Führerschein Großvater/ was tun?

    • (1) 10.07.15 - 11:13

      Hallo an Alle, gehts Euch gut?

      Ich suche nach Ratschlägen. Es geht um meinen Großvater. Zur Zeit geht es ihm gesundheitlich nicht gut. Er hat gefährliche Probleme mit dem Herzen, eine schwere Entzündung in der Leber und neuerdings auch leichte bis mittelschwere Demenz. Zudem hat er öfters mal Ohnmachtszustände. Medizinische Ratschläge lehnt er zumeist ab. Das Problem ist, dass der Gute noch Auto fährt. Ich bin der Meinung, dass das ein untragbarer Zustand ist und er eine Gefahr für sich und andere darstellt. Er sieht das überhaupt nicht so und weigert sich, nicht mehr Auto zu fahren. Meine Frage ist, was ich tun kann? Soll ich ihn bei der Polizei melden? Oder welche Anlaufstellen gibt es noch?

      Liebe Grüße

      • Hallo,

        besprich das Ganze doch mal mit seinem Arzt. Der kann deinem Großvater evtl. "bescheinigen" dass er kein Auto mehr fahren darf.
        Ich kenne das von meinem Mann, der durfte vom Arzt her auch kein Auto mehr fahren weil er aufgrund seiner schweren Krankheit (Parkinson) durch die Medikamente am Sekundenschlaf litt. Es hat mich viel Gerede gekostet aber er hat nicht auf mich gehört aber als der Arzt ihm "verboten" hat Auto zu fahren ging es mit einem Mal ganz ohne Probleme. Er hat allerdings bis zu seinem Tod den Führerschein nie abgegeben, ist aber auch kein Auto mehr selbst gefahren.

        LG

        Hallo,

        bei meinem Opa war es auch mal so weit gekommen. Er hat aber auf niemanden gehört udn wollte sich nciht vom Autofahren abbringen lassen.
        Meine Mutter hat dann seinen Hausarzt mit eingespannt und der hat sozusagen den Führerschein eingezogen. Zeitgleich hat meine Mutter mit Wissen meiner Oma das Auto verkauft. Dies hat dann mein Opa zähneknirrschend akzeptiert, war aber jahrelang stinksauer auf den Arzt und meine Mutter.

        Rechtlich war das sicherlich nicht OK, aber sie wussten sich damals nicht anders zu helfen (und das war vor fast 40 Jahren).

        Wenn Dein Opa allerdings auf ärztlichen Rat nicht viel gibt, würde ich wahrscheinlich wirklich mal mit der Polizei sprechen, was man machen kann.
        In einem solchen Zustand ist mal sowohl für sich als auch für andere eine Gefahr, wenn man aktiv am Straßenverkehr teilnimmt.
        Vielleicht sieht er es nach einem Gespräch mit einem Polizisten ein.

        LG

        Hallo!

        Mit der Polizei zu sprechen macht keinen Sinn - es gibt in Deutschland keine juristische Grundlage für der Führerscheinentzug ohne ein entsprechendes Verkehrsdelikt.

        Du kannst mit dem Arzt sprechen, meistens hören die älteren Herrschaften auf den ja noch ganz gut, ansonsten helfen nur Tricks.
        Bei meinem Großvater hatten wir damals die Autoschlüssel versteckt, ohne die konnte er natürlich nicht mehr fahren. In der ersten Zeit war das aber hart, weil mein Opa natürlich sauer wurde. Irgendwann hat sich das dann gegeben, weil die Demenz natürlich auch weiter fortschritt.

        LG

      • Hallo

        Ich glaube es ist sehr schwer für deinen Opa das Autofahren aufzugeben.
        Es ist die einzige Freiheit die Ältere meist noch haben. Selbstbestimmt hinfahren wann und wohin sie wollen.

