Wie helfe ich jemand mit psychischen Problemen ?

    • (1) 23.02.15 - 19:09

      Hallo
      Meine beste Freundin die ich mein Leben lang kenne (sind zusammen aufgewachsen) hat mir als wir 15 waren anvertraut das sie sich selbst verletzt und auch "depressive Gedanken" hat
      Damit meine ich das sie große Probleme mit sich selbst hat, ihrer Meinung nach ist alles das sie macht schlecht,sie denkt sie könnte nichts schaffen, sie zerbricht sich über ALLES den Kopf und denkt schon Jahre weiter und denkt dann natürlich auch nur an alle Horror Szenarien die eintreffen könnten,sie hasst sich selbst und sie kann nicht glauben das jemand SIE mag, sie hat große Probleme mit dem Vertrauen,... eben alles Negativ
      Passiert etwas gutes denkt sie entweder es kann/darf nicht sein das ihr sowas passiert ODER sie denkt nicht "Man das ist gut" sondern "wieso kann ich nichts" und ärgert sich das es nicht gut genug ist (so war es z.B. in der Schule bei Arbeiten,..)
      Dann hat sie auch noch Schlafprobleme bzw. ein gestörtes Verhalten zum Schlaf. Sie schläft meistens richtig wenig (geht spät ins Bett) und geht oft mitten in der Nacht joggen
      Dann kämen wir zum nächsten Problem, sie verletzt sich selbst. Hätte sie mir das nicht erzählt hätte ich es nie und nimmer gemerkt, sie versteckt einfach alles so gut und wenn es etwas sichtbares ist hat sie so eine gute Ausrede parat das man niemals Verdacht schöpfen würde
      Wie schon erwähnt hat sie Probleme anderen zu Vertrauen, von all dem wissen ausser mir nur 3 Leute. Ihre Eltern wissen nicht Bescheid (nicht mehr ganz so relevant da wir ja jetzt Erwachsen sind)
      Sie ist quasi wie eine Schwester für mich, wir wissen alles über einander und ich bin eine der wenigen der sie Blind vertraut
      Das ist auch de Grund warum ich nie ihren Eltern etwas erzählt habe, ich glaube nicht das sie mich anlügen würde. Sie hat mir in der ganzen Zeit gesagt das sie sich nicht umbringen will und auch noch nie daran gedacht hat, sondern das sie einfach mit sich selbst zu Kämpfen hat aber es immer so war das sie es "unter Kontrolle" (wenn man das so sagen kann) hat
      Ich denke auch nicht das das bei ihr jemals ein "Schrei nach Aufmerksamkeit" war, sie hasst es in der Aufmerksamkeit zu stehen und wie schon erwähnt, man würde niemals erahnen das sie solche Gedanken hat oder sich selbst verletzt
      Sie sagt das es auch immer Phasenweise ist, sie hatte schon längere Phasen wo es ihr gut ging, die Gedanken vergleichsweise normal waren und sie sich nicht verletzten und dann die schlechten Phasen wo beides da war
      Natürlich habe ich ihr schon etliche Male gesagt das sie mal zu eine Fachperson sollte denn auch wenn sie sich nicht umbringen will ist es ja trotzdem schlimm

      Sie sagt jedoch das sie das mit sich selbst klären kann, niemals mit jemand Fremden über so etwas, wo es ihr schon schwerfällt mit mir darüber zu reden, reden könnte und und und
      Ich hab mich immer versucht mit dem Thema so gut es geht zu befassen und ihr, obwohl sie das nie wollte, zu helfen, sie meinte immer nur sie ist nicht krank, sie schafft das alleine und ich soll mir keine Sorgen machen :-(
      Die mache ich mir aber natürlich trotzdem, seit dem Tag an dem ich es erfahren habe hab ich ein Auge auf sie geworfen und es vergeht kein einziger Tag an dem wir nicht reden
      Auch wenn ich mich versuche zu infomieren bin ich ja bei Weitem keine Fachperson und wollte deshalb mal fragen ob es hier Betroffene gibt die es geschafft haben das es ihnen ohne Therapie,.. etc. besser geht ? Auch Meinungen dazu wie ich helfen sollte/könnte wäre willkommen!

      Liebe Grüße

      • Du wirst ihr nicht helfen können, außer, dass du sie bestärkst eine Therapie zu machen.

        Hallo,

        es tut mir leid, wenn ich sehr hart rüber komme. Aber ich weiß, wovon ich schreibe. Bin sowohl selbst betroffen, als auch Angehörige einer Betroffenen. Alles, wovon ich schreibe, ist durchaus herzlich gemeint und beruht ausschließlich auf eigene Erfahrung sowohl aus meinem, als auch aus anderen Leben.

