Asylbewerber - meine Fragen

    • (1) 07.08.14 - 22:00

      Hallo,

      bei uns im Ort sind weitere Asylbewerber aufgenommen worden. Ich habe mich nicht wirklich drum gekümmert, als die ersten kamen. Zwischendurch gab es wohl mal richtig Ärger hier im Ort, weil die Einbrüche zugenommen haben. Unser Polizeiposten der letzten Jahres geschlossen hat, wegen zu wenig Einsätze wurde wieder aufgenommen. Bei zwei der Einbrüche ist definitiv bewiesen, das es Asylbewerber waren.

      Das hat natürlich auch bei mir das Interesse an dem Thema geweckt und wirft folgende Fragen auf:

      (Ich sag jetzt mal vorweg, das ich diesen Menschen erstmal völlig loyal und ohne Vorurteile begegne und ich weiss, das es überall schwarze Schafe gibt)

      - wie kommen denn diese Männer, denn bei uns sind es nur Männer, nach Deutschland, also auf welchem Wege
      - wieso werden Menschen völlig verschiedener Stämme/Länder zusammen in ein Haus gepfercht (zb. Syrier, Lybier und Afgahnen) die haben auch untereinander sehr viele Probleme was für mich auch verständlich ist
      - wo sind deren Frauen und Kinder/ Familien? Warum gehen Männer von ihrer Familie weg? Das ist für mich völlig unverständlich. Mein Mann würde uns unter keinen Umständen alleine in einem Land lassen, das für ihn zu gefährlich ist
      - wo kann ich mir diese und andere Informationen holen?

      LG
      Melanie

          • Und Du ast bislang weder gehört noch gelesen, dass all die oten im Mittelmeer nicht von Kreuzfahrtschiffen gefallen sind, sondern bei der Flucht ertrinken, wärend am anderen Ufer die Zäune verstärkt wurden?
            Dein Mann würde Frau und Kinder mitnehmen auf eine dermaßen gefährliche Flucht, die zudem oft für eine Person schon die finanziellen Mittel der kompletten Familie kostet?

            Gruß,

            W

      Ganz einfach, finde mal für jso viele Menschen JETZT sofort eine eigene Wohnung mit Grundausstattung, das geht nicht so einfach. Man ist froh wenn man die Menschen wo unterbekommt wo es menschlich ist und auch wenn es nicht immer Ideal ist ist es besser als kein Dach überm Kopf. Hier zB. wurden Container zum wohnen aufgestellt weil die Kapazitäten einfach nicht ausreichen
      Nicht jeder Mann hat eine Frau und eine Familie, da gibt es doch tausend Möglichkeiten. Möglich ist auch das die Frauen/Familien nicht nach Deutschland wollen, wo anders untergebacht sind,..
      Asylbewerber kommen nicht automatisch aus Ländern in denen gerade Krieg herrscht, hier zB. sind auch etliche aus Pakistan & Eritrea

      Googel mal "Asylbewerber (deine Stadt)" da müsstest du eigentlich Informationen finden oder wende dich ans Rathaus

      • Ganz einfach, finde mal für jso viele Menschen JETZT sofort eine eigene Wohnung mit Grundausstattung, das geht nicht so einfach. Der Unterschied zwischen deutschen Staatsbürgern und Flüchtlingen ist die Gesetzgebung. Jedem Deutschen stehen per Gesetz 45 Quadratmeter Wohnfläche zu, jedem Flüchtling in Baden-Württemberg 4,5 Quadratmeter.

        Hab ich grad aus nem Artikel rauskopiert.
        Eigene Wohnung???? Davon sind die meilenweit entfernt.

        • (8) 07.08.14 - 22:49

          Nochmal neu, diesmal mit Absatz!
          ..Ganz einfach, finde mal für jso viele Menschen JETZT sofort eine eigene Wohnung mit Grundausstattung, das geht nicht so einfach...

          ... Der Unterschied zwischen deutschen Staatsbürgern und Flüchtlingen ist die Gesetzgebung. Jedem Deutschen stehen per Gesetz 45 Quadratmeter Wohnfläche zu, jedem Flüchtling in Baden-Württemberg 4,5 Quadratmeter....

          Hab ich grad aus nem Artikel rauskopiert.
          Eigene Wohnung???? Davon sind die meilenweit entfernt und das ist auch nicht vorgesehen.

          • Hallo

            ja das ist ja auch nicht das ausschlaggebende an meiner Frage, sondern: Warum mischen die die Staatsbürgerschaften so durcheinander. Ich kenne jetzt kein Volk mit dem die Deutschen so wirklich Probleme haben. Aber ich kann trotzdem nachvollziehen, dass es bei Menschen unterschiedlicher Nationalität, die sich wirklich nicht grün sind immer wieder zu Problemen kommen wird, wenn sie auf engstem Raum zusammen"gesperrt" werden!

            • Eingesperrt wird da niemand
              Die Wohnsituationen sind so schon schwer genug auf die Reihe zu bekommen und da es eh in den meisten Fällen so ist das eine größere Gruppe von Flüchtlingen in einem Gebäude untergebracht ist und sich Küche,.. teilen muss ist es auch völlig egal wer mit wem im Zimmer schläft da die Menschen sich so oder so mit ihren Mitbewohnern arrangieren müssen

              (11) 07.08.14 - 23:12

              Sie werden erst mal bundesweit in die zentrale Sammelstelle des jeweiligen Bundeslandes verteilt und von dort dann je nach Kapazität auf die Landkreise.
              Ich vermute mal, dass sich jedes Bundesland gerne "seine" Asylbewerber aussuchen würde. Nach dem Motte "wir in B-W hätten bitte gerne die kultivierten mit hohem Schulabschluss aus Afghanistan, das Ruhrgebiet kann ja dann die Kriminellen aus dem Kongo nehmen" (Ironie off).

