dem leben einen sinn geben, was macht ihr?

    • (1) 30.03.15 - 10:18

      hallo ihr lieben,

      ich bin gerade in einer phase (bin ein eher nachdenklicher mensch) indem ich mich frage, wofür sind wir eigentlich hier und warum werden wir immer egoistischer.

      leider habe ich vor einigen monaten einen schmerzlichen verlust erlitten, welcher mich aber im nachhinein bestärkt wieder dort aufzugreifen wo ich 1 monat zuvor pläne hatte wie z.b. flüchtingen bei ihrer ankunft zu helfen, bei den formularen helfen, mal die kinder bespaßen... irgend etwas in der art. helfen macht glücklich, so habe ich gedacht und tatenfroh erstmal zu weihnachten alle doppelt geschenkten spielsachen und was wir noch an neuwertigen dingen hier hatten schön zu verpacken und in ein flüchtlingsheim zu bringen. da das aber alles sehr unpersönlich ist würde ich gerne etwas aktiver sein.

      ich arbeite 20 std. die wohce und habe ein schul- und ein kindergartenkind. eigentlich bin ich ausgelastet. aber ich habe einfach das bedürfnis noch etwas gutes tun zu müssen, für diese armen menschen. ich habe dann einen verein gefunden der ehrenamtliche helfer vermittelt (altersgrenze 40, ich bin 42 und habe das nicht verstanden, ist es nicht völlig egal wie alt man ist, wenn man helfen möchte). es sollte in einem überschaubaren rahmen machbar sein. ich habe einen beruf der mir spaß macht, aber eben sehr oberflächlich ist. daher suche ich nach diesem ausgleich, zugleich möchte ich meinen kindern vermitteln das hilfsbereitschaft etwas schönes und wichtiges ist. wichtiger als pc und fernsehen. ich weiß dass ich dadurch nicht die welt verbessere, aber mein kleines leben würde etwas mehr sinn machen.

      habt ihr ideen wo man sich hinwenden kann? gibts leute die aktiv ehrenamtlich tätig sind und wenn ja wo, wieviel zeitaufwand, was? ich bin über jeden beitrag dankbar und freue mich auf eure erfahrungen.

      lg

      • Finde ich gut. Ehrlich. Anstatt zwischen oberflächlichem Beruf, Kindergarten und Kindern zu sitzen und philosophisch-nachdenklich darüber zu sinnieren, warum die Menschen immer egoistischer werden, wirst du in die Welt hinausgehen und sehen, wie viele Menschen nicht so egoistisch sind, wie du es dir einbildest und wie viele hilfsbereite Menschen es gibt. :-)

        • hallo,

          wenn ich dich richtig verstehe, meinst du deine antwort ironisch. dennoch danke. ich habe jetzt die möglichkeit, meine eventuell unglückliche ausdrucksweise zu relativieren.

          NICHT ALLE SIND EGOISTISCH

          in meinem umfeld ist es jedoch leider nicht so, ich kenne wenige kranken-, altenpfleger, erzieher/innen persönlich, weil ich eben auch nichts mit diesem umfeld zu tun habe. leider. es sind nicht alle egoistisch, aber ich würde sagen vor 30 jahren war hilfsbereitschaft noch deutlich mehr spürbar.

          ich weiß, dass die arbeit an meinen kindern nicht oberflächlich ist und auch die von anderen eltern. aber... ich wohne in einem ballungsgebiet, nachbarn kennen sich nicht und kümmern sich häufig nicht umeinander. viele mütter melden sich nur, wenn sie atok einen engpass mit der betreuung haben und ihr kind irgendwo unterbringen wollen. über kinder die anders sind (hautfarbe o. was auch immer) und ihre eltern wird getratscht und gehetzt. leider ist es das was ich oft sehe / nicht immer und überall.

          desweiteren halte ich gerade flüchtlinge für die ärmsten unter uns (meinen kindern geht es dagegen sehr sehr gut). hassparolen, gewalt, sie können unsere spache nicht, haben krieg oder verfolgung hinter sich... werden in massenunterkünfte gesteckt, frauen werden dort vergewaltigt und keiner kümmert sich wirklich darum. was geht es uns gut in unseren einfamilienhäuschen, 2 autos...

          und ja, wenn ich raus gucke in die großstadt, oder auf die politik... dann zieht doch jeder sein ding durch. globalisierung, weil dann noch mehr geld an ncoh weniger menschen verteilt wird... nach mir die sinnflut, egal ob job, freunde... wenns die überhaupt noch gibt in diesen kreisen.

          lg

          • Ehrlich gesagt, nein. Ich finde es wirklich - also ohne Ironie - gut, dass du aus deiner Welt rauskommst und deinen Horizont erweiterst.

            Denn dein erster Beitrag, wie auch dein jetziger, hört sich nach Geplauder an, wie ich sie nur von Menschen mit Scheuklappen kenne. Was deine Nachbarschaft ist, ist die ganze Welt!

