Anschlussunterbringung Asylbewerber in Privatimmobilie - Frage

    • (1) 02.09.14 - 22:01

      Hallo,
      ich weiß nicht ob das die richtige Rubrik ist - aber Haushalt und Wohnen passt irgendwie nicht und Politik ist es eigentlich auch nicht....

      Arbeitet jemand beim Landkreis und hat Erfahrung wie es abläuft, wenn man eine private Immobilie für Asylbwerber zur Verfügung stellt?

      Gerne auch PN.

      Das soll keine Diskussion werden!

      LG

      • Bei uns werden die mit Kusshand genommen.
        Frag mal beim Amt für Soziales nach, die vermitteln die Wohnungen dann weiter.
        Bei uns sind viele Vermieter auf den Zug aufgesprungen, das Amt zahlt schließlich pünktlichst die Miete.
        Aber nicht wundern wenn es zu ghettohaftem Ausmaß kommt weil Familien mit 8 Kindern+ auch kleine Wohnungen bevölkern und die alteingesessenen Mieter die Kündigung einreichen und das weite Suchen.
        Leider bei uns der Fall

        • Möchtest du mit einer Grossfamilie in einem Haus wohnen. Bei meiner Tante in einem Haus mit nur "Alten Alleinstehenden " hat ein Eigentümer in eine kleine Wohnung eine Grossfamiele einquatiert. Die Familie hat auch noch Tag und Nacht besuch. Sie kennt sich natürlich auch nicht mit den deutschen Gegebenheiten aus,

          Ich finde das kann nicht funktonieren. Meine Tante hat den Flüchtlingen vieles erklärt ( Mülltrennung , Ruhezeiten usw..) sie worde sogar auf eine Hochzeit eingeladen. Aber Familei mit Kindern gehören nicht in eine Rentneroase. Sie sollten bei anderen Familein wohnen.

          • Vorbildlich, wie Deine Tante die Flüchtlinge begrüßt hat und intuitiv gleich die richtigen Prioritäten gesetzt hat, damit sie wissen, wo sie gelandet sind...( Mülltrennung , Ruhezeiten usw..) sind sicher total wichtig, wenn man mit nichts gerade nach der Flucht aus der Heimat hier ankommt.

          • Das Thema Mülltrennung wird von den zuständigen "Arbeitskreisen Asyl" hier im Landkreis, die sich aus ehrenamtlichen Menschen zusammensetzten, ziemlich ernst genommen und entsprechend auch von den Behörden unterstützt. Aber gut, machen wir uns auch über diese Ansätze einer Integration ruhig lustig.

            Im Übrigen sind diejenigen, die "mit nichts" und "nach der Flucht" hier ankommen ein ziemlich kleiner Kreis geworden.

            • "Im Übrigen sind diejenigen, die "mit nichts" und "nach der Flucht" hier ankommen ein ziemlich kleiner Kreis geworden. "

              Das kann sogar stimmen, es mag ja niemand die Italiener z. B. unterstützen, die das Pech haben, ungünstig an der Küste zu liegen und die Flüchtlinge einsammeln zu dürfen.

        #augen. vorbildliche tante! oh mein gott.

    Dass die mit Kusshand genommen werden ist mir schon klar - unsere Gemeinde hat einen Aufruf gestartet.
    Mir geht es eigentlich eher darum ob man ein Haus anbieten kann, was abgerissen werden soll - also ob man den Vertrag von vorneherein befristen kann, ob man Mitspracherecht hat, wer da reinkommt und was an "Mieteinnahmen" zu erwarten ist. Also ob es eine Kopfpauschale pro Person gibt oder einfach eine Summe X, etc.

    Bei der Gemeinde habe ich schon mal "vorgefühlt" - hatte aber den Eindruck, dass die froh sind, wenn sich keiner meldet, damit sie evtl. die Unterbringung umgehen können (was natürlich Blödsinn ist, da jeder drankommt).

    Schlimm, wie in unserem Wohlstandsstaat mit armen Menschen umgegangen wird, ne?

(15) 03.09.14 - 07:42

Die Anschlussunterbringung betrifft (zumindest in BW) nicht den Landkreis, sondern ist Sache der einzelnen Städte und Gemeinden.

Der Landkreis stellt die Unterbringungen für die Zeit, in welcher das Asylbewerberverfahren läuft, bereit.

Unser Landkreis realisiert im Moment nur große Projekte, weil die Flüchtlingszahlen innerhalb eines Jahres derart gestiegen sind, dass schlicht keine Zeit bleibt,sich um Immobilien unter 300 qm zu kümmern.

