Brauche euren Rat bezl. Kontakt ( Vater meiner Tochter )

    • (1) 06.10.15 - 15:43

      Hallo ihr Lieben

      ich bin ziemlich geladen und ärgere mich gerade auch über mich selber.
      Vielleicht könnt ihr mir raten wie ich reagieren kann oder überhaupt soll.
      Meine Tochter hatte 7 Jahre keinen Kontakt zu ihrem Vater ( der in England lebt ) bis sie den Wunsch Anfang diesen Jahres äusserte sie wüsste gerne wie es ihrem Vater geht.
      Ich habe die Nummer von ihm besorgen können und lange mit ihr darüber gesprochen ( für und wider ) sie versucht darauf vorbzubereiten. Sie nahm Kontakt über Whatsapp auf. Der Kontakt verlief leider nicht so wie sie es sich vorgestellt hat, dieser kam nur von ihr aus. Von sich aus, hat sich ihr Vater nie gemeldet und meist auch erst recht verspätet. Telefonieren wollte er auch nicht. Schlug aber ein Treffen im Sommer vor. Irgendwann im Sommer hat sie dann entschieden zu warten bis er sich von alleine meldet. Es kam nichts mehr.
      Heute ist ihr Geburtstag und sie hat fest damit gerechnet das er sich meldet. Nichts.

      Sie tut mir so Leid und ich fühle mich nun so schlecht, weil ich den Kontakt ermöglicht habe. Auf der anderen Seite denke ich aber, dass ich nicht das Recht habe den Kontakt zu unterbinden.

      Nun bin ich so geladen das ich mir überlege ihm eine kurze aber aussagekräftige Mail zu schreiben. Ich verstehe es einfach nicht. Der Mann ist Narzist in Reinkultur und eigentlich ist da jedes Wort verschwendete Lebensenergie.

      Was meint ihr? Soll ich ihm kurz die Meinung geigen und ihm vorschlagen, er soll ihr klipp und klar schreiben, dass er auf Kontakt keinen Wert legt, damit sie die Hoffnung endlich begräbt.

      Ich weiss sie hofft immer wieder und das liegt ja auch in der Natur eines Kindes ( sie ist heute 13 geworden ) und ich möchte ihr das nicht unbedingt sagen.
      Für mich ist es klar, aber sie wird es wohl erst realisieren, wenn er es ihr schreibt und abschliessen.
      Soll ich es einfach so belassen und gar nicht reagieren?

      Er zahlt keinen Unterhalt und das Sorgerecht liegt nun gerichtlich auch alleine bei mir.

      Danke!
      Besten Gruß!

      • Hi,

        Deine Tochter ist schon 13, ich würde da nichts mehr schön reden.

        Sag ihr, wenn ihr Vater Interesse an ihr hätte, dann würde er sie nicht am langen Arm verhungern lassen, sondern regelmäßig und von sich aus Kontakt zu ihr aufnehmen.

        Es gibt nun mal "Väter" die lediglich Erzeuger sind, und sonst ein Totalausfall, leider gehört Ihrer zu dieser Kategorie, selber schuld ER verpasst die Chance ein wunderbares Mädchen kennen zu lernen.

        An Deiner Stelle würde ich nicht die Energie aufwenden dem KV zu schreiben. Diese Mühe kannst Du Dir sparen, denn es wird absolut nichts bewirken außer Dich ggf. noch mehr zu frusten.

        Glaub mir, ich weiß wie das ist, bin in einer sehr ähnlichen Situation, allerdings ist mein Sohn erst 7.

        VG & alles Gute
        K.

        • Danke dir!
          Du hast Recht, es ist besser ich rede dieser Tage noch mal mit ihr in Ruhe darüber.
          Zum Glück sind jetzt Freunde da und sie hat Spass.
          Es wurmt mich und ihre Enttäuschung geht mir einfach ans Herz und ich könnte mich gerade selber in den Hintern treten.

          Dir auch alles Gute und viel Kraft!

      Ich finde, du machst alles richtig.

      Du hast deiner Tochter die Möglichkeit gegeben, Kontakt zu ihrem Vater aufzunehmen obwohl dir das vermutlich selber nicht recht ist.
      Ihre Erfahrungen muss sie da leider, leider selber machen.

      Mir ging es als Kind sehr ähnlich - ich habe viele Jahre gebraucht, um zu realisieren, was für ein Mensch mein Vater war.

      Ich würde an deiner Stelle keinen Kontakt zu ihm suchen. Ich verstehe deine Wut, aber was ist, wenn er sich dann auch nur meldet, weil du ihn dazu gebracht hast?

      Ich glaube, ich hätte als Kind nicht gewollt, dass meine Mama d aß für mich tut.

      Ich wünsche dir und deiner Tochter alles Gute & dass sie es irgendwann verstehen kann.

      Liebe Grüße

      • Danke für deine Einschätzung!
        Es ist gut zu wissen, dass es wahrscheinlich nicht mal von ihr erwünscht ist, dass ich Kontakt aufnehme.

        Ich werde noch mal mit ihr dieser Tage darüber sprechen. Es tut mir im Herzen so Leid für sie. Natürlich weiss ich, dass ich meine Kinder vor Lebensenttäuschungen nicht schützen kann.

        Dir auch alles Gute!

    Hallo,

    sie wollte den Kontakt, Du hast ihn ihr ermöglicht.

    Dass er diese Chance nicht wahrnehmen wollte, ist schade, liegt aber außerhalb Deiner Verantwortung.

    Ich würde an Deiner Stelle aber mit Deiner Tochter darüber sprechen, sie auffangen, wenn sie es braucht und möchte.

    GLG

    Warum willst du ihr das nicht sagen?

    Ich bin quasi mit dem Wissen aufgewachsen, dass mein Vater kein Interesse an seinen Kindern hatte und sich nicht gekümmert hat. Meine Mutter hat das nicht schön geredet, sondern so gesagt, wie es ist. Das klingt erstmal hart, aber das Kind immer wieder hoffen lassen, obwohl man es besser weiß, ist viel gemeiner. Dann doch lieber die unschöne Wahrheit aussprechen.

    • so war es bei mir auch und ich finde diese Ehrlichkeit meiner Mutter hat es mir sehr viel leichter gemacht. Auch wenn ich nach dem Warum gefragt habe war sie immer ehrlich und hat gesagt sie könne es mir nicht erklären aber manche Menschen wissen einfach nicht was sie verpassen.

      • Geht mir genauso. Ich finde es auch heute noch besser, dass sie ehrlich war. Und ich konnte da als Kind eigentlich auch ganz gut mit umgehen. Klar gab es auch mal Momente, in denen ich traurig war, weil mein Vater nie da war. Aber die waren selten. Das Leben ohne Vater war eben mein Alltag und normal.

        Ich glaube, wenn meine Mutter Ausreden für das Desinteresse meines Vaters gesucht hätte, wäre ich sauer auf beide gewesen. Aber das wäre meiner Mutter gegenüber unfair gewesen, denn sie hat den Kontakt ja nicht verhindert.

(11) 06.10.15 - 20:23

Mir hat in dem Zusammenhang mal eine Psychologin gesagt: "Es ist nicht ihre Aufgabe, den Kummer von ihrem Kind fernzuhalten, sondern ihm dabei zu helfen, den Kummer auszuhalten und zu verarbeiten."

Außerdem macht dein Kind eine wertvolle Erfahrung: Du stehst ihr bei und versuchst, ihr zu helfen ihre Fragen zu lösen. Und sie lernt dabei, dass du ihr alle Türen öffnest und jemand anders sie zuschlägt.

Du machst alles richtig!

LG

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