Doktorarbeit (lang)

    • (1) 07.02.15 - 18:08

      Guten Abend,

      mein Mann hatte seine Doktorarbeit fertig geschrieben und eingereicht. Als das schon passiert war, meinte seien Doktormutter, dass die Arbeit sehr schlecht sei und voll mit Plagiaten.

      Er hat sie dann sofort zurück gezogen und verstand die Welt nichtt mehr. Davor hat sie zwar immer was kleines zum Aussetzen gehabt, aber nie ging es um Plagiate oder das er die Arbeit so nicht abgeben kann.

      Das war letzten Sommer.

      Seitdem bemüht er sich, die Arbeit umzuschreiben und "nachzubessern", aber die Kritik wird immer schlimmer und wenn er wissen möchte welche Stellen sie denn meint, bekommt er als antwort, dass wäre so offensichtlich, dass bräuchte sie nicht einzeln zu benennen. Sie meint er könne auch nicht wissenschaftlich Arbeiten und solle zuerst doch einmal ein Buch dazu lesen. Sie hat ihm eigentlich auch schon gesagt, dass sie auch wenn er durch die Verteidigung kommen sollte, dass Buch nicht zur Veröffentlichung zulassen werde.

      Erst bemängelt sie, dass etwas zu ausführlich ist. Wenn er es dann kürz meint sie, dass man so ein komplexes Thema in so wenig Seiten nicht konkret genug bearbeiten kann.

      Also alles ziehmlich auswegslos und sehr schwer an den Schwachstellen zu arbeiten. Da mein Mann nicht weiß was sie meint und was er machen soll.

      Mehrere Kollegen meines Mannes haben die Arbeit gelesen umd als gut bezeichnet. Sie meinten alle, sie hätte zugegeben ihre Schwächen, aber nicht, dass man so abgehen muss.

      Nun zu meiner eigentlichen Frage.

      Da mein Mann denkt, dass er bei der Frau nie seine Doktorarbeit zugelassen bekommt, würde er gerne den Doktorvater wechseln.

      Geht das?

      Gibt es da irgendwelche Regularien an die man sich halten muss?

      Hatte jemand schon mal die Situation?

      Danke für euere Hilfe und noch einen schönen Abend.

      Lieben Gruß
      Dünki

      • Natürlich geht das. Die muss dann halt neu angemeldet werden an der Uni und fertig. Wenn es eine andere Uni, kann es auch andere Voraussetzungen geben als bei der alten. Der neue Doktorvater muss dann halt auch einigermaßen zum Thema passen und der Inhalt muss auch weiter verwendet werden dürfen, ansonsten kann es rechtliche Probleme geben bzw. muss dann ganz viel neu geschrieben werden. Kommt aber ganz auf die Thematik an, so allgemein kann man das nicht sagen. An seiner Stelle würde ich mich erstmal beraten lassen, als erstes bei der ganz normalen Studienberatung der UNI und mich dann weiter weisen lassen.

        • Das mit dem beraten lassen ist eben nicht so einfach.

          Wir wohnen im Ausland und wir kommen geplanterweise dieses Jahr nicht nach Deutschland.

          Ich kenn mich mit der Materie gar nicht aus. Drumm muss ich so doof nachfragen.

          Was heißt denn: der Inhalt muss auch weiter verwendet werden müssen?

          Mein Mann würde es vielleicht verstehen, aber der weiß gar nicht das ich hier für ihn nachfrage. ;-)

          • Es gibt z.B. Forschungsprojekte von externen Firmen. Viele Forschungen finden ja nur aufgrund von Drittmitteln statt, das zaht nicht die Uni. Und es KANN sein, dass die Dinge, die erforscht werden dann auch rechtlich ans Projekt gebunden sind. D.h. jemand, der nicht an dieser Uni forscht bzw. am Projekt mitarbeitet, darf die Infos nicht nutzen oder zumindest nicht weiter mit diesen Sachmitteln forschen.

            Es gibt sicher auch telefonische Beratung. Man kann den Leuten ja schildern, dass man im Ausland ist ;)

      Hallo!

      Wie meine Vorschreiberin schon sagte - das geht schon.

      Die Frage, die sich mir aufdrängt: was sagt denn der Zweitgutachter? Dissertationen werden doch von zwei Professoren betreut bzw. am Ende abgenommen, bei uns ist das Betreuungsverhältnis teilweise recht eng.
      Was sagt der/die denn dazu? Hat er sich da mal eine Meinung eingeholt?

      Unangenehme Sache... Ich wünsche starke Nerven.

      Viele Grüße!

      • Die Zweitgutachter sagt auch, dass sie ganz gut ist, aber halt ihre Schwächen aufweist und nennt ihm genau die Stellen, welche er dann ausbessern kann.

        Mit ihr ist die Zusammenarbeit sehr gut.

        Sie weiß auch nicht an welcher Stelle die Plagiate sein sollen.

    Klar kann er sich einen neuen Doktorvater suchen.

    ABER. Was mich stutzig macht:
    <<Seitdem bemüht er sich, die Arbeit umzuschreiben und "nachzubessern", aber die Kritik wird immer schlimmer und wenn er wissen möchte welche Stellen sie denn meint, bekommt er als antwort, dass wäre so offensichtlich, dass bräuchte sie nicht einzeln zu benennen. >>
    Da er offensichtlich große Teile der Arbeit abgeschrieben hat, wird ein Umschreiben hier nicht reichen. Da wird er von Grund auf noch mal ran müssen und schauen, ob er ggf. seine Thesen ganz neu aufstellen muss etc. Und, er muss doch wissen, an welchen Stellen er abgeschrieben hat! Man kennt doch seine eigene Arbeit wie kein anderer!

    Ich habe das Gefühl, er sollte da noch mal von Grund auf rangehen.

Sorry, aber wer seine Frau in einem Allerweltsfamilienforum fragen lassen muss: "würde er gerne den Doktorvater wechseln. Geht das? Gibt es da irgendwelche Regularien an die man sich halten muss?"...

Naja.

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