Inklusion: Pro oder Contra? Inklusion: Ja, aber richtig!

    • (1) 18.06.14 - 17:18

      Ich bin gegen die Inklusion, wie sie aktuell geplant ist bzw. durchgeführt wird. Denn sie ist utopisch!

      Um aus einem Artikel zu zitieren, den ich sehr passend finde: "Erstmals ist für die Zulassung zu Realschule oder Gymnasium nicht mehr entscheidend, ob jemand dem Unterricht folgen kann. Was allein zählt, ist die Utopie einer Welt ohne Grenzen." (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-ueber-inklusion-an-schulen-a-975644.html)

      Hier mal eine Zusammenfassung, welche Argumente GEGEN die Inklusion sprechen:

      -Es nützt behinderten Kindern nichts, wenn man sie in eine Klasse mit Lehrern steckt, in der die Lehrer nie gelernt haben mit ihnen umzugehen.

      -Da es meist keine "extra" Lehrer für die behinderten Kinder gibt, leiden die die Klassenkameraden (siehe Spiegel-Artikel).

      -Was mit körperlich behinderten Kindern funktioniert, klappt noch lange nicht mit geistig behinderten Kindern.

      -Das individuelle Potenzial eines behinderten Kindes kann an spezialisierten Sonderschulen viel besser entwickelt werden als in Regelschulen.

      -Es ist für den Behinderten extrem deprimierend, Tag für Tag zu erfahren, dass er zu dem, womit sich alle anderen Klassenkameraden beschäftigen, gar keinen Zugang hat. Ob das so positiv für die Entwicklung ist wage ich zu bezweifeln.

      Hier ein weiteres Zitat, aus einen FAZ Artikel zum Thema: "Ab und zu biss er seine Mitschüler in den Hinterkopf, machte ihnen blaue Flecken oder schlug sie ins Gesicht. Einmal schüttete er eine Flasche Apfelsaft auf seinem Tisch aus, legte seinen Kopf in die Lache und wischte dann mit den Händen darin herum. Anschließend rannte er durch die Klasse und schmierte alle Kinder an. Ruhig war der Junge nur, wenn er in einen Nebenraum geführt und in ein Gespräch über 'Star Wars' oder Ninja Turtles verwickelt wurde."

      -Unter diesen Umständen (FAZ Zitat) kann kein geregelte Unterricht stattfinden. " Weil die Lehrer in vielen Klassen mit dem Problemkind allein gelassen werden, fehlt ihnen die Zeit, sich angemessen um die Schüler zu kümmern, die nicht wild herumlaufen und keine Geräusche machen."

      -Das Leben ohne Gehör oder Augenlicht ist etwas ganz anderes als schwerer Autismus oder eine ähnliche Entwicklungsstörung. GENAU diese Unterscheidung lehnen Inklusions-Befürworter strikt ab und verhindern damit eine gezielte Förderung.

      -

      • Ich sehe in der Inklusion ebenfalls erhebliche Nachteile.
        Ich habe in einer Werkstatt für beeinträchtigte Menschen gearbeitet, 400 überwiegend geistig Beeinträchtigte (T21) die auch körperlich erhebliche Einschränkungen haben.

        Diese Menschen befinden sich in einem geschützten Raum, den Westeifelwerken und haben ein sehr gut funktionierendes Team um sich herum wie Physiotherapeuten, Logopäden, spezielle Massagen werden angeboten und die Aufgaben sind sehr einfach die sie da verrichten. Zb. werden von der Gartenfirma Stihl dort die Geräte nahezu vollständig zusammengebaut, ebenso Technisat Receiver und hochwertige Türen.
        Auch die größte Luftballon Siebdruckerei steht dort. Viele Dinge aus unserem Alltag werden also kostengünstigst von Beeinträchtigten zusammengebaut.
        Was aber, wenn dies weg fällt?
        Zum einen würden die Preise enorm steigen, wenn gut bezahlte Arbeiter diese Arbeit verrichten würden.
        Aber es geht nicht ums Geld, sondern selbstverständlich die Menschen.
        Diese 400 Menschen müssten sich nun einen neuen Arbeitsplatz suchen im Eifelkreis, das sind gut und gerne mal 80km breite und somit ist das gut funktionierende Team eben NICHT mehr in der Lage die beeinträchtigten während der Arbeitszeit zu besuchen und zu fördern. So sind "alle vor Ort" und es funktioniert sehr gut. Würde aber ein Physiotherapeut von Patient zu Patient mal eben auch nur 20km zurücklegen müssen käme er vermutlich bei jedem nurnoch alle X Monate vorbei.

