5 Pflichten in Islam und Christentum (Lehrerinnen?)

    • (1) 28.01.15 - 10:26

      Moin,

      vor einer kleinen Weile gab es hier eine Diskussion,

      http://www.urbia.de/forum/6-kids-schule/4538855-probearbeit-religion-muslime-u-christen/29862458

      die mich ratlos zurückgelassen hat.
      Für etlich von euch war es eine klare Sache, dass die 5 Plichten der Muslime mit den Pflichten der Christen identisch seien.
      Leider hat mir niemand geantwortet, welche Quelle(n) es dazu gibt.

      Darum stelle ich hier nochmal meine Frage:

      Wo ist für das Christentum festgeschrieben, dass es diese 5 Pflichten gibt:
      * Glaubensbekenntnis
      * Gebet
      * Almosen
      * Fasten
      * Pilgerreise

      #danke#herzlich
      LG Helga

      Ähm ja wie wäre es wenn du dir einfach das alte und neue Testament schnappts? Da stehts drin. Vielleicht noch eine Erklärung zu beiden dazu nehmen......ist ja oft missverständlich geschrieben.
      Wie gesagt das sind keine Pflichten sondern Empfehlungen auch wenn sie früher als "Pflicht" angesehen wurden. Ich kenne keinen Christen der noch fastet, wohl aber Christen die jeden Tag beten sich als Christ bekennen und ab und an eine kleine Spende tätigen. Ich kenne keinen Christen persönlich der es geschafft hat eine Pilgerreise anzutreten........dafür aber Menschen die einfach mal den Jakobsweg gegangen sind ohne sich als Christ zu bezeichnen.

      Reicht das als Quelle und Antwort?

      • Ich und meine Familie haben die Tradition des Fastens sogar wieder aufgegriffen und werden in der Fastenzeit auf Süßes und Alkohol verzichten - aber eine PFLICHT ist das nicht, nur eine Tradition.

        #danke

        >>Reicht das als Quelle und Antwort?<<

        Leider nein. :-(

        Natürlich kann man alle 5 Anliegen aus den biblischen Aussagen und der christlichenTradition herausinterpretieren. Als 5 zentrale und grundlegende Gebote - wie im Islam - finde ich sie aber nirgends formuliert.
        Meines Wissens gilt im Christentum das "Doppelgebot der Liebe" als grundlegend und zentral.

        • Sehr richtig.

          Genauso könnte man fünf ganz andere Sachen aus der Bibel herauslesen.

          Der Koran ist da in der Formulierung wesentlich eindeutiger, da werden - meines bescheidenen Wissen nach - die fünf Grundsätze sehr klar so benannt, als fünf Grundsätze des Glaubens.

          Dass in Tausenden Seiten Bibel irgendwo auch mal gefastet und gepilgert wird, macht Fasten und Pilgern ja noch nicht zu Pflichten eines jeden Christen. Die meisten würden sich da auch schön für bedanken, fallen doch diese popeligen 10 Gebote schon so höllisch schwer.

    hi helga!
    versteh nicht so ganz warum du jetzt nochmal damit anfängst - das thema ist doch damals ausführlich durchgekaut worden#gruebel - warum rufst nicht einfach mal bei der religionslehrerin deines sohnes an wenn dir das thema so unter den nägeln brennt - sie gibt dir bestimmt gern auskunft was ihre erwartungsbild für diesen test war!
    lg katrin

    • Hi katrin,

      ich war bei der alten Diskussion nur (fast) unbeteiligte und verwunderte Mitleserin. Meine Rückfrage am Rande hat niemand beantwortet.
      Mich interessiert die Frage aus purer persönlicher Neugier.

      LG Helga

      • is ja auch völlig in ordnung - schließlich kann ja jeder hier fragen stellen wie er lustig ist (darum isses ja n forum;-)) - ich sah nur die gefahr, dass es wieder ne ähnliche diskussionskette gibt wie beim letzten mal - deshalb der gut gemeinte rat sich an EINE person zu wenden, die im idealfall die antwort auch noch von berufs wegen wissen sollte.
        #winke

Es ist doch unstrittig, dass die drei großen monotheistischen Religionen sich in Grundzügen sehr ähneln und dass es dort auch sehr ähnliche Ideen für religiöse Pflichten gibt.

Dennoch ist es Quatsch, die "Fünf Säulen des Islam" eins zu eins aufs Christentum übertragen zu wollen.

