Nicht berufstätige Alleinerziehende

    • (1) 17.09.15 - 16:26

      Hallo,

      ich möchte die Frage unten einmal aus einer anderen Perspektive betrachten.
      Da wurde oft geschrieben, dass eine Frau selbst entscheiden sollte , ob sie arbeiten gehen will oder nicht.

      Wie sieht das aber mit alleinerziehenden aus, die die ersten Jahre im Leben eines Kindes mit ihm verbringen wollen und dafür entweder den Ex Partner zu Finanzierung heranziehen oder gar den Staat.

      Findet ihr, auch solche Frauen ( und natürlich auch Männer) sollten dies selbst entscheiden dürfen?

      Ich rede hier nicht von Frauen, die sich in dem Bewusstsein schwängern lassen, dass der Staat dafür aufkommen soll. Viel mehr meine ich Frauen, die erst durch die Schwangerschaft in diese monetäre Notlage gekommen sind.
      Ist eine Grau, die zu Hause bleibt obwohl sie es sich nicht leisten kann ein Schmarotzer? Oder ist das in den ersten Lebensjahr für euch in Ordnung?

      Lg luci
      Die übrigens selbst nie auf staatliche Hilfe angewiesen war, wohl aber auf die Hilfe der Eltern.

      • Hui, schwierig,

        Ich bin ja jahrelang von der anscheinend falschen Annahme ausgegangen, dass eine Alleinerziehende Mutter bis zum 3. Lebensjahr ohne weiteren Druck Hartz IV beziehen darf und man sie nicht drängen kann sich eine Arbeit zu suchen.

        Auch wenn ich selber ( nicht Alleinerziehend) nach 8 Monaten wieder arbeiten gegangen bin, war das immer okay für mich, auch wenn der Staat das zahlen sollte.

        Und so sehe ich das heute auch noch.

        Wenn der Vater die Finanzierung übernimmt, dann sollte Frau da schon eine gemeinsame Lösung anstreben. Das wäre ja in einer intakten Beziehung auch so, dass man gemeinsam bespricht, wie lange man sich eine rundum Betreuung Zuhause leisten kann.

        Generell würde ich aber jeder Mutter und gerade Alleinerziehenden raten, nicht für 3 Jahre komplett aus der Berufstätigkeit auszusteigen.

        • "Generell würde ich aber jeder Mutter und gerade Alleinerziehenden raten, nicht für 3 Jahre komplett aus der Berufstätigkeit auszusteigen."

          das kann man so pauschal nicht sagen. ich war bei sohn 1 nach 6 monaten wieder arbeiten und war die ganze zeit traurig, weil ich so oft weg war und meinen sohn nicht genießen konnte. ich war nur genervt bei der arbeit.
          bei sohn 2 war ich die vollen 3 jahre zu hause und bin dann wieder voller elan arbeiten gegangen--mein platz war auch nach den 3 jahren noch frei ;-)

          lg

          • Ich wollte das so nicht reinschreiben um nicht für eine Übermutter gehalten werden, aber mir ging es genau so. Ich musste nach einem Jahr wieder anfangen. Das war sowohl für meinen ersten Sohn als auch mich überhaupt nicht schön.
            Ich bin drei Wochen mit in die Kinderkrippe gegangen, danach meine Mutter noch 2 weil er so sehr geweint hat.
            Auch für mich war das schlimm, gedanklich war ich immer bei ihm und hab ihn sehr vermisst

            Deswegen denke ich, dass jede Mutter selbst entscheiden sollte, wann sie wieder einsteigen will.

          • Guten Morgen,

            ich habe einen druckfrischen Leitfaden zum ALG2/Sozialhilfe vor mir liegen (vom September 2015).
            Daraus geht hervor, dass weiterhin Arbeit für Betreuungspersonen Kinder U3 NICHT zumutbar ist.
            Soll meinen, eine Alleinerziehende mit Kindern unter 3 Jahren wird NICHT dazu angehalten, arbeiten zu gehen. In intakten Partnerschaften darf sich nur EIN Erwachsener auf diese Regelung berufen, das ist klar.