        Die Frage ist, wie reagieren "normale " Arbeitgeber, denn, wenn alle gleich sind müssten sich alle ja auch gleichermaßen um einen Arbeitsplatz bemühen und jeder hätte die Gleiche Chande. Wen nimmt ein wirtschaftlich denkender Arbeitgeber da wohl lieber?

        Auch die Frage nach dem handeln der Verbandsgemeinden und Krankenkassen stellt sich somit im gleichem Atmenzug.
        Denn; wenn alle "gleich" sind, wozu noch Behindertenausweise genehmigen oder spezielle Fördermittel. Bekommen andere ja schließlich auch nicht. Werden es dadurch privat zu zahlende Leistungen?

        Zudem kommt auch der von dir beschriebende Störenfaktor hinzu in der Schule.
        Ich könnte das nicht, zb während einer Klassenarbeit zu sitzen und ständiges gesumme, getrommel und womöglich auch noch schreie zu ertragen. Würde man mich in dem Moment noch mit Apfelsaft beschmieren würde ich für nichts mehr garantieren.
        Dafür gibt es doch Sonderschulen, das Niveau ist dort entsprechend den Schülern und es sind weniger Schüler auf mehr Lehrer verteilt und es ist ja nicht so, dass ihnen weitere Schulen verwährt wären wie zb. die Berufsschulen um dort entsprechende andere Abschlüsse nachzuholen. Wobei ein geistig Fitter selbstverständlich direkt aufs Gymnasium kann, ich meine da geistig beeinträchtigte welche eben nicht die Chance haben. In meinen Augen haben sie dann auch nichts auf Schulen verloren deren Niveau sie niemals erreichen können und somit ganze Klassen erheblich Hindern und beim Lernen beeinträchtigen.
        Das jetzige System der Integration ist daher absolut passend und auch ausreichend und ich fände Inklusion für die Beeinträchtigten weder hilfreich noch förderlich umsetzbar

        Hallo,

        ich sehe das Thema Inklusion ähnlich skeptisch wie Du.

        In meinem näheren Umfeld gibt es Eltern eines schwerst mehrfach behinderten Jungen, der inzwischen leider verstorben ist, außerdem eine Familie mit einer geistig behinderten Tochter und zwei gesunden Mädchen und eine Sonderpädagogin. Sie alle sind absolute Gegner der Inklusion, da sie davon überzeugt sind, dass letztlich alle Betroffenen als Verlierer dastehen werden.

        Hinzu kommt, dass das Thema Inklusion nun schon so lange beschlossene Sache ist, aber zumindest hier in NRW wird jetzt mal eben alles über's Knie gebrochen, "mal eben" irgendwelche Fortbildungsmaßnahmen für Lehrer zwischen geschoben usw.

        Es ist bei der aktuellen Haushaltslage doch auch rein finanziell gar nicht möglich, das Ganze vernünftig und mit Hand und Fuß umzusetzen.

        Wenn ich mir anschaue, wie der Unterricht an der Schule für geistig Behinderte hier in der Stadt läuft ... das KANN eine Regelschule gar nicht bieten. Angefangen bei der sehr geringen Klassenstärke (ca. 10 Schüler), die von ZWEI Lehrern betreut werden plus den evtl. Integrationshelfern oder sogar Kinderkrankenschwestern, die bestimmte Kinder begleiten, weiter über den Nebenraum, der jedem Klassenraum angeschlossen ist, um den Schülern, die sich nicht mehr konzentrieren können oder die nach kurzer Zeit schlichtweg überfordert sind, einen Rückzugsort zu bieten, ohne dass der Unterricht gestört wird, nicht zu vergessen das spezielle Lehrmaterial.

        Wie soll das alles für nahezu jede Regelklasse finanziert werden? Richtig - gar nicht! Also kann auch nicht auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder ideal eingegangen werden.

