SCHLACHTHOF-CHECK IN DER ARD

    • (1) 07.07.15 - 11:05

      Heute kommt um 22 Uhr im Ersten eine Doku über die mafiösen Strukturen der Fleischindustrie. Lohnt sich bestimmt! Hier ein Artikel dazu: http://www.bild.de/geld/wirtschaft/mafia/netzwerk-regiert-unsere-fleischindustrie-41656144.bild.html

      Ohne es gesehen zu haben muss ich sagen das es immer wieder solche Strukturen geben wird. Hier gehts schließlich in erster Linie um Fressen und Geld und Wirtschaft nicht um die Nettigkeit gegenüber Tieren. Das fängt doch schon in vielen Bereichen an. SChlachtung, Haltung Transport. Und hier wird keiner auf sein Geld verzichten wollen. Ich halte selbst Hühner, Enten und Gänse für mich selbst. Und erstere beiden Tierchen werden auch von mir selbst geschlachtet.

      Ela

      • Das merkt man auch oft an der Qualität des Fleisches, was man in den gängigen Supermärkten (keine Discounter) angeboten bekommt. Ich esse gerne und viel Fleisch und achte dabei auf Qualität statt Quantität. Wenn das mal alle machen würden... Für die meisten zählt leider: "billig und viel".

        Wie ist das mit dem selber Schlachten? Braucht man da eine Genehmigung? Ich hätte auch gerne eigene Tiere aber eher im Alter erst. Aktuell hätte ich dafür keine Zeit.

        • Hallo Ruede. Also eine Genehmigung brauchste hier nicht, aber je nachdem was du hast musst du die Tiere beim Landratsamt anzeigen ( den Bestand anzeigen heißt das), bei der Tierseuchenkasse melden und stellenweise dir noch eine Betriebsnummer über das Amt für Landwirtschaft und Forsten besorgen. So ist das jedenfalls hier. Ist aber nicht so schlimm wie es sich anhört. Selbst schlachten für den Eigenbedarf ist kein Thema das darfst du. Aber du musst auf ein paar -Sachen achten. Auch dies ist nicht so wild.

          Wobei ich jetzt das Thema du ißt gerne viel Fleisch aufgreifen will. Ich esse auch gerne Fleisch, eben gerne das eigne aber kaufe höchst selten welches dazu. Jedenfalls wenn viele Leute gerne viel essen muss das natürlich erzeugt werden. Hier stellt sich die Fragen wie das möglich ist wenn alle die Tiere so halten würden wie sie es verdienen. Klar geht es auf jeden Fall besser als es oft derzeitig der Fall ist. Aber das ganze dient ja auch viel dem VErbraucher damit er schnell wieder Fleisch hat weil er eben viel Fleisch essen will. Dieses muss ja irgendwo herkommen. Wenn du also ein Tier langsamer fütterst und besserer Quali erzeugst zahlst du mehr, musst eventuell länger warten und die wirtschaftlichkeit für den Erzeuger sinkt. Nicht falsch verstehen, ich bin sehr wohl für bessere BEdingungen. Aber ich hab auch schon bei Schweinen gesehen wieviel aus einer Sau rauskommt. Wenn du mal siehst wieviel jeden Tag in den Metzgereien, Discountern und sonstigen Märkten angeboten wird dann haste ne Vorstellung davon was es heißt das alles zu erzeugen weil eben die Leute viel Fleisch essen. Irgendwo muss es herkommen.

          Gruß Ela

          Hallo,

          mein Onkel hält sich immer ca. 20 Hühner, 20 Enten/Gänse und meistens 3 bis 5 Schweine. Eine Genehmigung braucht er nicht (Land Brandenburg).

          Er muss nur die Amtstierärztin zu sich bestellen, wenn er ein Schwein schlachtet. Sie macht dann die Fleischbeschau und nimmt Proben. Sie gibt das Schwein dann "frei" zur Weiterverarbeitung.

          Das Fleisch und die Wurst und auch die Eier von meinem Onkel sind fantastisch. Alle Tiere rennen auf ca. 1000 qm großer Wiese rum. Ein Traum.