            Ab 3 Jahren ist es wie gehabt so, dass bei entsprechender Betreuungsmöglichkeit ausserhalb der Elternschaft die Betreuungsperson mindestens halbtags arbeiten gehen kann.
            Ich habe es bisher auch nur so erlebt, dass das Jobcenter zur Stelle war, sobald das jüngste Kind 3 Jahre alt geworden ist. Vorher nicht.

            L G

            White

            • Ja, vielen Dank.

              Von dieser Regelung bin ich auch jahrelang ausgegangen und habe das hier immer vertreten. Letztens war dann eine hitzige Diskussion zu diesem Thema, in dem mir hier anerkannte Hartz IV Expertinnen unisono erklärten, dass ich da wohl falsch informiert wäre.

              Is ja ein Ding!

              • Es kann sein, dass die Jobcenter da entweder in den Bundesländern unterschiedlich agieren oder aber einzelne Jobcenter unterschiedliche Vorgaben ihrer Leitungen auferlegt bekommen.

                Jobcenter müssen ja letztlich viel Geld verwalten. Vielleicht ist es also abhängig vom Geldfluss, ob und wo in einigen Jobcentern AEs mit Kindern U3 zur Arbeit angehalten werden und wo eben gerade nicht.

                Aber das ist nur eine Vermutung von mir.

                Letztlich ist das ganze Konstrukt immer auch eine Auslegungssache.

                Und dann kommt es noch darauf an, mit welchem Grundwissen man als Empfänger an die Sache heran geht. UND, so leid es mir tut, wie gut sich die Sachbearbeiter mit ihren Gesetzen und Vorgaben auskennen.

                Aber tauschen möchte ich nicht unbedingt mit ihnen.

                Hut ab vor our_darkness, die ja eigentlich Expertin ist.

                Ich muss jetzt los.

                L G

                White

              Nee, du hast Recht. Bin Nu keine Expertin. Aber wir haben eine die zu uns die in die Kita kommt und bei Bedarf Eltern in Hartz 4 Fragen berät. Zumindest im Moment und hier in Niedersachsen werde die Mütter in den ersten drei Lebensjahren nicht angehalten einen Job anzunehmen. Wie das natürlich in der Gesellschaft aufgenommenen wird ist etwas anderes.

hi,

ich halte es für völlig o.k., wenn frau die ersten 3 jahre zu hause bleibt und sich das finanzieren lässt--solange sie sich dann wirklich bemüht, wenn das kind im kiga ist, eine arbeit zu finden. ich finde, für solche fälle ist unsere soziale hängematte doch da.

lg

Findet ihr, auch solche Frauen ( und natürlich auch Männer) sollten dies selbst entscheiden dürfen?

Ja

(15) 17.09.15 - 21:12

Hi,

ich mach mich mal unbeliebt.
Nein! Ich möchte eigentlich nicht mit meinen Steuergeldern dafür aufkommen, damit arbeitsfähige Mütter 3 Jahre daheim bleiben können.
Im 1. Lebensjahr sehe ich das noch ein, danach nicht mehr!

Ich bin auch nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen weil ich damals Alleinverdienerin war und zwar Vollzeit! Mein Mann hat studiert und konnte uns nicht finanzieren. Ich wäre aber nie auf die Idee gekommen mich vom Staat aushalten zu lassen. Ganz egal ob mir das nun zugestanden wäre oder nicht. Zugegeben Vollzeit-Arbeit war hart und das würde ich auch von keiner Mutter fordern.

Ich gönne es jedem der sich diesen Luxus erlauben kann aber wenn es eine Möglichkeit der Kinderbetreuung gibt, finde ich, sollte diese auch genutzt werden bevor man Geld vom Staat bezieht. Zuschüsse zur Kinderbetreuung finde ich jedoch ok.

Ich empfinde es als Luxus 3 Jahre zu Hause zu bleiben und Luxus muss man sich eben leisten können. Mir finanziert auch keiner eine S-Klasse oder einen Karibik Urlaub.

So jetzt dürfen gern die Steine fliegen. Damit kann ich leben.

#winke

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