Solltest du also eine kleine Immobilie besitzen, würde ich mich an deine Gemeinde/Stadt wenden. Die werden genauso dankbar sein.

  • (16) 03.09.14 - 08:36

    Habe schon geantwortet - die Gemeinde hat irgendwie nicht wirklich den Eindruck gemacht als würde sie sich freuen, dass es tatsächlich jemanden gibt, der sich "freiwillig" meldet.
    Mir geht es aber darum zu wissen ob man ein Haus befristet anbieten kann, Mitspracherecht hat bei der Belegung (für Großfamilie geeignet, für 10 Männer aus div. Ländern eher nicht), was an Mieteinnahmen zu erwarten ist, etc.

    Dass die unmittelbaren Nachbarn nicht grade Hurra schreien ist uns bewusst aber eigentlich wurscht;-)
    Es war nur mal ne Idee, da das Haus derzeit leer steht und unter "normalen" Bedingungen nicht vermietet werden kann, bzw. man würde nur Mieter bekommen, die auf dem normalen Wohnungsmarkt keine Chance haben und die kriegt man dann nicht mehr raus.
    So blöd das ist - aber wenn ich Asylbewerber drin habe, dann weiß ich, dass das Geld pünktlich kommt und wenn man vertraglich befristen kann, dann wäre das für uns im Moment eine sehr gute Lösung, da die Leute dann "raus" sind, wenn wir in die Bauphase treten (der Termin ist aber noch völlig offen).

    • (17) 03.09.14 - 09:35

      Als Landkreis mieten wir Objekte für 5 Jahre an mit der Option auf weitere 5 Jahre. Hat damit zu tun, dass wir natürlich nicht zu weit in die Zukunft planen dürfen und können.

      Bei der Belegung gibt es, zumindest in unserem Fall, kein Mitspracherecht.

      Wir haben selbst keinerlei Einfluss, welche Personen uns von der Erstaufnahmestelle weitergeschickt werden. Wir versuchen dann zwar, diese möglichst verträglich auf die einzelnen Standpunkte zu verteilen, stoßen hier aber schnell an unsere Grenzen.

      In unserem Landkreis liegt der Männeranteil im Übrigen bei 90% (In den umliegenden Landkreisen sieht es nicht anders aus). Was man somit von den Aussagen der Politiker in Bezug auf die so gern propagierten "hilfesuchenden Familien" halten kann, darf jeder selbst entscheiden.

      Was dir klar sein muss ist, dass es unter Umständen jede Woche zu Anrufen Seitens der Gemeinde kommt, weil irgendwelche Gegenstände (Tür, Wand, Küche, Außenbereich etc.) zu Schaden gekommen sind und repariert werden müssen. Das erledigt dann zwar der Mieter (solange durch den Mietvertrag abgedeckt), ist dennoch durchaus mit Ärger verbunden.

      Privatleute, die an unseren Landkreis vermieten, sind fast ausschließlich vermögende Menschen, die mehrere Wohnungen oder gleich das ganze Haus kaufen um es uns dann anzubieten. Das heißt für die lohnt es sich dann auch, den zusätzlichen Ärgern auf sich zu nehmen. Die wohnen zudem nie vor Ort und müssen Streitigkeiten mit Nachbarn aushalten.

      Bei Mieteinnahmen orientieren wir uns an den ortsüblichen Preisen. Kommt allerdings dann noch drauf an, was von unserer Seite gemacht werden muss. Das Thema Brandschutz verschlingt gerade bei älteren Gebäuden Unsummen an Geld, was wir dann entsprechend bei der Miete in Abzug bringen müssen.

      • (18) 03.09.14 - 09:55

        ...Was dir klar sein muss ist, dass es unter Umständen jede Woche zu Anrufen Seitens der Gemeinde kommt, weil irgendwelche Gegenstände (Tür, Wand, Küche, Außenbereich etc.) zu Schaden gekommen sind und repariert werden müssen. Das erledigt dann zwar der Mieter (solange durch den Mietvertrag abgedeckt), ist dennoch durchaus mit Ärger verbunden....

        Oh je - und dann noch täglich die Anrufe der Nachbarn....
        Wir dachten daran, "nur" das Haus zur Verfügung zu stellen - alles andere würden wir vertraglich "abgeben".
        Es ist keine Schrottimmbilie (Heizung und Fenster sind relativ neu) - aber eben trotzdem ein altes Haus. Aber das bei einer Belegung von mehr als 5 Leuten schnell was kaputt geht, ist uns klar. Damit wollen wir uns aber nicht zusätzlich "belasten".