        Du hast das schon ganz richtig erkannt: deine Freundin ist (psychisch) krank und bedarf einer professionellen Hilfe. Und Du hast sicher auch schon erkannt, dass Du Ihr nicht wirklich helfen kannst.

        Du stehst vor einer großen und wichtigen Entscheidung. Und die kann Dir niemand abnehmen. Und Du solltest Dir darüber im Klaren werden, dass Deine Freundin schon sehr viel Deines Lebens bestimmt. Du trägst eine viel zu große Verantwortung für sie. Du fühlst Dich aus meiner Sicht schon viel zu sehr verantwortlich. Ich hoffe, Du hast Dein eigenes Leben und Dein Glück dabei (noch) nicht aus den Augen verloren?! Und solange sie nicht erkennt, dass sie Hilfe braucht, wird niemand ihr helfen können! Sie kann sich nur selbst helfen!

        Es ehrt Dich, dass Du Dich so um sie kümmerst. Solange Du das tust, wird sie vermutlich nicht erkennen, dass sie etwas ändern muss.

        Wenn Du Ihr helfen möchtest, lass Dich beraten. Nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige oder enge Vertraute können sich beraten lassen. Mit Borderlinern ist es wie mit Süchtigen. Sie müssen selbst erkennen, dass sie Hilfe brauchen, um gesund zu werden. Sie beeinflussen nicht nur ihr eigenes Leben, sondern auch das von Nahestehenden. Und für mich klingt es schon so, als wärest Du "Co-Abhängig".

        Wenn Du Dich schon so eingelesen hast, dann wirst Du davon sicher auch schon gelesen haben. Ich fand den Text hier ziemlich aussagekräftig: https://load.doccheck.com/de/load.php/shp/1/cl/download/fid/6e64d6634b1e8d989.01307484/name/BAL-0019-0001_schluss_mit_dem_eiertanz_inhalt.pdf
        Ganz besonders dieser Satz: "Der Borderline-Erkrankte versucht das Verhalten anderer zu kontrollieren, von denen er abhängig ist, um sicherzustellen, dass diese in seiner Nähe bleiben."
        Fang an, Dein Leben zu leben. Und wenn Du etwas für sie tun willst, löse Dich aus dieser Abhängigkeit. Denn nur wenn es Dir gut geht, kannst Du auch anderen helfen. Und nur wenn sie erkennt, dass sie etwas ändern sollte, wird sie das tun. Da sie aber bislang gut durchkommt (auch weil Du ihr dabei unbewusst und vermutlich auch ungewollt hilfst), gibt es für sie keinen Grund etwas zu verändern.

        Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und alles Gute!

        • Hallo
          Danke für die ausführliche Antwort, da waren interessante Aspekte dabei!
          Naja in meinem Leben läuft es eigentlich gut, ich hab zwar im moment einiges um die Ohren aber damit hat sie nichts zu tun, da geht es um meine Schwestern & Mutter
          Sie war aber in der Tat schon immer ein Teil meines Lebens,wir waren Nachbarn damals, sind eben zusammen aufgewachsen, haben uns quasi jeden Tag gesehen und durchliefen den Kindergarten und die Schule zusammen
          Nachdem sie mir dann von ihren Problemen erzählt hat habe ich halt ein "Extra Auge" auf sie geworfen und gerade heute,wo wir beide im Berufsleben sind und uns eben nicht mehr täglich sehen, ist es vorallem dank Whatsapp leicht trotzdem täglich zu reden
          Dein letzte Absatz passt jedoch nicht ganz zu uns, sie kam zwar von sich aus auf mich zu als sie es mir erzählt hat aber das war in all den Jahren eins der wenigen Gespräche das sie initiiert hat, meistens hab ich dann damit angefangen da ich ihr ja nicht ansehen konnte wie es ihr gerade geht
          Das ich versuche ihr zu helfen stimmt zwar aber wirklich helfen konnte ich ihr denke ich nie, sie wollte es ja in keinster Weise, und selbst wenn, sie ist fast 28 und ja jetzt auch schon eine Weile im Beruf und in Situationen in der ich nicht bei ihr bin dh. im Alltag ist sie auf sich alleine gestellt
          Hilfe will sie nicht, sie hat zwar schon lange erkannt das das alles nicht "normal" ist aber sie denkt sie kann sich selbst helfe bzw. durch sich selbst aufhören
          Aber dein Text bestätigt ja meine Vermutung das es höchstwahrscheinlich nicht möglich ist das alleine zu schaffen :-(

          Vielen Dank,dir auch!!

