Mormonin als Au Pair?

    • (1) 18.11.14 - 08:50

      Hallo Ihr Lieben,

      wir sind derzeit auf der Suche nach einem englischsprachigen Au Pair.

      Nun haben wir eine Favoritin, ein sympathisches, intelligentes "Mädchen", der wir gestern quasi mündlich zugesagt haben (via Skype). Sie hat sich sehr gefreut und zum Schluss unseres Videogesprächs dann die "Bombe" platzen lassen: sie sei Mormonen und würde gerne jeden Sonntag in die nächste große Stadt fahren, um dort zur Messe zu gehen.

      Mein Mann sieht das komplett entspannt, ich bin mir unsicher... nun meine Frage an Euch:

      Würdet Ihr eine Mormonen als Au Pair einstellen?

      Kennt Ihr persönlich Mormonen und deren Einstellungen?

      Legt los bitte :-D

      Danke sagt Katalin

      • Mormone sein ist ein Glaubensbekenntnis und keine ansteckende Krankheit!!!

        Was sind Deine Bedenken?

        FG

        • Hallo,

          meine Bedenken sind eher eine Unsicherheit... ich hatte bisher keinerlei Bezug zu Mormonen und sie werden in Deutschland als Sekte eingestuft...

          Ist es wirklich so unnormal, sich darüber Gedanken zu machen?

          LG, Katalin

          • @katalin

            Gehe ins Netz. Da hast Du ausreichende Infos die Dir Deine Bedenken nehmen.

            Mormonen haben eine sehr gute Erziehung. Trinken keinen Alkohol, rauchen nicht, sind sehr freundlich und hilfsbereit und das Missionieren ist ihnen fremd.

            Und wichtig: sie haben keinen Sex vor der Ehe.
            Also kannst Du Deinen Mann völlig unbesorgt mit dem Mädchen alleine lassen.

            Wenn dass Deine Hauptbedenken sind?

            • Hi Acentejo,

              jetzt musste ich lachen...

              Keinen Sex vor der Ehe ist mir völlig "wurscht" und nein, ich habe auch keinerlei Angst, dass mein Mann etwas mit einer 18-jährigen anfangen würde!

              Nicht trinken, kein Koffein ist mir auch egal, nicht rauchen ist eine Bedingung bei uns.

              Aber was das Missionieren angeht, liegst Du glaube ich nicht ganz richtig.

              LG, Katalin

              • @katalin

                Wie schon einige Antworten Dir den Ratschlag gegeben haben, solltest Du dass Thema im Vorfeld klären.

                Direkt kenne ich keine Mormonen.

                Aber ich war einige Jahre in den USA stationiert und hatte flüchtigen Kontakt mit Mormonen. (Zivilangestellte der US-Armee)

                Durchweg angenehme Leute. Und das Thema Missionieren kam nie auf.

                Ob nun ein direktes Verbot, seitens der Armee vorlag? Ich weiß es nicht.
                Das war der Grund meiner "Behauptung".

                FG acentejo

      Kenne keinen persönlich, aber ich denke, daß es kein Problem sein wird wenn man nicht generell etwas gegen Gläubige hat. Dieser spezielle Glaube ist ähnlich plausibel wie alle anderen auch- nämlich gar nicht.... Aber solange klar ist, daß es IHR persönliches Ding ist und sie Euch damit verschont, wird es wohl keine Schwierigkeiten geben.

      • Hallo,

        aber das eben ist genau meine Frage... wird es Ihr persönliches Ding bleiben oder wird sie z.B. mit unseren Kindern viel über ihre religiöse Sicht der Dinge sprechen?

        LG, Katalin

        • Hallo!

          Das kann Dir hier niemand beantworten, da sind die Leute unterschiedlich und gehen unterschiedlich mit ihrem Glauben um.
          Informiere Dich über diese Glaubensrichtung und dann besprich Deine Bedenken (so Du denn welche hast) mit ihr direkt. Bzw. teile ihr Deine Regeln mit: wenn Du nicht willst, dass sie die Kinder in Glaubensfragen unterrichtet oder versucht zu missionieren, dann sag ihr das.

          Aber wie gesagt - mach Dich vorher schlau über die ganze Sache, dann wirst Du ja sehen, ob Du dabei Bauchschmerzen hast oder nicht.

          Viele Grüße!

          • Danke Dir,

            so mache ich es auch! Ich hasse ja eigentlich so pauschale Vorurteile und bin eben doch auch selbst nicht komplett frei davon... und da es ja hauptsächlich um die Betreuung meiner Kinder geht, beschäftigt es mich eben doch ein wenig.

            Wie ist denn Deine persönliche Einstellung dazu?

