Suburban Dream

    • (1) 15.06.15 - 17:39

      Hallo,

      kürzlich habe ich mir meinen ehemaligen Lieblingsfilm angesehen (Little Children) der vom Leben im Vorstadtidyll handelt.

      Ich war wirklich leicht erschocken, denn als der Film 2006 rauskam, wäre ein Leben in Suburbia für mich undenkbar gewesen....und jetzt sitze ich mitten drin...und bin nicht mal unglücklich :-)

      Trotzdem habe ich manchmal das Gefühl hier nicht wirklich herzugehören. Ich muss dazu sagen, dass hier wirklich vieles dem typischen Klischee entspricht. Gemeinsame Spielplatzbesuche nachmittags, Tupperpartys und Grillabende abends. Jede Familie hat einen Kaffevollautomaten, Kinder die gefördert werden bis zum Umfallen und stylische Gärten.

      Vielleicht liegts einfach daran, dass ich mal ein ganz anderes Leben hatte,. das dort einfach nicht hingehört.

      Wohnt ihr auch in der typischen Vorstadt mit Eigenheimen und fast ausschliesslich Teilzeit arbeitenden Müttern? Wenn ja, wolltet ihr dort immer hin oder seid ihr wie ich mehr oder weniger zufällig "hineingeraten" ? Entspricht eure Siedlung auch dem Klischee und fühlt ihr euch wohl darin? Wenn nein, könntet ihr euch ein Laben darin vorstellen?

      Lg Luci
      Dabei muss ich immer an meinem Opa denken...er hat einmal auf die Frage wie es ihm im Altenheim gefalle gesagt hat " Gut, nur die ganzen alten Leute stören" ;-)

      • Hier ist eine gute Mischung
        Wir wohnen in einem Neubau Viertel (wobei es da auch schon wieder neuere gibt..) in einer Gemeinde mit um den 15.000 (+ - ) Einwohnern die in direkter Nähe zu 2 größeren Städten liegt
        Man kennt sich hier halt, lustiger weise sind bei den Nachbarn auch direkte Freunde von früher dabei, sonst auch Bekannte da unsere Familien kennen
        Sind zu 99% in meinem Altern, haben zwar alle auch Eigenheim aber Teilzeit arbeiten eigentlich nur die mit mehreren kleinen Kindern
        Da die Kinder sich alle gut verstehen hängen die eh immer zusammen, da ich ja die Eltern teilweise auch schon vorher als Freunde hatte machen wir natürlich immer mal was zusammen (jedoch keine Tupper Partys oder Spielplatzbesuche..der Spielplatz ist die Straße bzw die Gärten)
        Ich bin als Kind hier weg und habe in den USA gelebt, in einem der typischen Viertel, aber da war es irgendwie ganz anders als hier
        Wohlfühlen tue ich mich hier, könnte mir in D keinen besseren Wohnort vorstellen
        Der Ort an sich ist nicht zu groß ,hat aber trotzdem das nötigste (Supermärkte, Ärzte,Schulen,..), und man hat Ruhe und die "Großstadt" ist schnell erreicht

        Hallo!

        So wie du es beschreibst, kenne ich sowas nur aus dem Fernsehen. Würde ich in solche einem Maße auch nicht wollen; dieser ständige "Wettkampf" um das Beste, Schönste und Teuerste wäre mir viel zu anstrengend ;-)

        LG
        sonntagskind

        Ohje, das hört sich gruselig an. Soetwas ist mir zutiefst zuwider, komme auch mit so einem Klinetel nicht klar. Und nein, so möchte ich nicht wohnen.

        Ich bin und bleibe Stadtkind, aber mit dem Wald vor der Nase, Vollzeitarbeitenden Freundinnen (auch Mamas) und einer Senseo Kaffeemaschine ;-)

      • wir haben kein Eigenheim und wollen keins haben... wir haben kein Thermomix ;-), Kaffeevollautomat wäre super bei dem Kaffeekonsum, aber wo soll ich denn hinstellen- nicht mal für Thermomix, den ich eh nicht will, hätten wir Platz #rofl. Ich gehe mit der Kleinen zum Spielplatz aber tratsche nicht mit Mamis, sondern baue was im Sandkasten, oder schaukle neben meiner Tochter. Wir haben nur 1 Auto(unfassbar!!!) und dann auch nur , weil mein Mann einen weiten Arbeitsweg hat. Unser Auto ist ein alter Audi 80, er wird zwar dieses oder nächtes jahr agegen ein andere ausgetauscht, es wird aber trotzdem kein Neuwagen sein... Mein Grosser geht auf eine Sprachheilschule- er hat schon dort genug Arbeit, da er noch in gewissen Bereichen gehandycapt ist, da braucht er nicht noch am Nachmittag zum Geigen-Unterricht oder Balett ;-). Er möchte schwimmen, also geht er dort hin. Nicht, weil mam es will... Das einzig spiessige ist, dass wir monatlich auf die Kontos unserer Kinder ein schönes Sümmchen packen, damit die beiden einen tollen Start ins erwachsene-Leben haben...
        aber jeder setzt die Prioritäten woanders und ist für mich nicht die Disskussion wert...

      <<<Wohnt ihr auch in der typischen Vorstadt mit Eigenheimen und fast ausschliesslich Teilzeit arbeitenden Müttern?>>>

      Ähm.....also ...nicht so ganz ! :-)

      Wobei, das Neubaugebiet das die bei uns ein paar Strassen weiter hochgezogen haben, entspricht in etwa dem von Dir genannten "Klischee".

