Kennt ihr das auch? Silopo

    • (1) 29.07.14 - 20:08

      Guten Abend #winke

      ich hatte gestern Abend ein ganz komisches Erlebnis und das hat mich heute den Tag über irgendwie begleitet.
      Und zwar habe ich gestern nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder mit einer Studienfreundin telefoniert. Bis ich letztes Jahr zwecks Arbeit etc. wieder "nach Hause" gezogen bin haben wir uns jeden Tag gesehen, hingen quasi fünf Jahre nur aufeinander, haben uns alles erzählt. Haben trotz dessen, dass wir uns am Tag min 8 Stunden gesehen haben, Abends noch telefoniert oder SMS geschrieben.

      Seit ich aber wieder in meiner Region lebe, trennen uns ungefähr 400km und die Freundschaft ist richtig eingeschlafen. Wenn es hoch kommt schreiben wir vielleicht 5 SMS im Monat, anrufen noch weniger und gestern ist mir dann erstmal aufgefallen, dass wir uns am Telefon fast gar nichts mehr zu sagen haben. Das einzige wo wir uns dann intensiver Unterhalten haben, war als ich ihr von meiner Schwangerschaft berichtet habe und selbst das hatte ich total vergessen ihr zu erzählen. Das hat sie erst gestern bei dem Telefonat erfahren. ich hatte da die ganzen Wochen vorher gar nicht dran gedacht sie anzurufen, weil immer irgendwas dazwischenkam.

      Ich hab irgendwie das Gefühl, dass sie da auch enttäuscht drüber ist und das gestern unser letztes Telefonat war und unsere Freundschaft nun endgültig im Sande verläuft.#zitter
      Ich meine es heißt zwar immer, dass das Leben eine Zufahrt ist und da steigen regelmäßig Leute ein und aus. Einige bleiben länger, einige kürzer und wieder andere unser lebenlang, aber ist es den wirklich so, dass gerade Freundschaft wo die "Beteiligten" so weit entfernt voneinander sind früher oder später scheitern? #heul

      Mein Freund meinte, dass wir halt nun komplett verschiedene Interessen haben und völlig verschiedenen Punkten in unserem Leben stehen und das sich der Mensch, wenn auch manchmal unterbewusst, mehr an Menschen hält die am gleichen Punkt sind.

      Ist das den wirklich so? #gruebel
      Wie sind da eure Erfahrungen?

      LG

      • Hallo,

        z.T. kann oder muss ich dir Recht geben.

        Es hängt davon ab, wie sehr sich dein Gegenüber für dich interessiert oder ihr gemeinsame Interessen habt. Wenn sie rein gar keinen Bezug mehr zu deinem Leben und der Lebensweise hat oder etwa gar kein Vertändnis mehr hat, ist es nicht einfach, die Freundschaft zu erhalten. Wenn ihre Interessen im Fordergrund stehen und sie dich vergisst.

        Einige meiner alten Freundinnen wohnen auch nicht in meinem Ort.

        Zu einer habe ich allerdings noch ein so gutes Verhältnis, es ist zwar nur oft einmal jährlich, dass wir uns sehen, sind aber auf einer Wellenlänge. Wir quatschen noch oft über alte Zeiten und amüsieren uns über manche Zustände. Dann ist die Zeit, in der wir gar keinen Kontakt hatten, wie weggewischt.
        Sie ist kinderlos, aber sie hat Anteil genommen, als ich unsere Tochter bekam. Es ist vielleicht auch wichtig, ob man mit dem Partner der Freundin gut auskommt und ihn akzepiert. Wenn einer den Anderen nicht leiden mag, ist es auch schwieriger.

        Aber vielleicht ändern sich eines Tages eure Ansichten und ihr vermisst euch.

        LG Lotta

        "Mein Freund meinte, dass wir halt nun komplett verschiedene Interessen haben und völlig verschiedenen Punkten in unserem Leben stehen und das sich der Mensch, wenn auch manchmal unterbewusst, mehr an Menschen hält die am gleichen Punkt sind."

