Mal eine Frage an alle mit ausländischem Partner

    • (1) 04.12.14 - 08:26

      Guten Morgen,

      ich hätte da mal eine kleine Frage:

      Und zwar habe ich vorgestern auf 3Sat eine Reportage gesehen. Sie hieß "Deutsch werden". Es wurden ein paar Asylbewerber begleitet, die gerade einen Deutschkurs besuchten um später diese Deutschprüfung zu absolvieren.

      Auf jeden Fall war darunter auch ein junger Mann, der als er in Deutschland angekommen war eine deutsche Frau kennenlernte und diese dann auch in Deutschland heiratete.

      Ich war ja bislang immer der Meinung, dass, wenn man einen Deutschen heiratet, der Ehepartner auch automatisch deutsch wird ? Aber dem ist wohl gar nicht so ? Trotz, dass die beiden verheiratet sind, musste er diesen Einbürgerungs-Deutsch-Test machen und musste sich regelmäßig bei der Ausländerbehörde melden. Er bekam dann über Jahre hinweg immer wieder nur eine befristete Aufenthaltsgenehmigung von 2 Jahren.

      Ach so, falls das von Belang ist, das ganze wurde in Berlin gedreht.

      Also ist das nun wirklich so, dass man durch eine Heirat nicht automatisch deutsch wird und hier bleiben darf ?

      Ich fand das so schrecklich, der arme Kerl konnte nachher wirklich gut deutsch sprechen und "das Amt" hat die beiden dermaßen schikaniert, dass er mir richtig leid getan hat :-(

      LG
      Tiffy

      • (2) 04.12.14 - 09:30

        Hallo,

        ja das stimmt tatsächlich, man wird nicht automatisch deutsch, wenn man die Ehe mit einem deutschen Staatsbürger eingeht.

        Man muss einen Deutschkurs besuchen und die Prüfung erfolgreich bestehen, dann stellt man einen Einbürgerungsantrag, und dort wird auch getestet z.b. Beherrschung der deutschen Sprache. Der Einbürgerungsantrag wird überprüft und dann bekommt der ausländische Partner einen Termin, und wird dann offiziell "eingedeutscht".

        Erst mit Übergabe der Einbürgerungsurkunde gilt man als deutscher Staatsbürger.

        Ä

        (3) 04.12.14 - 09:30

        Hallo,

        in Deutschland wird durch die Ehe mit einem/einer Deutschen nicht automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft erworben.

        Dafür gibt es andere Kriterien. Sh. hier z.B.:

        http://www.auswaertiges-amt.de/DE/EinreiseUndAufenthalt/Staatsangehoerigkeitsrecht_node.html

        Und da kommt noch einiges dazu.

        LG

        (4) 04.12.14 - 10:30

        Natürlich ist es gemein und lästig, wenn es ein Paar trifft, dass sich aufrichtig liebt und eine glückliche Ehe führt. Aber ich werfe jetzt mal das böse Wort Scheinehe in die Diskussion...

        Ich finde vor dem Hintergrund die Hürden in Ordnung, die man meistern muss, bevor man den Deutschen Pass bekommt. Der Urlaubsflirt aus der Dominikanischen Republik, der einer ältere Frau nach nur zwei Wochen einen Antrag macht, tut das wohl nicht immer nur aus Liebe...

      (6) 04.12.14 - 10:34

      Hallo,

      ehrlich gesagt, finde ich es auch richtig so.

      Es gibt sicherlich Ehen zwischen Deutschen und Ausländern, die aus Liebe geschlossen werden (auch ich kenne einige), aber ein solches "Angebot" würde auch viele Scheinehen provozieren.

      Wobei die Ausländer, die ich kenne und schon lange mit Deutschen verheiratet sind, allesamt ihren Pass behalten und nie die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt haben.

      GLG

    ich kam damals als Ausländerin nach Deutschland. Hab auch einen Deutschen Mann kennen und lieben gelernt (war nicht so geplannt :-p). Wir heirateten und mir ging es auch so mit dem Papierkram. Auf "Drängeln" von meinem Mann und der Schwiegerfamilie, die mich vollständig germanisieren wollten #rofl, habe ich mich um die deutsche Staatsangehöhigkeit bemüht. Bei mir hat es nicht so lange gedauert, da ich 3 Jahre Berufschule besucht habe und dann kamen noch 2 Jahre Ehe dazu. Das hat sich irgendwie kumuliert und schwubs, durfte ich de Antrag stellen.

    Ich wurde aber sehr freundlich behandelt. Mein Deutschtest hat so ausgesehen: "hier ist die Zeitung. Lesen sie was vor und erzählen, was sie verstanden haben."

    Wenn jemand sowas nicht hin bekommt, soll lieber erst gar keinen Antrag auf die DEUTSCHE Staatsangehörigkeit stellen. Punkt.
    Soll ich mich scheiden lassen, ist es auch futsch. Gott sei Dank habe ich es nicht vor, aber so schütz sich der Staat vor Heiratsbetrüger. Finde ich richtig.

    Gruss

    • "Soll ich mich scheiden lassen, ist es auch futsch"

      Wie meinst du das? Du verlierst doch deine deutsche Staatsbürgerschaft nicht, wenn du dich scheiden lässt.

