zahlt die Haftpflicht?

    • (1) 21.08.14 - 13:25

      Hallo,

      Ich miete ein Häuschen, und verstehe mich ganz wunderbar mit meinen Vermietern, die gleich nebennan wohnen.

      Mein Sohn 7 J. hatte besuch von einem Klassenkameraden. Die beiden Jungs haben einen schwarzen dicken Filzstift gefunden und haben damit unser Dachzimmer, welches schön mit Holz vertäfelt ist, bekritzelt.

      Ich habe schon alles versucht, die Kritzeleien zu entfernen, es gibt aber kein Lösungsmittel, welches das vollständig entfernen würde. Das Holz muss also an den entsptechenden Stellen ausgetauscht werden.

      Nun ist es auch noch so, dass die Eltern des Freundes meines Sohnes sich gerade getrennt haben, und die Mutter nun alleine mit 2 Kindern von Sozialhilfe lebt.

      Ich habe ihr noch nicht mal gesagt, dass ihr Sohn einen Schaden mitverursacht hat, weil sie momentan psychisch eh schon labil ist. Ich will es also ganz auf unsere Kappe nehmen.

      Ich habe ja eine Haftpflichtversicherung und hoffe, dass sie die Rechnung, wenn die Holzteile erneuert werden, übernimmt. Hat vielleicht jemand von Euch erfahrungen mit Schäden, die Kinder verursacht haben?

      Schönen Gruß, Suelette

      • <<<Hat vielleicht jemand von Euch erfahrungen mit Schäden, die Kinder verursacht haben?>>>

        Das müsste in euren Versicherungsunterlagen drin stehen.

        Wir haben unsere Tochter damals explizit mit "reingenommen"....aber auch erst, nachdem sie mit nem Edding einen Echtholzsekretär bemalt hat, ...damals.

        Versuchs erst mal damit bevor ihr Balken austauschst:

        http://renuwell.com/de/moebel-regenerator/

        Da kriegt man erstaunliche Flecken damit weg.

        lg thyme

        Bei uns sind die Kinder in der Haftpflicht mit drinne.

        aber zum Filzstift: mein Sohn hat mal ein Eddingstift in die Hände bekommen und sämtlich Möbel mit angekritzelt, weist du was bei uns geholfen hat Händedesinfektionsmittel.

        Auch bei uns im Vereinsheim kamen zwei halbstarke auf die Idee überall ihre Namen zu hinterlassen auch da half händedesifektionsmittel.

        Lg

      • Ich kann das mit dem Handdesinfektionsmittel absolut bestätigen. Meine Schüler hatten unbeabsichtigt Tische mit Edding bemalt (Stift hat sich durch das Plakat durchgedruckt), mit dem Desinfektionsmittel gings problemlos weg. Waren allerdings auch lackierte Tische.

        Du solltest mit der Haftpflicht vorsichtig sein. Es könnte sein, dass sie sich darauf rausreden, dass du deine Aufsichtspflicht verletzt hast.

        • Hallo,

          wie Yumi im nächsten Beitrag geschrieben hat, wäre es wichtig, DASS die Aufsichtspflicht verletzt wurde. Ansonsten zahlt die Versicherung nicht. Also NICHT angeben, dass man dem Kind schon tausendmal gesagt, dass es nicht mit Filzstiften Gegenstände malen darf. Und NICHT betonen, dass man alle halbe Stunde nach dem Kind geschaut hat.

          Liebe Grüße

          Sabine

      • "Du solltest mit der Haftpflicht vorsichtig sein. Es könnte sein, dass sie sich darauf rausreden, dass du deine Aufsichtspflicht verletzt hast. "

        Diese Aussage ist nicht richtig. Kinder UNTER 7 Jahren sind nicht haftbar für das was sie tun. Die Versicherung zahlt nur, WENN die Aufsichtspflicht verletzt wurde, die ELTERN also einen Fehler gemacht haben. Es gibt aber auch Versicherungen, bei denen Kinder unter 7 Jahren mitversichert sind.

        Kinder AB 7 Jahren haften grundsätzlich selber (bzw die Familienhaftpflicht für sie), sofern sie die nötige Ensichtsfähigkeit besitzen. Dann ist es egal, ob eine Aufsichtspflichtverletzung vorliegt oder nicht. .

    (9) 21.08.14 - 14:01

    Ja, ich hab tatsächlich Erfahrung damit. Meine Tochter hatte mit 6 Jahren versehentlich ein geparktes Auto zerkratzt, als ihr Fahrrad beim Versuch, den Ständer runter zu machen, dagegen fiel.

    Meine Haftpflicht schliesst eigentlich auch Kinder mit ein. Was ich aber nicht wusste, Kinder bis zu einem bestimmten Alter (ich glaube, 7 Jahre), sind nicht deliktfähig. Das heisst, sie können nicht haftbar gemacht werden. Und da ich bei dem Vorfall auch in unmittelbarer Nähe war und nach Ansicht der Versicherung meine Aufsichtspflicht nicht verletzt hatte, hatte ich nach deren Aussage auch keine Schuld und somit verweigerte die Versicherung die Zahlung des Schadens. Der Autobesitzer sollte also auf dem Schaden sitzen bleiben.

    Ich fragte dann noch nach, was wäre, wenn die anderen mich verklagen und das Gericht mir die Schuld zusprechen würde. Antwort der Versicherung: DANN würden sie zahlen.

