Reifendrucksensoren in Neuwagen - Pflicht ab 1.11.2014

    • (1) 17.10.14 - 10:51

      Moin!

      Zu o.g. Thema hätte ich eine Frage, falls sich hier jemand auskennt:

      Mein neues Auto (BMW X1) wurde am 25.6.2014 erstmalig zugelassen. Der Wagen hat bereits ab Werk die o.g. Reifendruckkontrolle.

      Nun kaufe ich neue Winter-Kompletträder, allerdings nicht bei BMW. Funktioniert dann dieses RDC genauso? Oder muss man da was besonderes beachten? Da ich die bei der Werkstatt meines Vertrauens kaufe, gehe ich davon aus, dass die mich drauf aufmerksam machen würden, wenn man da was spezielles nehmen müsste.

      Und generell: Bin ich von dem neuen "Gesetz" überhaupt betroffen oder schrappe ich so kurz dran vorbei? (unter Ziffer 6 im KfZ-Schein steht 22.01.2014, Datum der Typgenehmigung)

      LG
      Merline

      (5) 17.10.14 - 15:12

      Hallo,
      du solltest einmal prüfen, bzw. prüfen lassen welches System du überhaupt hast.

      Es sind nämlich ab 01.11.2014 keine Reifendrucksensoren Pflicht, sondern ein System, dass zuverlässig einen Reifendruckverlust feststellen kann.

      Das funktioniert auch über das ABS/ASR System über die Radsensoren.
      Bei dem System benötigen die Reifen gar nichts extra und man kann alle passenden Reifen ganz normal anbauen, bzw. anbauen lassen.

      Und nein, du bist von dem neuen Gesetz noch gar nicht betroffen.
      Da haben die Hersteller für zu sorgen, das alle Fahrzeuge die ab dem 01.11.2014 neu zugelassen werden ein entsprechendes System eingebaut haben.

      Mit Neu zugelassen werden ist übrigens nicht das anmelden für den Straßenverkehr gemeint.

      Damit ist gemeint, wenn ein Fahrzeug von dem Hersteller neu zugelassen wird.
      Also neue Modelle die auf den Markt kommen.

      Gruß
      Demy

      • (6) 20.10.14 - 08:31

        #danke

        Also meiner hat so ein System (das "schlug" nämlich letztens erstmals an), welches einen Warnton abgibt und dann steht auf dem Display (da wo das sonst das Navi zu sehen ist): "Bitte Reifendrück prüfen und danach Fahrzeug initialisieren" - also Reset durchführen. Habe ich dann gemacht, alles zurückgesetzt und es war okay. Er sagte aber nicht, wie hoch der Reifendruck ist, das ist dann wohl die "luxuriösere Ausführung".

    Ich habe jetzt beim ADAC die passende Aussage gefunden:

    "Indirekt arbeitende RDKS (das ist meins) registrieren Änderungen an den Rädern nur mittelbar. Bei einer Änderung des Reifendruckes ändert sich auch das Abrollverhalten der Reifen, so erhöht sich z.B. die Drehzahl, da sich der Abrollradius des Reifen mit abnehmendem Innendruck verringert. Auch das Schwingungsverhalten des Reifenmantels verändert sich mit dem Reifendruck. Über die Drehzahlsensoren an den vier Rädern können diese Veränderungen des Reifenabrollverhaltens ermittelt und verarbeitet werden. Hierfür benötigt das indirekt arbeitendes RDKS üblicherweise allerdings länger als ein direkt messendes System. Darüber hinaus erreichen die indirekt arbeitenden Systeme nicht die Genauigkeit der direkt messenden.

    Indirekt arbeitende RDKS nutzen die an dem Fahrzeug bereits vorhandene Sensorik. Aus diesem Grund entstehen bei der Umrüstung auf andere Räder keine zusätzlichen Kosten. Lediglich ein neuerliches Initialisieren des Systems nach einer Korrektur des Reifendrucks oder einem Umstecken der Räder wird erforderlich."

    :-)

    Hätte ich das folgende, dann müsste man die neuen Räder entsprechend ausrüsten:

    Direkt messende RDKS verwenden an allen Rädern Druck- und Temperatursensoren, die einen direkten Kontakt zu dem Reifenfüllgas haben. Somit können die relevanten physikalischen Größen direkt bestimmt und telemetrisch an das Steuergerät im Fahrzeug übertragen werden. Bei der Signalgabe an den Fahrer kann über die Radposition und den Reifendruckwert informiert werden. Die Genauigkeit der Druckmessungen liegt bei ca. 0,1 bar oder darunter. Damit können bereits geringe Druck- oder Temperaturschwankungen frühzeitig erkannt und angezeigt werden. Meist liegen die Sensorgehäuse der direkt messenden RDKS auf der Felgen- bzw. Reifeninnenseite im Bereich des Ventils und werden zusammen mit diesem befestigt. Die Sensoreinheiten werden über Batterien betrieben. Die Lebensdauer der Batterien kann mit ca. sechs bis zehn Jahren angesetzt werden. Für jeden eingesetzten Rädersatz, also Sommer- und Winterräder, sowie das mögliche Ersatzrad sind Sensoren verpflichtend vorgeschrieben. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 2/3 der betroffenen Fahrzeuge mit direkt messenden RDKS ausgerüstet sind bzw. werden. Zu den Fahrzeugherstellern, die überwiegend auf direkt messende Systeme setzen zählen unter anderen Mercedes, BMW, Opel, Ford, Hyundai, Toyota, Fiat, Kia.

    Zu den Vorteilen der direkt messenden RDKS zählt:
    Sehr genaue und schnelle Messung der relevanten physikalischen Größen Luftdruck und Temperatur an allen vier Rädern. Damit werden auch gleichmäßige, diffusionsbedingte Luftverluste an allen vier Rädern zuverlässig und schnell angezeigt werden.
    Eine bessere Anzeige der spezifischen Gegebenheiten an jedem einzelnen Rad ist möglich.

    Nach dem erstmaligen „Anlernen“ der Sensoren ist üblicherweise eine Initialisierung nach jeder Reifendruckkorrektur und dem Räderwechsel nicht erforderlich, wenn die Sensoren dem System bekannt sind.

    Zu den Nachteilen der direkt messenden RDKS zählt:
    Für jedes zusätzliche Rad wird ein eigener Sensor fällig. Damit entstehen bei der Anschaffung eines zweiten Rädersatzes zusätzliche Materialkosten von ca. 250 bis 300 Euro und zusätzliche Montagekosten bis ca. 50 Euro.

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