Trinkgeld und Mindestlohn

    • (1) 15.02.15 - 13:52

      Hallo,

      Wir haben ein paar Kosmetikläden und zahlen ab Januar nun 8,50 anstatt der davor gezahlten 8€

      Unsere Angestellten ärgern sich nun, das sue mehr Steuern zahlen und nicht wirklich mehr raus haben.
      Zudem zahlen die Kunden nun tatsächlich weniger Trinkgeld, da wir die Preise etwas angehoben haben.

      Unsere Angestellten ärgern sich darüber total, genauso wie hier die Friseusen.
      Nun meine Frage, an die speziellen Damen....

      Was sollen die Arbeitgeber machen?
      Es wird auch für uns nichts günstiger.

      Fragende Grüsse

      • So ganz kann ich Dir nicht folgen.

        1.) in der Regel hat man netto immer mehr raus, wenn man brutto mehr bekommt. Vielleicht nicht so viel wie erwartet, aber immerhin. Wenn ich die von dir angegeben 8,50 im Vergleich zu den bisherigen 8 Euro bei einer Vollzeitstelle, Steuerklasse 1 in den Gehalstrechner eingebe, dann sind das immerhin 25 Euro mehr, bei Steuerklasse 5 15 Euro mehr. Auch bei einer halben Stelle liegt der netto Betrag um 10 bis 15 Euro höher. Ich frage mich nun wirklich, wie es angehen kann, dass bei Euch die Mitarbeiterinnen nicht wirklich mehr raus haben.

        2.) Du schreibst ihr habt die Preise angehoben und deswegen zahlen die Kundinnen nun weniger Trinkgeld. Um wieviel bitte habt ihr den die Preise angehoben?

        • Hi,

          Ich persönlich finde 25€ nicht viel. Besagte Damen hatten teilweise bis zu 25€ Trinkgeld am Tag. Die fallen nun auf ca. 12€ ab.

          Wir haben unsere Preise erhöht JA. Nicht nur wegen dem Mindestlohn, sondern auch wegen erhöhter Miete usw.
          Ja, auch Kunden wollen nicht unnötig viel zahlen, wie du an vorangegangenen Threads lesen kannst.

          Gruss

          • Dass das Trinkgeld so abfällt liegt dann aber doch an euren Preiserhöhungen. Deshalb meine Frage, um wieviel ihr die denn erhöht habt.

            Ausserdem ist dann ja nicht das Problem der Mitarbeiterinnen, dass ihr wegen des Mindestlohns, die Preise angehoben habt, sondern auch wegen anderer Gründe.

            Ne, wirklich. Eure wirtschaftlichen Entscheidungen sind das Problem Eurer Mitarbeiter, nicht der Mindestlohn.

            Und sorry, aber bei einem Einkommen von 1000 netto, finde ich jetzt 25 Euro mehr nicht so wenig.

            Das sind immerhin 2,5 %.

            • Um wieviel wir erhöht haben, ist hier völlig egal.
              Denn das passiert in den nächsten Monat in fast jeder Dienstleistungsbranche.

              Mir persönlich ist es auch egal, das sie nun weniger Trinkgeld bekommen, wir als Arbeitgeben erüllen unsere Pflicht.

              Die Mitarbeiter hatten vor dem Mindestlohn mehr Geld raus.
              Unsere wirtschaftliche Entscheidungen mussten sein, aber das sehen Mitarbeiter und Endverbraucher anders.

              • Nein, es ist überhaupt nicht egal, um wieviel ihr die Preise erhöht habt.

                Du eröffnest hier extra einen thread um irgendwie klarzumachen, dass die Mitarbeiter einen Nachteil durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns haben.

                Dabei haben die Mitarbeiter den Nachteil doch nur, weil nach deiner Aussage, die Preiserhöhungen die Kunden so verärgert haben, dass sie nun weniger Trinkgeld geben.

                Die Erhöhung des Mindestlohns muss ja nicht zwangsläufig in Preiserhöhungen münden. das ist ja eure Entscheidung, die nach deiner Aussage dazu auch nur teilweise mit dem Mindestlohn zusammenhängt.

                Ich bekomme hier mehr den Eindruck, dass ihr als Arbeitgeber, die Einführung des Mindestlohnes als Aufhänger nehmt, die Preise zu erhöhen, auch auf die Gefahr hin, dass die Mitarbeiter weniger Trinkgeld bekommen. Da ist dann der Mindestlohn natürlich eine bequeme Entschuldigung.
                Dazu passt auch gut, dass es dir im Grunde ja schnuppe ist, wieviel Trinkgeld die Mitarbeiter bekommen, wie ja dein vorletzter Absatz sehr schön deutlich macht.

