Zweifel an Gutachten- ADHS laaaang

    • (1) 01.07.15 - 15:21

      Hallo, ich schreibe mal in Allgemeines, da sich hier doch die meisten Mitglieder tummeln-

      Folgendes: Mein Sohn(8 Jahre alt) läuft nicht so wie man es sich vorstellt- er hat so seine Probleme im Unterricht und Sozialkontakten gehabt. Wir haben viel mit ihm gearbeitet, es ist schon einiges besser geworden(auch die Schule zieht gut mit)
      Da er letztes Jahr schon auf HB getestet wurde und ich die ganze Maschinerie angeworfen habe, wollten wir ihn auch beim Psych. testen lassen. Lehrerin und Tagesheimbetreuerin, wie auch wir hatten den Verdacht auf ADS.
      Termin beim Doc gemacht, relativ schnell einen bekommen. Im Vorfeld schon "gewarnt" , der Termin dauert 5 Stunden.

      Endlich war der Tag da, Befreiung von der Schule bekommen, um 10 Uhr vormittags bei einer Wahnsinnshitze beim Dottore aufgeschlagen.

      So, los ging es mit der üblichen Amnanese- dann kamen Fragen zu meinen Schulabschluß: Was haben Sie für einen Abschluß? Antwort: Abi! Frage: Was machen Sie beruflich? Antwort: Sachbearbeiterin in einer kleinen Firma! Antwort: Naja, da hätten SIe ja auch was Besseres machen können beruflich. Ich : Blödschau und schlucken!

      Dann hat sich der der Mann 5 STUNDEN nur mit mir unterhalten. Sohn ist im Zimmer dabei gewesen, hat sich Spiele genommen, mal gelesen und ab und dann gefragt, ob ich ihm das Buch oder das Spiel aus dem Regal nehmen könnte. Wirklich im Rahmen, nicht rumgenervt, nichts, ganz normal. Der Arzt hat ihn nur 1 mal in dieser Zeit befragt- und dann kamen so Fragen: Na, stehst Du gerne morgens auf oder muss die Mama dich drängen.
      Klar, er steht nicht gerne auf, aber er macht es, ohne viel TamTam.

      Ich war nach diesen 5 Stunden fix und fertig, habe Sohn auch gelobt, weil er sehr brav war.

      Jetzt kam das Gutachten: ADHS Mischform usw. das schockt mich nicht, aber die Aussage, dass auch ich Aufmerksamkeitsprobleme hätte, da ich mich von meinem Kind ablenken lasse, empfinde ich als bodenlose Frechheit. Ich bin recht realistisch, was das Verhalten meiner Kinder angeht, sonst hätte ich nicht auf eigene Faust Ergo usw angeleiert.
      Die Lehrerin ist auch geschockt und der Meinung wie die Ergotherapeutin auch, ADHS und Ritalin auf gar keinen Fall.
      Meine Frage: Würdet Ihr dem Arzt nochmals Eure Meinung mitteilen, bin wirklich wütend!
      Danke fürs Zulesen!:-[

      So, wie Du es beschreibst, klingt es wirklich nach einer bodenlosen Frechheit.

      Ich würde mir hier, wenn möglich, einen zweite Meinung einholen. Danach würde ich dem Arzt auch meine "Meinung" (die berufliche Laufbahn...) mitteilen.

      Es geht hier ja um die Gesundheit eines Menschen.

    • Hallo,

      seltsame ADHS-Diagnostik würde ich mal vorsichtig sagen.
      Nicht weiter aufregen und eine zweite Meinung einholen.

      Schön dass sich der Arzt Zeit nimmt...aber ein 5- Stunden Termin ist einem Kind m.M. nach so nicht zuzumuten.

      Normalerweise gehören da auch zumindest noch Fragebögen für die Schule und für die Eltern dazu, sowie natürlich ausführliche Beschäftigung mit dem Kind und nicht nur mit Dir.

      Hätte mein Sohn 5 Stunden mit in diesem Zimmer bleiben sollen, hätte er ihm wohl die Praxis zerlegt.

      Nein, ich würde den "Arzt" vergessen und einen Anderen aufsuchen.
      Evtl. kannst du ja mal nach Erfahrungen was die diversen Kinderpsychiater angeht fragen.

      Du hast Dich 5 Stunden! hingesetzt und Fragen beantwortet, während Dein Sohn (5 Stunden!) nebendran gespielt hat mehr oder weniger?

      Das glaube ich nicht... So blöd ist doch niemand.

