Unangenehme Situation mit Bettler

    • (1) 10.10.14 - 12:06

      Hallo,

      gestern Abend hatte ich zu 20.00Uhr noch einen auswärts Termin und wollte mit dem Fahrrad los. Dazu muss ich das fahhrad im Hinterhof holen und an einer dunklen Ecke zum Ausgang raus. Das ist eine Art Sackgasse, die Beleuchtung ist mies und es laufen um die Uhrzeit ja nicht mehr so viele Leute dort lang.

      Ich kam also gerade aus meinem Ausgang, hatte hinter mir die Tür verschlossen (hinter mir also kein Weg zurück) und auf mich zu kam ein junger Mann, vielleicht Mitte 20. Das Licht gab nicht so viel her, aber er sah nicht ungepflegt aus. Stellte sich vor mich und fing mit einer langatmigen Erklärung an, wo er die Nach verbringen will, nämlich in einem stattlich finanzierten Obdachlosenheim (oder so ähnlich), da könne er sicher hin, ihm fehle jedoch nur noch ein € zum Fahrgeld. Ich habe mich ehrlich gesagt sehr unwohl gefühlt. Er schien nicht sonderlich bedrohlich, aber die Gesamtsituation hat bdas geschafft. Jedenfalls antwortete ich, dass ich Abends, wenn ich unterwegs bin, selten meinen Geldbeutel dabei habe (das stimmt sogar, ich nehme meistens nur Bargeld mit). Er meinte noch, das sei vernünftig und dann bin ich an ihm vorbei gefahren.

      So, den ganzen Abend habe ich dann noch hin und herüberlegt. Ich bin recht mitfühlend und gebe vielleicht nicht jedem Bettler was, doch aber hin und wieder, wenn ich das Gefühl habe, es wäre der richtige Weg.

      In der beschriebenen Situation hatte ich jedoch Bammel, dass ich meinen Geldbeutel raushole, der greift danach und weg ist er. Eine Chance hätte ich nicht wirklich gehabt. Ich habe mich regelrecht in die Ecke gedrängt gefühlt.

      Mir tat er im Nachhinein leid. Nennt mich naiv, aber ich hatte das Gefühl, er sagt die Wahrheit. Ich war selber noch nicht obdachlos oder in der Gefahr es zu werden. Aber ich weiß selber, wie schnell einem das Schicksal einen strich durch die Lebensplanung macht.

      Wie reagiert ihr in solchen Situationen? Gebt ihr den Euro oder lehnt ihr grundsätzlich ab?

      lg

      • Hallo!

        Bei mir ist es so, dass es auch drauf ankommt, wie mein Gefühl ist...
        Grundsätzlich ablehnen tue ich nicht!

        Die Frauen, die mit ihren Babys/Kindern betteln gehen, die bekommen nichts! Da würde ich eher noch die Polizei rufen, weil ich es richtig schlimm finde, wenn die mit den Kindern den ganzen Tag betteln gehen!

        Ist, glaub ich, auch verboten...

      Ich persönlich glaube da mit dem Fahrgeld benötigen nicht. Dazu müsste mehr sprechen als nur die Behauptung. Mein persönliches Radar sagt auf 100 Fahrgeldanfragen kommt vielleicht eine richtige (rein subjektiv).

      Selbst wenn es stimmt war es letztlich richtig, den Geldbeutel nicht herauszunehmen. Dazu war die Situation zu unübersichtlich.

      M.E muss dir also gar nichts leid tun.

      Hallo,

      nun ja...das ist eine Masche. Bei uns sitz ein junge Mann so 22 - 26 Jahre und heult oft oder jammert vor sich hin und erzählt das was von Rauswurf (immer gestern) der Freundin und das er kein Geld hätte um heim zu fahren.

      Ich sah den schon vor Tagen rum heulen und in der Zeit wäre ich locker heim gelaufen - sind um die 50 Kilometer, wenn das stimmt, so was stemmt man ja wenn man faul ist locker und mit sehr viel Pausen an max. twei Tagen.

      Ein Taxifahrer hat ihm auch 20 Euro gegeben und denoch ist er noch hier.....bzw, fährt immer gegen frühen Abend mit dem Zug und seinen Einnahmen heim.

      Gerade junge Leute fallen auf den rein und geben oft mehr als einen Euro.

      Ich gebe grundsätzlich nichts. Wenn kein Geld für eine Fahrkarte vohanden ist muss man halt laufen......hätte man immer auf eine Mitfahrgelegenheit gewartet, wäre die Erde wohl nie flächendeckend bevölkert worden. Das hat meist auch zu Fuss statt gefunden und ein wenig wandern schadet ja auch nicht. In der Zeit, wo man rum bettelt,
      kommt man ein paar Kilometer weit.

