Sich entschuldigen und verantwortung übernehmen

    • (1) 14.05.15 - 17:38

      Hallo,

      In den letzten Wochen fällt mir in allen Bereichen meines Lebens und auch hier bei urbia auf, dass immer seltener Verantwortung für sein Verhalten oder das seiner Kinder übernommen wird und man einfach mal Entschuldigung sagt.

      Zum besseren Verständnis mal ein paar Beispiele.

      Ein Besuchskind ist bei uns und spielt mit unserer Tochter. Ich stelle fest, dass die BEIDEN richtigen Mist bauen und sage ihnen sie sollen sofort damit aufhören. Darauf ist das Gastland total beleidigt und will sofort nach Hause. Ich rufe die Eltern an, sie kommen das Kind abholen und ich erzähle was passiert ist. Zur Antwort kommt: nein, das würde XY niemals tun, das kann nicht sein. "Aber ich habe es doch gesehen" "ja, dann ist das der schlechte Einfluss deiner Tochter"

      Beruf: einzige Mitarbeiter sollen an einer Telefonkonferenz teilnehmen. Einem Teil werden falsche einwahldaten zugeschickt, sie können sich also nicht einwählen. Nach der Konferenz schreibt die Verantwortliche, dass es für alle, die technische Probleme haben eine erneute Telefonkonferenz gibt und vorab noch einmal ein Info, wie man sich korrekt bei einer telekon einwahlt.

      urbia. Manchmal kommt es zu Missverständnissen und andere werden angegriffen für etwas was sie gar nicht gesagt oder gemeint haben. Ich habe selten erlebt, dass irgendwer dann mal gesagt hat, sorry, da lag ich wohl falsch in meiner Interpretation oder habe nicht richtig gelesen.

      Es fällt einem doch kein zacken aus der Krone, wenn man mal einen Fehler zugibt und sich entschuldigt.

      Ich kann das gar nicht nachvollziehen. Ich merke aber, dass das total auf Kinder abfärbt. Ich kenne kaum ein Kind, das einfach mal zugibt, Mist gebaut zu haben. Warum auch, da sind ja Eltern im Rücken, die sie immer bis aufs Blut verteidigen und selber keinen Fehler zugeben.

      Wie seht ihr das?

          • Wenn ich aus deiner Sicht den Kürzeren gezogen hab, dann ist das so. Meine Sicht ist eine andere.

            Außerdem kann ja der Sinn von Diskussionen nicht sein, dass es am Ende einen "Sieger" gibt. Es wurden Argumente ausgetauscht, mehr oder minder sachlich, darüber hinaus wurde festgestellt, dass da wohl zwei Menschen nicht miteinander klarkommen.

            Es ist nicht mein Anliegen, jemanden zu überzeugen. Bei komplett entgegengesetzten Standpunkten ja auch eher unwahrscheinlich.

            Warum du meinst, dich da einmischen zu müssen, versteh ich nicht.

            • Normalerweise nicht, nein.. In diese Position hast du dich aber selbst gebracht! So jedenfalls mein Eindruck.

              "mehr oder minder sachlich" Das nenne ich mal euphemistisch!

              Warum ich misch einmische? Nunja, ist ein öffentliches Forum, mich hat es amüsiert und ich habe es einfach kommentiert.

              VG

              Kate

              • Mich nicht misch, entschuldige bitte!:-)

                • Siehst du, das mit dem Entschuldigen klappt doch :-p

                  Im Ernst: Das war ein hochemotionales Thema, und zwei völlig konträre Sichtweisen.

                  Ich hab mich da nicht in jedem Beitrag mit Ruhm bekleckert, stimmt schon. Falls es etwas zu weit ging, tut mir das der anderen Dame gegenüber auch leid. Ich fand allerdings ihren Diskussionsstil auch höchstens in Nuancen besser.

                  Mein Beitrag hier war wirklich nur augenzwinkernd und witzig gemeint. Wenn man aber einmal in einer Schublade steckt, kommt das vielleicht nicht mehr so an. Sie war ja sehr schnell dabei, mich mit anderen und deren Verhalten über einen Kamm zu scheren.

                  Falls sie noch mitliest: Weder "stalke" ich hier irgendwen, noch bricht mir ein Zacken aus der Krone, wenn sie in einer Diskussion mal überzeugender rübergekommen ist.

                  • "Mein Beitrag hier war wirklich nur augenzwinkernd und witzig gemeint. Wenn man aber einmal in einer Schublade steckt, kommt das vielleicht nicht mehr so an. Sie war ja sehr schnell dabei, mich mit anderen und deren Verhalten über einen Kamm zu scheren"

                    Ok, dann packe ich dich mal aus der "Beleidigte-Leberwurst"-Schublade wieder um in die "hat-doch-Humor-und-hoffentlich-etwas-Selbstironie"-Abteilung:-)

                    "Sie war ja sehr schnell dabei, mich mit anderen und deren Verhalten über einen Kamm zu scheren."