          • Und genau das schmeckt man finde ich! Ob die Tiere Mastfutter bekommen oder "normale" Dinge fressen. Auch ob sie schnell oder normal wachsen schlägt sich im geschmack nieder (schnell eher wässrig / fett - langsam mit guter Maserung, kein Wasser und ein guter Anteil fett).

            Top!

    Hallo!

    Ich habe jetzt weder die Sendung gesehen noch den Artikel gelesen - solche Geschichten füllen doch alle Jahre wieder das Sommerloch.

    Aber ich kann dazu nur eines sagen: Solange es Menschen gibt, die das Billigfleisch in den Supermärkten kaufen, wird sich an den Zuständen in den Schlachthöfen nichts ändern. Ich esse selbst gar kein Fleisch (aber aus anderen Gründen, mir schmeckt es einfach nicht), und wenn ich für die Familie Wurst oder Fleisch kaufe, gehe ich in den Bioladen, wo man mir genau sagen kann, wo das Schwein herkommt, dessen Fleisch ich kaufe. Denn das Problem ist nicht, dass wir Schweine mästen und schlachten - das macht die Menschheit seit Jahrtausenden. Aber in dem kurzen Leben, dass ein Schwein hat, sollte es zumindest artgerecht gehalten werden und schonend geschlachtet werden. Das geht natürlich nicht, wenn das Schnitzel nur 2,50 kosten darf.
    Und wer jetzt sagt, dass sich eben nicht jeder Biofleisch leisten kann, kann ich nur erwiedern, dass es absolut nicht erforderlich ist, täglich Fleisch zu essen. Lieber 1-2 Mal in der Woche ein glückliches Schwein als täglich ein leidendes Viech! Aber das sehen natürlich viele Menschen (meiner Beobachtung nach v.A. Männer) anders, aber die dürfen sich dann auch nicht über diese Zustände mokieren.

    LG

    • Es ging in dem Beitrag um mafiöse Wirtschaftsstrukturen der Schlachthöfe und weniger um die Haltung von Schweinen.

      Woher kommt dein Glaube Nutzvieh leidet grundsätzlich, wenn es nicht Bio ist? Warst du schon mal in einem konventionellen Stall?

      Ich sehe sehr selten "leidende Viecher" und ich sehe tagtäglich Schweine in konventioneller Haltung.

      • Ja, ich war durchaus auch schon in konventionellen Ställen - ich bin auf dem Land (genauer gesagt im Oldenburger Münsterland - in dem Kreis, in dem ich aufgewachsen bin, kommen auf jeden Einwohner 100 Nutztiere) groß geworden. Ich kenne aber auch Putenmastbetriebe und Legebatterien, und auch ein moderner Schweinemastbetrieb unterscheidet sich heutzutage doch deutlich vom Hof meines Onkels, wo wir als Kinder die Ferkelchen noch streicheln konnten (geht in Mastbetrieben auch nicht mehr - Infektionsgefahr für die Tiere). Ich weiß aber, dass es zwischen schwarz und weiß (Bio und Discounter) durchaus auch noch grau gibt.

        Das größte Leid erfahren Tiere vermutlich auch nicht im Stall sondern auf dem Weg zum Schlachthof - und zwar nicht zu dem um die Ecke sondern zu dem in Polen, Tschechien oder sonst wo. Und wenn ich mein Fleisch beim Bio-Hof um die Ecke kaufe, kann ich mir ziemlich sicher sein, dass das Vieh nicht stundenlang über die Autobahn gekarrt wurde - eingepfercht auf engstem Raum, teils bei sengender Hitze. Und ich habe nirgendwo behauptet, dass die Tiere leiden, wenn sie nicht von einem Biohof stammen. Aber wenn Fleisch so billig produziert werden kann, dass beim Aldi der Kilopreis für verarbeitete Schweinefiletmedallions (also nicht gerade das günstigste vom Schwein) 7,50€ kosten, dann können m.E. die Tiere nicht mehr artgerecht gehalten und geschlachtet worden sein.

        LG

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