        In deinem Fall ist es sicherlich sinnvoller wenn er nicht mehr mit dem Auto fährt.
        Aber überleg mal, wie du dich fühlen würdest wenn man dir deinen fahrbaren Untersatz und somit deine Freiheit nimmt.

        Ein paar Fragen die ihr für euch beantworten müsst und erklärt ihm erstmal wie ihr es euch vorgestellt habt.
        Wie kommt er denn so zum Arzt, zum Einkaufen, zur Apotheke, zu Freunden, zum Stammtisch, zu xyz?
        Wen muss er ansprechen wer ist „griffbereit“ und fährt ihn?
        Gibt es öffentliche Verkehrsmittel? Und kennt er sich damit aus?
        Gibt es die Möglichkeit ein kleineres/langsameres Auto zu kaufen. Es gibt ja welche die nur 25km/h schnell sind. Vielleicht wäre das noch eine Möglichkeit die vertretbar wäre?

        Mit der Polizei würde ich erstmal noch nicht anfangen.
        Sprecht mit dem Arzt und oder erklärt dem Opa wie es jetzt abläuft.
        Er hat Angst, dass er nicht mehr wegkommt, er bei andere um Hilfe bitten und ggf. betteln muss.

        Ich kenn jemanden, deren Auto ging halt „plötzlich“ nicht mehr ;-) und stand auf dem Hof.

        • Sorry, aber für die Antwort habe ich nur wenig Verständnis.

          Ich kann nachvollziehen, dass es hart ist diese "Freiheit" aufzugeben, aber wenn man nicht mehr dazu in der Lage ist zu fahren, dann MUSS man es lassen, egal, wie schwer es einem fällt, oder ob man dann nicht mehr so mobil ist.

          Zudem würde ich meinem Opa dann auch bestimmt kein so ein "langsameres" Auto mehr kaufen.
          Wir hatten hier mal einen Fall, da ist ein Herr mit so einem Ding auf eine zweispurige Bundesstraße gefahren. Das hat er nicht überlebt.

          Im Straßenverkehr ist VERNUNFT die oberste Regel, denn man trägt für sich und andere Verantwortung, und ein kranker Mensch mit beginnender Demenz gehört schlicht und ergreifend nicht mehr hinters Steuer.
          Und da muss er leider auch damit leben, dass er eben nicht mehr so mobil ist und eventuell auch nicht immer jemand da ist, der ihn dann entsprechend bringen kann.

          • Langsamere Autos sind nicht überall und immer besser. Aber ich kenne einige die mit so einer Schnecke fahren.
            Das Auto ist deshalb ja nicht kleiner, nur gedrosselt.
            So kommen sie zum Arzt und zum Einkaufen. Mehr muss es ja oft nicht sein.

            Ich hab aber auch geschrieben das es in dem Fall auch besser wäre wenn er aufhören würde.
            Es war lediglich ein Denkanstoß und es kommt eben auf die Wohn und Familiensituation an.

            Alle die keinen alten Menschen daheim haben und in der Stadt wohnen machen sich keine Vorstellung was das für diese Menschen bedeutet.
            „Stadtmenschen“ kommen meist schon viel früher ohne Auto aus und kennen sich mit den öffentlichen Verkehrsmittel aus.
            Die die auf dem Land leben brauchen einen Wagen.

            Du hast recht und daran gibt es auch nichts zu rütteln. Wenn es nicht mehr geht dann geht es nicht mehr,
            aber man darf doch wohl noch daran erinnern und zum Nachdenken auffordern denn die jungen Leute wissen nicht wie es ist, wenn man plötzlich auf Hilfe angewiesen ist.
            Sie werden einiges umstellen müssen und wenn der Opa jetzt schon abbaut, dann müssen die noch an ganz andere Sachen danken als den Führerschein und das Autofahren.

