PC-Ausbildung gestürzt, gleich mit "großem PC-Führerschein" usw. Angefangen von ganz unten - im "DOS-Urschleim":-) Hab zwar auch ein paarmal gedacht, das schaff ich nie - aber es ging besser, als ich dachte, der PC wurde sogar mein Hobby.
        Mit Mitte 40 habe ich vier Russisch-Kurse belegt, weil ich Tschernobyl-Ferienkinder jahrelang im Sommer hatte. Puuuuuhhhhh, das ABC neu lernen und und und......Zahnrädl im Hirn waren schwer am arbeiten - aber auch das ging dann einigermaßen.
        Und noch was: Ich arbeite beim Berufsförderungsdienst der Bundeswehr und habe es Jahrzehnte erlebt, wie Zeitsoldaten nach12 Jahren und mehr neu eine Ausbildung starteten - immer als der Älteste im Studienjahrgang, der Meisterschule, Technikerschule usw usw. 99% haben sich in kürzester Zeit durchaus wohl gefühlt und es auch gepackt.
        Viel Erfolg !
        LG Moni

        allo1

        habe ähnliches hinter mir: duale ausbildung mit 27, als meine tochter 3 war, begonnen, klassenkameraden alle im schnitt 10 jahre jünger. ich wurde vor der aufnahme einmal gefragt, ob das für mich wirklich klar geht und das wars.

        und fazit, nun, da ich fertig bin: war super. ich hatte keine probleme, kam locker durch und mit allen gut zurecht. der altersunterschied war nie relevant.

        allerdings habe ich eh mehr freunde die jünger sind und auch mein partner ist fast 9 jahre jünger als ich...

        lg bb

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