Der nächste Streik...

    • (1) 03.11.14 - 12:50

      ... steht vor der Tür.

      Der feine Herr Weselsky hat den Verhandlungstisch verlassen.

      Auch wenn meine Frau und ich - beide ohne Auto unterwegs - sehr unter den Streikfolgen leiden: Ich wünsche mir, dass die Bahn hart bleibt. Unendlich gefüllt dürften die Streikkassen der GdL nicht sein. Und eine Einigung vergrößert nur die Gier der Gewerkschaftsfunktionäre - und bei nächster Gelegenheit geht das erpresserische Spielchen wieder von vorne los.

      Gerne würde ich mal Verteter der streikenden Gewerkschaft an den großen Bahnhöfen sehen, im Gespräch mit denen, auf deren Rücken dort gestreikt wird.

      Wir können uns notfalls Urlaub nehmen, Überstunden abbauen, mal Taxi fahren, mal im Hotel übernachten. Viele, gerade in der Probezeit und/oder in prekären Arbeitsverhältnissen haben diese Möglichkeiten nicht. Die leiden, und deren Verständnis für doch recht gutverdienenden Lokführer und deren noch viel besser verdienende Verhandlungsführer dürfte mit Recht gegen null gehen.

      • Den Mann habe ich auch "gefressen". Da will jemand der mächtigste Gewerkschaftsboss aller Eisenbahner werden, leider auf dem Rücken "seiner" Lokführer ( die rund 5% Lohnerhöhung beim letzten Streik wurden ja von ihm abgelehnt...) und der bahnfahrenden Allgemeinheit.

        LG

        Na so isses halt! Das hebt sich auf, wenn die die jetzt nicht Streiken, streiken.

        GG

        Hallo,

        dann sprechen Sie doch mal einen Lokführer an!!!
        Der kann ihnen genau sagen, WARUM gestreikt wird.

        Der DB will die Lokführer alle in der EVG haben. Die GDL soll ausgelöscht werden. Warum sonst verhandelt Sie mit der EVG über einen eigenständigen Tarifvertrag für die von ihr vertretenden Lokführer. Die DB und die EVG spaltet also hier die Belegschaft. Das wird aber nur der GDL vorgeworfen.

        2010 hat die EVG!!!!!(Gewerkschaft) der DB vorgeschlagen Lokführer für 7,50 € brutto einzustellen (40 Std./wo + unregelmäßiger Wechseldienst) Eine Ahnung was Wechseldienst heißt? Jeden Tag anders anfangen. In der Woche wird von Früh- auf Spät- auf Nachtschicht gewechselt. So wie die DB es braucht. Nach 4 Nachtschichten ,teilweise bis 7,45 Uhr, direkt nächsten Tag 3,40 Uhr anfangen. Wochenende frei. Ja vll. alle 2-3 Wochen mal. Familienleben! Was ist das! Laut DB zu vernachlässigen.
        Der Körper macht das nicht lange mit. Viele Lokführer haben Schlafprobleme. Der DB ist das egal.Toller AG!!

        Sie denken das nur die GDL schuld an allem sei. Der "neue Vorschlag" der DB, der ja kurz vor der Unterschrift stand????? Die Bahn hat hier nur alte Sachen neu umschrieben. GDL für Lokführer, EVG für Zugbegleiter. Die Gewerkschaften sollen zusammenarbeiten. Schön, aber die EVG ist Arbeitgeberfreundlich. Wenn die GDL gegen einen Vorschlag der EVG ist, z.B. Wochenarbeit der Zugbegleiter soll auf 50 Std. angehoben werden, bei gleichem Geld (JA das traue ich der EVG zu) dann hat die GDL kein Streikrecht, Obwohl sehr viele Zugbegleiter in der GDL organisiert sind.

        Wenn sie so gegen die Lokführer sind (Mein Mann ist einer) dann arbeiten sie doch mal 2 Monate in Rhythmus eines Lokführers. Mal sehen wie sie dann reden.