                    Erfahrungen beeinflussen natürlich die Reaktion..

                    Ich habe deinen Beitrag hier, in Anlehnung an meine Ausführungen unten, natürlich auch mit meiner vorgefertigten Meinung im Hintergrund gelesen..

                    Daher entschuldige ich für mich eine kleine Zickerei von der Seite und lese dich nun wieder relativ unvoreingenommen und behalte dein Augenzwinkern im Hinterkopf;-)

                    VG

                    Kate

          Na komm....das machst Du selbst aber auch ganz gerne....und manchmal gar nicht so lustig. *freundlich zwinkert*

Hallo,

wenn mir jemand mit schlechtem Einfluss meines Kindes gekommen wäre, dann hätte ich geantwortet: " ...da hast du vollkommen recht und es wäre besser, wenn dein Kind ab heute nicht mehr dem schlechten Einfluss meines Kindes ausgesetzt ist"

Dann wären die Treffen beendet. So einen Mist muss man sich nämlich nicht geben.
Für die Kinder auch ein Lerneffekt - Ursache und Wirkung! Ich bin niemand der Freundschafte um jeden Preis pflegt oder erhält. Nicht mehr!

Meine Freunde neigten auch immer dazu, den Bockmist, den ihre Kinder veranstatlet hatten, auf meine zu schieben. Ich hatte meine zu Ehrlichkeit erzogen und wenn die mal Mist genbaut hatten und die Wahrheit sagten, war es damit oft erledigt.

Man schickt zu solchen Leute, bzw., deren Kinder nicht gerne sienen Eigenen, weil die dann recht schnelle aus Selbstschutz (die waren es ja immer) dann zu Petzen werden müssen. Wer zuerst was sagt, bekommt nämlich in der Regel recht - egal wer es dann tatsächlich war. Warten Kinder dann zu lange, dann wälzen die cleveren kleinen Ganoven nämlich ihre Taten ab und übernehmenkeine Verantwortung.

Ansonsten stimme ich dir zu. Das zieht sich wie ein roter Faden durch Freundeskreis und auch Beruf. Wobei es meiner Erfahrung nach immer das fälschliche Beschuldigen dazu kommt, um seinen eigenen Hals aus der Schlinge zu ziehen oder seine eigenen Unfähigkeit/Fehler zu vertuschen. In jungen Jahren wird das wie du richtig erkannt hast, das von den Eltern erledigt und die Kinder lernen daraus.

Bei euch waren Beide beteiligt und das es dann ausschließlich auf dein Kind abgewälzt wurde, ist nicht fair.

Muss jeder dann selber wissen, ob er dann was sagt oder es schluckt.
Ich gehöre nicht zu denen, die so was unkommentiert stehen lassen und besteht keine Einsicht, folgen Konsequenzen.

Niemand ist gern "schuld"!
Mir (und da bin ich sicher nicht die Einzige) wurde eingetrichtert: wenn ..dann trägst du die Verantwortung/ die Konsequenzen. Damit wurde impliziert, dass Schuld anerkennen/Konsequenzen tragen etwas unangenehmes sind was man irgendmöglich "abschütteln /weiterreichen sollte.
Wer bewußt erkannt hat, dass Fehler/Schuld eingestehen gar nicht "weh" tut und erlernte Muster damit unterbrechen kann, steht zu seiner "Schuld", weil er daraus lernen kann und weil es für ihn nicht negativer behaftet ist wie essen, trinken oder schlafen....

Meine Kinder machen "Blödsinn" und das weiß ich!
Ich baue manchmal Bockmist und manchmal bin ich froh wenn es gar nicht erst rauskommt, da stecke ich in den Mustern drin, manchmal kann ich problemlos mein "Versagen" eingestehen. Aber ich arbeite dran ;-)
Wir sagen unseren Kindern immer, wenn ihr Bockmist gebaut habt , egal welchen könnt ihr IMMER zu uns kommen. Gut ihr werdet sicher nicht gelobt dafür, aber wir werden mit euch nach einer Lösung suchen und wir werden euch zur Seite stehen.

Sollte uns sowas passieren, dass unsere Kinder als Sündenbock für Blödsinn gesehen werden, den meine und andere Kinder verzappt haben kann ich schon ungemütlich werden. Je nachdem worum es geht.

Ist schon kein einfaches Thema

LG Karna

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