        Hinzu kommt noch der Punkt, dass ein Gymnasiallehrer bewusst diesen Werdegang gewählt hat - er wollte i.d.R. kein Sonderpädagoge werden. Und oft gibt es sehr gute Gründe dafür - wieso wird es ihm nun aufgezwungen? Wie soll er seinen Job vernünftig machen, wenn er in eine Situation gezwungen wird, mit der er überfordert ist?

        Was ich persönlich allerdings sehr, sehr wichtig fände, sind Angebote, die die Hemmschwelle sinken lassen, die den Kindern begreiflich machen, dass auch Menschen mit Handycap vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft sind, die den gleichen Respekt verdient haben, wie jeder andere auch, die genauso liebenswert, lustig, herzlich, nett sein können wie jeder andere auch. Dafür könnte man z.B. Praktika in Behindertenwerkstätten, Schulen usw. anbieten, gemeinsame Projektwochen organisieren o.ä.

        Viele Grüße, Alex

        • Ich sehe es eher als unausgereifte Idee.

          Es gibt durchaus Behinderte, die in einer Regelschule gut aufgehoben wären und in den Sonderschulen in ihrer Entwicklung mehr behindert werden.
          Wenn die Klassen in den weiterführenden Schulen auf 20 Kinder runtergestuft werden würden und jedem Lehrer eine PU oder ein zweiter Lehrer zur Seite gestellt, dann kann jede Klasse sicher 1-2 dieser Kinder durchaus vertragen.
          Die Kinder können durchaus eine Bereicherung füreinander werden und auch ein Antrieb füreinander. Die einen würden mehr kognitiv gefordert werden, die anderen im sozialen Bereich. (und das soziale Verhalten ist ein absoluter verbesserungswürdiger Faktor an den Schulen)
          Ich denke nicht dass es hierbei darum gehen sollte ein behindertes Kind durch den normalen Schulalltag bis zur 10. Klasse zu prügeln.
          Ich denke die Kinder sollen die Möglichkeit haben an den größeren Anforderungen zu wachsen.

          LRS Kinder müssen auch den normalen Schulalltag wuppen. Hier interessiert es keinen, ob das Kind mitkommt oder nicht. Geschweige denn , das es eine spezielle Förderung bekommt. ADHS Kindern geht es auch nicht viel anders. Mit etwas Glück bekommen sie einen Schulbegleiter an ihre Seite.

          Da es solche und solche Behinderte gibt, kann das Projekt gutgehen oder aber das absolute Desaster werden.
          In freien Schulen, Montessori-Schulen sehe ich durchaus Chancen für behinderte Kinder.

          Wenn das Schulsystem mal grundlegend überarbeitet wird, kann sowas funktionieren.

          Aber bei einer Beibehaltung der bisherigen Struktur, Vorgaben und Umsetzung wird das ein Fiasko.
          Fazit:
          Wenn jetzt endlich grundlegend was im Schulsystem geändert wird, hat das Projekt (etwas abgespeckt) durchaus eine Chance.
          Nicht für jedes behinderte Kind ist der "geschützte " Raum ein Segen. Es fördert ein Leben in Isolation, behindert es durchaus in seiner Entwicklung

      Hey,

      Inklusion JA! Aber wenn, dann richtig.

      Das Gegenteil von gut, ist gut gemeint.

      Inklusive bedeutet nicht nur, dass behinderte Kinde rin die gleichen Schulen gehen wie nicht behinderte.
      Inklusive bedeutet, dass Deutschland aufhört Unterschiede zu machen zwischen homo-, und heterosexuellen und zwischen Menschen die einen IQ über oder unter 100 haben, zwischen Menschen die das Chromosom 21 drei oder zweifach haben.

      Umsetzbar ist dies wie folgt:
      Die Sonderschulpädagogen arbeiten in den Komplettschulen (nenn ich sie mal), der Unterricht wird zeitweise gesplittet in verschiedene Gruppen je nach Kompetenzen.

      Ganz ehrlich, in Mathematik hätte es so mancher Mensch mit Trisomie 21 locker mit mir aufnehmen können, während ich beispielsweise in Englisch alle in den Schatten gestellt habe.

      Was ist die Angst der Eltern, die verhindern wollen, dass ihr Kind mit behinderten Kindern beschult wird? Dass es selbst nicht mehr genug Beachtung bekommt?

      Inklusive kann funktionieren. Das tut sie auch in anderen europäischen Ländern. Das Schulsystem muss nur von Grund auf neu strukturiert werden.

