Verkehrsunfall mit Todesfolge (Kleinkind)

    • (1) 19.07.15 - 22:57

      Hallo liebe Urbianerinnen,
      normalerweise poste ich hier keine FB-Links. Dieser hier liegt mir aber sehr am Herzen.
      Die betroffene Familie kommt aus unserem Ort.
      https://www.facebook.com/polizeipraesidiumkarlsruhe

      • Hallo,

        natürlich ist es traurig, wenn ein Kind stirbt.

        Aber: Wenn ich sehe, wie gedankenlos manche Autofahrer auf die linke Spur wechseln und dann nicht einmal richtig Gas geben beim Überholen, dann tragen sie doch eine erhebliche Mitschuld an solchen Unfällen.

        Mein Mann ist inzwischen so weit, dass er eben mit der Geschwindigkeit runter geht und auf der mittleren Spur bleibt, wenn von hinten einer heranrast.

        Und das obwohl sein BMW einiges unter der Haube hat, er also auch ordentlich Gas geben kann, wenn es sein muss.

        GLG

        • Hi

          ist Dir das noch nie passiert, das Du ausgescherrt bist und auf einmal war ein Wagen hinter Dir, den Du nicht gesehen hast?

          Ist mir mal passiert und da war ich gut m 180 Std./km. unterwegs. Der andere muss extrem schnell gefahren sein.....das hast Du kaum eine Chance.

          Aber Du hast recht, es gibt auch die Langsamen, die einfach kein Gas geben können und auch ohne Rücksicht ausscherren, Hauptsache sie können überholen.

          LG
          Lisa

          Ich wollte keine Diskussion wie sie derzeit in FB grassiert. Aber da hier so viele User unterwegs sind - eben auch aus dem Bereich Pforzheim, habe ich es hier reingestellt. Es macht wenig Sinn, wenn ich den Beitrag auf meiner FB-Seite teile - mein Freundeskreis wohnt nicht in o.a. Gegend;-)

        • "Mein Mann ist inzwischen so weit, dass er eben mit der Geschwindigkeit runter geht und auf der mittleren Spur bleibt, wenn von hinten einer heranrast."

          Echt ?

          Ich habe das schon so in der Fahrschule gelernt #kratz

      (6) 20.07.15 - 11:56

      Wirklich tragisch, dass das Kind bei dem Unfall ums Leben gekommen ist, das ist für die Familie das schlimmste was passieren kann.

      Leider ist es aber so, dass viele nicht mehr den Verkehr beobachten, sondern Spurwechsel als gottgegebenes Recht sehen.

      Selbst wenn der Fahrer auf der mittleren Spur geblinkt hat, bedeutet das noch kein Vorrecht - die linke Spur hat Vorrang, auch beim wiedereinscheren von der linken auf die mittlere haben diese Fahrzeuge Vorrang vor denen, die von der rechten Spur auf die mittlere wechseln möchten.

      Ich bin mit meinem Partner oft auf der Autobahn unterwegs und oft mit sehr PS-starken Fahrzeugen, und wenn es die Bedingungen zulassen, dass darf die Geschwindigkeit gerne auch mal höher sein. Aber viele Leute halten Sicherheitsabstand für überflüssig und ziehen genau in diese Lücke rein und sorgen so für brenzlige Situationen - oder es wird eben kurz der Blinker angetippt und dann sofort rübergezogen, ganz egal, dass man mit 120 km/h unterwegs ist und 300m dahinter gerade jemand mit 160 oder 180 km/h kommt.

      Die wenigsten Fahrzeuge zaubern sich spontan her und wenn man den Verkehr nicht nur im Moment des Spurwechsels, sondern regelmäßig im Spiegel beobachtet, dann kann man auch die Geschwindigkeit einschätzen.

      Auf der anderen Seite sollte man bei zweispurigen Autobahnen (ich weiß aber nicht, wie gut die A8 an der Unfallstelle ausgebaut ist) mit der Geschwindigkeit zurückhalten. Eben weil viele Leute nicht schauen, geht einem da sehr schnell der Platz zum reagieren aus und das Unfallrisiko steigt.