            Ich hab früher oder später auch so einen Fall daheim. Meine Schwiegermutter fährt schon ein paar Jahre nicht mehr.Nicht unbedingt wegen der fehlenden geistigen Fähigkeit, eher wegen körperlichen Einschränkungen. (jetzt kommt bei ihr auch der geistige Abbau)Mein Schwiegervater ist 85+, ist geistig fitter als manch 20jähriger , aber auch bei ihm wird es sicherlich irgendwann mal kommen. Ich hoffe allerdings, dass er noch lange fit ist.

            • Oh, ich komme durchaus nicht aus der Stadt, sondern allenfalls einer Kleinstadt und wir haben im selben Haus gewohnt, wie meine Großmutter, die nie einen Führerschein besessen hat.

              Mein Mann kommt zwar vom Stadtrand einer größeren Stadt, seine Mutter hat aber seit über 30 MS und fährt schon sehr, sehr lange nicht mehr Auto.
              Genauso durfte der Mann meiner Schwägerin nicht mehr Auto fahren, weil er Epilepsie hatte.

              Wenn es gesundheitlich nicht mehr geht und das ist bei einem Menschen, der Ohnmachtsanfälle und eine beginnende Demenz hat so, dann geht es nicht mehr. Da gibt es NICHTS zu bedenken. Selbst, wenn ich KEINE Möglichkeit habe, ihn irgendwo hinzubringen.

              Selbst, wenn ich bspw. beruflich nichts umstellen kann oder ich so weit entfernt wohne, dass ich ihn nirgendwo hinbringen kann.

              Selbst, wenn er auf dem Land wohnt und einen Wagen "braucht".
              Da brauche ich rein gar nichts bedenken. Ich muss nicht an die Freiheit denken, die derjenige aufgibt, oder vielleicht daran, dass ich ihn dann mal irgendwo zum Doktor fahren muss.

              Diese Dinge sind in dem Moment schlicht und ergreifend unwichtig und nebensächlich.

              • Rosabuntstift versucht ja nur, auch die andere Sichtweise, die des alten,kranken Menschen aufzuzeigen. Manchmal hilft es sehr, wenn man dem alten Menschen eben die Alternativen aufzeigt und neue Möglichkeiten klar macht, statt in einfach anzublaffen, dass er gefälligst jetzt sofort den Führerschein abgeben MUSS.... vielleicht kann man dann die Trotzreaktion umgehen.

                Rein rechtlich ist es so... es gibt keine Handhabe jemandem den Führerschein zu entziehen, wenn er kein schwerwiegendes Verkehrsdelikt begangen hat.... das kann auch kein Arzt ... der kann dem Patienten auch nur gut zureden, es sein zu lassen. (Epilepsie ist da eine andere Nummer). Der Führerscheininhaber muß es freiwillig sein lassen und einsehen, dass er besser nicht mehr fährt. Und das geht einfacher, wenn dann eben jemand sich bereit erklärt die Fahrten, die er vorher alleine gemacht hat zu übernehmen bzw. Taxi/ÖPNV.

                Da gab es letzte Woche in der Zeit ein interessantes und traurges Dossier darüber...

                • Dass es die Möglichkeit des Führerscheinentzuges bei einem Menschen mit ohnmachtsanfaellen und Demenz nicht gibt, tut soweit nichts zur Sache.

                  Ich muss mich auch nirgendwo reinversetzen. Der Herr kann sich ja auch nicht soweit rein versetzen, dass er erkennt, dass Straßenverkehr Verantwortung ist.
                  Ich würde ihm auf jeden Fall den Rest seines Lebens zur Hölle machen, wenn er jemanden aus meiner Familie verletzt.
                  Da wäre es mir sch...egal, dass er das Auto ja brauchte!