      In meinen Augen haben genau die Eltern Angst, die meinen ihr Kind wird mit behinderten Kindern über einen Kamm geschoren. Oder ihr Kind hat Nachteile durch die inklusive Beschulung. Steckt man 5 Kinder mit Behinderungen in eine normale Klasse mit einem Lehrer ist dies sicher für alle Seiten unfair. Aber so soll das nicht laufen.

      Und nochmal:Inklusive heißt nicht Integration.
      Integration versucht die Außenseiter in die Mitte zu bringen (und davon redet ihr hier), Inklusive heißt alle befinden sich in der Mitte der Gesellschaft. Alle bedeutet hier alle Menschen unabhängig von IQ, Herkunft, Religion oder Sexualität.

      LG

    (7) 18.06.14 - 22:24

    Hallo Kanalreiniger,

    Du legst Dich ja mächtig ins Zeug, so lange Dein nagelneuer Account noch aktiv ist. Im Politikbrett geht es gegen die Türken, hier gegen die (geistig) Behinderten.

    Welchen Minderheiten und Randgruppen hast Du denn noch auf dem Schirm?

    Gruß

    Ralf

    • (8) 19.06.14 - 20:00

      Ich rate mal: Hartz 4 Empfänger sind die nächste Gruppe und anschließend könnte man noch gezielt gegen Asylanten Stimmung machen. Und fast hätte ich Sexualstraftäter vergessen( mit der obligatorischen Forderung nach der Todesstrafe). Und dann geht's wieder von vorne los. Steter Tropfen höhlt den Stein( und den Kopf).

      (9) 19.06.14 - 21:20

      Wie genau spreche ich denn gegen Behinderte Menschen? Ich spreche mich lediglich gegen die unausgereifte Idee der Inklusion aus. Was du da rein-interpretierst ist alleine dein Problem :-)

      Und zu meinem Beitrag im Poltikforum: Es ist nun einmal ein FAKT, was in diesem Bericht steht. Wenn du meinst, er sei diskriminierend, wende dich doch lieber an die Bundesregierung, nicht an mich.

      In diesen Sinne...

      Ciao

(10) 18.06.14 - 22:36

Hallo,

ich bin für die Inklusion.
Allerdings würde ich gleichzeitig die Bedingung stellen, dass die anderen Kinder eben keinen Nachteil davon haben dürfen. Solange das geht, sollte das behinderte Kind dabei sein dürfen.

Der Artikel, aus dem du zitierst, ist leider extrem reißerisch geschrieben. Ein absolutes Negativbeispiel wird benannt, ich bezweifle ehrlich gesagt, dass das exakt so ist, wie beschrieben.

Es gibt auch viele positive Beispiele der Inklusion, warum also so einseitig?

  • (11) 18.06.14 - 23:08

    Hallo,

    *Allerdings würde ich gleichzeitig die Bedingung stellen, dass die anderen Kinder eben keinen Nachteil davon haben dürfen. Solange das geht, sollte das behinderte Kind dabei sein dürfen.*

    DAS sehe ich anders!

    Es geht bei der Inklusion in erster Linie um Teilhabe.

    Inklusion funktioniert nur, wenn sie als gesamt-Gesellschaftlicher Auftrag verstanden wird. Wenn man - so als teilhabender Durchschnittsmensch an sich - glaubt, für Inklusion seien die Fachleute zuständig... und wenn überhaupt, dann möchte man bitte nur Vorteile davon haben... dann hat man das Grundproblem nicht verstanden!

    Über das wie und wieviel und über die Frage, was bei der Umsetzung Sinn macht, diskutiere ich gerne! Aber von vornherein zu sagen: "Es darf keinem *normalen Kind* ein Nachteil entstehen, wenn einem *unnormalen Kind* Teilhabe ermöglicht wird", halte ich doch für eine sehr egoistische Einstellung!

    LG

    PS.: Ich denke, wir beide sind grundsätzlich nicht sehr unterschiedlicher Meinung. Aber dieser eine Satz von dir stößt mir echt auf! ;-)

    • (12) 18.06.14 - 23:15

      Nun, ich sehe es eher pragmatisch.
      Solange es Beispiele wie dieses in NRW gibt, wo ein Kind Mitschüler angeblich in den Hinterkopf beißt, so lange wird die Inklusion abgelehnt werden in der Mehrheit der Bevölkerung.
      Weil die meisten einfach nur diese Negativbeispiele kennen und viel mehr nicht wissen möchten.

