sorge um eltere nachbarin

    • (1) 15.07.14 - 12:07

      Hallo , ich mache mir gedanken um meine Nachbarin und darum wie ich ihr in irgendeiner Form helfen könnte.

      Sie ist noch ziemlich fit, ca um die 80 Jahre alt und sehr alleine. Wenn es hochkommt sehe ich 2 mal im Jahr die Familie kommen oder sie erzählt mir davon. 1 mal im Jahr fährt sie aber mit ihrer Tochter , Schwiegersohn und Enkelkind für 2 Wochen an die Ostsee, worauf sie sich immer schon Wochen vorher sichtlich freut.

      Ich bin selbst voll berufstätig und Koche nur sonntags da die Kinder unter der Woche im ganztag essen und samstags bei meiner mutter. Ich bringe meiner nachbarin dann Einen Teller rüber oder sie kommt zu uns. Auch bei den kindergeburtstagen (also dann wenn die familie kommt) ist sie eingeladen .

      Ansonsten ist sie immer alleine und schenkt ihre ganze liebe ihrer katze.

      Soviel erstmal zum thema alterseinsamkeit.

      Nun zu dem thema das mir wirklich sorgen bereitet und bei dem ich hoffe das ihr mir einen Tipp für die richtigen Worte gebt oder vielleicht auch eine Anlaufstelle nennt an die man sich in solchem Fall wenden kann.

      Ich füttere momentan ihre Katze da sie ihren jährlichen Urlaub an der Ostsee verbringt. Die Wohnung ist so dreckig.

      Es riecht muffig moderig und stark säuerlich. Es ist aber SEHR aufgeräumt! Alles an seinem platz. Man sieht das sie versucht zu putzen! Aber ich weiss nicht ob die kraft ihrer Hände nicht mehr ausreicht oder ob sie es eventuell gar nicht sieht? Ihre augen sind sehr schlecht, sie kommt auf 30 cm an einen ran wenn man sie anspricht. Ihre brille ist schon sehr alt und garantiert schon lange nicht mehr auf ihre sehstärke angepasst. Eventuell sie sie es wirklich nicht.... das badezimmer..... die wanne ist dunkelbraun (also normal ist sie schon weiss) Zwischendurch ein paar hellere stellen wo man sieht das sie versuchte mit einem schwamm zu schruppen. Von der toilette ganz zu schweigen... in der Küche hat sie einen magnetmesserblock an der wand. Es ist ungelogen und nicht ubertrieben daumendicke staubflocken drauf. Die gesamte Küchenzeile ist gelbklebrig . Ich bin absolut nicht ziemperlich und auch niemand bei dem es absolut klinisch rein ist, aber ich brauche ihren morgen und abend ca eine 3/4 Stunde bis dieses mulmige gefuhl und die Übelkeit weg sind nachdem ich die wohnung verlassen habe. Gegen den geruch der dort herrscht komme ich nicht an....

      Tapeten und möbel sind alle noch von ihrem einzug (1963!!!) Und größten teils in desolaten zustand. Ganz im besonderen couch und tapeten da die Katze daran kratzt. Das sofa ist so durchgessen das sie dort wo sie sitzt zwei kissen zur polsterung liegen hat.

      Nun muss es eine Möglichkeit geben wie man ihr helfen kann. Ich wurde gerne mit ihr zum optiker für eine neue brille. Zur not wurde ich auch unter der hand mit dem optiker vereinbaren das er ihr einen ganz günstigen preis nennt und ich den Rest zahle. Ihre rente ist nicht hoch und ob sie es annehmen würde das ich die kosten mittrage weiss ich nicht. Daher lieber so. Doch wie soll ich sie darauf ansprechen? Schätze sie sehr stolz ein. Sie ist sonst auch noch sehr selbstständig und auch fit. Möchte sie nicht kränken und ihr das gefühl geben das sie es nicht mehr alleine schafft.

      Wohin wendet man sich für eine haushaltshilfe? Wer trägt die kosten und vorallem wie schlage ich es ihr vor?

      Beim Gardinenwaschen würde ich ihr zb helfen oder auch saugen, wischen.

      Ich möchte sie nur möglichst nicht vor den kopf stossen...

      Danke

      • Natürlich heißt es in det Überschrift "ältere Nachbarin" .....

        • (3) 15.07.14 - 13:04

          oh das ist schwierig denke ich, also das "WIE" stelle ich es an.
          Haushaltshilfen werden evtl.sogar von der Krankenkasse bezahlt-natürlich nach vorheriger "Bedarfsprüfung".
          Wahrscheinlich wäre in deinem Fall eine Brille schon die Lösung des Problems, wenn die Dame sonst noch fit erscheint.

          .

      Wichtig ist, dass Du ganz langsam anfängst Hilfe anzubieten. Also einen Schritt nach dem Anderen.