            Danke, Katalin

            • Das kann ich schwer sagen. Ich kenne Mormonen eigentlich nur als Herren im schwarzen Anzug, die in der Innenstadt in penetranter Art und Weise die Leute anquatschen und darauf gründen sich leider auch meine Vorbehalte. Mit dem Missionsgedanken hätte ich Schwierigkeiten.
              Auf der anderen Seite kenne ich sie aber auch als sehr höflich im Gespräch.

              Ich weiß es nicht. Ich würde auf jeden Fall nachfragen, wie sie ihren Glauben zu leben gedenkt. Es wird ja einen Grund geben, dass sie ihre Glaubensrichtung direkt im Gespräch auf den Tisch packt.

              Wenn sie sonst sympathisch ist und Du ein gutes Gefühl hast, sie die Kinder betreuen zu lassen, würde ich sie einstellen. Ich glaube, ICH würde es tun.

              • Danke für Deine Meinung!

                Das Mädchen ist sehr jung, sie wird jetzt dann gerade mal 18 Jahre alt. Sie wirkt aber sehr reif für ihr Alter, sehr organisiert und studiert aktuell schon Recht und Politikwissenschaften, da sie als Home Schoolerin schneller gelernt hat.

                Sie hat es ganz am Ende des Gespräches offenbart, indem sie fragte, ob es okay wäre, wenn sie jeden Sonntag nach München in die Messe fahren würde. Daraufhin haben wir gefragt, zu welcher Kirche...

                Sie sagt von sich selbst, dass sie nicht missionieren möchte und dass der einzige Einfluss, den wir zu spüren bekommen würden das nicht rauchen, nicht trinken, nicht fluchen wäre.

                Und trotzdem irritiert es mich einfach, dass es mit das Wichtigste für dieses Mädchen zu sein scheint, in Deutschland sofort wieder Mormonenanschluss zu haben. Sie ist allerdings schon in die Mormonenwelt hineingeboren durch ihre Eltern. Sie sagt selbst, dass sie in die Messe geht, weil sie sich dort immer glücklich fühlt.

                LG, Katalin

                • "Und trotzdem irritiert es mich einfach, dass es mit das Wichtigste für dieses Mädchen zu sein scheint, in Deutschland sofort wieder Mormonenanschluss zu haben."

                  meine Freundin ist gläubige Christin und hat sich nach ihrem Umzug sofort wieder einer evangelischen Gemeinde angeschlossen, besucht Gottesdienste, Gemeindetreffen etc. So hat sie viele Kontakte in einer fremden Stadt geschlossen und war schnell integriert.

                  wenn sie Leistungsport betreiben würde oder christlich wäre uns sich hier sofort "Seinesgleichen" gesucht hätte, hättet ihr euch doch bestimmt auch nichts gedacht,

                  Ich finde gut dass ihr euch Gedanken macht und informiert!

                  • Hallo,

                    ja, Du hast schon irgendwie recht...

                    Wobei ich auch sagen muss, dass es mich ähnlich irritieren würde, wenn eine Katholikin käme und so total dem Glauben verhaftet wäre... dabei bin ich selbst katholisch getauft und glaube auch an Gott, habe aber mit der Organisation Kirche nichts am Hut.

                    LG, Katalin

                    • Warum würde dich das irritieren? Viele Menschen haben eine falsche Vorstellung was es heißt Glauben zu leben. Ich praktiziere es zwar auch nicht, bin aber gläubig, aber ich kenne Leute die ihren Glauben eben ausleben.

                      Grade bei den evangelischen ist es total schön in der Gemeinde. Ich bin zwar auch katholisch, bin aber als Kind mit meiner Freundin öfters mit.

                      Da war CVJM, da haben wir je nach Alter gebastelt, gesungen, gespielt, als wir größer waren gab es Jugenddisco, Schwoof etc. Das war total schön, ich habe auch altersübergreifend Freunde gefunden.

                      In der jetzigen Gemeinde in der neuen Stadt hat meine Freundin viele Leute kennen gelernt. Von Ärzten, Architekten, Hebammen bis zu Ingenieuren und Arbeitern und zur Erzieherinnen ist da alles vertreten. Man trifft sich ja nicht zur zum beten, sondern redet auch miteinander wie es Freunde und Bekannte auch tun. Oder es wird was für soziale Projekte gemacht/sammelt zb Sachen für die neu angekommenen Asylbewerber oder einer in der Gemeinde hält in Schulen ehrenamtlich Vorträge über Cybermobbing, da er beruflich mit dem Thema zu tun hat. Aber alles freiwillig und ohne Verpflichtung, jeder wie er kann und mag.

                      Ich will jetzt keine Werbung für "Glauben leben" machen auch wenn es sich so anhört, ich wollte nur sagen, dass die Vorstellung oft etwas von der Realität abweicht. Daher redet doch einfach mit ihr, ist bestimmt interessant einiges zu erfahren.

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