    Okay, es ist auch Kulanzsache und Ansichtssache des Sachbearbeiters. Da ich es unfair fand, den Autohalter auf dem Schaden sitzen zu lassen, hatten wir ein längeres Hin und Her (über ein dreiviertel Jahr), bis am Ende die Versicherung doch einen Teil erstattete. Insgesamt schien mir seine Forderung für ein recht altes und ohnehin schon insgesamt sehr verkratztes Auto ja auch etwas überzogen, insofern war es aus meiner Sicht dann okay, dass ein Teil der Forderung gezahlt wurde.

    Ich habe aber damals viel dazu gelesen und auch mal gesehen, dass in bestimmten Härtefällen, wie z.B. wenn durch den Vorfall ein Nachbarschaftsverhältnis zerrüttet werden könnte, die Versicherungen eher bereit sind, zu zahlen. Das wäre bei euch ja evtl. der Fall.

    Und die Sache mit der Aufsichtspflicht ist natürlich auch immer von Bedeutung.

    Mein Eindruck war .... übertrieben gesagt: wäre ich zu Hause gesessen, hätte ein Bierchen getrunken und mein Kind alleine auf die Strasse geschickt, hätte ich die Aufsichtspflicht verletzt, wäre also schuld gewesen, und die Versicherung hätte gezahlt.

    Da ich aber dabei war und sogar noch versuchte, das Rad vorm Sturz festzuhalten, habe ich die Aufsichtspflicht NICHT verletzt und die Versicherung zahlt nicht.

    Also verantwortungsvolles Handeln ist bei Verischerungen offenbar nicht so angesagt. ... #gruebel

    LG #winke

    • (10) 21.08.14 - 16:44

      Hallo,

      aus dem Grunde habe ich in meiner Versicherung mein deliktunfähiges Kind miteingeschlossen. Bis zu einer bestimmten Summe zahlt die Versicherung ohne Überprüfung der Aufsichtspflicht.

      Das musste ich leider schon in Anspruch nehmen, als meine Tochter aus Versehen die Windschutzscheibe der Nachbarn beschädigte. Die Versicherung hat problemlos gezahlt.

      LG Sonja

      • (11) 21.08.14 - 18:19

        Das ist bei mir auch mit eingeschlossen! Deshalb dachte ich auch nicht, dass es Probleme geben würde. Aber dann lief es wie oben beschrieben. Im Vertrag (HUK) wird dann bei der Klausel zu den deliktsunfähigen Kindern auf weitere Paragraphen hingewiesen, die man wiederum online nachlesen muss und da gibt es diverse Punkte, die die Haftung dann wieder ausschließen.

        Entweder hattet ihr eure Aufsichtspflicht verletzt und wart daher haftbar oder es war eben Kulanz eurer Versicherung. Ich hatte ja schon erwähnt, dass gerade zur Wahrung eines guten Nachbarschaftsverhältnisses Versicherung wohl öfter die Kosten übernehmen.

        LG

        • Hallo!

          Mit der HUK hatten wir schon 2 Mal Probleme bezüglich der Haftung von Kindern:
          Das erste Mal hatte ein 10jähriger Junge meiner damals 8jährigen Schwester in einer Hotelhalle mit Marmorfußboden ein Bein gestellt (Deutscher Junge, Urlaub auf Rhodos), sie stürzte und brach sich den Arm. Meine Eltern wollten im Grunde nur die dadurch entstandenen Kosten von den Eltern bzw. der Versicherung erstattet bekommen, die Versicherung wollte aber nicht zahlen (und der Junge war nicht deliktunfähig!). Das Ganze ging dann über einen Rechtsanwalt, und zwei Tage vor dem Prozesstermin sind die erst eingeknickt und haben gezahlt - hätten sie gleich gezahlt, wären sie billiger davon gekommen, so kamen noch Anwaltskosten dazu, und der Anwalt meiner Eltern hat die Kosten natürlich noch einmal nach oben geschraubt (Schmerzensgeld für meine Schwester, Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreuden).
          Das zweite Mal hatte ein kleiner Junge (höchstens 3) auf der Straße mit Steinen geworfen und das Auto meines damaligen Freundes beschädigt. Das war definitiv eine Aufsichtspflichtsverletzung, trotzdem wollten die nicht zahlen, es gab dann auch ein großes hin und her.

          LG

(13) 21.08.14 - 16:08

Hier gibt es gleich mehrere Gründe, warum die Versicherung Probleme machen könnte:

- der andere Junge haftet mit (sofern er auch 7 Jahre oder älter ist). WENN die Versicherung zahlt, zahlt sie wahrscheinlich nur die Hälfte
- viele Versicherungen schließen Schäden an MIETSACHEN aus (in den Vertrag schauen)
- alle Versicherungen schließen Schäden aus, die VORSÄTZLICH begangen wurden. Das hört sich hier so an, als sei das kein Versehen gewesen, sondern Absicht.

Der Versicherung melden und abwarten. Viel Hoffnung kan ich Dir aber nicht machen.

kommt sehr auf die police an... bei der normalen haftpflicht ist das fraglich, es gibt aber extra kinder-haftpflichten die das abdecken würden, und eben auch welche, wo sich das nicht lohnt weil man es die nächstenjahre an beiträgen wieder draufzahlt.

wir haben uns einmal eine tapeten-malerei bezahlen lassen, ein anderes mal haben wir selber bezahlt, weil das billiger kam als die beitragserhöhung...

ich würde zum verscherer meines vertrauens gehen und ohm den vorfall schildern... im eigenen haus könnte das allerdings sehr schwierig wrden... bei der haftpflicht des besuchskindes könnte das eher klappen... so meine vermutung. kommt aber wie gesagt seeehr auf das kleingedruckte an... möglich ist da vieles....

lg

Hey!
Hast Du schon mal die Schmutzradierer versucht?
Meine Mutter hat damit Edding von ihrem Holztisch entfernt!
LG

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