        Oder fragen sie doch mal meine beiden Kinder wie oft sie den Papa sehen.

        mfg
        s

        • Danke für deine inetressanten Infos´s.

          Ich als betroffene Kundin hatte früher (bis zum letzten Streikwochenende) abslout Verständnis für die Fordrungen der Lokführer nach besseren Arbeitsbedingungen.

          Was meine Sympathien für die GDL aber auf den Nullpunkt getrieben hat ist die Art und Weise wie gestreikt wird. Da geht es offenbar nur noch darum, einen maximalen Schaden anzurichten.

          Und jetzt die tolle Ankündigung für den nächsten Megastreik. Wann findet der statt? Muss ich jetzt meine Bahnreisen für die nächsten Wochen umdisponieren?

          Nach "rechtzeitiger" Ankündigung seitens der GdL (beim letzten Mal ein halber Tag) gibt es für mich keine keine Alternative mehr, ist zu kurzfristig. War für mich persönlich eine ziemliche Katastrophe.

          Bedeutet für mich jetzt, wenn ich rein vorsichtshalber auf den Fernbus zurückgreifen würde: Doppelte (!) Hotelkosten, doppelt soviel Tage von zuhause weg, mein Ehepartner muss sich mal eben 3 Tage Urlaub für die Kinderbetreuung nehmen, damit ich trotz möglichem Streik rechtzeitig bei meinen Terminen bin.

          Konsequenz füpr mich, die wahrscheinlich viele Kunden teilen: Von Anfang an nicht mehr Bahn fahren. Ist langfristig doof, weil die "attraktiven" Kunden so verloren gehen.

          Es sind für die Bahn nicht nur die eigentlichen Streiktage Millionenverluste, sondern auch die Verluste mit einzurechnen, die jetzt allein durch die Verunsicherung der Kunden über mehrere Wochen entstehen. Man sollte nicht die Kuh schlachten die man melken möchte.

          Das finde ich überhaupt nicht mehr verhältnismäßig und plötzlich gehöre ich auch zu den Leuten, die die GdL abschaffen möchten.#zitter

          Ach so, wenn dein mann Lokführer ist, kannst du mir einen Tipp geben, wann gestreikt wird? Wäre aus oben genannten Gründen total nett. Ist für mich tatsächlich der Super-Gau. :-(

          LG

          • Hallo,

            ganz ehrlich, viele Lokführer wollen gar nicht streiken. Aber wie sollen Sie denn sonst ihr Anliegen klar machen. Die DB kennt alle Missstände. Jedoch unternehmne wollen sie nichts. Und die andere Gewerkschaft, nun ja, glaub auch nicht.

            Den Herrn W. finde ich persönlich auch nicht besonders. Geht glaub auch vielen Lokführern so.

            Wann gestreikt wird wissen wir auch nicht.
            gruß
            s

    Hallo zusammen,

    mein Verständnis geht mittlerweile ins Negative - ähnlich wie mein Stundenkonto hier in meinem Job. Und ich bin nicht in den Minusstunden, weil ich daheim sitze und Socken stricke, sondern weil die Bahn mich (die ich leider auf die Bahn angewiesen bin) nicht bzw. nicht rechtzeitig zur Arbeit und / oder wieder heim bringt. Die Diskussionen mit meiner Chefin lasse ich einfach mal aussen vor.

    Ich persönlich kann nicht nachvollziehen, warum es innerhalb eines Unternehmens zwei Gewerkschaften gibt, die auch noch die gleichen Berufsgruppen abdecken. Meines Erachtens hat Herr CW schon lange den Kampf für seine Gewerkschaftsmitglieder aufgegeben und kämpft nur noch für sich, seine Macht und sein was-auch-immer. Würde es ihm wirklich um die Sache gehen, könnte er locker über seinen Schatten springen, die zwei Gewerkschaften poppen sich zusammen und kämpfen gemeinsam.

