Die "richtige" Wohngegend?

    • (1) 26.06.14 - 16:55
      Inaktiv

      Hallo,
      ich wollte mal höre wie die Allgemeinheit (sprich Urbia;-)) so über mein "Problem" denkt.
      Also... wir leben zur Zeit mit unserer kleinen Tochter auf dem Lande. Haus (gemietet), Riesengarten, 30er Zone die gerne als Rennstrecke benutzt wird (Kind auf der Straße spielen lassen ist also nicht), uralter Hund (dem der Weg zum Gartentor schon zu anstrengend ist).
      Kurzum, ich will in die Stadt (gemeint ist ne Kleinstadt mit ca 80000 EW), wir kennen diese Stadt sehr gut, mit allen vor und Nachteilen. Unsere beiden Arbeitsplätze sind dort, sind beide dort aufgewachsen. Wohnraum ist bezahlbar und vorhanden. Natürlich will niemand Hunde haben (wie überall#schmoll).
      Jetzt habe ich eine Wohnung gefunden, die alle Kriterien unserer "must have" Liste erfüllt. Sie ist extrem günstig. Sie hat nur einen Haken, sie liegt direkt neben eines der Problemeckchen der Stadt. Also man muß dort durchfahren um am Haus anzukommen. Ganz ehrlich, der dort gebaut hat kann niemals aus unserer Gegend kommen. Wir bekämen quasi ne Luxuswohnung für 4€/qm. Als der Makler die Adresse sagte habe ich auch erst geschluckt. Aber heute bei der Besichtigung war ich so positiv überrascht.

      Mein Mann benimmt sich gerade wie ne Katze die ins Wasser soll und ich verstehe seine Bedenken nur zu einem Bruchteil, die Vorteile der Wohnung überwiegen einfach.
      Seine Argumentation ist einfach nur von Vorurteilen geprägt (Drogenhandel, Kriminalität, "Ghetto" usw). Ich finde das einfach nur lächerlich und muß auch sagen das ich ihn so überhaupt nicht kenne. Einbrüche gab es in unserer Stadt mehr in den Stadtteilen, die er bevorzugen würde, als dort. Handtaschen werden überall geklaut. Bei allen Spielplätzen muß man erst einmal schauen was da so rumliegt, besonders im Sommer wenn die Jugendlichen abends da waren. Aber man hat aus diesem Stadtteil wirklich lange nix mehr "spektakuläres" gehört. Im Gegenteil, die Einbrüche mit verletzten Bewohnern finden in den besseren Vierteln oder auf dem Land statt.
      Wie seht ihr das Ganze? Bin ich zu naiv? Mein Mann zu panisch?

      • Hallo,

        Ich selber wohne auch nur 1 Kilometerchen von so einem ''ghetto'' entfernt und solange ich mich da nicht aufhalten muss, ist alles in Ordnung.
        Die Polizei fährt täglich mit Blaulicht und Tatütata in diese Richtung an meiner Wohnung vorbei und erst neulich ist eine halbverweste Leiche aus einem der Fenster geworfen worden aber das bekommen wir hier irgendwie nur in Form von ''Dorfbuschfunk'' mit.
        ''Die'' bleiben unter sich und wir quasi Nachbarn haben keinerlei Kontakt.

        Natürlich muss man immer auf Spielplätzen schauen was da herumliegt, aber meiner Erfahrung nach sind ''Dorfspielplätze'' dreckiger und ''Stadtspielplätze'' meistens nicht ganz so dreckig weil das Jungvolk noch andere Treffpunkte hat um seine Flaschen und Kippen herumliegen zu lassen.

        Vor Einbrüchen muss man sich sowieso immer schützen und je ''wohlhabender'' die Gegend, desto mehr muss man sich schützen.

        Was ich an deiner Stelle überlegen würde ist folgendes:

        Was machst du, wenn deine Tochter mit ''diesen'' Kindern dann in den Kindergarten und die Schule geht? Nimmst du es hin, dass sie dann in dem Problemeckchen auch Kinder besucht, eventuell mal bei einer Freundin übernachtet?

        Ich würde die Wohnung sofort nehmen, keine Frage, aber du musst eben überlegen wo dein Kind die Freunde hernimmt und ob du den dadurch zwangsläufig entstehenden Kontakt auch billigen würdest bzw natürlich auch was dein Mann dazu dann sagt.

        Lg Cait die gerne beim Aldi vorm ''Ghetto'' einkauft und mal hochschaut was die Leutchen so alles aus den Fenstern werfen...