      Das Wichtigste ist anscheinend die Brille. Wieso sagst Du nicht zu ihr, Du brauchst eine neue Sonnenbrille und da Du ja eh schon auf dem Weg bist, hast Du Dir gedacht, Du fragst sie, ob sie nicht mal zum Optiker mit möchte. Dir muss dann ja keine Brille gut genug gefallen, aber ihre Sehstärke wurde dann halt wieder mal gemessen. Und Kassengestelle kosten ja wohl nicht die Welt (kenne mich nicht aus)?

      Couch und Sofa könnte man sicher mal als Geschenk anbieten, gibt ja überall mal was kostenlos (Online-Flohmarkt, Sozialkaufhaus etc.). Da kann man dann ja sagen, das würde sonst weggeworfen und sei von nem Bekannten.

      Haushaltshilfe ist heikler, dazu müsstest Du wahrscheinlich selbst vorsichtig anfangen, mit ihrer Erlaubnis ein bischen zu putzen, damit sie für so eine Idee offen ist. Da wäre Gardinen waschen schon ein Schritt, sag ihr doch, Deine Maschine muss voll werden, ob sie etwas dagegen hätte, wenn Du ihre Vorhänge mal abholst?

      • <<< Und Kassengestelle kosten ja wohl nicht die Welt (kenne mich nicht aus)?>>>

        Kassengestelle gibt es schon seit Jahrzehnten nicht mehr.
        Aber die Fassungen sind wirklich nicht sehr teuer, würde sage, so ab 20,-/25,-€. Wobei man nicht jede Fassung für jede Glasstärke nehmen kann.

        Wirklich teuer können die Gläser sein.
        Das hängt von der Sehstärke ab und davon, was noch dazu kommt.
        Das Schleifen (also Glasbaustein oder dünnes Glas), entspiegeln, Lotusefekkt.
        Bei älteren Mensch sind meist Gleisichtgläser nötig.

        Das kann schon mal locker 4-stellig werden.

        vg

    Das ist echt total schwierig..

    Wenn du Haushaltshilfe oder "Dreck" ansprichst, kann das einen totalen Bruch in eure Nachbarschafts-Beziehung bringen.. Das hat was mit "Schnüffeln" zu tun, denn ausser der Katze geht dich der Rest nichts an..

    Mit den Möbeln ist es auch so eine Sache.. Vielleicht hat die ihr Mann noch ausgesucht und sie hängt total dran, egal, wie alt sie sind.. Sie kann sich nicht mehr an neue Sachen gewöhnen..
    Das mit der Brille kannst du vielleicht ansprechen, aber natürlich auch nicht in Bezug auf den Dreck..

    Hast du eine Möglichkeit, an die Kinder heranzukommen? Sie vielleicht mal "abfangen" und allein drauf ansprechen? Vielleicht können sie ihrer Mutter da ganz anders zureden, als jemand "Fremdes".. Da kann mans so drehen, dass ihr euch zufällig getroffen habt und ins Gespräch kamt und du ihr helfen würdest..

    Wenn sie gesundheitliche Einschränkungen hat, z.B. der Rücken etc., dann wird die Krankenkasse sicher eine Hilfe stundenweise bezahlen, wenn die Rente nicht reicht..

    Wie gesagt, hier ist sehr viel Feingefühl gefragt und man kann so einiges kaputtmachen, wenn man nicht total vorsichtig ist.. Am besten wirds über die Kinder gehen..

    Noch ein Tip wäre, dass du dir mal ein paar Stunden nimmst und ihr Bad und ihre Küche machst.. Oder du lässt es jemanden einmalig machen, so teuer ist das ja auch nicht.. Und dann mal schauen, ob ihr das auffällt.. Vielleicht gefällt es ihr und du kannst dann sagen, dass du leider nicht immer die Zeit hast, aber dass es da Hilfe gibt und dass du dich mal erkundigst bei ihrer Krankenkasse, was für den Antrag zu erledigen ist..

    • Niemals würde ich ohne Erlaubnis der Dame in ihrer Wohnung putzen! Das geht gar nicht! Die Themeneröffnerin ist nur für die Katze zuständig. Anderes in der Wohnung zu tun ist auf jeden Fall ein Eingriff in die Privatsphäre und kann die Beziehung zu der alten Dame schwer schädigen.

      An die TE: Ich würde die Dame fragen ob sie mit zum Optiker will weil du den Eindruck hast, dass sie vielleicht eine neue Brille braucht. Ich denke das kannst du ehrlich so sagen.
      Die Möbel würde ich ihr lassen so lange sie nichts anderes sagt. Vielleicht hängt sie dran.
      Wegen der Sauberkeit ist es heikel. Bei meiner Arbeit mit alten Menschen höre ich oft, dass sie stolz auf ihre saubere und schöne Wohnung sind, die aber sehr dreckig ist.