        JEIN.. Man sollte schon auf einem ähnlichen Niveau sein und jeder hat seine Schmerzgrenze.

        Ansonsten gehört eben ein wenig Toleranz dazu, die Lebenspläne der Anderen zu respektieren und eine Freundschaft zu erhalten. Und wer sich ein wenig Mühe gibt, der findet auch Berührungspunkte - vor allem, wenn eine Freundschaft lang bestanden hat. Anders ist das vielleicht bei dem Neuaufbau von Freundschaften, klar, dass man da gar nicht den Antrieb hat intensiv nach Gemeinsamkeiten zu suchen.

        Ich kann nicht behaupten, dass meine Freundinnen und ich in den Grundplänen unseres Lebens übereinstimmen. Nicht die Bohne. Und dennoch hören wir dem/der Anderen zu und interessieren uns für das Leben des Gegenübers. Auch wenn es für einen selbst nicht in Frage käme, so kann es doch äußerst lehrreich sein.

        "Freundschaft wo die "Beteiligten" so weit entfernt voneinander sind früher oder später scheitern?"

        Das kann ich grundsätzlich nicht bestätigen. Meine besten Freunde sind weit entfernt, von 550 km (beste Freundin) bis 150 km, jedenfalls weit genug, um nicht einfach mal kurz auf einen Kaffee vorbei fahren zu können.

        Eine Freundschaft scheiterte, die aber auch viele Jahre über die Entfernung funktioniert hatte. Die Gründe des Scheiterns lagen nicht in der Entfernung, sondern in der o.g. fehlenden Toleranz.

        Vielleicht lag das Problem bei euch auch daran, dass ihr eure Freundschaft zu eng geführt wurde. Jeden Tag sehen, dann noch telefonieren... mich erstickt das beim lesen ;-) Dann kam diese plötzliche Entfernung und der Einschnitt war vielleicht einfach zu tief.

        VG

        Hallo,

        ich finde das ziemlich nachvollziehbar. Habe auch nur wenig Kontakt zu Studienfreunden - einfach räumlich bedingt bzw. dass ich gar nicht weiß, wo die jetzt alle hinsind.

        Meine ehemals beste Freundin aus Schultagen habe ich noch durchs Studium gerettet, aber als ich mit dem ersten Kind schwanger war, haben wit uns aus den Augen verloren, wei wir keine gemeinsamen Themen mehr hatten. Das hat gar nichts mit böser Absicht zu tun, aber in jedem Lebensabschnitt triffst du einfach auf neue und andere Leute, mit denen du dann intensive Erfahrungen teilst.

        Mit meinen zwei ehemals besten Freundinnen habe ich mit der einen wie gesagt gar keinen Kontakt mehr obwohl wir von der 8. Klasse an sehr dicke waren, die andere (seit der 5. Klasse) rufe ich zum Geburtstag immer an und wir telefonieren so 2-3x mal im Jahr und sind im Grunde informiert über das was im Leben der anderen passiert. Sehen tun wir uns aber nicht oder besser gesagt nur zufällig und das obwohl wir in der gleichen Stadt wohnen. Eine andere Studienfreundin sehe ich sehr selten, aber wir laden uns z.B. zu den großen Sachen immer gegenseitig ein (Taufe etc.) und wenn wir dann zusammen sind, ist es so wie früher.

        Meine derzeit beste Freundin ist eine ehemalige Kollegin - wir haben uns vor 11 Jahren auf der Arbeit kennengelernt, mailen uns täglich, telefonieren ca. 2-3 x monatlich - sehen tun wir uns 2x im Jahr. Trotzdem ist das die Person die von mir am meisten weiß und ich von ihr und die den meisten Anteil an meinem Leben hat.

