Wo lasst ihr...

    • (1) 25.05.14 - 10:50

      ...eure Gedanken, Gefühle, Ängste, Ideen...wie macht ihr das?

      Ich habe oft den Kopf voll mit Krams. Nicht beruflich. einfach so Themen, Dinge, Ideen...alles mögliche was mir nachts den Schlaf raubt.
      Dinge die meine Kinder betreffen, völlig sinnfreie Dinge die mir einfach durch den Kopf gehen, Ideen die ich festhalten möchte, Ängste die mich beherrschen und ganz normale Sorgen des Alltags.
      Manchmal schreib ich ja hier was rein, oft kommen total nette Rückmeldungen, manchmal auf der dezente Hinweis, meine gesistigen Ergüsse seien derart unterirdisch dass man direkt drauf verzichten könte...alles keine echte Lösung. ist mir schon klar.

      Schreibt ihr Tagebuch? Lasst ihr das alles bei eurem Partner, habt ihr online Blogs, Gesprächskreise, Sonstwas?

      Ich hab' 'nen Therapeuten aber der will naturgemäß nur über bestimmte Dinge mit mir reden.

      War jetzt eine Weile in der Klinik und bekam unter anderem mit auf den Weg, ich müsse mir eine Möglichkeit suchen, all den mistigen Kram und die vielen kleinen Gedankenfetzen die so in meinem Hirn herumschwirren, irgendwo zu strukturieren und zu bündeln.

      Beruflich gelingt mir das ganz gut, ich hab 'n Moleskin in das ich eintrage, Sets zeichne oder kurz Ideen notiere. Für Außenstehende unleserlich und Chaotisch aber für mich ist Struktur drin.

      Aber alles andere...das lass' ich halt nirgendwo. Das steckt fest, kummuliert sich und irgendwann knallt's wieder in der Birne und ich bin ewig damit beschäftigt die kümmerlichen Reste aufzusammeln.

      Also raus mit euren Idenn und geheimen Tipps, wie haltet ihr euer Gehirn stressfrei und geordnet?

      P.S. Ich bin kein Typ für abendliche Tagebuchsitzungen mit lila Tinte und Schloss in Herzchenform...

      • ich bin wohl sehr wie du. habe aber auch noch keinen weg gefunden alles zu ordnen lol. wohl auch wegen akutem Zeitmangel...
        als ich deinen text lass, sprangen mich aber direkt "mindmaps" an. hast du davon schonmal gehört? vielleichtkannst du damit was anfangen??
        sabine

        • Ja, kenn ich. Angewandt durchaus schon mal im beruflichen kontext aber für mich im privaten Rahmen, keine Ahnung...ich fürchte dafür bin ich zu unstrukturiert oder so.

          Es muss schnell gehen, ich muss meine Daten möglichst immer zur Verfügung haben und es muss auch Raum bieten für meine ganze "Psychokacke".

          Irgendwie so die eierlegende Wollmilchsau#schein

      Hallo,

      zuerst einmal, ich finde Deine "Ergüsse" nicht unterirdisch, sondern musste eher oft schmunzeln - weil es zeigt, dass man als Elternteil mit seinem "Chaos" nicht immer alleine da steht.

      Ich bin teilzeit-alleinerziehend (das hat mal hier eine Userin so beschrieben), der Begriff ist herrlich.
      Weil mein Mann oft beruflich tagelang weg ist.
      Und ich mit bald zwei Kindern dann dastehe - plus Haushalt, 15 Babypuppen deren Namen ich mir merken muss, einem Garten, einem Job, einem Atelier nebenher und und und.

      Und auch ich habe oft diesen "Gedankenquark".

      Mal hilft mir das Forum hier bei Urbia, um einfach etwas zu posten, auch um dampf abzulassen oder um zu sehen, dass ich mit meinen "Elternproblemen" nicht alleine auf weiter Flur stehe.

      Oft sehe ich, dass es Urbianerinnen hier gibt, denen es nochmal heftiger geht und dann trete ich mir selber in meinen Flamingohintern.

      Dann natürlich das gute alte Facebook.
      Da kann ein Chat mit einem der Freunde auch manchmal wahre Wunder wirken, wenn man sich mal "auskotzen" will oder ein wenig jammern will.

      Auch hilft ein Spaziergang mit der Nachbarin (wir gleich alt, Kidner gleich alt, das gleiche Gedöns und der Stress mit den Kindern). Einfach abends mal auf dem Feldweg an der Bahnlinie entlang spazieren, danach noch die Kids eine Runde auf dem Spielplatz auspowern oder im Eiscafé noch auf eine Kugel Eis reingehen.