        Wir finden es nur irgendwie ungünstig, dass das Haus jetzt brach liegt.

        ...Privatleute, die an unseren Landkreis vermieten, sind fast ausschließlich vermögende Menschen, die mehrere Wohnungen oder gleich das ganze Haus kaufen um es uns dann anzubieten. Das heißt für die lohnt es sich dann auch, den zusätzlichen Ärgern auf sich zu nehmen. Die wohnen zudem nie vor Ort und müssen Streitigkeiten mit Nachbarn aushalten....

        Ok, da fallen wir nun wirklich nicht drunter;-)

        ...Bei Mieteinnahmen orientieren wir uns an den ortsüblichen Preisen..

        Die Mietpreise hier sind exorbitant hoch.
        Für ein Haus in diesem Zustand würden wir noch gut 1000 Euro monaltich bekommen (kalt). Aber wie gesagt, wir wollen nicht dauerhaft vermieten, es geht "nur" um eine Übergangszeit von ca. 1 Jahr, evtl. 2 Jahre.

        Ich glaube, wir verwerfen den Gedanken. Der Aufwand scheint mir arg hoch.

        • (19) 03.09.14 - 13:20

          Wir dachten daran, "nur" das Haus zur Verfügung zu stellen - alles andere würden wir vertraglich "abgeben".

          Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Ich kenne einen Fall in einem Nachbardorf, wo ein Gasthausbesitzer ein Mehrfamilienhaus der Gemeinde auch für damals russische Familien (aber auch ganzen Rotten von alleinstehenden Jünglingen) zur Verfügung stellte. Er musste genaue Auflagen erfüllen, was zur Verfügung zu stellen ist, Heizungsanforderungen usw usw.
          Wie die Immobilie nach kurzer Zeit aussah, erwähne ich nicht extra. Den Ärger mit den Anwohnern nach vielen lautstarken nächtelangen Wodkapartys kann man sich vorstellen.

          Ich weiß, dass er es nie wieder tun würde und viele Probleme hatte, bis das Haus leer und wieder komplett renoviert war. Du musst wissen, was Dir die Mieteinnahmen wert sind.......
          LG Moni

          • (20) 03.09.14 - 13:37

            Mein Chef (Bürgermeister aber anderer Ort) meinte, es sei möglich, das vertraglich so zu regeln.
            Das Haus wird abgerissen, das ist Fakt. Deshalb wäre es uns persönlich egal ob da jetzt noch jemand drin wohnt oder nicht.
            Habe aber grade nochmal mit meinem Mann gesprochen - er kann das ohnehin nicht alleine entscheiden - und er hat bei seinen beiden Geschwistern mal "vorgefühlt", die sind strikt dagegen.
            Wir müssen jeden Monat die Summe von rund 800 Euro zusätzlich für das Pflegeheim aufbringen. Noch geht das aus den Ersparnissen/Rente meiner Schwiegermutter. Aber hochgerechnet ist nächstes Jahr im Mai das Geld ausgegeben.
            Bis dahin muss entweder schon etwas vorwärtsgegangen sein, was den Teilverkauf des angrenzenden Grundstückes angeht oder wir haben eben etwas mehr Zeit, wenn wir das Haus zu dem Zweck für ca. 1 Jahr hergeben.
            Wenn das Geld alle ist, muss mein Schwager komplett für die Differenz aufkommen. Wir und auch die Schwester meines Mannes sind aufgrund unserer finanziellen Lage raus.
            Das weiß mein Schwager auch aber anscheinend zahlt er lieber drauf als das Haus für diesen Zweck nutzen zu lassen.
            Das Thema ist jetzt durch.

            • (21) 03.09.14 - 20:17

              ""Das Thema ist jetzt durch. ""

              Und das ist auch gut so.

              Grüß die Geschwister Deines Mannes von mir = richtige Entscheidung getroffen!

              • (22) 03.09.14 - 20:45

                ...Grüß die Geschwister Deines Mannes von mir = richtige Entscheidung getroffen! ...

                Warum die richtige Entscheidung?
                Die wohnen nicht mal hier, haben keine Arbeit mit Haus und Grundstück und sind die ersten, die meckern, wenn nächstes Jahr wirklich kein Geld mehr da ist und wir mit dem Teilverkauf noch kein Stück weiter sind.
                Da kümmern sie sich nämlich auch nicht drum.

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