        Eine andere Kollegin ist mittlerweile auch zu einer guten Freundin geworden, mit ihr treffe ich mich zum Beispiel viel häufiger. Die dritte im Bunde ist eine Frau, die ich aus dem Kindergarten kenne - dabei sind die Kinder gar nicht mehr so dicke, wir sind uns aber im Laufe der Jahre immer nähergekommen obwohl wir uns jetzt auch nicht mehr SOO oft sehen.

        Ich glaube es kommt weniger auf die räumliche Entfernung an (schon gar nicht heutzutage) sondern ob man sich innerlich grad nah ist und sich mit ähnlichen Themen beschäftigt oder zumindest an den Themen des anderen interessiert ist.

        Menschen verändern sich ja auch stetig weiter und nicht mit allen, mit denen man sich vor 10-15 Jahren verstanden hat, passt es später noch.

        Find ich aber auch nicht schlimm. Witzigerweise war ich früher so der Typ "man braucht nur eine beste Freundin". Jetzt finde ich es toll, dass es mehrere gibt, mit denen ich was machen kann und ehrliche Gespräche führen kann. Bin mir auch ziemlich sicher dass sie sich untereinander alle gut leiden könnten.

      • Hallo,

        ich habe die Erfahrung gemacht, dass räumliche Distanz auf kurz oder lang zu einem Bruch der Freundschaft führt.

        Anfangs telefoniert man noch regelmäßig, um den/die andere/n auf dem Laufenden zu halten. Man lädt einander zu sich ein und trifft sich bei Kurzbesuchen.

        Bei mir war es aber so, dass sich meine beste Freundin (kinderlose Karrierefrau) und ich (2-fach Mutter im Familienbetrieb) uns so derartig auseinander entwickelten, dass mittlerweile keine Gesprächsbasis mehr vorhanden ist.
        Immerhin hat die Freundschaft trotz 13 Jahren räumlicher Distanz lange Zeit gehalten. Leider umsonst.

        LG
        Karin

        Hallo,

        ich denke auch, dass das sehr unterschiedlich ist - woran das liegt, weiß ich aber nicht.

        Ich bin nach dem Abi sofort zum Studieren von zu Hause weggegangen und habe dementsprechend in den letzten 24 Jahren häufig meinen Wohnort gewechselt.
        Meine Freundin aus der Schulzeit, die ich bereits seit KiGa-Tagen kannte, ist dort wohnen geblieben und zählt mittlerweile zu meinen besten Freunden überhaupt. Wir sehen uns nicht häufig, aber telefonieren oder scheiben. Jede weiß, was bei der anderen gerade los ist. Und wir halten auch Rücksprache bei Problemen. Die Freundschaft hat sich über die Distanz eigentlich vertieft.

        Meine Freundschaften aus Studienzeiten oder früheren Arbeitszeiten haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. Manche Menschen, mit denen ich Studienprojekte und persönliche Sachen Nächte lang verfolgt habe, haben sich, seit ich dort weggezogen bin, fast nie mehr gemeldet und auf Anrufe nicht reagiert.
        Andere wiederum, mit denen mich schon damals eine tiefe Freundschaft verbunden hat, sind auch heute noch immer wieder präsent. Die Entfernung ist mittlerweile zu groß geworden, als dass man sich ständig treffen könnte - aber wir sind immer in Kontakt.

        Der ehemals beste Freund meines Mannes hat nach mehreren Treffen und vielen intensiven Telefonaten über Jahre hinweg plötzlich gemeint, es sei nun gut und sie hätten sich nichts mehr zu sagen - völlig ohne Ankündigung oder Begründung. Seitdem herrscht Funkstille. Er hatte einfach keinerlei Interesse mehr. Meinem Mann ist dies sehr schwer gefallen, zumal er keinen Grund sah.

        Sicherlich entwickelt sich jeder aus der jeweiligen Lebenssituation heraus anders. Je weiter es auseinander driftet, desto mehr Interesse muss man für das "Andere" entwickeln. Das finden sicherlich viele Menschen anstrengend.
        Manchmal hat man sich einfach nichts mehr zu sagen - manchmal ist das aber gerade der Kick, mitzuerleben, wie sehr der andere sich verändert, und man kann sich auch selber einen Spiegel vorhalten, was aber die wenigsten gerne tun.