            Obwohl schon die Nachrichten das Gegenteil beweisen, siehe: http://www.purpleclover.com/life-reimagined/2684-30-photos-will-make-you-believe-humanity-again/

            Oder Google einfach nach "Faith in Humanity Restored". Ich hatte heute schon meine Momente. Und gestern... und eigentlich vorgestern auch.

            Übrigens, meistens hilft es am ehesten vor der eigenen Haustüre zu kehren. Wenn ihr Nachbarn und Mütter habt, die ausgegrenzt werden, würde ich eher da etwas ändern. Gut, mit Ostern ist es etwas spät, aber ich hätte verschiedene Mütter zu einer Ostereierjagd mit ihren Kindern eingeladen. Oder im Sommer kann man das ganz gut machen, man könnte auch Wasserspiele aufbauen und bewusst das öffnen und nicht nur im eigenen Vorgarten machen.

            • hallo,

              das mit den müttern machen wir auch, wir sind eine der wenigen familien in der schule, die von anfang an gesagt habne, lade doch xy mal ein, dann können wir uns unser eigenes bild machen . und siehe da, ein netter, freundlicher junge, mit zugegeben geringer frustrationsgrenze, aber wer lässt sich schon gern fettarsch nennen..

              ich habe eben keine scheuklappen auf, sonst würde ich denken, ach ist doch alles gut um mich herum, brauchst dich um nichts zu kümmern.

              was ich anregen würde, die seite die du verlinkt hast ist toll. aber sind das nicht wirlich einzelfälle? wenn ich das radio anmache höre ich krieg, dass ein mädchen wegen zivilcourage zu tode geprügelt wurde, dass ein flüchtlingsheim angegriffen wurde, dass sich die menschen im nahen osten gegenseitig abknallen etc. warum gibt es kein "gute nachrichten" format, dass leuten zeigt es gibt auch eine andere seite und vielleicht motiviert das ganz viele auch was zu tun.

              wenn ich z.b. sehe wie menschen in afrika eine tierklinik betreiben beeindruckt mich das maßlos. nur darüber berichten sehr wenige..

              lg

      Hallo !!!

      Ich kann dich sehr gut verstehen, denn mir geht es sehr ähnlich. Mir geht es so gut und hab auch 2 gesunde Kinder, darum möcht ich auch was ehrenamtlich machen.

      Frag beim den Johannitern, BRK und Malthäser nach. Da gibt es ganz viele verschiedene Bereiche wo man Unterstützung braucht.

      Ich werde mich jetzt in der Krisenintervention ausbilden lassen.

      Liebe Grüße und viel Glück

      kaetzin

      • hallo,

        das klingt wirklich sehr interessant, wo und wie kann man sich dafür ausbilden lassen? welche voraussetzungen braucht man dafür? erzähl mir bitte etwas mehr.

        lg

        • Hallo !!

          Ich befasse mich schon länger mit dem Thema. Erst dachte ich mir ich mach eine Weiterbildung zur Familienhelferin, bei uns am Ort. Aber ich hab selber 2 Kinder und einen Haushalt, darum wäre das nichts das richtige.

          Ein Freund von mir arbeitet ehrenamtlich beim Helfer vor Ort und der meinte da ich ja in der Altenpflege tätig bin sollte ich mir doch das mal anschauen. Bin 1-2 mal mitgefahren, aber das Ungewisse nicht zu wissen was dich genau erwartet hat mich überfordert. Ich kann gut mit Stress und Psyche umgehen, aber beim Unfall mit Schwerverletzten hätt ich Angst mehr kaputt zu machen. Ich weiß das hört sich blöd an, aber du weißt wahrscheinlich was ich meine. Da hab ich dann die Erfahrung mit dem Krisenintervationsteam gemacht und wußte genau das ist es. Ich möchte im Hintergrund den Leuten helfen.

          Die Ausbildung dauert 7 WE und du mußt bei 5 Einsätzen mitfahren und hospitieren. Die WE sind nicht alle hintereinander.

          Du solltet einfach stabil sein und ich glaub du brauchst einen Erste Hilfe Kurs.

          Falls du noch Fragen hast meld dich einfach.

          Liebe Grüße

    Hallo,

    ehrlich gesagt, mache ich gar nichts.

    Ich finde, mein Leben hat Sinn genug.

    Ich kümmere mich um meine Tochter bis sie alt genug ist, sich selbst zu versorgen und hoffe, dass sie dann ein halbwegs vernünftiger Mensch ist, der im Leben zurecht kommt.

    Und ich habe einen Mann, den ich lieben kann und der mich liebt.

    Wenn Dir persönlich das nicht reicht, es gibt genügend Seniorenheime und Kindergärten, die Ehrenamtliche suchen.

    Wende Dich an die Caritas, die Kirchengemeinde, die Wohlfahrtsverbände, die können Dir Anlaufstellen nennen.