      Daher wäre das ein für mich denkbarer Kompromiss, damit die inkludierbaren Kinder nicht so vielen irrationalen Ängsten begegnen müssen.

      LG, reykja

      • (13) 19.06.14 - 08:25

        *Solange es Beispiele wie dieses in NRW gibt, wo ein Kind Mitschüler angeblich in den Hinterkopf beißt*

        Warst du nicht diejenige, die den Artikel als zu reißerisch erkannt hat? ;-)

        Zu sagen: "Die teilhabenden Kinder dürfen keine Nachteile haben, wenn die nicht-teilhabenden inkludiert werden. Sonst will ich Teilhabe für die benachteiligten Kinder nicht." - wo ist denn da der Kompromiss?!

        Das ist doch nur: Ich stimme gnädigerweise zu, dass andere nicht benachteiligt werden. Aber nur unter der Bedingung, dass meine Privilegien nicht angetastet werden!

        So funktioniert ein Miteinander aber nicht.

        LG

        (14) 19.06.14 - 08:31

        Es geht ja nicht nur um die Beispiele mit der Beißerei. Es geht ja auch um Fragen wie: "Wird mein Kind nicht gebremst, wenn..."

        Dass zum Beispiel viele lernbehinderte oder verhaltensauffällige Kinder in der Förderschule nur noch Rückschritte machen, ist kein Geheimnis. Da kann ich mich doch nicht hinstellen und sagen: "Ich will aber nicht, dass der Lernbehinderte im normalen Unterricht sitzt! Auch wenn er dadurch Vorteile hat... solange MEIN Kind Nachteile haben KÖNNTE, sind mir die Probleme des anderen Kindes egal!"

        So funktioniert das nicht.
        Da ist die gesamte Gesellschaft gefragt, Teilhabe durch umdenken zu ermöglichen.

        LG

        • (15) 19.06.14 - 11:59

          Ich persönlich stimme dir ja absolut zu!

          Aber die Bedenken der Eltern, die Angst um ihre Kinder haben, wirst du nicht wegargumentieren können mir sowas.

          Da habe ich die Erfahrung gemacht, dass die erst zufrieden sind, wenn der mehraufwand geregelt ist.

          Deshalb ist das jetzt mein Argumentationsansatz.

          • (16) 19.06.14 - 22:24

            Ich sagte ja bereits: Ich denke nicht, dass wir großartig unterschiedlicher Meinung sind.

            Ich verstehe auch deinen Argumentationsansatz. Möglicherweise hast du auch Recht.

            Trotzdem bin ich der Ansicht, dass Inklusion eine gesamt-gesellschaftliche Aufgabe ist und nur als solche verwirklicht werden kann. Das Letzte, was Inklusion braucht, ist ein Volk von Sofa-Kritikern, die nicht über ihren eigenen Tellerrand blicken können.

            Möglicherweise wird die Inklusion genau daran scheitern.

            LG

            PS.: Ich bin übrigens Lehrerin in NRW. Wenns um die Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Inklusion geht, rennst du bei mir offene Scheunentore ein. ;-)

Hallo,

es gibt für mich bislang noch kein wirkliches Konzept zur Inklusion. "Eine Utopie von einer Welt ohne Grenzen" - da lache ich mich schlapp.

Ganz lapidares Beispiel: Welche "normale" Schule ist barrierefrei gebaut??

Ausserdem: Die Lehrer kommen häufig schon nicht mit "normalen" Kindern klar, sind überfordert - wie soll da eine Mischung aus nicht-behinderten und behinderten Kindern funktionieren?

Grüße

  • Welche normale Schule ist barrierefrei gebaut?

    Ich kenne hier nur eine Grundschule die dies NICHT ist. Und die weiterführenden Schulen haben ALLE Fahrstühle und sind auf behinderte Menschen durchaus eingestellt.

