Social Freezing

Wie seht ihr das?

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    • (1) 20.11.14 - 11:10

      Hallo urbianer,

      laut Suche gibt es hier noch keinen Beitrag dazu.

      Mich interessiert das Thema, obwohl es mich gar nicht direkt betrifft.
      Aber im Spiegel habe ich neulich zum Beispiel gelesen, dass die Familienministerin Nahles gegen das Social Freezing ist, wie es einige Internetfirmen für ihre Mitarbeiterinnen angeboten haben.

      Ich verstehe den Vorwurf nicht wirklich, dass so die Frauen dazu gedrängt werden, den Kinderwunsch nach hinten zu schieben.
      Wenn du einen Partner hast und ein Kind möchtest, dann schiebst du das nur bei ungünstigen Umständen auf,oder?
      Oder du hast keinen Partner, dann ist das doch eine gute Sache, wenn die Firma das unterstützt, dass du vielleicht in ein paar Jahren die Chance dazu hast.

      Sind wir Frauen etwa soo beeinflussbar, das die bloße Möglichkeit gleich unsere Pläne umschmeisst?

      Bin gespannt, wie ihr das seht.#winke

      • Hallo,

        wenn man weiß, was Erstgebärende, die nahe an den 40 sind, für Probleme mit Schwangerschaften haben, sollte sich jede Frau individuell entscheiden, wann es Zeit für sie ist, Kinder zu bekommen.

        Der Arbeitgeber kann und soll hier keinen Einfluss nehmen.

        Als ich mich entschlossen habe, schwanger zu werden respektive schwanger werden zu wollen, hätte mich nichts und niemand davon abbringen können, schon gar nicht mein Chef.

        GLG

      Hallo!
      Ich sehe das sehr kritisch!
      Es ist ja nicht nur die alternde Eizelle, die sich negativ auf späte Schwangerschaften auswirken kann! Was ist mit den Kindern, die dann sehr alte Eltern haben? Was ist mit der körperlichen Belastung in der Schwangerschaft und der psychischen danach (wenn das Baby da ist).
      Wo führt das alles hin? Wo ist die Grenze?

      Ich finde es eigentlich gut, dass die Natur von sich aus Grenzen setzt.
      Und schon garnicht würde ich mich von meinem Arbeitgeber dahingehend beeinflussen lassen und fände es überaus anmaßend, wenn er die täte. Das wäre für mich definitiv ein Kündigungsgrund!
      lg Julia

    • (5) 20.11.14 - 12:52

      Mich stört es, dass so getan wird, als könnte man einfach mal eben ein paar Eizellen entnehmen lassen und dann mit Mitte vierzig auf Bestellung glückliche Mama sein.

      in der Diskussion geht oft unter:
      - Die Entnahme von Eizellen ist alles andere als spaßig
      - künstliche Befruchtung und das Einsetzen der Eizellen sind machbar, habe aber eine sehr hohe Fehlerquote. Grade hier in Urbia kann man mitlesen, wie extrem die körperliche und vor Allem psychische Belastung für Frauen ist, wenn mehrere Versuche hintereinander scheitern. Und das, obwohl die Betroffenen ja noch vergleichsweise jung sind
      - selbst _wenn_ die Schwangerschaft bestehen bleibt, hat man eine Hochrisikoschwangerschaft: eine zu alte Mutter mit entschprechend herabgesetzter körperlicher Belastbarkeit, ein deutlich erhöhtes Risiko einer Frühgeburt... unter Umständen ist so eine Schwangerschaft ziemlich unangenehm.
      - und selbst wenn wieder Erwarten alles glatt läuft und das Kind termingerecht zur Welt kommt: Wer mit Mitte / Ende vierzig steht schon gerne jede Nacht auf? Wer hat Bock, mit über 50 zur Einschulung des Kindes zu gehen und allen zu erklären, dass man nicht die Oma ist?
      Beim Abi des Kindes steuert man dann schon straff auf die 70 zu.
      Und Enkelkinder? sooo alt wird man wohl nicht, dass man die noch kennenlernt, das Kind wird ziemlich früh ein Waisenkind sein.

      Eine Frau, die so was auf sich nimmt ist entweder ziemlich verzweifelt (wie z.B. die Krebs-Patientinnen, für die das Verfahren entwickelt wurde) oder ziemlich blöd.

      Kein Arbeitgeber ist es wert, dieses Risiko einzugehen, und solange sie es nicht wert sind, sollten sie sich da raushalten.

      • >>in der Diskussion geht oft unter:<<

        scht, leise, das ist doch genau so gewollt! Ist doch bei eigentlich allen medizinischen Dingen so, Nebenwirkungen od. Risiken u. Schwierigkeiten werden gerne unter den Teppich gekehrt. Mensch, wie sonst sollen die neuen Errungenschaften denn an den Mann, in diesem Fall hier, an die Frau gebracht werden?