                  Rechtlich gibt es übrigens sehr wohl eine Grundlage, einen Führerschein auch OHNE Verstoß zu entziehen.

                  http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/fev_2010/gesamt.pdf
                  Paragraph 3

                  Ein Mensch, der regelmäßig ohnmächtig wird, könnte da durchaus Probleme bekommen und auch die Demenz schreitet fort.
                  Es geht hier nicht um Verständnis für den Opa, weil er nicht mehr zum Stammtisch kommt, sondern um Menschenleben!
                  Die Probleme, die die Konsequenz mit sich bringt, müssen nachher gelöst werden.
                  Alternativen zum abgeben des Führerscheins gibt es nicht.
                  Oder wie wäre das sonst. Meine Eltern wohnen weit weg. Arzt, Einkaufsmöglichkeiten sind nicht zu Fuß zu erreichen. ÖV gibt es nicht.

                  Also muss man ihnen dann den Führerschein lassen, weil sie sonst Selbständigkeit verlieren?
                  Und auch ein Unfall mit so einem gedrosselten Ding kann für den anderen tödlich enden.

      Hallo,

      der Opa meines Mannes wollte das Autofahren auch nicht aufgeben. Irgendwann hat mal der Scheibenwischer gesponnen... Also hat mein Schwager der KFZ Meister ist den Wagen mal genauer angeschaut und festgestellt Auto nicht mehr Fahrbar! Natürlich absoluter Quatsch aber das wusste der Opa ja nich mehr.

      Also wenn er nicht grad nen neues Auto hat und ihr nen Kumpel habt der Kfzler ist versucht es doch sorum. Ich weiß unfair aber bevor er noch Schuld an nem Tödlichen Unfall ist ist es besser doch so.

      Oder muss das Auto vielleicht eh demnächst zur Inspektion oder so? Fragt mal die Werkstadt ob die nicht euch helfen.
      Ein Gespräch mit nem Arzt kann auch was bringen. Oder vielleicht mit nem Fahrlehrer?

      Was aber auch wichtig ist, ist jemand da der ihn dann fährt wenn es sein muss? Der Ihm im Altag auch mal den Einkauf mit ihm einkauft und heimfährt? Sprich das jemand für ihn greifbar ist wenn er ein Auto braucht? Denn wenn das nicht gegeben ist wird das alles nix bringen. Taxi wird er wahrscheinlich nicht ständig zahlen können. Und Bus ist immer so ne Sache. Bei vielen Älteren ist Busfahren echt keine gute Idee die fallen ja ständig umher und der Bordstein ist ja auch nicht überall erhöht.

      Hallo. Bei meinem Opa war es ähnlich. .. meine oma hat schließlich den arzt gebeten ihm das Autofahren schriftlich zu "verbieten" woraufhin mein opa es akzeptiert hat...bevor du zur Polizei gehst frag doch den behandelnden arzt ob er ein Gutachten ausstellt wo drin steht dass er nicht mehr Auto fahren darf

      Ich finde da die Möflichkeiten sehr unbefriedigend. Mein Vater ist am Anfang seiner Demenz noch Auto gefahren. Er hat einge Blechschäden verursacht und Unfallflucht begangen. Da ist aber nichts passiert. Wir haben dann das Auo versteckt. Heute würde ich die elektik beschädigen . dann ist das Auto kaputt und kann nicht benutz werden.

      Polizei und Arzt warebnkeine Hilfe.

      Hi,

      die Polizei bringt dir leider nicht viel.

      Ab zum Arzt und ihm ein Fahrverbot erteilen lassen. Das ist dann auch rechtlich relevant. Ich kenne mittlerweile 2 Leute die nicht mehr fahren dürfen aufgrund ihrer Herzinfarkte. Sollten sie einen Unfall bauen obwohl sie nicht fahren dürfen, wird es darauf hinaus laufen, dass keine Versicherung mehr zahlt! Und das sollte deinem Opa, wenn er noch einigermaßen bei Sinnen ist, auch in den Kopf gehen.

      Ich finde da die Rechtslage in Deutschland wirklich katastrophal. Wie kann man es nur den Leuten selbst überlassen, wie lange sie fahren dürfen.... Gerade wo viele im Alter einen wahnsinnigen Starrsinn entwickeln und sich selbst auch nicht mehr richtig einschätzen können.

      LG

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