      • (10) 04.12.14 - 14:29

        mitlerweile nicht mehr. Wir sind schon 13 Jahre verheiratet. Aber die erste Jahre schon. Ich müsste schauen, wie lange es war. Vielleicht haben sich die Gesetzte auch geändert. Das galt damals auch für Witwen (wahrscheinlich , damit keiner auf die Idee kommt den Partner zu morden #schock;-)

(12) 04.12.14 - 12:33

Ich finde daran nichts schrecklich.

Überleg mal, warum es zu solchen Gesetzen und Vorschriften kommen musste.

(13) 04.12.14 - 13:16

Meine Schwester hat auch einen Ausländer geheiratet, aber sie ist zu ihm ins Land gezogen, aber sie war und ist Deutsche. Er hätte die deutsche Staatsbürgerschaft beantragen können, hat es aber nicht. Ihre Kinder sind auch Deutschen. Meine Schwester und die Kinder haben doppelte Staatsbürgerschaft.

Wenn alles so perfekt läuft, ist es echt schade, dass es von Amtswegen so schlecht läuft.

(14) 04.12.14 - 13:48

Warscheinlich verwechselt du da was. Man wird nicht durchs heiraten deutsch, aber man bekommt eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung als nicht EU-Bürger, wenn man einen Deutschen mit Wohnsitz in Deutschland heiratet.

(15) 04.12.14 - 15:41

Nein, man wird nicht automatisch deutsch.

Mein Mann ist Schweizer. Er lebt seit über 10 Jahren hier. Seit 7 Jahren sind wir verheiratet. Auch er musste seine Aufenthaltsgenehmigung immer wieder erneuern. Er wird in ca. 2 Wochen den Einbürgerungstest machen. Dieser fällt in Hessen nur weg, wenn er in Deutschland einen Schulabschluss gemacht hätte (wobei er hier schon auf dem Ausländerstudienkolleg war, da sein Fachabi hier nicht anerkannt wurde).

Danach hat er dann die doppelte Staatsbürgerschaft.

Interessanterweise kann ich jedoch auch Schweizerin werden. Ich muss nachweisen, dass ich eine Sprache spreche, die in der Schweiz gebräuchlich ist und ich soziale Kontakte in die Schweiz habe. Zudem muss ich 7?? Jahre mit einem Schweizer verheiratet sein...

(16) 04.12.14 - 16:10

Hallo!

Nein, ich glaube das ging in Deutschland noch nie. Meine Eltern haben 1973 geheiratet, meine Mutter ist auf der Stelle Italienerin geworden, mein Vater ist nie Deutscher geworden (hat er auch nie versucht). Seitdem auch Italien ein Einwanderungsland geworden ist, wird man auch nicht mehr automatisch Italiener. Es gibt eben Laender dessen Buerger man nicht unbedingt aus Liebe heiratet.

Ich kenne sehr viele Auslaender, die deutsche Partner haben, sehr gut Deutsch sprechen und auch integriert sind, sie beantragen die Staatsangehoerigkeit aber trotzdem nicht. Es kommt auch immer auf die Bedingungen in Heimatsland an, ob man die doppelte Staatsbuergerschaft behalten darf oder nicht.

Ein "Amt" kann sich so und so benehmen, haengt auch von den Leuten ab, die dort arbeiten. Vorschriften sind Vorschriften, aber der Ton macht die Musik.

LG

(17) 04.12.14 - 21:33

Das ist so ein hartnaeckiger Fehlglaube dass man Dutch Eheschliessung automatisch die Staatsbuergerschaft erwirbt. Field member Kollegen waren auch erstaunt dass ich nicht durch meine Heirat automatisch Britain where sondern einen teueren langwierigen Prozess mit Tests, Leumundszeugen, Zeremonien etc durchziehen musste. Und in Deutschland sind die Regeln nicht anders.

Hallo!

Ich habe einige Jahre in der Ausländerbehörde gearbeitet und habe mich ständig mit solchen Fragen und dem Unverständnis dazu beschäftigen müssen #augen

Ganz ehrlich: was hat bitteschön eine Ehe mit einem Deutschen mit der eigenen Nationalität zu tun? Warum sollte sie sich dadurch automatisch ändern?

Ich finde die Gesetzeslage hier in Deutschland dazu absolut richtig!

LG
sonntagskind

  • Sehe ich genauso!

    Es gibt Menschen, die geben fuer ihren Partner Staatsangehoerigkeit, Glauben und Nachnamen auf. Kann ich Absolut nicht nachvollziehen.

    Dazu muss noch gesagt werden, dass man in vielen Laendern auch sehr gut als Auslaender leben kann. Und Rassisten machen auch vor einem Dt. Pass nicht halt. Nur die doppelte Staatsangehoerigkeit fuer die Kinder finde ich wichtig.

    LG

(20) 07.12.14 - 19:47

Zwangseingedeutscht durch Heirat? Uff, da hätte mein Vater meine Mutter wohl bis heute nicht geheiratet. #kratz

Mein Mann hat auch keinerlei Ambitionen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. Warum sollte er das auch wollen? Er hat nach drei Jahren die unbefristete Aufenthaltserlaubnis bekommen und gut ist. Zwar ist er 100%-ig eingebayert, aber nö, seine Staatsbürgerschaft würde er nie aufgeben. Ebenso wenig, wie ich das tun würde. Ganz selten mal ruft es zwar Stirnrunzeln hervor, wenn die Kinder und ich unsere deutschen Pässe rausholen, mein Mann aber einen anderen hat, aber gut, das muss uns ja nicht stören. :-)

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