Hättet ihr ihm euer Auto gegeben?

    • (1) 29.08.15 - 08:20

      Hallo,

      folgende Sachlage hat sich gestern Abend bei uns dargestellt: Ein guter Kumpel von uns ist Kfz-Mechaniker und repariert in seiner Freizeit seit kurzem hin und wieder unser Auto. Heute wollte er bei unserem Ford die Durchsicht machen. das Fahrzeug wollte er gegen 7 Uhr heute morgen bei uns abholen.
      Dieser Kumpel spielt mit meinem Mann zusammen Fußball. Gestern Abend war ein Spiel und als mein Mann gegen 21 Uhr nach hause kam, sagte er, unser Kumpel würde dort immer noch in der Kneipe sein. Wir kennen unseren Kumpel gut. Wenn getrunken wird, dann findet auch er kein Ende und geht dann immer sturz betrunken nach hause. Ein Mittelmaß gibt es nicht.

      Aus diesem Grund war es mir gar nicht recht, dass er heute unser Auto fahren sollte. Da ich ihm auch nicht vorschrieben kann, wann er nach hause zu gehen hat, habe ich ihm gegen 21.30 Uhr freundlich per Whatsapp gesagt, dass wir das besser verschieben sollten. Der Termin wäre sehr ungünstig gewählt und er solle nicht sauer sein. (ich hatte vorher versucht anzurufen, er ging leider nicht ans Telefon) Die Nachricht hatte er auch erst 23.30 Uhr gelesen und wie soll es anders sein: Natürlich ist er sauer und meinte, dass wir es dann ganz sein lassen. Gut, damit kann ich leben, unsere Autos können auch woanders repariert werden.

      aber ich frage mich gerade, ob ich vielleicht zu hysterisch war. Mein Problem ist aber das Wissen, dass er beim Alkohol keine Grenzen kennt, dass der Alkohol mit Sicherheit nicht in einem Zeitraum von 7 Stunden abgebaut wird und ich einfach Bedenken hatte, wenn er einen Unfall verursacht oder darin verwickelt wird. Die zu fahrende Strecke beträgt allerdings nur ca. 5-6 km.
      Ich hatte auch vorher mit seiner Frau/meiner Freundin kurz gesprochen, ob sie wüsste, wann er wieder zurück sein will. aber sie konnte es mir nicht sagen und ich selber kenne ihn ja auch ganz gut.

      Also: Hättet ihr ihm unter diesen Umständen euer Auto mitgegeben?

      vg, m.

      • Mitgegeben nicht, aber ich wäre evt. bzw. hätte meinen Mann geschickt, der ihm das Auto vor die Tür stellt.

        • Das hätte ich ihm ja gern gebracht, deswegen hatte ich ja angerufen. Der Kumpel wohnt in Sichtweite von uns. Wir hatten ihm den Schlüssel in den Briefkasten gesteckt. Der Ort, wo repariert wird, ist ca 5 km entfernt auf einem kleinen Hof im Wald. Wir hätten zwar noch einen Ersatzschlüssel gehabt, aber hätten mit beiden Autos dort hin fahren müssen und in dieser Zeit wäre keiner bei den kindern gewesen.

          Aus diesem Grund wollte ich ihn ja anrufen, um mit ihm zu klären, dass ich das Auto auch früh bringen kann. Aber ich habe ihn nicht erreicht, sodass ich nachher dann entschieden habe, dass wir es ganz lassen.

      Du siehst das richtig

      In Studienzeiten war ich auch kein Kind von Traurigkeit, am Wochenende bin ich immer um die Häuser gezogen. Und ich hab mich am nächsten Tag eisern an die Faustregel gehalten: 1 l Bier braucht 10 Stunden, um sich abzubauen.

      Das bedeutete in der Regel, dass ich am Folgetag erst abends wieder in ein Auto stieg. Ist ja kein Problem, kann man so einplanen!

      Ich wurde da aber auch oft für belächelt. ;-)

      LG

    • Guten Morgen,

      ich bin jetzt eher unentschlossen, ob ich ihm das Auto gegeben hätte. Würde ich definitiv von Restalkohol ausgehen, dann natürlich nicht.

      Dass er allerdings so pampig oder beleidigt, bestärkt die Entscheidung. Es ist entweder einfach kindisch, sich so zu verhalten, oder aber, er weiß selbst, dass sein Verhalten falsch ist, kann es aber nicht zugeben.

