Muss sie ihm das Kind geben?

    • (1) 05.12.14 - 23:12

      Hallo,

      ich weis nicht genau wo ich mit diesem Thema hin soll. Falls ich falsch bin, bitte verschieben, liebes Urbia-Team.

      Ich brauche ganz dringend kurzfristig einen Rat.
      Meine Freundin steckt aktuell im Trennungsjahr.
      Sie hat eine 7 monate junge Tochter mit ihrem noch-mann.

      Ich versuche mich kurz zu fassen:
      Meine Freundin und ihr Mann haben eine gemeinsame Wohnung. Er kommt gelegentlich zum Schlafen. Wo er die restliche Zeit verbringt weis keiner. Zu seiner Tochter hat er so gut wie kein Verhältnis. Die male die er sie gesehen hat kann man an zwei Händen abzählen.
      Zweimal hat er in einer Wutatacke das Haus verwüstet, hat auch vor dem Kinderzimmer nicht halt gemacht. Vor kurzem hat er sich selbst für ein paar Tage in die Psychiatrie eingewiesen weil er sagte er wäre sonst gegen einen Baum gefahren oder hätte seine noch-Frau (meine Freundin) umgebracht.

      So, und nun will er seine Tochter. Als meine Freundin sie ihm nicht geben wollte ist er ausgerastet und zur Polizei gefahren. Kurze Zeit später rief ein Polizist bei ihr an und meinte das sie die Kleine ihrem Vater geben müsse. Meine Freundin rief beim Jugendamt an und die meinten, das auch ein Vater ein Recht auf sein Kind hat, allerdings sie als Mutter zum Wohle des Kindes handeln müsse. Sie hat jetzt im Januar einen Termin beim Jugendamt.

      Nun wird sie die ganze Zeit mit SMS bombardiert in denen er zum einen sagt das er seine tochter will zum anderen sachen wie: "ich verwüste gleich wieder das Haus" etc

      Jetzt meine Frage, Muss sie ihm ihre Tochter aushändigen?

      Danke für Antworten

      • Im Normalfall ja.

        Nur scheint das kein Normalfall zu sein.

        Besuchsrecht abstellen kann eigentlich nur ein Gericht

        Ich würde ihm bis zum Termin beim Amt das Kind nicht alleine geben. Bis dahin auf jeden Fall alle Vorkommnisse mit Datum aufschreiben!

        Das Kind hat ein Recht seinen Vater zu sehen. Bei einem so aggressiven Vater würde ich aber zuerst eine Klärung von offizieller Stelle abwarten.

        Lg

        PS

        Im moment passiert ihr gar nix wenn sie ihm das Kind nicht mitgibt!

        • Danke für deine Antwort.
          Sie wird ihm die Kleine auf keinen Fall freiwillig geben.
          Sie hat nur Angst das er plotzlich mit der Polizei vor der Tür steht.
          Montag wird sie nochmal beim Jugendamt anrufen und die Dringlichkeit ansprechen.
          LG

          • Er hat ja offenbar nicht einmal irgendeinen offiziellen Beschluss, wo Besuchszeiten geregelt sind. Was soll die Polizei da machen? Genau, gar nix!

            Sie soll sich keine Sorgen machen, die Polizei kann im Moment nix machen (und werden auch gar nicht wollen, sie müssten ja quasi Schnellrichter spielen, wer den Samstag nachmittag mit dem Kind verbringen darf).

            LG

      Hallo,

      ich habe beruflich mit solchen Fällen punktuell zu tun.

      Er hat das Haus verwüstet.

      Er war in der Psychiatrie, da er sich oder der Freundin etwas antun will (Morddrohung).

      Er ist psychisch mehr als instabil (ständige SMS-Bombardierung).

      Ich würde Deiner Freundin daher folgendes raten:

      1. Ihn nicht mehr ins Haus lassen.

      2. Bei der Polizei eine Anzeige wegen Belästigung machen (SMS).

      3. Sofort einen Anwalt für Familienrecht aufsuchen und Verfahren nach dem Gewaltschutzgesetz einleiten lassen. Grund: Er bombardiert sie nicht nur mit SMS sondern droht ihr in diesen auch, erneut das Haus zu verwüsten - und wer weiss, was sonst noch, wenn sie nicht klein beigibt.

