Patenschaft für Flüchtlinge - Erfahrungen

    • (1) 28.10.15 - 18:20

      Hallo,

      ich wohne in NRW und selbstverständlich sind auch bei uns viele Flüchtlinge untergebracht. Eine städtische Initiative engagiert sich sehr für deren Wohlergehen und unter anderem werden auch Paten für die Flüchtlinge gesucht. Diese Paten können diverse Aufgaben übernehmen- sei es Hilfe bei Behördengängen, Lernen, sportliche Aktivitäten usw

      Ich spiele mit dem Gedanken, auch eine Patenschaft zu übernehmen, muss allerdings zugeben, dass ich auch etwas Bammel davor habe. Ich frage mich, welche Erwartungen an mich gestellt werden und ob ich diese erfüllen kann. Genaue Auskunft kann mir vermutlich nur die besagte Organisation geben, aber falls jemand schon Erfahrungen mit so einer Patenschaft gemacht hat, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

      Lg

      • Hallo,

        Erstmal finde ich es super, dass du helfen möchtest.

        Deine Aufgaben können unterschiedlich und umfassen in der Regel:

        Arztbesuche
        Behördengänge
        Dolmetscher
        Freizeitgestaltung

        Etc. etc.

        Huhu,

        Wir wollten da auch machen, aber eine echte feste Patenschaft geht hier nur, wenn man tagsüber verfügbar ist, da eben Behördengänge erforderlich sind. Meine Eltern machen das, sie sind Rentner.
        Nichtsdestotrotz werden auch so immer Leute gesucht, die spontan Aktivitäten mit den Flüchtlingen unternehmen. Wir gehen jetzt immer mal wieder in die Unterkunft, um mit den Menschen dort Zeit zu verbringen, uns zu unterhalten, Fussball spielen, kickern, ...

        Meine Eltern haben sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie betreuen eine äthiopische Familie, zwei junge Eltern mit Baby. Mein Vater gibt den beiden Deutschunterricht, meine Mutter geht z. B. mit der Frau zum Kinderarzt. Meine Eltern werden von der Familie immer auf einen echten äthiopischen Kaffee eingeladen, zum Essen, ... Meine Mutter ist ganz begeister. Meine Mutter kümmert sich auch, wenn die Familie etwas braucht oder passt aufs Baby auf, wenn die Eltern Sport machen (sie gehen sehr viel laufen).

        LG

        Hanna

        • Hallo Hanna,

          Danke für Deine Schilderungen. Da wir beide ganztags berufstätig und erst abends daheim sind, werde ich wohl eine Patentschutz, die Behördengänge erfordert, nicht leisten können. Mein Engagement würde sich vermutlich auf ein paar Stunden am WE beschränken müssen und das ist irgendwie nichts halbes und nichts ganzes.

          Was ich mir vorstellen kann, ist zB eine Freizeitgestaltung oder Lernen am WE. Und selbst da sehe ich schon Probleme, das zeitlich zu bewältigen. Vor allem merke ich, dass ich auch gerne Ausreden suche, warum es NICHT geht, dabei würde ich mir den Kontakt auch für mich selbst wünschen, um meinen eigenen Sorgen entgegenzuwirken.

          lg Zweiflerin

          • Du, es gibt da keine Verpflichtung. Auch wenn Du nur einmal pro Woche eine Stunde investierst, oder alle zwei Wochen mal vorbeischaust, dann ist das doch prima. Wenn das viele Leute machen, dann ist das doch eine gute Sache und insgesamt auch hilfreich. Jeder so wie er kann.

            Teile dir doch das Patenamt mit einer Freundin? Dann sind es ein paar Stunden mehr.
            Außerdem braucht nicht jeder stundenlange intensive Betreuung.

            Vll braucht einer einfach mal am Wochenende ne Stunde Deutsch-Nachhilfe und jemanden, der einen Brief aufsetzt. Oder will mal mit zum Fußballspiel...
            Ich würde mich an deiner Stelle einfach mal anbieten inkl. Zeitumfang. Wenn das dann nicht erwünscht ist bzw. nicht ausreicht, wird man es dir sagen.

            Oder gibt's bei Euch Welcome Dinner? Das ist auch ein guter Einstieg...zeitlich begrenzt und quasi zur Probe :-)

            • Hi,

              das Patenamt würde ich mit meinem Partner zusammen ausüben wollen. Es betrifft in der Freizeitgestaltung uns beide und von daher möchten wir uns da beide einbringen.

              Die Feedbacks hier klingen sehr ermutigend - Danke!!

      Hallo,
      genaues wirst du wirklich wahrscheinlich nur bei der Organisation bekommen.
      Du brauchst keinen Bammel zu haben!
      Ich bringe Flüchtlingen bei uns in der Stadt im Rahmen eines niederschwelligen Angebots Deutsch bei, also s.g. "Deutschlernpate".
      Man findet recht schnell in seine Aufgabe hinein, lernt selber noch hinzu und wie sagt man so schön... man wächst mit seinen Aufgaben! Nur Mut!
      Viele Grüße

      • Achja, der zeitliche Rahmen: 3 Stunden in der Woche sind es bei mir, immer freitags 10-13. Heute waren wir schon um 12:30 fertig, da die letzten ihren Bus bekommen mussten.
        Ich hätte auch nur 1 Stunde oder 2 Stunden kommen brauchen, ich konnte meine Zeit selber bestimmen!

        Deutschlernpate wäre meine Lieblingsaufgabe. Muss man dazu selbst Deutschlehrer sein oder kann das jedermann? Ich habe mich gestern gefragt, ob ich in der Lage bin, deutsche Grammatik zu vermitteln

        Lg

        • Hallo,
          viele von unseren Deutschlernpaten sind keine Deutschlehrer.
          Wir treffen uns in der Stadtbibliothek und lernen dort ganz locker. Das Niveau ist etwa A1/A2. Also ganz simpel.
          Es wird geübt seinen Namen zu sagen, woher man kommt und wie alt man ist. Wochentage, Uhrzeit, Jahreszeit, Buchstaben, Zahlen... grundlegende Sachen.

          Viele Grüße!

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