      • Nein, Verkehrsteilnehmer müssen solche hohen Geschwindigkeiten nicht mehr einschätzen können. Auch in Deutschland gilt als Richtlinie 130 km/h - wer erheblich schneller fährt, erhält meistens eine Teilschuld, weil die Geschwindigkeit nicht angemessen ist.

        Ich fahre auch öfters längere Strecken in Deutschland und diese schnellen Geschwindigkeiten sind einfach wahnsinnig. Weder Fahrer, noch umliegende Verkehrsteilnehmer können damit umgehen. Zumal ein realistischer Sicherheitsabstand bei Verkehr gar nicht mehr umsetzbar ist.

        • Wo steht, dass sie hohe Geschwindigkeiten nicht einschätzen müssen?

          Selbst verständlich müssen sie das. Bei einem Unfall haben sie ja regelmäßig auch schuld. Wie passt das zur Aussage man muss hohe Geschwindigkeiten nicht einschätzen können?

          Und wer schneller als 130 fährt hat auch keine Mitschuld. Er haftet aber regelmäßig auch ohne Verschulden mit, obwohl er nichts falsch gemacht hat (Mithaftung).

        (15) 21.07.15 - 11:03

        Pauschal ist das mit der Teilschuld falsch. Das gilt für den Fall, dass der Unfall unter Einhalten der Richtgeschwindigkeit zu verhindern gewesen wäre. Und auch da ist es dann keine Schuld im Sinne von "daran Schuld sein", sondern eine Mithaftung.

        Man trägt ja als Fahrzeugbesitzer eh immer durch die Gefährdungshaftung eine gewisse Schuld (selbst wenn das Fahrzeug nur parkt), weil durch ein Fahrzeug immer eine (wenn auch abstrakte) Gefahr ausgeht und diese Gefahr steigt mit zunehmender Geschwindigkeit.

        Natürlich steigt mit zunehmender Geschwindigkeit das Risiko, dass der Bremsweg zu lang ist, aber das ist deswegen kein Freifahrtschein für die, die verkehrswidrig die Spuren wechseln wie sie gerade lustig sind.

        Es wäre schon geholfen, wenn die Leute mehr als nur einmal in den Spiegel schauen. Mit einem einmaligen Blick sehe ich nur, dass sich Fahrzeug X an Position Y befindet. Mit einem weiteren Blick wenige Sekunden später sehe ich schon, ob sich das Fahrzeug nur leicht angenähert hat oder eben schon fast hinter mir ist.

        Und wenn ich ein Auto im Straßenverkehr bewege, sollte ich Geschwindigkeiten zumindest grob abschätzen können. Die Leute interessieren sich aber ganz oft überhaupt nicht dafür, wie schnell ein Fahrzeug ist. Auch auf Landstraßen oder in Ortschaften wird oft so aus Einfahrten rausgezogen, dass das vorrangige Fahrzeug stark abbremsen muss.

        Hohe Geschwindigkeiten bei hohem Verkehrsaufkommen sind ein absolutes NoGo, genauso wie ein krasses unterschreiten des Sicherheitsabstandes (das gilt aber für alle Geschwindigkeiten). Pauschal aber Fahrern abzusprechen, dass sie damit umgehen können, ist etwas zu einfach. Dann kann man auch behaupten, dass der Rest mit dem Verkehr im Allgemeinen überfordert ist und den Führerschein abgeben sollte.

        Man muss schon unterscheiden, ob jemand auf Teufel komm raus rast, oder einfach nur die gegebenen Möglichkeiten nutzt. Wobei die Leute, mit denen ich mitfahre, hohe Geschwindigkeiten nie als Reisegeschwindigkeit nehmen würden - viel zu unentspannt, anstrengend und der Spritverbrauch steigt enorm, dafür dass die Zeitersparnis minimal ist (wenn überhaupt).

        Viele brenzlige Situationen, die ich bisher mitbekommen haben, waren im Bereich der Richtgeschwindigkeit. Dabei haben viele - wie so oft - einen Abstand gehalten, bei dem jeden mit nur rudimentären Physikkenntnissen schlecht wird. Dann zieht noch jemand in eine nicht vorhandene Lücke, alle müssen bremsen und am Ende der Schlange wird der Platz dann eng. Dem Unfallverursacher (derjenige, der einfach die Spur gewechselt hat), fällt es nichtmal auf, was er gerade fabriziert hat.

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