      Was soll denn das für ein "Arzt" gewesen sein? Wie seid Ihr dorthin gekommen, wer hat ihn Euch empfohlen?

      Jeder normal denkende Mensch steht doch nach spätestens einer Stunde auf und fragt, wie's jetzt weiter geht. Und wenn der mir gesagt hätte: Wir unterhalten uns jetzt noch 4 Stunden so weiter, dann wäre ich mit meinem Kind gegangen.

      Ganz abgesehen davon, dass mein Sohn mit 8 Jahren garantiert nicht 5 Stunden lang in einer solchen Situation nett und brav geblieben wäre - und bei ihm besteht kein Verdacht auf irgendetwas.

      Falls dies wirklich so war, würde ich mir einen anderen Arzt suchen und bzgl. dieser "Untersuchung" mich an die Ärztekammer wenden und um Klärung bitten.

      • Typisch Urbia. Ohne Schienbeinkick gehts wohl nicht, oder?

        • Dann hälst Du es für normal, dass man sich 5 Std. hinsetzt und eine solche Prozedur über sich ergehen lässt, wobei es eigentlich ums Kind gehen sollte?
          OK - wenn das so üblich ist...Muss man auch nicht weiter darüber reden.

          Ich bin mit meinem Mini bei vielen Ärzten unterwegs und darunter sind auch einige lange Termine; aber da beschäftigen sich die Ärzte und Therapeuten auch wirklich mit dem Kind, nach einem ausführlichen Gespräch mit mir (welches keine 5 Std. dauert).

          Wenn mir so etwas wie der TE passierte, würde ich aufstehen, gehen und einen anderen Arzt suchen.

          Für ein Kind ist so etwas meiner Meinung nach eine Zumutung und als Eltern sollte man auch mal Sachen hinterfragen und nicht stur über sich ergehen lassen.

          Mein Kommentar war kein Angriff audf die TE, sondern sollte zum Nachdenken anregen.

          LG

      Ja, danke auch.

      Vielleicht war ich wirklich blöd, aber auch verzweifelt, jetzt würde mir das nicht mehr passieren

Hallo,
ich habe bezgl. Verdacht auf alles mit "A... " anfängt, auch mit dem SPZ bzw. Psycho. Abt. zu tun.

Der 5 Stunden Termin, wird aber in 2 Termine aufgeteilt und dann wird tatsächlich nur die Eltern zu dem Kind befragt. Wie ist er jetzt in dem und dem Verhalten, wie war es als er 3 oder 4 Jahre alt ist.

War es so eine Befragung????

Vorher gab es eine Fragebogen für die Klassenlehrerin und für uns, dann ein Test mit Kind, danach die 2x 2,5 Std. "Eltern aus Fragen". Das Kind wird da überhaupt nicht gebraucht.

Bei uns steht jetzt noch die Diagnose aus.

Gruß Claudia

Das ist keine Diagnostik, sondern eine Frechheit.

Keine Ahnung, ob ich dem Arzt das mitteilen würde. Eine kurze Mail, dass du den Eindruck hast, dass diese Diagnostik nicht den Richtlinien entspricht, käme in Frage.

Fokus auf's Kind:
Bestehen Probleme? Gibt es Leidensdruck? Muss sich etwas tun?
Ja? Dann müsst ihr wohl oder übel eine Diagnostik durchlaufen.
Nein? Dann nicht.

Hallo,

die Frage ist, was hast Du Dir von den Gutachten versprochen. Welche Diagnose? Diese Diagnose wird einfach gerne gestellt, denn letztlich bringt sie Geld. Und wenn man gar nichts findet, dann bleibt noch die Diagnose ist einfach "blöd".

Wir waren bei zwei Psychologen und ich war beides Mal entsetzt. Der eine teste unseren Sohn auf einen IQ von unter 50 %, das wäre geistig vollkommen behindert, der andere ein paar Wochen später auf über 70 %.

Beim ersten hieß es wir sollen unseren Sohn auf eine Schule für Lernbehinderte bringen, beim zweiten wurde uns vorausgesagt, wie es in der 5. Klasse laufen würde. Er bot uns Ritalin auf Probe an. Beides ist nachweisbar nicht eingetreten. Er besucht eine normale Schule und steht mittlerweile in fast allen Fächern 2 trotz schwerer LRS, die sich zum Glück weitgehend ausgewachsen hat.

