Wo bleibt der letzte Rest "Demut"?

    • (1) 28.10.14 - 15:48

      Hallo zusammen!

      Mein Thread passt jetzt nicht nur ins Thema Kinderwunsch, sondern könnte unter allen möglichen Themen stehen, aber ein Thread hier, den ich grad gelesen hab, war jetzt noch der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat.

      Ich bin wirklich kein regelmäßiger Kirchgänger und mir auch nicht ganz so 100%ig sicher, wie das wohl ist mit dem Leben nach dem Tod oder der "übergeordneten Macht". Mit Theologie oder moralisch-ethischen Forschungen hab ich nichts am Hut. Ich bin auch keine Öko-Tussi, aber ich bin ein bodenständiger Mensch, der mitten auf dem Land aufgewachsen ist und durch Eltern und Großeltern irgendwie Respekt oder nennen wir es ruhig eine gewisse Demut gelehrt bekam. Wenn ich nun Texte les (im Forum, in Zeitungen, in Zeitschriften, ...), da wird mir einfach grummelig im Bauch. Oder wie würd meine Oma sagen: Da würd ich mir Sünden fürchten!

      Da ist die Diskussion mit den eingefrorenen Eizellen (facebook und co.), die für mich schlicht unfassbar ist. Wenn ich mir hier meine Eltern anschau: 60 Jahre, noch mitten im Berufsleben, fitte Leute, aber wenn die jetzt einen 10jährigen oder 5jährigen hätten oder nochmal ein Kind bekämen? Wär das fair? Wenn ich mir - blöd gesagt - Todesanzeigen anschau, wo die Leute 70 sind? Wenn ich mir überleg, dass sie meinen Kleinen zwar lieben, aber auch mal froh sind, wenn sie wieder ihre Ruhe haben, weil so ein Kind anstrengend ist? Ganz abgesehen davon, dass sich die Frauen mit Hormonen vollpumpen, damit die Eizellen erstmal entnommen werden können? OHNE Not? Nur weil sie jetzt erstmal Karriere machen wollen???

      Da ist die Diskussion um die Sterbehilfe. Hatten wir das nicht schon einmal in Deutschland? Wie weit ist es von einem Alzheimerkranken, wo die Angehörigen letztlich entscheiden würden, dass Opas Leben jetzt nicht mehr wertvoll genug ist zu großangelegten Euthanasieprogrammen (die zweifellos wirtschaftlich sinnvoll sind)? Dazu passt auch, dass 90% aller Down-Syndrom-Kinder, die man durch Pränataldiagnostik "aufspürt" abgetrieben werden, obwohl mir alle Frauen in meinem Umkreis versichern, sie wollten lediglich "vorbereitet" sein drauf? Kenn ich nur die 10% anderen? Gleichzeitig aber sind da auch Menschen, die Jahre und Jahrzehnte nur durch Maschinen am Leben gehalten werden, Babys mit 150g Geburtsgewicht, die irgendwie - mit schwersten Schäden - durchgebracht werden, etc. pp.

      Und dann ist da eben auch ein Thread: Hilfe, ich bin nach 2 Monaten immer noch nicht schwanger OBWOHL ich Ovus etc. nehme. Wahrscheinlich noch der harmloseste Fall, aber er zeigt, wie unsere säkularisierte Gesellschaft tickt. ICH, ICH, ICH! Alles muss sich MIR und meinem Plan anpassen.

      Darf sich der Mensch so zum Schöpfer aufschwingen? Muss der Mensch alles kontrollieren? Von der Nicht-Empfängnis über die dann punktgenau zu erfolgende Empfängnis bis hin zum Tod? Ich persönlich mache mir ernsthaft Sorgen!

      (10) 28.10.14 - 17:14

      Püüüüühhhhh....Du machst ja viele Fässer auf ;-)
      Nur soviel: viele Perspektiven ändern sich im Moment der eigenen Betroffenheit. Ich wünsche es Dir genauso wenig wie irgend jemand anderem - aber falls Dich irgendwann ein lange unerfüllter Kinderwunsch ereilt oder Du selbst mit der Diagnose "Trisomie 21" konfrontiert wirst oder Deine Eltern sich jahrelang bettlägrig dem Tod entgegenquälen und kein Arzt bereit ist zu helfen.......dann schreib doch nochmal was dazu.
      Vorher irgendwie nicht.

      Gruß, tatzel #blume

      • So siehts aus

        Genauso sieht's aus.

        Urteile nie über einen Menschen,bevor du nicht sieben Meilen in seinen Schuhen
        gegangen bist ...
        (Indianische Lebensweisheit)

        Ich mag Moralapostel nicht besonders.

        LG Moni

        >>oder Deine Eltern sich jahrelang bettlägrig dem Tod entgegenquälen<<
        da fragt sichs dann, warum sie sich quälen. Oder werden sie gar gequält, weil es heut Möglichkeiten gibt, mit Medikamenten etc. Menschen "am Leben zu erhalten" egal wie es diesen Menschen mit diesen Medikamenten od. Schläuchen geht?
        Ich war bereits in einer solchen Situation (mein Papa) er war zwar nicht jahrelang bettlägerig, das wäre aber u. U. dabei heraus gekommen, hätte ich nicht entschieden, lt. seiner Verfügung entscheiden DÜRFEN, bestimmte Medikamente und Versorgungen ab zu stellen.
        Schon mal darüber nach gedacht?

        • Hi, wer, ich?
          Ja, ich habe die Patientenverfügungen meiner Eltern in der Schublade liegen. habe ihnen 5 Jahre in den Ohren gelegen, damit sie die endlich machen.

          Schön, daß Du im Sinne Deines Papas handeln durftest. Das ist in meinen Augen ein echter Liebesdienst, allem Schmerz zum Trotz.

          #blume

      (15) 31.10.14 - 17:27

      Super geschrieben #pro

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