    >>Sind wir Frauen etwa soo beeinflussbar, das die bloße Möglichkeit gleich unsere Pläne umschmeisst?<<
    gehts nicht eher darum, dass es Menschen gibt, die UNS Frauen so ein schätzen?
    Die denken, dass sie mit den neusten medizinischen Möglichkeiten Frauen bezgl. Kinderwunsch beeinflußen zu können.

    Da kann man nicht verallgemeinern, Menschen sind unter schiedlich und Frauen ganz besonders;-)
    Es gibt bestimmt Frauen, die möchten, dass alles in ihrem Leben kontrolliert ab läuft, die selbst darauf mehr Einfluss nehmen möchten, als es eben von Natur aus der Fall ist. Für die ist das social freezing bestimmt ne feine Sache. Wollen wir hoffen, dass das daraus entsehende spätere Kind sich dann auch so verhält, wie Frau sich das so vor stellt

    Ich bin selbst auf eine küntliche Befruchtung angewiesen und wunderte mich wie sich eine Frau freiwillig dazu entscheiden kann? Es gibt keine Garantien und die Behandlung ist sicher nicht so romantisch wie auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Ganz zu schweigen von der körperlichen und psychischen Belastung.

    Ich finde das Angebot echt perfide. Gerade solche großen Unternehmen könnten das Geld besser in betriebliche Betreuungsmöglichkeiten stecken. In Amerika fallen die meißten Frauen nur kurz nach der Geburt aus. Bezahlte Elternzeit gibt es sa nicht. Nur auf eigene Kosten. Und mit 40+ ist man dann entbehrlich? Ist doch alles Käse.

    (9) 20.11.14 - 15:45

    Hi,
    einerseits ist es ja toll, dass der Arbeitgeber das anbietet, ist ja nicht gerade günstig, aber bei gesunden Frauen verstehe ich das nicht. Es geht um karriere und den richtigen Zeitpunkt. Aber wann ist der richtige Zeitpunkt. Wahrscheinlich nie. Ich kenne jemand, die hat eine Krebsdiagnose bekommen und hat sich Eizellen entnehmen lassen, um noch ein Geschwisterchen für ihren Sohn zu bekommen. Das verstehe ich. Klar man macht erst Karrieren, aber wann bekommt man den Absprung? kurz vor knapp. Da hat man evtl. Karriere gemacht, aber dann plötzlich aufhören? oder wieder einsteigen nach der Babypause?
    Ich finde es dann besser den Schritt jünger zu wagen, man hat weniger Risiken, und macht danach Karriere. Irgendwann sind die Kinder auch groß.
    Ich finde man sollte vorm Kinder-Bekommen eine Ausbildung/Studium abgeschlossen haben und 1-2 Jährchen gearbeitet haben. Das ist am Einfachsten.

    Wenn eine Frau oder ein Paar ein Kind wollen, dann lassen sie sich davon nicht abhalten. Die Möglichkeit ist auch interessant für Single-Frauen, die Kinder möchten, aber noch nicht den richtigen Partner gefunden haben. Es gibt Ihnen wahrscheinlich ein Option für später.
    Für mich war klar, dass ich 2 Kinder möchte und nicht ewig warten möchte.

    Ich finde das Angebot dieser besagten Internetfirmen sehr scheinheilig und denke, es ist eine sehr dreiste Ineinflußnahme auf die Kinderplanung ihrer weiblichen Mitarbeiter.

    Ziel ist meiner Meinung nach, dass ein eventueller Kinderwunsch möglichst weit nach hinten verschoben wird, damit die Mitarbeiterin nicht ausfällt. Nur verstehe ich nicht, warum sie später entbehrlicher sein soll.

    Besser fände ich es, wenn den Frauen die Möglichkeit gegeben würde, jederzeit nach erfülltem Kinderwunsch wieder einzusteigen und ihnen in der Firma eine Kinderbetreuung anzubieten. Flexible, familienfreundliche Arbeitszeiten, das wäre eine bessere Lösung.

    Stattdessen wird das Problem nur nach hinten verschoben.
    Mal ganz davon abgesehen, dass ich absolut nicht nachvollziehen kann, wie Frauen sich freiwillig dieser Prozedur unterziehen können, nur um freiwillig möglichst spät Mutter zu werden.

    Es gibt genug Frauen, die sich künstlich befruchten lassen müssen, weil es eben anders nicht geht.

    Außerdem kann ich aus eigener Erfahrung sagen, spät nochmal Mutter zu werden, ist nicht unbedingt ein Spaziergang und ich war zumindest "erst" 39. Wir sprechen hier ja von noch viel älteren Frauen.

    Es ist auch naiv zu glauben, dass der Kinderwunsch garantiert erfüllt wird.
    Aber vielleicht ist das ja auch Sinn und Zweck. Die Mitarbeiterinnen in einer Art scheinheiliger Sicherheit zu wiegen und dann hoffen, dass es nicht klappt. So ganz abwegig finde ich den Gedanken nicht.
    LG Kirsten

    >> Nur verstehe ich nicht, warum sie später entbehrlicher sein soll.<<
    dann sind sie "alt" und werden durch Jüngere, die bereits in den Startlöchern stehen, ersetzt

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