          LG

      Ich denke, Du kannst ihr nur helfen, indem Du sie darin bestärkst sich professionelle Hilfe zu holen.
      Vielleicht mal besprechen, wie Hilfe für sie aussehen könnte. Damit sie sich mal an den Gedanken gewöhnt.

      Hallo,

      wie die anderen schon geschrieben haben: du kannst ihr nicht helfen. Sie will es auch gar nicht. So lange sie dich hat, die sie mit ihren Problemen behelligen kann....

      Wie eine Vorschreiberin schon schrieb, du bist wohl Co-abhängig. Löse dich von ihr, bevor sie auch dein Leben zerstört.

      Ich hatte mal eine Freundin, die schwer Borderlinerin war. Ich habe mich von ihr "getrennt", den Kontakt komplett abgebrochen. Sie hat mich einfach immer nur in ihre Probleme reingezogen. Ich habe die Reissleine gezogen. Mein Seelenheil war mir mehr lieb, als diese kranke Freundschaft.

      • Hallo
        Warum sollte sie mein Leben zerstören ? Die Gespräche über das Thema die sie angefangen hat (ab dem wir 15 waren) lassen sich an 2 Händen abzählen, ich weiß nicht ob ich das nicht erwähnt hab oder ob es falsch rübergekommen ist aber sie ist eine Person der man garnichts anmerkt, sie redet darüber nicht gerne und zieht mich da echt nicht rein
        Da ich aber Bescheid weiß frag ich sie natürlich immer mal wie es ihr in der Hinsicht geht

        LG

        • Hm, ich finde schon, dass sie dich mit rein zieht.

          Sie hat dich ja schon soweit, dass du dir Sorgen um sie machst und du immer mal wieder nachfragst, wie es ihr geht.

          Borderliner sind super Manipulierer. Ihre "Opfer" bekommen das erstmal gar nicht so mit.

          >>>Die Gespräche über das Thema die sie angefangen hat (ab dem wir 15 waren) lassen sich an 2 Händen abzählen<<<

          Dann hast du dich in deinem ersten Beitrag aber recht missverständlich ausgedrückt:

          >>>Natürlich habe ich ihr schon etliche Male gesagt das sie mal zu eine Fachperson sollte<<<

          >>>seit dem Tag an dem ich es erfahren habe hab ch ein Auge auf sie geworfen und es vergeht kein einziger Tag an dem wir nicht reden<<<

          • Das passiert wenn ich aus vielen Informationen einen möglichst kurzen Text schreiben will #schwitz
            Ich frag sie natürlich immer wiede mal wie es ihr in der Hinsicht geht und dann sag ich ihr halt auch immer das sie zu einer Fachperson soll
            Mit "seit dem Tag an dem ich es erfahren habe hab ch ein Auge auf sie geworfen und es vergeht kein einziger Tag an dem wir nicht reden" war gemeint das seitdem ich Bescheid weiß halt doppelt so arg achte wie ich es sonst würde, eben ob ich Anzeichen erkennen kann das es ihr schlechter geht,..
            Mit " es vergeht kein einziger Tag an dem wir nicht reden" war jedoch nicht gemeint das wir täglich über das Thema reden sondern das wir täglich Kontakt haben, in welcher Form auch immer, denn wie gesagt wir sind zusammen aufgewachsen und beste Freundinnen und so war es schon immerr

    Hallo, lass dich Beraten. Es gib auch für Angehörige( Freunde )

    Beratung. Mach ihre Problme nicht zu deinen.
    Ich kenne einge Erkrankte die den Menschen mit denen sie zusammen sind, die Lebenskranft aussaugen. Abrenzung ist wichtig.

    Therapien soiind mühsam und lang.

    Du kannst ihr nicht helfen, sie muss selber erkennen, dass sie eine Therapie braucht.
    Achte auch auf Dich, dass Du durch sie nicht in eine Art Co-Abhängigkeit kommst, da Du Dich für sie verantwortlich fühlst.

Hallo,

als jemand, der auch stark depressiv war, kann ich Dir nur sagen:

Du kannst gar nichts machen, außer für sie da zu sein.

Den Entschluss eine Therapie zu machen, muss von ihr selbst kommen.

Und nein, ohne Therapie hätte ich es nicht geschafft, zumal ich auch Panikattacken hatte, die die depressiven Phasen deutlich verstärkt haben.

GLG

Top Diskussionen anzeigen