      • ich wohne in der großstadt, klar kenne ich die masche. und ich schrieb ja, dass ich zumeist auch nichts gebe. außer ich hab das gefühl es wär das richtige in dem moment.

        der junge mann gestern abend war allerdings anders als die bettler, die ich sonst so erlebe. er war sehr höflich und seine schilderung klang sinnig (meist sind es ja so sprüche a la: entschuldigen sie, haben sie mal nen euro, damit ich...) bei ihm klag das schon anders. zudem lief er bei usn durchs wohngebiet. hier habe ich noch nie einen bettler erlebt. in der innenstadt ja, zu hauf, aber hier, abends 20.00uhr? das und seine art haben mich ja zum nachdenken gebracht.

        allerdings weiß eigentlich auch jeder vernünftige mensch, dass man sich in einer dunklen sackgasse keiner jungen frau nähert und um geld bittet. deshalb war ich auch harscher, als ich es sonst gewesen wäre....

        lg

        • Ich finde, dass du dir keine Vorwürfe zu machen brauchst.
          Wenns nur um einen Euro für die Fahrkarte ging, dann kann er nicht weit weg gewohnt haben. Bei uns kommt man mit 1EUR eine Zone weit und die hat nur 20km Spannweite.
          20km kann man auch mal laufen.

          Für 20km hätte ich mich nciht zum Obst gemacht und fremde Leute nach Geld angebettelt.

          Allerdings ist es mir auch schon mal passiert, dass ich an der Straßenbahn ausgestiegen bin und ne Frau (gepflegt) dastand und fragte, ob wer nen noch gültigen Fahrschein für sie hat. Ich hatte meinen noch in der Hand und ihn ihr gegeben.
          Im Nachhinein total dämlich! Ich kann froh sein, dass das keine Masche von den Fahrkartenkontrolleuren war, die die Leute dabei erwischen wollen, wie sie verbotenerweise ihre Fahrscheine an andere weiter geben, weil die noch gültig sind!

          Mach ich nie wieder! Egal wie gepflegt jemand aussieht. Weder gebe ich Geld weg, noch tue ich noch mal verbotene Sachen, für die ich am Ende haftbar gemacht werden kann.
          Ich kann nen Fahrschein verschenken, oder andere festgelegte Werte, aber kein Geld.

          • Es ist verboten noch gültige Fahrscheine an andere Personen zu verschenken?#gruebel
            Das habe ich noch nie gehört. Oder ist das Städteabhängig?

            Ist doch schnurz wessen Hintern auf einem Platz sitzt...

            • Ich denke mal, dass so ein Fahrschein übertragbar ist, steht ja kein Name drauf. Aber selbst wenn nicht ... wer soll das nachweisen?

              Mit Sicherheit ist es nicht verboten, den Schein zu verschenken. Allenfalls ist der Fahrschein, wenn der Kontrolleur den wüsste, dass er verschenkt wurde, nicht mehr gültig.

              Steht meist in den Beförderungsbedingungen. In Hamburg ist es auch verboten. Intressiert mich nicht, verschenk trotzdem durchaus ne Tageskarte wenn ich sie nicht mehr brauche (oder verkauf sie #schein )

        ganz ehrlich jetzt, wenn er gepflegt aussah und in der großstadt war und unbedingt hin musste zum schlafen, hätte er schwarz fahren können. also, wenn es wirklich nötig war. Ich will jetzt keiner dazu anleiten kriminell zu werden, aber wenn es wirklich nötig war und er sonst kein dach über dem kopf gehabt hätte....

----Gebt ihr den Euro oder lehnt ihr grundsätzlich ab?---

Ich gebe ab und zu was.
Aber wenn ich in die Stadt gehe, stecke ich mir immer 2-3 Münzen in die Jackentasche, die ich dann geben kann. Niemals hole ich meinen Geldbeutel raus.

(14) 10.10.14 - 15:09

Da ich in Berlin wohne, wäre ich arm, wenn ich jedem Bettler etwas geben würde und grundsätzlich lehne ich immer ab. Gute Straßenmusiker bekommen etwas und selten mal einer, der mich wirklich überzeugt. Wenn ich Essen übrig habe und danach gefragt wird, gebe ich etwas.

Und ja ja, alle brauchen immer zufällig ganz viel Fahrgeld - ist klar.

  • In Hamburg ist es auch so. Wenn du jedem Bettler einen Euro geben würdest, der dir am Tag über den Weg läuft, dann könntest du mit dem Geld täglich eine 4-köpfige Familie ernähren. Von mir bekommt auch keiner mehr was.

Top Diskussionen anzeigen