Erbrecht (Pflichtanteil / Widerruf Unterschrift) - kennt sich jemand aus?

    • (1) 12.01.15 - 17:46

      Hallo zusammen,

      kennt sich hier jemand mit Erbrecht aus? Ich würde euch gern mal einen Sachverhalt schildern.

      Person S = Sohn (erwachsen)
      Person V= Vater

      Person S unterschreibt nach dem Tod der Mutter ein Schriftstück vom Amtsgericht, dass V Alleinerbe ist. Die Unterschrift erfolgt aus zwei Gründen: V benötigte schnell den Erbschein, der nur nach Zustimmung ausgestellt werden konnte und hatte S schon länger versprochen, einen Anteil des Erbes auszuzahlen.

      Das versprochene Geld hat S nicht erhalten (da nur mündlich zugesagt, ist das wohl Pech). V ist plötzlich eiskalt geworden. Das Verhältnis zwischen S und V, war ein halbes Jahr nach dem Tod hinüber.

      Hat S nun trotz der Unterschrift noch eine Chance, seinen Pflichtanteil einzuklagen oder ist dies aussichtslos und muss er sich damit abfinden, dass er nichts mehr hat?

      Vielleicht weiß ja jemand Bescheid?

      #winke

      LG erdbeerchen

      • Hallo

        Ja , er muss das über einen Anwalt machen.

        ist natürlich keine rechtsverbindliche Aussage vom mir.

        Ich denke er hat so ein Teil unterschrieben das er damit einverstanden ist das der Vater alleine den Erbschein bekommt.

        Der Vater verfügt dann über das gesamte Erbe und der Sohn muss seinen Pflichtteil einfordern und den bekommt er vom Vater ausgezahlt.

        Gibt es ein Testament?

        • Es gibt ein Testament, in dem die Mutter sagt "mein gesamtes Vermögen geht auf meinen Mann xyz über."

          Das Amtsgericht hat daraufhin ein Schreiben geschickt, dass S bitte unterschreibt, dass er einverstanden ist, dass V Alleinerbe ist und den Erbschein bekommen kann. Diese Unterschrift hat er gemacht.

          Und da stellt sich die Frage, ob er diese widerrufen kann bzw. seinen Pflichtanteil noch einfordern kann?

          • Hallo

            Ist das ein Berliner Testament.

            Das heißt die Eheleute haben es auf gegenseitigkeit gemacht jenachdem wer zuerst stirbt erbt der Partner alles.

            Wenn es ein Berliner Testament ist, hat S nichts falsch gemacht und ich denke das das Testament ein Notar gemacht hat.

            Im Berliner Testament denke ich nicht das man Amspruch auf den Pflichtteil hat sondern den erst erheben kann wenn der Vater auch verstorben ist und Sohn dann nicht eh Alleinerbe ist.

            Das klügste wäre es sich einen Anwalt zu nehmen für ein Beratungsgespräch

          • Es hieß immer, dass es das Berliner Testament sein soll, doch dann wurde aufgeklärt, dass beim Berliner Testament immer beide Ehegatten unterschreiben müssen. Auf dem Testament hat nur die verstorbene Mutter unterschrieben.

            Zum Beratungsgespräch tendiert S auch. Darauf wird es wohl hinauslaufen müssen.

    Er kann den Pflichtteil einfordern, wenn die Antragsfrist noch nicht verstrichen ist.

Wann ist das denn alles passiert?

naja, wenn der Sohn immer wieder auf sein Recht bestanden hat, ist es kein Wunder, das das Verhältnis zum Vater #contra ist.

Ob jetzt Recht oder nicht, wichtiger ist doch auch die Verantwortung, das zuerst der Vater im Alter abgesichert ist, bevor die Kinder die Hand aufhalten.

Für alles gibt es Fristen.....ab zum Anwalt und beraten lassen.

Lisa

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