        Mein Freunde hier, in unserer "neuen Heimat", sind sicherlich nicht am gleichen Punkt wie ich. Die meisten sind wesentlich jünger als ich, haben ganz andere Erfahrungen gemacht, leben ganz anders.
        Dennoch verstehen wir uns sehr gut - vielleicht auch weil jeder etwas zur Freundschaft beitragen kann und man von allem profitiert. Dies lässt sich aber natülich durch örtliche Nähe sehr viel einfacher gestalten als bei größerer Entfernung - da benötigt man schon viel Engagement.

        LG

      • Es kann vielleicht wirklich sein, dass wir während des Studiums zu sehr aufeinander gehockt haben und nun unsere Freundschaft neu ausrichten müssen und uns erstmal miteinander zurechtfinden.

        Ich werde mir Mühe geben, dass das mit ihr wieder besser wird. Dann hab ich zumindest nicht kampflos aufgegeben. Vielleicht hat sie ja jetzt aktuell ein bisschen "angst", dass wir uns noch weniger sehen. Seit wir mit dem Studium fertig sind, haben wir uns erst zweimal gesehen, als ich noch mal dort war.

        Zu mir kommt sie leider nicht, da sie keine weiten strecken fahren möchte.

        Ich werde mir auch mehr mühe geben, dass ich sie wieder mehr anrufe und vielleicht auch mehr in den teilweise seltsamen Schwangerschaftsalltag mit einbinde. Zumindest werde ich das mal antasten, ob sie das begrüßt oder eher nicht...

        LG#winke

        Ja, leider ist das oft so. Ich habe diese Erfahrung auch gemacht als ich mit meiner Tochter schwanger wurde. Meine "beste" Freundin erfuhr dadurch quasi als Letzte von meiner Schwangerschaft. Unsere Freundschaft besteht noch (meine Tochter ist mittlerweile 3) aber so richtig teil nehme ich an dem Leben meiner Freundin nicht mehr und sie auch nicht an meinem. Trotzdem versuchen wir an er Freundschaft festzuhalten weil es uns wichtig ist!

        Sie hat ein ganz anderes Leben als ich. Sie geht nach wie vor jedes Wochenende Party machen mit fast 28. Ich bin eigentlich fast nur noch für meinen Freund und meine Tochter da oder ich bin arbeiten. Mit einer Familie hat man andere Prioritäten!

        Mittlerweile habe ich nur noch Freundinnen die auch Kinder haben. Ist schon komisch, wie sich das Leben ändern kann. Ich sehe es positiv. :-)

        Kopf hoch! LG#winke

        • Ich kenne das auch mit dem verschieben von Prioritäten. Ich hatte schon bevor ich schwanger wurde nicht mehr das Bedürfnis mich jede Woche in die Disco zu stürzen oder sogar innerhalb der Woche zu After Work Partys zu gehen. Da wurde ich manchmal schon ganz schön komisch angeschaut, warum ich da nicht mehr mitkomme, weil das doch dazu gehört und ich ja noch soooo jung bin #augen
          Jetzt muss ich da zum Glück mit niemanden mehr diskutieren, da ich die -meiner Meinung nach- beste Ausrede habe der Welt um mich nicht mehr mit meinen Partyfreundinnen in die Nacht zu stürzen. Komischerweise meldet sich von denen jetzt so gut wie gar keine mehr. Naja das waren dann wohl wirklich nur Partyfreundinnen.

          Ich werde aber bei meiner einen Freundin dabei bleiben und zusehen, dass wir wieder mehr Kontakt haben. Ich hoffe, dass sie das auch möchte und wir das trotz der Distanz, Arbeit und Familiengründung schaffen unsere Freundschaft zu erhalten.

          Manchmal glaube ich ja, dass eine Freundschaft manchmal mehr Arbeit macht als eine Beziehung #schein

          LG

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