      Du kannst ja mal mit ihr ins Gespräch kommen und sie dann fragen, ob sie ihren Haushalt noch gut selber machen mag oder ob es ihr manchmal zu viel wird. Und ob sie nicht schon überlegt hat, Hilfe anzunehmen. Das ist ja keine Schande, sondern würde sie entlasten. Du kannst ja sagen, dass viele ältere Leute die du kennst es so machen. Falls das alles nichts bringt kannst du immer noch über die Kinder gehen. Obwohl die ja sicher wissen wie es um die Wohnung steht. Vielen ist es einfach egal wie ihre Eltern hausen, traurig aber wahr.
      Schön dass du dich um sie kümmerst!

Du hast ja nun ungestörten Zutritt zu ihre Wohnung.

Schau doch mal, ob Du die Telefonnummer/Anschrift der Familie findest.

Nicht Du, sondern an vorderster Stelle ist die Familie "zuständig".

Rufe sie an, taste Dich an das Thema heran und kläre die Familie (vorsichtig) auf.

Du hast aber geschrieben, das die Familie die Dame sporadisch besucht.
Sieht sie denn nicht das Hilfe dringend erforderlich ist?

Deine Idee mit dem Optiker ist grandios und die Umsetzung würde der Dame sicherlich helfen.

Es ehrt Dich dass Du ihr Hilfe zuteil werden lässt, Dir Gedanken um die ältere Dame machst.

Aber binde die restliche Familie mit ein.

Schnell wirst Du zur "Erbschleicherin" abgestempelt. Wenn Du Pech hast.

Eine Renovierung, neue/andere Möbel und eine Putzhilfe dürfte doch, wenn die Familie einige Euros zusammenlegt zu stemmen sein.
Und nicht zu vergessen: für die Katze einen Kratzbaum.

Und wenn von der Familie keine positive Resonanz kommt, Du die Zeit opfern möchtest, schaue doch mal in Deinen Wohnort ob es eine "Sozialstation" gibt. Rufe die KK an und schildere dass Problem aus Deiner Sicht.

Du wirst es schon richtig machen.

Freundliche Grüße von acentejo der dir die Daumen drückt

Warum sprichst Du nicht mit der Tochter?

Hallo

ich habe gerade keine Zeit, schicke dir später eine PN.

L.G.

Wäre der Pfarrer kein Ansprechpartner ? In vielen Pfarreien gibt es eine sogenannte Nachbarschaftshilfe, wo Frauen alte Leute besuchen und auch putzen helfen, sie zu Optiker/Arzt usw begleiten und eben Hilfestellung leisten, wo nötig.
Wenn es sowas gibt, könnte da doch jemand einfach "unverbindlich mal vorbeischauen" und die Hilfen anbieten. Wäre vielleicht besser, wie wenn Du das machst. Dann ist sie Dir nicht böse.
Alleine kannst Du das nicht leisten, das ist eine größere "Baustelle". Sie braucht da wirklich reichlich Hilfe und Unterstützung. Eine Brille reicht da nicht. Evtl. ist sie schon lange inkontinent und braucht Vorlagen usw. (der Geruch ?) Das können ihr Leute viel besser vermitteln, die öfter mit solchen Fällen zu tun haben.
Gibt es beim Rathaus vielleicht eine Sozialarbeiterin ? Die könnte mal vorbeigehen nach der Devise "ich besuche gerade mal alle älteren Leute meines Zuständigkeitsbereichs und wollte Ihnen mal Hilfe für Senioren anbieten"- gibts in kleineren Gemeinden auch.
Ist ganz lieb, dass Du Dir da Gedanken machst.
LG Moni

Ich denke, dass du ein offenes Gespräch mit der Tochter führen solltest.

Sie ist die, die sich kümmern muss.

Ich finde es gut, wie du sie einbindest, würde aber wegen der Sauberkeit des Haushalts nichts unternehmen. Ich besuche regelmäßig eine ältere Dame im Altersheim, und wenn ich in das Haus reinkomme ist mir der Geruch euch immer sehr unangenehm. Es ist einfach so dass man im Alter "alt" riecht. Und eine Wohnung riecht bei Abwesenheit sowieso immer etwas abgestanden. Du kannst ja in der Zeit lüften in der du die Katze fütterst.

Wenn es sich im Gespräch ergibt kannst du ihr anbieten ihr bspw. im Rahmen des "Frühjahrsputzes" bei den Vorhängen zu helfen, weil sie sicher nicht mehr gern auf Leitern steigt, aber über das Thema Grundsauberkeit würde ich nicht sprechen. (Vermutlich verwendet sie nie die Messer aus dem Messerblock, und es ist wirklich oft so, dass mit schlechter werdenden Augen mancher Dreck einfach nicht gesehen wird.)

Was die Brille betrifft, kannst du ja mal im Gespräch erwähnen, dass du total Spaß daran hast Brillen mit auszusuchen, und ob sie nicht Lust hat mal mit dir loszuziehen.

Ich finde zuviel Hilfe kann auch übergriffig sein. Dein Nachbarin ist vielleicht einsam und kurzsichtig, aber sie ist eine erwachsenen Frau, die seit Jahrzehnten ihr Leben selbständig führt. Das würde ich so respektieren.

LG d.

Top Diskussionen anzeigen