      Für Kreatives (Ideen, Brainstorming, Inspiration) gehe ich gerne auf meinen Pinterest-Account.
      Mode, DIY, Lifestyle, Soulfood....man kann einfach mal etwas abdriften.
      Auch super, um etwas herunterzukommen, um Ideen und neue Projekte etwas zu kanalisieren.

      Und ein Blog kann auch gut sein, aber der hat eben die Tücke, dass es oft in "eine Linie" gehen soll.

      Mein Steckenpferd ist Hippieschmuck und Boho-Accessoires - würde ich hier im Blog daneben über meine Kinder posten....ich weiß nicht, ob das unbedingt so die Modefreaks hinter dem Ofen hervorlockt. #gruebel

      Versuche es, etwas aufzuteilen.

      Für Sorgen/Ängste und Fragen gibt es Freunde und ansonsten (wenn es unangenehm ist) Foren, so wie hier.
      Und man wird immer irgendwelche Leute finden, die nur rumnölen oder blöde Sprüche klopfen. Die ignoriert man einfach, fertig.

      Und für Kreatives, versuche es wirklich mal mit Plattformen wie Pinterest, Instagram, auch Facebook, da man hier auch gutes Feedback und ggf Kritiken bekommt.
      Hier habe ich schon oft positives Feedback bekommen - da zum Beispiel im Freundeskreis manche Leute auch nicht so den "Zugang" zu solchem Modeschmuck, Headpieces oder Accessoires haben.
      Da macht es dann schon mehr Spaß, mit Interessierten auf diesen Plattformen zu quatschen.

      LG und Kopf hoch

      • ja, in beruflicher Hinsicht habe ich kein so großes Problem meinen Kram irgendwie zu "beahren" es geht in erster Linie wirklcih um privates und persönliches.

        Und ich bin nicht so der "ich red' mit Kumpels über alles was mich bewegt"-Typ von daher...hier im Forum ist das schon nicht schlecht aber letzendlich spreche ich hier ja auch vieles nicht an was mich wirklcih bewegt...und mein Therapeut hat nicht täglich Zeit ;)

        • Hey :),

          das soll jetzt nicht albern klingen, aber mir wurde mal gesagt, das Selbstgespräche heilsam sind. Also meine Mutter macht das seit über 30 Jahren - sie meint, es hilft ihr. Die Frage ist halt nur, ob du ein Typ für "Monologe" halten bist. ;)

          Ich kenne dieses Gedankenkarusell - insbesondere dann, wenn man eigentlichen gerade einschlafen möchte, auch. Früher war ich der "Tagebuchtyp mit lila Tinte und Herzchenschloss" ;-)...tja, und heute dreht sich das Karussell halt ein paar Runden, ohne das einer der Gedanken aussteigen kann.

          Für Kinder gibt es ja die sogenannten "Sorgenfresser". Habe überlegt, mir auch einen anzuschaffen. Befürchte aber, dass das Fassungsvermögen des Sorgenfressers dann ab und an mal nicht ausreicht ;-).

          Hilfreich sollen auch Meditations- und Entspannungstechniken sein. "Lasse die Gedanken fließen" - so was in der Art. Leider kann ich nicht sagen, ob es wirklich hilft, da ich oft mal damit begonnen habe aber nie bis zu dem Punkt gekommen bin, das es in Fleisch und Blut übergeht.

          Ja, wie bekommt man die Gedanken nun los? Das war ja jetzt mal ein hilfreicher Beitrag ;-)....sorry. Aber zumindest weißt du - du bist nicht allein damit :).

          LG Bluebee

    Der Nachteil beim Tagebuch ist, dass das viel zu ich-bezogen ist. Es geht um den Schreiber, er schreibt seine Sorgen, seine Gedanken, seine Gefühle auf. Dadurch würde ich mich nur noch mehr reinsteigern.

    Deswegen lasse ich meine Gefühle andere ausleben. Ich schreibe also, aber in Romanform. Kurze Szenen oder Kurzgeschichten. Mir hilft das sehr, weil ich die Dinge dadurch oft differenzierter und klarer sehe. Viele dieser Sachen verschwinden dann auf nimmerwiedersehen in den Tiefen meiner Festplatte. Einige Sachen bleiben und tauchen später in einem Roman auf. In der Regel sind das sogar sehr gute Szenen, mir ist es aber auch schon passiert, dass meine Agentin bemängelt hat, dass sich meine Protagonistin unangemessen zickig aufführt. Ja sowas. #hicks

    • Romane schreiben ist jetzt ehrlich gesagt nicht so mein Ding...aber als Lösung der Verarbeitung finde ich das (wenn man es kann und mag) echt nicht schlecht.