    Ich denke das Problem sind die bereits jetzt zu großen Klassen. Die bereits an den "normalen" Schulen fehlenden Lehrer.
    Ich glaube um ein guter Lehrer zu sein muss man nicht zig Qualifikationen haben. Man muss den Beruf mit Leib und Seele machen. Nah am Kind dabei sein und eine gute Beobachtungsgabe haben. Zudem müssen Lehrer flexibel in ihren Lehrmethoden sein.
    Eine PU für jeden Lehrer und eine kleinere Klasse kann einem Lehrer das lehren absolut vereinfachen udn eine Aufnahme von 1-2 behinderten Kindern in einer Klasse durchaus möglich machen.

    So sehe ich das :-)
    Aber wie du schon sagst unter den bisherigen Bedingungen 30 Kinder oder mehr in einer Klasse, ein Lehrer der auch noch fehlende Lehrerstellen teilweise mit ausfüllt- das ist Utopie- das funktioniert nicht und geht zu Lasten ALLER

Hallo und Guten Morgen Kanalreiniger.
Zuerst muss ich sagen wollte ich schon meckern ob hier wieder einer behindertenfeindlich ist. Aber ich hab ja den ganzen Text von dir gelesen und muss sagen ich kann dir soweit zustimmen. Inklusion ist an sich ne tolle Sache aber 1. Sind die jetzigen Kinder mehr Versuchtskarnickel weil man vorher einiges nicht durchdachte. 2. Kriegen die Lehrer hier bei uns keine richtigen Infos und sollen einfach mit allem klar kommen oder kriegen ihre Fortbildungen erst am Schuljahresende wenn die Kinder schon lange da sind. 3. Werden hier auch schon die Kinder für die Probleme der Lehrer verantwortlich gemacht selbst wenn sie gar nichts dafür können weil die Lehrer vorher schon einen Schatten hatten ( in unserem Fall hat sich das wirklich so zugetragen und mein Kind ist „nur“ Autist und ADHSler und hat sogar noch ne Schulbegleitung die alles abfängt).
Des weiteren gebe ich dir bei 4. Auf jeden Fall recht, ein Behinderter der geistig beeinträchtig ist, der hat wirklich nichts in der Klasse einer normalen Grundschule zu suchen. Ich finde schon das Behinderte in unserer Welt mehr Akzeptanz erfahren müssen doch hier in der Schule bei normalen Klassen sind sie fast immer fehl am Platze. Sie brauchen auch ihren geschützten Raum und dem Argument gebe ich absolut recht.

Und es ist sehr wohl ein Unterschied zwischen körperlich und geistig behindert. Man muss hier schon abwägen wann Inklusion Sinn macht und wann sie, bei aller Liebe einfach nicht passend ist.

Und das es deprimierend sein kann wenn man sein will wie die anderen aber bei aller Mühe es nie sein wird oder kann ist auch nicht wirklich das Wahre.

Mein Sohn ist wie gesagt Autist aber nicht geistig behindert. So gesehen hat er einen normalen IQ und kommt auch mit dem Stoff zurecht nur das drum herum ( Klasse mit 26 Kindern) ist etwas viel für ihn. Er möchte natürlich auch gerne sein wie die anderen und kann es nicht. Stimmt das ist für ihn ein wenig frustrierend doch in einer Förderschule ( dessen Direx mal sagte das Autismus ja heilbar sein und die uns noch einige andere Probleme gemacht haben) wäre er fehl am Platze. Denn er kommt mit dem Stoff zurecht nur stellenweise braucht er dafür einen etwas ruhigeren Rahmen.

Zu diesem Zitat:

Hier ein weiteres Zitat, aus einen FAZ Artikel zum Thema: "Ab und zu biss er seine Mitschüler in den Hinterkopf, machte ihnen blaue Flecken oder schlug sie ins Gesicht. Einmal schüttete er eine Flasche Apfelsaft auf seinem Tisch aus, legte seinen Kopf in die Lache und wischte dann mit den Händen darin herum. Anschließend rannte er durch die Klasse und schmierte alle Kinder an. Ruhig war der Junge nur, wenn er in einen Nebenraum geführt und in ein Gespräch über 'Star Wars' oder Ninja Turtles verwickelt wurde."
kann ich nur sagen das sowas ganz sicher nicht in eine normale Schule gehört. Nur stelle ich mir hier natürlich auch die Fragen welche Rolle die Eltern in der Sache spielen. Denn häufig wollen auch Eltern ihren Kinder dort haben weil sie Inklusion ein wenig falsch verstehen.