    Neulich hat er Dinge losgelassen, wie schwierig der Lokführer-Job für Gesundheit, Privat- und Sozialleben ist. Da gebe ich ihm recht, uneingeschränkt. Aber das trifft für ganz viele andere Jobs doch auch zu - Berufe in der Gesundheitsbranche, Pflege, Gastronomie etc. Jeder Schichtarbeiter hat dieses Problem, jeder, der Vollzeit arbeitet und täglich eine Fahrtzeit von mehr als zwei Stunden hat ist in den selben Bereichen eingeschränkt.

    Ganz polemisch gesprochen: das weiß ich eigentlich in dem Moment, in dem ich den Arbeitsvertrag unterschreibe.

    Ich gebe jährlich knapp EUR 3.000,00 für meine Zugfahrkarte aus, wofür? Unpünktlichkeit, Unfreundlichkeit und Pampigkeit beim Personal, keine Sitzplätze, ausgefallene Züge und Streik - wofür ich dann oftmals nichtmal eine Entschädigung bekomme.

    Was ist mit den Angestellten, die auf die Bahn angewiesen sind und keine flexiblen Arbeitszeiten haben? Bei denen beim dritten zu spät kommen, kein verständnisvoller Vorgesetzter sondern ein Brief mit der Abmahnung auf sie wartet? Mit den Kindern, die nachmittags aus der Schule oder dem Sportverein kommen, gerade jetzt, wo es früh dunkel wird - und keine Bahn fährt?

    Ganz ehrlich: ich freue mich schon darauf, wenn es um die nächsten Tarifverhandlungen bei Banken geht. Da sehen dann auch plötzlich alle nur die großen, geldgeilen Investmentbänker, die eh schon genug Geld haben und verdienen, dann wird wieder geschrien, dass die Bänker doch alle genug bekommen und den Hals nicht voll kriegen können. Denkt da aber mal einer an den "kleinen" Sachbearbeiter bspw. im Backoffice, der in Zeiten von Zentralisierung, Personalabbau etc. immer mehr Überstunden schiebt, einen 9- bis 11-Stunden-Tag schiebt und anschließend sich noch auf eine knapp 90-minütige Heimreise begibt, in der Hoffnung, dass die Bahn auch wirklich fährt?

    Liebe Grüße, #herzlich
    Kaja

    • Liebe Kaja,
      ich kann mich deinen Ausführungen (wenn ich vom allerletzten Absatz absehe :-D) nur voll und ganz anschließen.

      In unserer Familie sind DREI!!! Bahnpendler. Wir können also nicht mal auf unser einziges Auto ausweichen.

      Ich find´s einfach nur noch absolut ärgerlich#aerger was die da abziehen.

      Stellen wir uns doch mal vor, das Krankenhauspersonal würde ankündigen vier Tage streiken zu wollen...
      Aus unserer Familie gehen monatlich gut 300,- € an die Bahn und man hat ja übers Jahr schon so seine "Wehwehchen" damit: hier Gleißschaden, dort Sturmschaden, sonstige Verspätungen.... klar das ist halt so, wenn man mit der Bahn fährt. Aber i-wann hat man dann auch mal die Nase ordentlich voll und absolut kein Verständnis mehr, so wie jetzt.

      LG

Jetzt gerade im Radio:

Personenverkehr wird ab Donnerstag um 02:00 Uhr bis Montag 04:00 Uhr bestreikt.

Kommt bei mir richtig super, sind genau die beiden letzten Tage vorm Urlaub. :-[

Erlebe jedes mal ein wahnsinnig leeres Büro, wenn die Bahn mal wieder streikt.

Ich persönlich bin absolut froh in der Stadt zu leben in der ich arbeite, der normale ÖPNV fährt ja noch, weniger froh bin ich über die ganzen Überstunden, die ich leisten darf weil von 350 Mitarbeitern die Hälfte die nächsten Tage nicht auftauchen wird... Überstundenabbau sei Dank

  • Finde es eine absolute Frechheit mit der GDL! Wer bezahlt denn unsere Zeit, die wir dadurch extra unterwegs sind?!

    Wenn wir auf Arbeit einfach mal so lange streiken würden oder überhaupt streiken, werden wir fristlos gekündigt.

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