        • (3) 26.06.14 - 19:35

          Hallo,
          ich denke jetzt mal nur bis zum Kindergarten. Umziehen kann man immer noch Mal, ich liebe Umzüge. Also Stichwort Kindergarten: Das ist das Witzige das auf der anderen Straßenseite eine "begehrte Wohngegend" beginnt, dort wird Luftlinie von der Wohnung ca 250m ein großer neuer Kindergarten gebaut. Und da sitzen dann eh alle Kids gemischt an einem Tisch.

          Das mit den späteren Freunden meiner Tochter kann man jetzt ja noch nicht beurteilen, es werden bestimmt immer welche dabei sein, die ich nicht so toll finde. Da muß ich dann halt durch.

          Ich war vorhin nach dem Termin noch kurz auf dem Spielplatz dort, ich wurde gleich angesprochen ob ich hier neu bin. Sehr lieb und freundlich. In der Krabbelgruppe hier aufm Dorf wurde ich nicht mal begrüßt und beim Einkaufen wird diskret in die andere Richtung geschaut. Tja, mit wem hat man dann später wohl lieber zu tun wenn das Kind im Kiga ist?
          Aber von Leichenentsorgung auf diese Art und Weise habe ich aus keinem unserer Ecken der Stadt gehört. Klar liegt mal jemand etwas länger in der Wohnung rum, das kommt schon vor. Vielleicht gibt es ja bald beim Aldi Bestattungszubehör#zitter.....okay, der war gemein. Paß gut auf dich auf, dir könnte da was auf den Kopf fallen#rofl.
          LG

            • (5) 26.06.14 - 19:48

              Okay, das ist wirklich makaber#schock. Gut, da der Kindergarten etwas entfernt von den Häusern ist kann ich mich bei dem Thema beruhigt zurücklehnen.
              Es lag auch kein Müll rum, entweder der Räumdienst war grad da oder es ist eine ordentliche Hochhaussiedlung. Dann hätte ich ja noch richtig Glück.
              #winke

              (6) 26.06.14 - 19:52

              Das Hochhaus in dem Video ist doppelt so hoch wie das höchste in der Gegend von der ich schreibe. Krass.

              • Unser ''klein Istanbul'' ist auch wirklich ein seeeehr großes Negativbeispiel für solche Enklaven... aber trotzdem, man nimmt es hin und der ansässige türkische Bäcker ist der mit großem Abstand beste Bäcker weit und breit... ich schließe allerdings immer Mann und Sohn im Auto ein wenn ich da einkaufen gehe.... Paranoia wird man so schnell nicht los--

                lg

          Naja, selbst um kiga werden schon unterschiexe gemacht und dann kannst du pech haben in eine schlechte gruppe zu kommen, weil du falsch wohnst.

          "ich denke jetzt mal nur bis zum Kindergarten. Umziehen kann man immer noch Mal, ich liebe Umzüge"

          Ähm...du willst in gut anderthalb Jahren noch mal umziehen? Habt ihr zu viel Geld?

    Ich habe so ein Superschnäppchen wegen dem Schulsprengel mal abgelehnt und es sehr bereut. Mein Kind geht sowieso auf eine Privatschule und das Haus wäre toll gewesen. Ohne Privatschule würde ich es aber nicht machen und vom Haus in eine Wohnung sowieso nicht ziehen. Nur andersrum.

    • (11) 26.06.14 - 19:41

      Schule hat noch Zeit. Da kann man dann ja noch mal übers Kisten packen nachdenken. Obwohl eine gute Grundschule in der Nähe ist. Die Andere hat keine Betreuung und kommt dann eh nicht in Frage. Die weiterführenden Schulen sind eh alle im Zentrum, da ist es egal wo man wohnt.
      Ich habe jetzt keine Probleme mich zu verkleinern, mich schauen jeden Tag 2000qm Garten an und ich krieg seit dem Kind dabei ne Krise. Nen Haus wo mir der Nachbar aufn Küchentisch gucken kann kommt eh einer Wohnung gleich. Ich seh das nicht so eng.

Ich würde es eher nicht machen.

Mein Vater hat mal ein tolles Haus gekauft, in einer tollen kleinen "Villengegend" - die aber leider angelegt wurde bevor das 'Ghetto' nebenan richtig heranwuchs. Hat er nicht registriert. Letztlich hat er meinen kleinen Bruder jeden Tag zehn Kilometer in die Grundschule gekarrt weil die um die Ecke nicht tragbar war.
Und so ging es dann weiter - auch wenn er Freunde treffen wollte.

Ich hatte eine gute Schulfreundin die in einem "Problemviertel" wohnte - das war kein Spaß. Und ich war oft da und habe sie besucht - allerdings ungern. Selbst als nur zeitweiliger Gast habe ich da Sachen erlebt mit denen ich nicht leben will.