      Unter diesen Umständen muss sie ihm das Kind absolut nicht aushändigen. Jedoch kann begleiteter Umgang beim Jugendamt angestrebt werden.

      Hier ist ein Umgangsverfahren vor Gericht zu führen. Dafür braucht sie Beweise für sein instabiles Verhalten (Zeugenaussagen über die Wohnungsverwüstungen und Drohungen, weshalb er sich ja einliefern ließ).

      Sie sollte also alles, was sie bekommt, aufheben. Zudem alle Telefonate aufschreiben (auch Polizei und Rat vom Jugendamt) mit Datum, Name des Gesprächspartners, Uhrzeit und Inhalt.

      Je mehr sie ansammeln kann, desto klarer kann der Fall nachvollzogen werden. Unter Umständen, wenn sich der Noch-Mann nicht wieder fängt, kann der Umgang ganz ausgesetzt werden. Er muss sich dafür einer psychiatrischen Evaluierung unterziehen. Das würde aber vom Gericht angeordnet werden.

      Deine Freundin muss jetzt sofort handeln. Sonst geht das Ganze böse aus.

      Alles Gute für Euch.

      sbl

      Hallo,

      Deine Freundin soll Anzeige bei der Polizei erstatten und einen Anwalt aufsuchen. Die Polizei kann nicht einfach bestimmen einen Säugling dem psychisch kranken und labilen Vater mitzugeben. Allerdings kann ein Umgang unter Aufsicht von einem Gericht entschieden werden.

      LG
      Manu

    • ?????Trennungsjahr aber er schläft noch ab und zu da?

      Deine Freundin soll sich so schnell wie möglich nen Anwalt suchen!

      Sich die Wohnung zuweisen lassen, alleiniges Sorgerecht beantragen und Schloss austauschen nicht vergessen!

      Ich frage mich ja warum sie das nicht LÄNGST gemacht hat!

      Hallo,

      hat sie Zeugen für seine Ausraster? Wurde Anzeige gestellt?

      Ansonsten ist es schwierig.

      Sie soll sich einen Rechtsanwalt suchen.

      GLG

      Ich danke euch vielmals für eure Antworten. Ihr habt uns sehr geholfen.

      Heute hat ihr Mann meiner Freundin angedroht die ganze Wohnung zu verwüsten.
      Sie ist dann am Nachmittag zusammen mit ihrer Schwiegermutter hin gefahren.

      Alles war verwüstet und er hat sich im Schlafzimmer eingeschlossen. Sie hat die Polizei gerufen. Diese haben ihr dann geraten vorerst nicht mehr die Wohnung zu betreten und am Montag zum Amtsgericht wegen einer einstweiligen Verfügung.
      Das wird sie tun und auch ihre Anwältin wird sie zu Rate ziehen.

      Was die Beiweise und Zeugen angeht: Sie hat etliche Drohnachrichten auf dem Handy gespeichert. Ebenso seine Eltern und seine Schwester. Meine Freundin hat ein gutes Verhältnis zur Schwiegerfamilie und wenn irgendetwas von ihm kam waren meist die Schwiegermutter oder die Schwägerin dabei.
      Er hat vor ein paar Jahren eine Nacht im Knast verbracht, als die Polizei ihn randalierend von ihrem Haus geholt hat. Und vor kurzem war er für ein paar Tage in der Psychiatrie.

      Meine Freundin hätte sich längst trennen sollen. Wie viele Gespräche wir darüber schon geführt haben kann ich nicht mehr zählen. Sie war oft kurz davor, hat dann aber doch immer noch einen Rückzieher gemacht. Ich hoffe und bete dass sie es jetzt endlich durchzieht.

      Übrigens ist sie jetzt bei ihren Eltern. Hier bei uns stehen ihr sowieso die Türen offen, und sie übernachtet des öfteren bei ihren Schwiegereltern.

      Viele Grüße und einen schönen Sonntag

Top Diskussionen anzeigen