      Alle Häuser sehen gleich aus, alle waren vom Preis her total überteuert, in allen wohnen junge Familien (meistens neureiche Russen mit fetten Brieftaschen und dicken Autos.....dafür um so schlankeren blonden Frauen mit viel Bauernmalerei im Gesicht)

      Könnte ich mir vorstellen dort zu wohnen, wenn wirklich der komplette Ortsteil so aussehen würde? Mhhh.....letztendlich ist es mir egal was die Leute um mich herum machen, solange mir niemand quer kommt....aber ein bisschen weniger monoton ist/wäre mir lieber....sowohl was die Gebäude angeht, als auch die Leute die da wohnen.

      Am liebste ein alleinstehendes Haus im Wald.....und der nächste Nachbar mindestens 2 KM weit weg. :-D

      Wir wohnen im Dorf, es ist gewachsen und alt.

      Die meisten Menschen in unserer Strasse leben im Eigenheim und sind Ü75. Sie haben in den 70ern gebaut und sind seitdem hier. Die Reihen dünnen sich aber langsam aus. Entsprechende Friedhofstimmung herrscht hier. Es sei denn, es sei denn, unsere Kinder sind da und draussen... (wir haben das Haus der Schwiegermutter übernommen, als sie ins Pflegeheim ging).
      Also, wir brechen mit dem Bild, sagen wir es mal so.

      Unser Garten ist ein klein wenig wild, aber sehr schön. Hier gibt es viele Bienen, einen Igel und allerlei anderes Getier...ausserdem Ackerschachtelhalm, Moos und Löwenzahn. Unsere Kinder machen definitiv Geräusche, wenn sie auf unserem Trampolin herumtoben, im Gegensatz zu allen anderen Nachbarn, die immer sehr leise in ihren Gärten sind, mit der mini Schere Gras stutzen, welke Blätter aufklauben oder ihre Terrasse feucht wischen (echt jetzt). Ich arbeite (schlimm genug, ich bin keine Hausfrau) wie ich mag (so kommt es Aussenstehenden zumindest vor), kümmere mich gemeinsam mit meinem Partner um Haus, Garten und Kinder. Hier stehen immer wieder Motorräder und/oder Mountainbikes in der offenen Garage, an denen wird gemeinsam oder allein herumgeschraubt. Normalerweise stehen da nur Kleinwagen (alleinstehende ältere Damen) oder der klassische Mercedes (die übrigen Senioren). Unsere zwei Katzen sind noch jung, lebhaft, mobil und wild, im Gegensatz zu den anderen eher alten, übergewichtigen Katzentieren, die hier zwar das Revier beherrschen, sich aber eher ruhig verhalten (es sei denn, sie vermöbeln unsere jungen Hüpfer).
      Positiv gesagt sind wir herrlich erfrischend.
      Negativ gesagt verursachen wir Lärm, Unruhe und brechen zudem mit den herkömmlichen Traditionen...
      Man mag uns dennoch, glauben wir zumindest. Und wir sind auch nett zu allen Nachbarn.

      Ich trage halt nicht den ganzenn Samstag über Lockenwickler und Kittel, und mein Partner liest derweil nicht auf der Terrasse in Unterhemd und Hosenträgerhose die Zeitung.
      NOCH nicht... #rofl

      L G

      White

      Hallo,

      "Wohnt ihr auch in der typischen Vorstadt mit Eigenheimen und fast ausschliesslich Teilzeit arbeitenden Müttern?"

      Nein. Ich bin in einer solchen Umgebung aufgewachsen. Meine Mutter hat zwar Vollzeit gearbeitet (und tut es noch), aber sonst passt alles. Tupperpartys, schicke Gärten, Grillen mit Nachbarn, Familienkutschen und Kaffeevollautomat.

      Nie. Wieder.

      Ich wohne mitten in der Stadt. Mit Mann und zwei Kindern zur Miete und ich *liebe* es. Gut - ich hätte nix dagegen, wenn die Wohnung etwas größer und noch dazu unsere wäre, aber grundsätzlich würde ich es nicht anders haben wollen.

      Die einzig denkbare Alterntive zu Stadtmitte ist die Einöde. Aber Vorstadt? Never ever. Ich hätte weder Lust auf die damit verbundene Arbeit (Haushalt, Garten) noch auf die Fahrerei (Einkaufen, Kinder von a nach b, Arbeit) und erst recht nicht auf das Sozialgefüge mit Grillabend und Tupperparty bei gleichzeitiger Abwesenheit von schnell erreichbaren kulturellen Angeboten.
      Dazu noch Nachbarn, die zuverlässig mitkriegen, was bei den anderen so los ist - nä. #zitter

      Wie gesagt, das gilt für mich. Mir ist bekannt, dass viele Leute das genau so haben wollen. Rege Nachbarschaftskontakte, Garten, Auto.... für mich ist das nix. Ich bin lieber alleine unter Menschen und flexibel dabei.
      Ich glaube, ich wäre auch ein echt mieser Nachbar. Unordentlich, eine Niete im Garten und ich hätte nicht mal 'nen Grill.

      Viele Grüße!

    Hallo, wir bauen gerade ein Haus in einer Neubau-Reihenhaussiedlung am Stadtrand. Momentan eine teure Dachgeschosswohnung zur Miete am Olympiapark im München. Ich bin gespannt. Das Landleben gefällt mir eigentlich nicht, ich hoffe, es wird für mein Kind besser, es ist hier recht einsam. Wenn wir alt sind und keine Treppen mehr steigen können, gehen wir wieder in die Stadt, denke ich. Mal sehen. Ich habe nix gegen Tupperpartys und wir grillen auch hier mit Nachbarn. Ich werde überall Sichtschutzzäune mit Rosen aufstellen, hoffe, man kann mich dann nicht so gut beobachten. Nicht, dass dann dauernd über den Nerd und den fanatischen Musikfan mit dem hoffnungslosen Kind gelästert wird...

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