Guter und kritischer Artikel zum Thema "Inklusion"

    • (1) 23.07.14 - 10:44

      http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/inklusionsdebatte-unglaubliche-gleichmacherei-13057236.html

      • Hallo,

        wenn denn die Förderschulen nicht nur Hartz4-Empfänger heranzüchten würden (wie es in Bayern der Fall ist, weil nur weniger einen richtigen Schulabschluss anbieten, den viele aber gar nicht machen), sondern sich tatsächlich dafür da wären, auch behinderten Kindern eine Chance zum lernen geben würden, dann wäre ich dabei.

        Inklusion soll ja bewirken, dass auch Kinder, die intellektuell auf gleicher Stufe stehen (oder vielleicht auch höher), wie "normale" Kinder, aber eine irgendwie geartete Einschränkung haben, am Regelschulsystem teilhaben können, einen Abschluss machen können.

        Meine Tochter hat "nur" Legasthenie, soll aber hier auf eine Förderschule gehen, weil keine Regelschule sie nehmen möchte.

        Also was bleibt: Eine Privatschule, die auch bereit ist, sich mit Kindern zu befassen, die anders sind.

        GLG

        • Hallo,

          wenn Inklusion als das gesehen wird, was du beschreibst - super Sache.

          Aber ich kann nicht verstehen, warum man darauf besteht, dass ein Kind, welches die Leistungen der jeweiligen Schulform nicht erbringen kann, weil es einfach nicht in der Lage ist dazu, auf diese zu geben.

          Körperliche Behinderungen sollten niemals das Problem sein.

          Legasthenie als Grund für eine Förderbeschulung kann ich nicht verstehen.

          LG

          • Hey,

            ich frage mich, woher du das Recht und das Wissen beziehst, diese Kinder zu kategorisieren. Warum darf ein Kind mit Körperbehinderung in die Regelschule, ein Kind mit Legasthenie auch, aber ein Kind mit beispielsweise Autismus (du nennst da nichts konkretes) nicht? Weil das Kind mit Autismus nicht gut in den Kontakt mit der Außenwelt treten kann? Weil du glaubst, einschätzen zu können, in wiefern es am Klassenleben teilhaben kann?
            Wonach will man unterscheiden? Deine Kategorisierung bringen mich in ihrer Einfachheit schon fast zum lachen!!! Schonmal daran gedacht, was das Verhalten der Kinder für einen Einfluss auf die Klassensituation hat? Ein Körperbehindertes Kind, welches in keiner weise seine Äußerungen steuern kann und permanent schreit oder summt? Oder ein Kind mit Legasthenie, welches nach langer Außenseitererfahrung auffälliges Verhalten an den Tag legt? Ein Kind mit Autismus, was sehr gern zur Klasse dazu gehören würde, aber nicht in Kontakt treten kann ohne Hilfe?

            Oder noch einfacher: Was sagst du zu Kindern mit einem Hydrozephalus? Kinder, die Wasser im Kopf hatten? Ich habe mehrere Leute mit dieser Vergangenheit kennengelernt. Kind 1 hat Gehprobleme und braucht länger zum sprechen lernen. Kind 2 ist Schwerstbehinderte, hat Aggressionen gegen sich selber und beherrscht keine aktive Sprache. Kind 3 hat gehprobleme, sitzt die meiste Zeit im Rollstuhl und ist Vizeweltmeisterin im Rollstuhlfechten.
            Was sagst du zu Kindern mit Hydrozephalus? Regelschule? Förderschule?

            Was ich sagen will: Es bringt niemanden weiter, einige Diagnosen zuzulassen (Legasthenie, Körperbehinderungen) und andere nicht. Wir können den Kindern nur vor den Kopf schauen.

            Gruß!

        Ich denke, statt auf Inklusion zu setzen (was in meinen Augen derzeit utopisch ist) sollte man lieber die Förderschulen ausbauen... Geeignete Lehrkräfte ausbilden und die Schulen finanziell fördern. Denn weder die "normalen" noch die beeinträchtigen Schüler haben was davon, wenn man sie sinn und planlos in eine Klasse steckt. Alles nur, damit die Regierung sagen kann "seht her, die lernen alle zusammen"

        Denn das Bildungsniveau in den Regelschulen sinkt so schon immer weiter... In der FAZ gab es dazu die Tage einen spannenden Artikel. Ich schaue mal, ob ich den noch mal finde!

        • Verschone uns bitte mit deinen ganzen Artikeln. Ich werde sie ganz sicher nicht mehr lesen. Man kann hier ja alles Mögliche schreiben aber ich verstehe deinen Ansatz nicht.

          Die meisten Eltern wollen keine Sonderschulen und es gibt schon eine Menge Schulen, die Inklusion erfolgreich umsetzen. Womit hast Du da persönlich ein Problem?

          Deine Propaganda erinnert mich an eine ziemlich schlimme Zeit in Deutschland .....

          • Was hast du denn für ein Problem? :D

            Nur weil bei deinem Kind alles super duper klappt, muss das noch lange nicht bei allen so sein!

            Zudem verbitte ich mir solche Nazi-Unterstellungen. Wenn du ein Problem mit meinen "ganzen Artikeln" hast (wieso Plural?) dann schreib das ins urbia intern oder benehme dich wie ein Erwachsener mensch und schreibe mich privat an. Da können wir dann über dein Problem sprechen.

            In diesem Sinne...

            • Was ist denn das bitte schön, deine Forderung nach noch mehr Sonderbeschulungen? Die Behinderten sollen bitteschön woanders lernen und nicht mit Normalen?