              Da ja auch durchgängig meist die Meinung unter den Deutschen verbreitet ist "die sollen froh sein, dass sie überhaupt hier sind" darf der Asylbewerber dann auch nicht meckern, wenn er mit einem Mann des Nachbarlandes in ein Zimmer gesteckt wird, gegen den das eigene Land im Krieg steht.

              Ich habe keine Ahnung, nach welchen Kriterien verteilt wird.

              Das hier habe ich auf der off. Seite des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gefunden:
              Die Zuteilung zu einer Erstaufnahme-Einrichtungen hängt zum einen ab von deren aktuellen Kapazitäten. Daneben spielt auch eine Rolle, in welcher Außenstelle des Bundesamtes das Heimatland des Asylsuchenden bearbeitet wird, denn nicht jede Außenstelle bearbeitet jedes Herkunftsland. Zudem bestehen Aufnahmequoten für die einzelnen Bundesländer. Diese legen fest, welchen Anteil der Asylbewerber jedes Bundesland aufnehmen muss und werden nach dem sogenannten "Königsteiner Schlüssel" festgesetzt. Er wird für jedes Jahr entsprechend der Steuereinnahmen und der Bevölkerungszahl der Länder berechnet.

              I

              • Ok, also man sieht so ne richtige Antwort gibts da leider nicht.

                Bei uns und den umgebenden Orten gäbe es theoretisch durchaus Möglichkeiten die Nationalitäten so zu trennen, das sie in jeweils einem Haus gut zusammen leben könnten. Mir wurde einmal erzählt ein Asylbewerber soll gesagt haben, er hat Angst vor den Mitbewohnern der anderen Nationalität in diesem Haus. Aber ich habe das Gefühl, darauf wird gar nicht geachtet.

                • "mir wurde einmal erzählt ein Asylbewerber soll gesagt haben, er hat Angst vor den Mitbewohnern der anderen Nationalität in diesem Haus. Aber ich habe das Gefühl, darauf wird gar nicht geachtet."

                  ja, das ist richtig, das interessiert nicht. und ja, das bringt massives konfliktpotential.
                  viele junge männer auf sehr sehr engem raum mit einem arbeitsverbot in deutschland, keinem geld und einer "residenzpflicht", d.h. sie sind praktisch gezwungen die ganze zeit aufeinander zu hocken - und wenn dann solche Konstellationen zusammenkommen, bei denen mitglieder verfeindeter bevölkerungsgruppen aufeinandertreffen... absoluter horror!

                  • Jetzt müsste man mal eine Rechnung aufstellen, ob es nicht "günstiger" für die zuständigen Behörden wäre, wenn man derartiges Konfliktpotenzial vermiede, sprich, von vorn herein darauf achte, wer mit wem in einem Haus leben wird.

                    Ob das den Rattenschwanz an Problemen, die derzeit immer wieder bestehen eindämmen würde, ob das nachher sogar Kosten sparen würde. -> Weniger Streit, mehr Miteinander, weniger Gewalt, vielleicht sogar eine Form des Zusammenschlusses - HALT, da wird es dann kritisch, denn DAS will niemand so recht. Dass sich die Asylbewerber freundschaftlich zusammentun und nachher auf die Idee kommen, ihre Rechte, die sie auch hier haben, einzufordern.

                    Ich befürchte, es ist ganz gern gesehen, dass es unter den Bewohnern immer wieder zu Konflikten kommt, denn wer sich streitet, kann sich nicht zusammentun, um gegen etwas anderes in den Streit zu ziehen... Die Mitarbeiter vor Ort werden das na klar anders sehen, aber diejenigen, die entscheiden, wer wo zu leben hat, die denken sich sicher etwas dabei, denn die sind alle nicht doof.

                    Wenn du verstehst, was ich meine.

                    • na,ja, das ist in den großen "lagern" in der tat nicht so einfach zu bewerkstelligen, zumindest eben nicht in den erstaufnahmelagern

                      Leider gibt es da meiner erfahrung nach auch sonst kaum den Wunsch etwas zu verbessern- zumindest von Behördenseite.
                      In vielen dieser stellen engagieren sich aber viele freiwilligengruppen, die versuchen, dieses zusammenleben erträglich zu machen

                      zum anderen werden wohl auch asylbewerberunterkünfte von privaten sicherheitsfirmen betrieben - und wie hier weiter unten zu lesen sind für 300 asylsuchende 2 sozialarbeiter zuständig- wie viel du da ausrichten kannst, weiß du dann ja selbst!

                      http://www.taz.de/!122145/

                      und wenn man unterqualifiziertes wachpersonal über lebenswichtige entscheidungen für 300 menschen entscheiden läßt kommt es eben auch zu solchen fällen

                      http://www.proasyl.de/de/news/detail/news/unterlassene_hilfeleistung_fluechtling_stirbt_in_unterkunft/

                      echt gruselig.. dabei bin ich doch jetzt in Wochenende-kurzurlaubsstimmung...

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