Aber ich finde ebenfalls das Inklusion wirklich nur was bringt bei gezielter Förderung.

Gruß Ela

  • Danke für deine Antwort! Hier wurde mir ja schon unterstellt, ich sei behindertenfeindlich :-(

    • Guten Morgen!
      Also als behindertenfeindlich empfand ich deinen Beitrag nicht, eher als sachlich und überlegt. Und ich bin hier auch jemand der mal meckern kann, grins. Aber hier sehe ich absolut kein Problem. Gut ich muss sagen diese verlinkten Berichte hab ich jetzt nicht gelesen sondern mich mehr mit deinem Beitrag befasst. Doch ich sehe es auch so, wenn du jetzt nen sabbernden Behinderten dem es wirklich nicht gut geht in eine normale Schule setzt. Was nimmt er auf? Was bedeutet das für diesen Menschen oder wieviel Streß erleidet er dadurch weil er sich nicht wohl fühlt. Hier kann sich ein Mensch möglicherweise nur schwer äußern und ob das der richtige Rahmen ist das bezweifel ich. Klar wenn man eine Chance hat jemanden mit Inklusion weiter zu bringen keine Frage, dann gibt's sicherlich Wege dafür. Und dann finde ich auch gut wenn man diese beschreitet. Das haben alle Menschen verdient. Und ein Lehrer kann schließlich auch lernen damit umzugehen. Nur Inklusionskinder mal eben so reinsetzen in die Klasse und nun soll jeder sehen wie er damit klarkommt ist nicht der beste Weg. Hier ist es stellenweise so und mein Sohn hat wenigstens noch eine Inklusionshilfe. Trotzdem fehlt es massiv an Infos für die Lehrer, über die Behinderung, über mögliche Hilfe für die Lehrer, über Extra Förderstunden die es stellenweise gibt, über sehr vieles einfach.

      Liebe Grüße Ela#winke

Hallo,

so eine Diskussion gab es hier schon:

http://www.urbia.de/forum/6-kids-schule/4406508-inklusion-was-denkt-ihr

GLG

Inklusion kann funktionieren wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das ist in D leider nicht der Fall.Da die Bedingungen nicht geschaffen wurden kann man aktuell das Ganze nur ablehnen.
Wenn man betroffen ist und unter den schlechten Rahmenbedingungen klar kommen muss hilft nur noch der harte Weg (Klage) gegen die Behörde.
Der Staat will die Inklusion, also muss er für alle aktzeptable Bedingungen schaffen eh das Ganze startet. Das wurde leider versäumt.

Du hast jetzt 1 Artikel zum Thema gelesen und meinst, Du weißt Bescheid.

Allein diese Aussage: -Das individuelle Potenzial eines behinderten Kindes kann an spezialisierten Sonderschulen viel besser entwickelt werden als in Regelschulen.

ist Nonsens. Und das ist durch Studien belegt. Menschen orientieren sich an der Lerngruppe. Ist das Niveau niedrig, dann schalten sie einen Gang zurück.

Außerdem müsste man mal klären, was als "behindert" gilt. Ist das Erreichen eines Schulabsschlusses gewünscht und möglich, dann ist die Sonderschule der falsche Platz. Ist ein Kind so schwer geschädigt (Kanner Autismus, IQ unter 70) dann frage ich mich, warum man diese Kinder überhaupt in die Schule zerren muss, da ja ohnehin klar ist, dass sie lebenslang betreuungs- und oder pflegebedürftig sein werden.

In unserern Förderschulen/Sonderschulen sitzen überwiegend Kinder die einfach nur aussortiert wurden weil

die Eltern kein Deutsch können
die Kinder kein Deutsch können
Kinder aus sozial schwachen Familien kommen
Kinder mehr Arbeit machen als andere (z. B. Asperger Autisten)
unerkannte hochbegabte
Kinder sozial schwierig sind (da könnte eine Verhaltenstherapie Wunder wirken, es gibt aber zuwenig Therapieplätze)
Kinder Wahrnehmungsprobleme haben (d. h. Reifeverzögrungen), was mit einem Wiederholen der Klasse beantwortet werden könnte
körperbehinderte Kinder (weil die Schulen nicht barrierefrei sind)
usw.

Gruß

Manavgat

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