Wenn Du eine Mutter bist, die ihr Kind weder krank noch mit unnützen Diagnosen belasten möchte, dann lass das einfach sein. Es wird euch nichts bringen. Schulisch gesehen sind diese Diagnose auch nicht nützlich und später für einen Ausbildungsplatz erst recht nicht.

Den Weg, den Du bereits eingeschlagen hast, finde ich besser. Wir hatten auch unsere Probleme. Unser Sohn hatte Frühförderung und Ergo, er wurde auf unseren Wunsch später eingeschult und hat sogar aufgrund seiner schweren LRS noch eine Klasse wiederholt. Das alles, obwohl er gar nicht dumm ist. Seine Lehrer halten ihn für sehr intelligent. Zudem hat unser Sohn jahrelang ein homöopathisches Mittel genommen und geht seit Jahren zum Kampfsport. Wir sind mehr als zufrieden mit ihm bzw. seiner Entwicklung.

Es gibt eine Menge Wege, die man ohne Psychologen beschreiten kann aber auch diese brauchen ihre Zeit. Schnelle Erfolge gibt es nicht aber immer wieder sichtbare.

Dem Arzt/Psychologen brauchst Du Deine Meinung nicht mitteilen, der hört Dir nicht zu.

LG

Carola

"Wir haben viel mit ihm gearbeitet, es ist schon einiges besser geworden(auch die Schule zieht gut mit)"

Die einzige Frage, die ich mir bei Deinem Beitrag stelle ist, wieso tust Du Deinem Sohn solche Tests überhaupt an??? Also diesmal bist Du ja die Leidtragende gewesen, sonst ist es er, wenn er stundenlang Dinge tun muss oder Fragen beantworten #zitter

Und wenn Ihr doch schon alles so macht wie Du es beschreibst, was bringt Dir eine Diagnose, die sowieso IMMER fragwürdig ist?

Mein Sohn ist auch kein Normalo und wir würden sicher auch Diagnosen bekommen, aber ich würde mein Kind NIEMALS in so eine Mühle stecken, er ist jetzt 12,5 Jahre und es ist wirklich anstrengend, aber ... #nanana

adhs wird wohl tatsächlich auf Grund der Anamnese gestellt.

Hier beruht die Diagnose auf einer Einschränkung der Fähigkeit, sich selbst zu regulieren und auf grund der Einschränkung der kognitiven Kapazitäten, da sich Leute mit ADHS schlecht auf relevante Details konzentrieren können.

Dass dein Kind Probleme hat, sich selbst zu regulieren, merkst du selbst. Dafür brauchst du keinen Arzt.

Dass der Arzt wegen deiner Berufswahl persönlich geworden ist, ist unprofessionell.

ADHS an sich bedeutet Aufmerksamkeits Defizits SYNDROM.
Das Wort SYNDROM ist hier ganz wichtig. ADHS ist nämlich keine Krankheit. ADHS ist nur eine beschreibung von Symptomen, die meist gemeinsam auftreten. Woher die Symptome kommen ist damit nicht geklärt. Es ist eine bloße Beschreibung.

Es ist üblich, dass ADS (mit oder ohne H) vererbt wurde. Häufig sind die Eltern betroffen und das lässt sich zeitweise auch an deren Verhalten erkennen. Genauso üblich ist es, das manche Betroffene nicht merken, dass sie ADS haben.
ADS kann im Erwachsenenalter durchaus funktionell und bereichernd sein. Hier wird wieder die Diagnose auf Grund der Biografie gestellt. Üblicherweise schleppen betroffene Erwachsene eine lange Latte an beruflichen und schulischen Misserfolgen mit sich.
Das ist leicht verfälschbar. Ein wenig professioneller Arzt lässt sich da schnell beeinflussen und kann auch eine zugewandte Haltung zum Kind als Aufmerksamkeitsdefizit bewerten.
Es kann sein, dass jemand, der sich tagtäglich allein um ein und die selbe "krankheit" kümmert, diese überall und bei jedem sieht. Das ist auch nicht weiter schwer. ADS zeigt jeder in gewissen Abstufungen. Wichtig ist dann nur wie lang und wie intensiv.

Ich würde mich von dem Gutachten distanzieren, und eine Kinderpsychologin finden, die stärker auf das Kind sieht und weniger auf die Diagnose. Vielleicht wäre eine selbsthilfegruppe gut für dich.

Es gibt für ADS noch eine neurologische Grundlage. Ich bin mir nicht sicher, ob eine neurologische Abklärung zwingend für die Diagnose ist.

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