              Ich finde, dass Eltern selbst entscheiden sollen, wo sie ihr Kind beschulen, ob das von Erfolg gekrönt ist, ist eine andere Frage. In unserem Fall hätte es ja auch keiner für möglich gehalten und wir konnten beweisen, das es geht!

              Wenn wir unserem Sohn diese Chance genommen hätten, dann wäre er heute nicht auf dem Stand, auf dem er heute ist. Ich finde jeder sollte die Chance bekommen. Ich glaube auch nicht, dass Deutschland seine ganzen Förderschulen schließen wird. Aber es kommen eben auch Kinder, die vorher keine Chance hatten in das Regelschulsystem. Bei uns ist es übrigens gerade mal ein Kind in der ganzen Klasse! (also 1 von 22). Unsere Schule schreibt sich auch ganz groß auf die Fahne, dass sie inklusiv ist aber diese Kinder sucht man dort vergeblich. In der Realität ist die Inklusion noch nicht wirklich umgesetzt, nur an wenigen Schulen. Aber es ist machbar.

              Ich habe keine Lust mich mit Dir privat auszutauschen. Ich habe hier nur das geschrieben, was ich empfinde. Was anders hast Du ja auch nicht getan. Du trittst mit deinen Aussagen auch anderen Menschen auf die Füße und es ist für Dich normal, mit welchem Recht eigentlich?

              • Nein, dass sollten Eltern eben nicht entscheiden! Da sie das ganze meist absolut nicht differenziert betrachten können.

                Wir sind jetzt an einen Punkt angekommen, wo man sieht wie verbissen du die Entscheidung der Eltern verteufelst. Eltern sind mündige Bürger und sollten auch als solche behandelt werden. Nur, weil man ein Kind hat, ist man ja nicht unfähig eine gute Entscheidung zu treffen. Ich habe dir ja nun anhand unseres Fall darlegen können, dass Eltern auch eine gute Entscheidung treffen können. Außerdem treffen immer noch die meisten Eltern nur die Entscheidung, die das System aus Psychologen und Schulen ihnen vorgibt ohne diese zu hinterfragen.

                Es geht hier um Kinder, also um Menschen und ihren weiteren Lebensweg. Es geht hier nicht um etwas Unwichtiges. Ich weiß immer noch, wie Du zu deinem Standpunkt kommst, den du hier so vehement verfechtest. Wenn Du aus einer Schule als Lehrkraft kommen solltest, dann hast du deinen Beruf verfehlt. Dann bleibt dir wohl nur noch die Auswanderung aber es wird im Ausland wohl kaum ein Land geben, das so starr an diesen Strukturen festhalten möchte wie Deutschland.

    (14) 23.07.14 - 22:29

    Hallo,

    ich finde es traurig, dass Inklusion und die Schule für Alle in Deutschland immer noch so ein strittiges Thema ist. Haben es doch andere Länder schön längst erfolgreich vorgelebt.

    http://www.inklusion-brandenburg.de/europaeische_nachbarn.html

    LG Sonja (Sonderpädagogin in der Inklusion einer weiterführenden Schule)

Ich sehe die derzeite Umsetzung der Inklusion keineswegs unkritisch.

Doch was in diesem Artikel beschrieben wird, habe ich noch nirgendwo beobachtet. Deshalb kann ich damit gerade nichts anfangen. #kratz

Ich kann berichten, wie es bei uns ist:
Wir haben im Zuge der Inklusion zusätzliche Förderstunden durch einen Sonderpädagogen bekommen, der sogar extra eingestellt wurde. Wir können ihn jetzt flexibel einsetzen, er ist nicht mehr an bestimmte Kinder gebunden. Wir müssen nicht mehr langwierig das AOSF durchführen und Kinder damit etikettieren - ein Schritt, der mir als Lehrerin immer schwer gefallen ist!

Früher hatte ich zum Beispiel ein Problem, wenn ich ein Kind mit Dyskalkulie in der Klasse sitzen hatte. Dyskalkulie alleine reicht nicht aus, um das AOSF einzuleiten. Was leider nichts am Problem des Kindes änderte.

Die Übernahme der Kosten für eine Förderung konnten die Eltern bei Jugendamt beantragen das war aber ein schwieriger Prozess, der an ganz bestimmte Bedingungen geknüpft war.

Noch spaßiger wurde es, wenn das Kind via Testung so geraaade am begehrten "Etikett" Dyskalkulie oder LRS vorbeihuschte. Weil es für die waschechte Teilleistungsschwäche einen kleinen Tacken zu gut im Test abschnitt! Dann gabs nämlich nicht einmal die Möglichkeit, Förderung durch das Jugendamt zu beantragen! Nachteilsausgleich gabs auch nicht... Kind musste dann halt it seiner 5 leben, weil es im LRS-Test zwei Wörter zu viel richtig geschrieben hatte. #gruebel

Ich habe diese Situation ganz oft als grotesk empfunden und bin froh, dass ich jetzt nicht mehr diesen Etiketten hinterherhecheln muss, um Kindern besser helfen zu können. #pro

Auch unser Sonderpädagoge begreift sich als "für alle Kinder zuständig".

Das war nicht immer so.
Vor drei Jahren hatte ich mal eine Kollegin, Sonderpädagogin + anerkannte LRS-Therapeutin, der legte ich die Hefte eines Schülers vor mit der Bitte, mir bei der Einschätzung der Rechtschreibung zu helfen.

Da bekam ich glatt die Antwort: "Für dieses Kind besteht kein diagnostizierter Förderbedarf, dafür bin ich nicht zustänig!" #schock #zitter

Selbstverständlich war diese Kollegin eine unrühmliche Ausnahme. Aber diese Denke hat mit de Inklusion definitiv keine Zukunft, und DAS ist ein echter Gewinn!!!

LG

Top Diskussionen anzeigen