Anzeige wegen Beleidigung

    • (1) 21.11.14 - 14:56

      Hallo zusammen,

      wer kann in folgendem Fall eine Anzeige wegen Beleidigung stellen:

      Mein Freund wurde in seiner Abwesenheit von einer anderen Person massiv beleidigt. Ich habe es also gehört, er selbst nicht.
      Kann mein Freund nun die Anzeige stellen oder ich? Oder keiner von beiden?

      Herzlichen Dank
      mofi

      • Anzeigen(also mitteilen) kann eine Straftat jeder.

        Beleidiguing ist aber ein Delikt, welches zur Verfolgung einen Strafntrag des Verletzten voraussetzt.

        Letztlöich muss also dein Freund einen Strafantrag stellen und du eine Aussage dazu machen.

        Versprich dir aber nicht zuviel davon.

        So etwas wird schnell auf den Privatklageweg (nicht Zivilklage!) verwiesen.

        Mehr als ein Denkzettel durch die polizeiliche Vernehmung wird wohl nicht dabei rauskommen.

        Oder gab es weitere Zeugen?

        • wo ist denn der Unterschied zwischen Privatklage und Zivilklage?

          • Hier ist die strafrechtliche Privatklage gemeint.

            Der Staat "klingt" sich aus der Strafverfolgung aus (geht nur bei bestimmten Delikten) und überlässt die Strafverfolgung dem Bürger, der quasi die Funktion des Staatsanwalts übernimmt.

            Folge ist aber, dass der Bürger dann ggfl. die Kosten des Anwaltes des Verfolgten tragen muss (die nicht gering sind), wenn es z.B. zu einem Freispruch kommt.

            In der Praxis ist deshalb die Strafverfolgung damit beendet. Keiner will auf den Kosten sitzen bleiben

            Denn keiner zieht sich diesen finanziellen Schuh an (Ausnahme mögen die Regel bestätigen. Ich kenne keinen der das durchgezogen hat).

      Wenn, dann muss Dein Freund die Anzeige tätigen, mit Dir als Zeugin.

      Aber: Was bitte soll das bringen? Zu 95% verlaufen solche Anzeigen im Sande.

      hi,

      Dein Freund hat es nicht gehört, sondern Du....
      Wie wäre es mit Aussage gegen Aussage? Bringt absolut NIX

      Lisa

      • (7) 23.11.14 - 08:41

        "Dein Freund hat es nicht gehört, sondern Du...."

        Auch dann ist es eine Beleidigung.

        "Wie wäre es mit Aussage gegen Aussage?"

        In einem Strafverfahren wird der Richter zugunsten desjenigen entscheiden, den er für glaubwürdig(er) hält. Hinzu kommt, dass die TE in diesem Fall nicht Geschädigte, sondern Zeugin wäre. Deiner Argumentation zufolge bräuchte man keine Straftat anzeigen, für die es keine Zeugen gibt...und das ist -mit Verlaub- Unsinn.

    Was hat diese anere Person denn gesagt, dass du einen Straftatbestand vermutest?

    Also, wenn es deiner Ansicht nach einen Straftatbestand darstellt, jemanden in seiner Abwesenheit "blödes Arschloch" zu nennen, dann müsste ganz Deutschland in den Knast.

    Ich verstehe, dass du dich ärgerst. Aber ich finde es auch gut, dass nicht für jedes zwischenmenschliche Problem ein Richter zuständig ist.

    • Wieso gehtst du davon aus, dass dies nur "nach Ansicht der TE " eine strafbareHandlung ist?

      Die Frage ist dovh, ob es obkjektiv eine ist. Und warum sollte dies nicht der Fall sein?

      Weil sonst halb Deutschland im Knast sitzen würde?

      Das ist ja wohl kein Argument.

      Warum soll man Dritte wenn sie nicht da sind am Ende noch auf das Übelste beleidigen dürfen?

      Und wir reden ja nicht von einem vetrauten Gespräch unter guten Freunden.

      Sollte ich jetzt zu deinem Partner gehen können und dich schlimm beleidigen dürfen und mich dann zurücklehnen und sagen können"zum Glück ist dafür kein Richter zuständig"?

      Oder ist es nivht vielmehr so, dass diese Ansicht so pauschal einfach falsch ist?

      • (10) 22.11.14 - 18:30

        Klär mich doch bitte objektiv über die Rechtslage auf, falls du sie kennst. #danke

        • Ich dachte das wäre klar. Selbstverständlich ist das eine Beleidigung.

          Du glaubst gar nicht wie schnell man sich strafbar machen kann.

          Stell dir vor, in dss Nachbarhaus zieht ein neuer Nachbar. Dir ist zu Ohren gekommen, dass sei ein verurteilter Pädophiler der Kinder missbraucht hätte.

          Du sagst das genauso so Dritten weiter und unter Hinweis, dass du nicht wüsstest ob das wahr sei, dass sei nur ein Gerücht.

          Unproblematisch?

          • *Unproblematisch?*

            Weshalb sollte ich das unproblematisch finden? Du hast schon gelesen, dass ich die TE als erstes gefragt habe, WAS denn nun eigentlich gesagt wurde?

            *Selbstverständlich ist das eine Beleidigung.*

            Wenn ich zu meinem Mann auf dem Weg zum Supermarkt sage: "Der neue Kollege XY ist ein blödes Arschloch"

            und ein Passant hinter mir bekommt das zufälligerweise mit, und dieser Passant ist ein Freund von XY

            dann hab ich mich "selbstverständlich" strafbar gemacht?

            • Mit "unproblematisch" meinte ich im Hinblick auf Strafbarkeit.

              Dein Beispieksfall kann ich nicht abschließend beantworten.

              Wenn du die Äußerung zu deinem Mann im privaten Umfeld gemacht hättest und darauf vertrauen konntest, dass diese niemandsonst mitbekommt (im Auto, Wohnung etc.), dann nein.

              Auf der Straße wird es da schon schwieriger. Da müsstest du einen Strafrechtler fragen.

              Ich persönlich tendiere eher zu einem Nein.

              Im Sachverhalt derTE habe ich nichts von enem : "ausVersehen mitbekommen " in Erinnerung.

              Ich habe auch die Beleidigung als erfolgt unterstellt.

              (14) 23.11.14 - 08:50

              "Wenn ich zu meinem Mann auf dem Weg zum Supermarkt sage: "Der neue Kollege XY ist ein blödes Arschloch"

              und ein Passant hinter mir bekommt das zufälligerweise mit, und dieser Passant ist ein Freund von XY dann hab ich mich "selbstverständlich" strafbar gemacht?"

              Du machst dich mit der Aussage gegenüber einem Dritten, dass der neue Kollege ein Arschloch ist, strafbar. Oder anders : Es handelt sich nicht nur dann um eine Beleidigung, wenn du die Person vis a vis beleidigst...

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