    GLG

    huhu,

    ich bin nach einem hirnschlag in pension gegangen und da meine 3 kinder noch in der ganztagsbetreuung waren, habe ich im örtl. altenheim nachgefragt. ich war dort 1,5 jahre ehrenamtlich tätig, einmal pro woche, ca. 2 stunden.
    ich habe den menschen vorgelesen, wir haben gesungen und gespielt. dann kam mein großer aufs gymnasium und der mittlere wollte dann auch aus der ganztagsbetreuung und dann passte das zeitlich nicht mehr, da ich jeden tag therapien habe.

    aber sobald ich wieder zeit habe, werde ich da wieder hingehen.
    ansonsten hätten wir hier noch eine menge anderer sachen, wo man sich ehrenamtlich betätigen kann (medikamente packen für arme länder, lebenshilfe, rumänienhilfe etc.)
    lg

    (11) 30.03.15 - 12:21

    Ich mache leider nichts, da ich nicht wüsste, wann - wenn ich Freizeit habe, fühle ich mich schlapp und möchte/muss mich erholen.

    Spontan fallen mir aber zwei Dinge ein, wo man gut helfen kann und wo man - denke ich - auch selbst bestimmen kann, wie viel Zeit man dafür hat:
    - Altersheim (hat hier ja auch schon jemand geschrieben), das Pflegepersonal hat viel zu wenig Zeit für die einzelnen Patienten
    - Tierheim, möglicherweise kannst du deine Kinder da sogar ab und zu mal mitnehmen, du hast ja geschrieben, dass du ihnen vermitteln möchtest, dass Helfen etwas Schönes ist.

    • (12) 30.03.15 - 13:50

      hallo,

      ich finde es völlig in ordnung, wenn menschen mit ihrem leben ausgelastet sind und nichts machen. das kann sich ja ändern und man muss sich jetzt auch keinen arm abreissen nur um gutes zu tun.

      das mit dem tierheim finde ich eigentlich spitze, eben die kinder hätten bestimmt sogar freude daran mal einen hund auszuführen oder die anderen tiere zu versorgen.

      ich muss direkt mal nachsehen wo das nächste tierheim ist.

      vielen dank schonmal.

      lg

Hallo!
Seit vier Jahren bin ich als s.g. "Lernpatin" ehrenamtlich tätig. Man betreut dabei jeweils ein Grundschulkind, das (meistens) aus schwierigen sozialen Verhältnissen stammt, Migrationshintergrund hat o.ä. Man spielt eine Stunde pro Woche mit dem Kind, macht (wenn es das möchte) Hausaufgaben o.ä. Das hängt aber davon ab, was das Kind gerne möchte.
Ich betreue jetzt mein drittes Lernpatenkind. Der Junge hat mittlerweile Vertrauen zu mir gefasst und erzählt sehr viel, was ihn zuhause belastet. Ihm tut das gut, was mir auch der Klassenlehrer bestätigt.

Ich weiß nicht, wo du wohnst. Aber dieses Projekt gibt es z.B. in Rheinland-Pfalz in verschiedenen Landkreisen, aber bestimmt auch in anderen Bundesländern. Google bei Interesse vielleicht mal unter dem Begriff "Lernpate", "Bildungspate" etc.

LG Silvia

Ich finde Deinen ersten Ansatz doch sehr gut. Natürlich ist es am Anfang unpersönlich, aber mit der Zeit lernst Du die Menschen doch auch kennen und sie werden auch beginnen Dir zu vertrauen.

Bei uns leben auch Flüchtlinge. Einige geben hier ehrenamtliche Deutschkurse. Als dann tatsächlich ein Flüchtling abgeschoben werden sollte, sind die anderen zu einer der Frauen und haben sie gebeten, ihre Akten anzuschauen, ob ihnen das jetzt auch droht.

Wenn Deine Zeit dafür reicht, könntest Du ja auch so einen Kurs geben. Oft gibt es Netzwerke, welchen man sich anschließen kann.

Hast du dich mal an die Kirche gewandt? Die machen bei uns momentan viel wegen der Flüchtlinge und sind sicher dankbar über helfende Hände (egal wie alt).
Ansonsten: Muss es denn unbedingt so etwas sein? Tierheime suchen zum Beispiel immer, denen ist das Alter auch egal.
Schade, dass scheinbar keiner Hilfe will, wenn man sich schon anbietet. Eine Altersgrenze verstehe ich auch nicht.

Wir machen Nichts. Mein Mann arbeitet Vollzeit und ich bin momentan mit unserer Tochter Zuhause. Wir sind froh, wenn wir mal jemanden zum aufpassen finden und wir zum Verein können.
Wenn die Kleine dann in einem Jahr in den Kindergarten geht werde ich ggf. mal beim Tierheim anfragen, da ich erstmal nur zweimal die Woche arbeiten gehen werde.

Top Diskussionen anzeigen