                Ich wundere mich sehr über deine Kaltschnäuzigkeit.

                Wenn du jedem Mitarbeiter vielleicht 3 Euro mehr Lohn pro Tag zahlen musst, dann kann doch die Preiserhöhung, die dazu geführt hat nicht so viel ausmachen.

                lass den Mitarbeiter mal 10 Anwendungen (oder Frisuren) am Tag machen, das wären dann vielleicht 50 Cent mehr pro Anwendung. Lass es einen Euro sein. Das würde mir bei Summen ab 20 Euro noch nicht mal groß auffallen und würde ganz sicher nicht dazu führen, dass ich jetzt nur noch halb so viel Trinkgeld gebe.

                ich vermute, dass ihr ziemlich drastisch eure Preise erhöht habt.

                • Wir haben unsere Preise an den wenigen anderen Kosmetikstudios angepasst.
                  Das nicht nur der Mindestlohn daran hing, schrieb ich schon, denn es erhöhen sich auch andere Dinge. Auch andere Branchen erhöhen ihre Preise.

                  Unsere Kunden sind nicht verärgert. Sie kennen die Preise in der Gegend.
                  Auch mangelt es hier etwas an Kosmetikstudios und von daher spielt auch das Angebot und Nachfrage eine ganz grosse Rolle.

                  Wir zwingen niemanden für uns zu arbeiten, unsere Mitarbeiter sind gern bei uns und sie bekommen Ihr Gehalt stets pünktlich.
                  Trinkgeld ist Kein Muss...... Ganz einfach.

                  • Kannst du mir vielleicht klarmachen, worum es dir eigentlich geht in deinem Ausgangsposting?

                    Denn zurzeit stellt es sich so für mich da:

                    Ihr habt die Preise erhöht.

                    Aber nicht nur wegen der Mindestlöhne, sondern wegen der Raummiete und anderer Punkte

                    trotzdem betitelst du den Thread mit der Überschrift "Mindestlohn und Trinkgelder"

                    Die Kunden sind nicht verärgert, zahlen jetzt aber weniger Trinkgeld

                    Du fragst im ersten Posting konkret nach Meinungen dazu.

                    Willst aber nicht sagen um wieviel Prozent ihr die Preise angehoben habt.

                    ja, was soll ich denn dazu sagen?

                    Wenn ihr bisher attraktiv ward als billiger Jakob, sind die Zeiten nunmal vorbei, wenn ihr direkt in die vollen geht und nicht mehr günstiger seid als andere.

                    ich verstehe aber immer noch nicht, was das mit dem Mindestlohn zu tun hat.

                    • Ich habe meine Preise um 12% erhöht.
                      Ja, die Kunden zahlen weniger Trinkgeld, weil sie eben nur bis Summe x zahlen wollen, also fällt das Trinkgeld weg.

                      Das ist eben das einfachste um weine Wunschdienstleistung zu seinem Pteis zu bekommen.

                      Was ich mit meinem Beitrag sagen wollte, ist: Das die leute die den Mindestlohn erhalten, eben damit nicht besser da stehen, sondern schlechter.

                      • 12 % Erhöhung waren aber ganz sicher nicht nötig wegen des Mindestlohns.

                        Daher finde ich deinen Schluss, dass es ihnen schlechter geht wegen des Mindestlohnes falsch.

                        Es geht ihnen schlechter, weil ihre Arbeitgeber die Preise erhöhen ohne den Kunden einen Mehrwert zu bieten und diese sich deswegen das Trinkgeld sparen.

                      12% sind eine ganz saftige Erhöhung und würden bei mir eher dazu führen, dass ich mir gleich ein anderes Studio suche.

                      Das liegt auch nicht nur an Mindestlohn und Miete, sondern daran, dass ihr nie preise kalkuliert habt, sondern am Anfang nur "billiger als die Konkurrenz" sein wolltet und euch jetzt angepasst habt. damit verliert ihr die Kunden, die nur "billig" wollten langfristig, und wenn ihr nicht wirklich etwas an mehrwert bietet, dann werden noch wesentlich mehr Kunden weg bleiben.

                      Dann muss auch Ambiente, Personal und extras zu den preisen passen.

                      das hat einfach mit Betriebswirtschaft alles nichts zu tun, und wenn die anderen alle 30 euro für eine Gesichtsbehandlung verlangen ist das noch lange kein Grund, dass du auch 30 Euro verlangen kannst und musst.

                      aber nur, wenn sie so einen chef wie dich haben!

                      seit wann ist mehr geld in der tasche denn schlechter #gruebel

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