      Da kannst du dann quasi jedes Thema konservieren, beleuchten und durchquatschen, verarbeiten und behandeln und verdienst am Ende noch Geld damit, cool#cool

      mal off topic: ich bin letztens schon über deine Romane gestolpert. Kann man da was von lesen?

      #freu

      Viele Grüße,

      Elvira

Hallo,

das Problem habe ich derzeit auch wieder, aber im Moment leider keine Therapeutin.

Da wird man doch zumindest einen Teil des Ballasts los.

Den Partner will man naturgemäß nicht damit belasten, ein Kind schon mal gleich gar nicht (obwohl meine Tochter schon starke Antennen dafür hat, wenn es mir schlecht geht, aber ich möchte das trotzdem nicht machen).

Tagebuch habe ich nur bis zum Beginn meiner Studienzeit geschrieben. Zumindest damals hat es mir über manches Tief hinweg geholfen. Aber, wenn man ganz tief drin steckt, dann nützt das auch nichts.

Du siehst, mir geht es ähnlich wie Dir und ich warte auch noch auf eine Inspiration in dieser Hinsicht.

GLG #klee

Microsoft word.

Da kann dann der jeweilige Artikel ein Schlagwort bekommen, unter dem ich es auch wieder finde.

Ich schreibe alle Dinge, die ich wieder und wieder im Kopf bewege so auf. Dann kann ich nämlich wirklich entspannt den Gedanken aus meinem Kopf verbannen, da ich ja weiß, dass ich ihn bei Bedarf wieder finde.

  • Also einfach Dokument auf und Text reingehackt?

    Müsste ich mal ausprobieren.

    Wichtig ist, dass ich es einfach aus dem Kopf habe weil es mich echt vom Schlafen abhält aber wenn ich übr längere Zeit zu wenig schlafe, unter drei Stunden/Nacht, dann tick' ich irgendwann aus und die Sch*** fängt von vorne an.

    • Ganz genau: Dokument auf und losgehackt. ;-)
      Beim Speichern kann man den Teil dann ja einen Namen geben. (z.b. Name der Person, über die man grübelt, oder "Wohnung", "Miete", "Job"...)
      Und wenn man beim Schreiben vom Thema abweicht, macht man dank copy und paste schnell noch ein zweites/drittes/viertes Dokument auf.

      Diese Dokumente kann man ja bündeln.
      z.B. ein Ordner "Personen", ein Ordner "Finanzen", ein Ordner "Schiksalsschläge"...
      Und das ganze wird wiederrum im Ordner "Psycho-Ergüsse" abgelegt ;-)

Ich verstehe dich sehr gut! Ich habe ähnliche Probleme mit meinem Kopflabyrinth. In der Klinik habe ich ähnliche Sätze gehört wie den, der dir mitgegeben wurde. Eine Lösung habe ich bisher nicht gefunden. Ich habe viel ausprobiert, aber geholfen hat es nicht.

Ich spreche mit meinem Partner, viel sogar. Er ist verständnisvoll, versucht mir zu helfen, wäscht mir auch mal den Kopf wenn ich mich mal wieder verrannt habe.

Ich habe Tagebuch geschrieben. Das hat mir als Teenie sehr geholfen. Da hatte ich ganz ähnliche Schwierigkeiten, aber je älter man wird, desto weniger bringt das fürchte ich.

Am besten haben mir Briefe geholfen. Briefe an mich, Briefe an Menschen die mir weh getan haben oder mir nicht gut tun, Briefe an Dinge über die ich mich ärgere. Wenn die ein Außenstehender findet, denkt der vermutlich ich hab einen an der Klatsche. Aber das war bisher der Weg, der mir am längsten die Birne frei gehalten hat. Ich schicke die Briefe nie ab. Ich reagiere mich da so richtig ab, sage bzw schreibe Dinge, die ich nie im echten Leben sagen würde. Aber auch das hilft insgesamt nur kurz. Und sich dazu zu kriegen, so einen Brief anzufangen ist auch immer so ein Problem. Oft fehlt die Motivation.

Ich glaube mitlerweile, dass da keine Technik hilft, wenn es einem innen drin noch schlecht geht. Ich hoffe also einfach, dass ich meine Seele irgendwann wieder im Griff habe und mich über eine gesunde Psyche freuen kann.

Ich wünsche dir natürlich trotzdem, dass du eine Lösung findest mit der du zurecht kommst.

LG

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