Ein Glaubensbekenntnis gibt es, das wird im Gottesdienst gebetet. Eine Pflicht ist das nicht. Beten kenne ich als Zwiegespräch mit Gott. Auch da sehe ich keine Pflicht, halte aber das Ausüben eines Glaubens ohne Gebet für wenig sinnvoll. Almosen geben gehört im Christentum vielleicht "zum guten Ton", eine Pflicht ist es nicht. Gefastet wird, dem Namen nach, in der Fastenzeit, aber da einen Vergleich zu ziehen mit dem doch sehr strengen Fasten im Ramadan erscheint mir sehr zweifelhaft. Für die meisten Christen hat das Fasten in der Fastenzeit doch allerhöchstens symbolischen Charakter. Und eine Pilgerreise wie die zentrale Fahrt der Muslime nach Mekka gibt es gar nicht. Es gibt Wallfahrtsorte aus allerlei frommen Gründen, und die sind beliebte Ausflugsziele.

Dass auch die Interpretation der Muslime in Sachen "Pflicht" sehr unterschiedlich ausfällt, ist ja offenkundig. Das wiederum ist vielleicht das Verbindendste an allen Religionen: Irgendein starres, altes Gerüst wird vorgegeben, und die Allermeisten picken sich die Rosinen raus und mogeln sich ansonsten irgendwie durch.

  • >>Es ist doch unstrittig, dass die drei großen monotheistischen Religionen sich in Grundzügen sehr ähneln und dass es dort auch sehr ähnliche Ideen für religiöse Pflichten gibt.

    Dennoch ist es Quatsch, die "Fünf Säulen des Islam" eins zu eins aufs Christentum übertragen zu wollen.<<

    Denke ich auch. Darum auch meine Frage nach den Quellen.

    >>Dass auch die Interpretation der Muslime in Sachen "Pflicht" sehr unterschiedlich ausfällt, ist ja offenkundig. Das wiederum ist vielleicht das Verbindendste an allen Religionen<<

    ;-) jepp

    LG Helga

Hallo,

ich hatte im Religionsunterricht immer nur Empfehlungen bekommen. Davon mal abgesehen WELCHERS Christentum ist es denn?

Ein guter Christ hinterfragt seinen Glauben und er hinterfragt dabei auch Gott. Bei der Konfirmation habe ich deshalb auch als Symbol einen Irrweg bekommen. Diese Empfehlung ist unchristlich für meine kath Schwiegermutter.

Gruß Karin

  • Hi,

    >>Ein guter Christ hinterfragt seinen Glauben und er hinterfragt dabei auch Gott. ... ist unchristlich für meine kath Schwiegermutter.<<

    Womit du des Dilemma auf den Punkt gebracht hast.:-)

Hallo,

ich habe das damals auch mit Erstaunen gelesen und es ist schlichtweg falsch.
von den drei großen Religionen, die an einen Gott glauben, unterscheidet sich das Christentum von Judentum und Islam im wesentlichen durch einen Verzicht auf religiöse Gesetze. So gibt es keine Speisegesetze (im Judentum koscheres Essen, im Islam halal), keine festgelegten Gebetszeiten (im Islam 5, im Judentum 3), keine rituellen Reinheitsvorschriften (im Islam und Judentum gibt es rituelle Waschungen vor dem Gebet in der Moschee oder Synagoge), keine verpflichtenden Fasttage (imIslam Ramadan, im Judentum Jom Kippur)

Das liegt daran, dass Jesus (der Jude war!) sich bewusst von den herrschenden Regeln und Gesetzesauslegungen seinerzeit distanzierte und das Doppelgebot der Liebe als einziges gültiges gesetz postulierte.
Natürlich bildeten sich im LAufe der Zeit im Christentum bestimmte Regeln heraus (den Zehnten abgeben, Sonntags in die Kirche gehen, in der Fastenzeit fasten,pilgern...)
Luther wendete sich in Abgrenzung von der Kirche nochmals vehement gegen jegliche religiöse Vorschrift, er sagte "allein durch Glauben wird der Mensch gerecht". Somit existieren auf dieser Basis für die Evangelischen tatsächlich keine religiösen Pflichten.
Die katholische Kirche setzte - in Abgrenzung von Luther - doch noch ein paar religiöse Pflichten fest (Sonntags an der Messe teilzunehmen und Freitags sowie in der Fastenzeit kein Fleisch zu essen), aber auch diese wurden mit der Reform des Kirchenrechtes in den 80er Jahren deutlich aufgeweicht.

Reicht Dir diese Erklärung?

Erdbeertiger

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