      Alles richtig gemacht.

      LG

      Ich findende Entscheidung so in Ordnung.

      Letzten Endes hast du dir ja eigentlich nur Gedanken um ihn gemacht (und Mitmenschen) gemacht.

    • Ich finde es in der Tat ziemlich übertrieben, aufgrund eines vermuteten Restalkohols am nächsten Morgen die Aktion abzublasen. Er ist ein erwachsener Mensch und handelt eigenverantwortlich, da würde ich mir nie im Leben den Kopf darüber zerbrechen, wie es ihm am nächsten Morgen wohl möglicherweise gehen würde.

      Was anderes wäre es gewesen, wenn er offensichtlich besoffen vor der Tür gestanden hätte, um das Auto zu holen.

      • Eigenverantwortlich handelt er nicht, wenn er mit unserem Fahrzeug und Restalkohol unterwegs ist. Wenn schon mein Mann sagt: Du, mach mal langsam, du willst morgen noch unter Auto holen, hat das schon etwas zu heißen.

        Kann auch sein, dass es viele übertrieben finden, das ist auch okay. Ist bei mir vermutlich auf meinen Beruf zurückzuführen. Ich bearbeite Kfz-Unfälle für eine Versicherung und allein die Vorstellung, er würde unter Restalkohol z.B. einen Wildunfall haben, lässt mir die Nackenhaare zu Berge stehen, wenn ich daran denke, welche Maschinerie das in gang setzen könnte.

        Danke dir für deine Meinung:-)

        • Du muss dich ja nicht rechtfertigen für deine Entscheidung - du hast nach Meinungen gefragt, und das ist meine.

          Generell denke ich, wenn ich jemandem genug vertraue, um mein Auto schwarz machen zu lassen, dann vertraue ich ihm auch soweit, dass er weiß, was er am Abend vorher tut. Vielleicht mangelt es dir insgesamt an Vertrauen in den "Kumpel"?

          Für mich klang es so, als würdest du auch noch am liebsten daneben stehen, wenn er dran arbeitet, damit er auch ja kein Bierchen dabei trinkt. Und das ordne ich schon unter Kontrollverhalten ein.

          Und dein Beruf mag das Übrige dazu tun...

        "Eigenverantwortlich handelt er nicht, wenn er mit unserem Fahrzeug und Restalkohol unterwegs ist. "

        Du weißt doch gar nicht, ob er das Auto am nächsten Morgen überhaupt geholt hätte....

        • Das weiß ich mit Sicherheit. Ich kenne ihn. Du wirst mir also glauben müssen, wenn ich dir sage: Er hätte es auch mit Restalkohol geholt.

          • Das mag so sein. Es ändert aber nicht daran, dass du dich sehr bevormundent verhalten hast. Und du gibst es ja auch zu, dass du ihm Eigenverantwortlichkeit absprichst. Ich wäre sauer, würden Freunde von mir das tun. Aber so ist das mit den Freundschaftsdiensten. Da will man einpaar Kröten sparen und schwupp ist die Freundschaft dahin.

            • Ich denke nicht, dass die Freundschaft deswegen hin ist. Außerdem habe ich als Freund die freie Entscheidung darüber, ob ich jemandem mein Auto gebe oder nicht. Bevormundet hätte ich ihn dann, wenn ich ihm gesagt hätte: entweder du gehst nach hause oder du bekommst mein Auto nicht. stattdessen habe ich ihm gesagt, dass heute vielleicht ein blöder Termin ist, wenn am Vorabend Auftaktfeier beim Fußball ist und ich es besser finden würde, wenn wir den Termin verschieben.
              Und er hat uns angeboten, sich um unser Auto zu kümmern. bisher waren wir in einer freien Werkstatt. Freundschaftsdienste bedeutet mit nichten, das der eine nur Nachteile hat und der andere nur Vorteile.

              Bevormundend?

              Nehmen wir mal an, der Gute hat 3l Bier getrunken.

              Nach 7 Stunden Schlaf hat sich der Alkohol von 0,7 l Bier abgebaut. Okay, lass es 1l Bier sein.

              Also: DU würdest jemandem mit einem Alkoholpegel von 2 l Bier deinen Autoschlüssel in die Hand drücken?
              Weil: "Klar, fahr ruhig... war ja so abgesprochen. Bist zwar jenseits von gut und böse, aber ich kann dich ja nicht bevormunden...."#gruebel

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