Ich wohne in einem sog. Nobelviertel und bin froh darüber - klar wird hier vielleicht mehr eingebrochen - aber man hat keine pöbelnden Halbstarken, saubere Spielplätze, gute Schulen, keine nächtlichen Parties mitten in der Woche, keine Menschen die sich am hellichten Tag den Kopf einschlagen (alles erlebt im Viertel meiner Freundin!).

Ich verstehe Deinen Mann.

Und - wenn man da gern wohnen würde wie kommt dann dieser sensationell günstige m² - Preis zustande?! Der Besitzer wird wissen wie schlecht sein Objekt zu vermieten ist...

Was nutzt Dir Deine kleine Enklave wenn drumherum die Post abgeht?!
Dein Kind lebt nicht nur in Eurer Straße, bedenke das.

LG, katzz

(13) 27.06.14 - 00:09

also ich glaube schon, dass mich das auf dauer stören würde. Würde die Schule im "Ghetto" eure Sprengelschule sein? Wie sieht es mit Kindergarten und Spielplätze aus? Wie sehen die Einkaufsmöglichkeiten aus? Ich weiss natürlich nicht, von welcher Stadt du redest und was genau mit "Ghetto" gemeint ist, aber ich kann dein Mann verstehen und würde eher nicht einziehen. In den letzten 10 Jahren mit und ohne Kind sind wir schon viel umgezogen und die Qualität des Stadtteils habe ich inzwischen schätzen gelernt.

Ich wohne in einen sehr durchmischten Stadtteil. Es gibt bei uns mehrere Spielplätze. zu zwei davon gehe ich so wenig wie ich nur kann, weil mir diese "Klientel" einfach nicht zusagt und wenn ich mir vorstelle, wie die aussehen würden in einen Stadtteil, wie du es beschreibst....ich meine, hier ist wirklich nun kein Ghetto (wenn so was überhaupt gibt in München), aber durchaus sehr gemischt. Neulich war ich mit einer Bekannte und ihre Kinder in einer diesen Spielplätze. Die Tochter im Grundschulalter kennt diesen Spielplatz auch, da sie auch in dem Stadtteil wohnen. Das Kind von selber aus sagte zu mir, dass sie die Leute in diesem Spielplatz komsich findet. Und das war ein Kind!! Anscheinend sehen nicht nur erwachsene das so...mit den anderen Spielplatz sieht es ähnlich aus. Aber dafür gibt es ein paar anderen mit "normale" Besucher, wo man abweichen kann. Ich glaube, in einen richtigen "Ghetto" Stadtteil sieht es anders aus. Ich habe kein Problem mit fahren usw. aber mit Kind, das weiss du wahrscheinlich selber, geht man doch gerne dorthin, wo am nächsten ist und nicht am anderen Ende der Stadt.

  • (14) 27.06.14 - 16:14

    Danke für deine Meinung. Bitte klär mich aber mal auf was "Sprengelschule" bedeutet. Bei Sprengel muß ich an Schokolade denken. #hicks.
    Ich glaube (nachdem ich oben von catielynn den link gesehen habe) ist das hier nur eine Ansammlung von Minihochhäuschen, kein Müll, kein Dreck. Nicht vergleichbar mit Köln, München oder Berlin.
    Das andere Ende der Stadt ist in 5 Minuten mit dem Auto erreicht.

    • Ach so, hier in München sind die Schulen in Sprengel unterteilt. Man hat keine keine freie Wahl der Grundschule, sondern muss zu der Grundschule von dem Sprengel gehen. Ausnahmen gibt es natürlich, ist aber nicht so einfach, wie es sich anhört. Wir gesagt, wir wohnen in einen sehr gemischten Stadtteil und kenne einige, die es versucht haben, das Kind in eine andere Schule zu schicken aber leider klappte es nicht.

      Ich glaube, hier in Müncen gibt es keine "echte" Ghettos so wie ich das aus Hamburg oder Berlin kenne (dort haben wir mal gewohnt) oder man so dass von den Rührgebiet hört. Aber für meinen persönlichen empfinden sind diese von mir genannten Spielplätzen-Klientel eher in einen Ghetto zu treffen. Aber klar, kein Vergleich zu Hambug oder Berlin. Ich weiss nicht, wie bei euch in der Kleinstadt das ist. Jedenfalls würde ich heute nie bewusst in einen Stadtteil ziehen, wo ich weiss, dass es für ihren schlechten Ruf bekannt ist. Es ist nämlich schon wichtig, welche "Klientel" man in den Spielplätzen, Kindergärten usw. findet, ob zweilichtige Gestalten vor den Supermärkte stehen usw.

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