Foto - Persönlichkeitsrechte

    • (1) 31.10.15 - 07:01

      Hallo zusammen,

      ich benötige Rat.

      Vor ein paar Wochen fand in der Kita meiner Tochter ein Herbstfest statt, bei dem auch eine Fotografin der Stadt answesend war und Fotos für einen Artikel, für das ortsansässige Amtsblatt, geschossen hat. Ich bin der Dame ständig aus dem Weg gegangen und habe deutlich gemacht, dass ich nicht fotografiert werden möchte.

      Einige Wochen später .... bäm... Foto von mir und meiner Tochter und einem weiteren Kind in diesem Wurstblatt. Ich schaue grundsätzlich immer etwas ernst, so auch auf diesem Foto. Die Kinder grinsen zwar, aber mein Gesicht macht nicht gerade Werbung für die Veranstaltung. Also total bescheuert getroffen. #augen

      Also entweder war das Ganze Bosheit, oder die Fotografin kann ihren Job nicht, ich bin mir nicht vorstellen, dass DAS das einzig brauchbare Foto war. #aerger

      Das das Foto nun in der Printausgabe aufgetaucht ist, kann ich nicht mehr ändern, aber das Blatt ist auch im Internet, auch dort kann man sich das jederzeit ansehen. Ich will das nicht!

      Kann ich verlangen, dass die das entfernen? Eigentlich doch schon, oder? Ich habe meine Zustimmung nicht gegeben und möchte weder mich, noch meine Tochter im Netz wissen - damit kann ich es doch begründen.

      Oder liege ich falsch und gebe meine Zustimmung schon mit auftauchen auf dem Herbstfest?

      Danke für eure Meinungen.

      • Vom Recht auf's eigene Bild gibt es 3 Ausnahmen, eins davon sind öffentliche Versammlungen. Da ein KiTa-Herbstfest vermutlich unter eine solche fällt, hast Du wenig Chancen, eine Löschung zu verlangen.

        Ausserdem sucht i.d.R. nicht die Fotografin die Bilder aus, sondern der Artikelschreiber.

        Grüsse
        BiDi

        • Danke für die Antwort.

          Naja, öffentlich.. heißt öffentlich nicht, dass es für jeden zugänglich ist? Eingeladen waren nur Eltern, Großeltern und Geschwisterkinder der im Kindergarten angemeldeten Kinder. "Geworben" wurde hierfür nur kindergartenintern.

          " Ausserdem sucht i.d.R. nicht die Fotografin die Bilder aus, sondern der Artikelschreiber."

          Dann hatte der Artikelschreiber gesoffen oder die Fotografin hat nix besseres abgeliefert. Ich würde die nicht mehr engagieren #zitter

          VG

      Hi,

      ruf dort an, das sie das Bild rausnehmen, das ist in der Regel der kürzeste Weg, bevor du erst zum Anwalt gehst.

      Es sind öffentlich frei zugängliche Veranstaltungen, wo man davon ausgehen muss, das fotografiert wird.
      Und das ein Passant sagt, er möchte das nicht , meinst Du wirklich, daran kann man sich später dran erinnern? Außer man ist hysterisch, .....und die Fotografin macht es extra #schein.

      Sind das Porträfotos von Euch oder sind noch andere Menschen zu sehen, z.B. kann man erkennen, das es ein Fest ist? Das ist auch noch ein Unterschied.

      lisa

      • Danke für die Antwort.

        An Anwalt hab ich noch gar nicht gedacht. Anrufen wollte ich, wollte nur vorher die Situation abchecken, um mich da nicht lächerlich zu machen. Da ist ja nicht nur das Foto drin, da ist ja die Zeitung im pdf Format drin, doch ein wenig mehr Arbeit, das zu ändern, vermute ich.

        Hysterisch hab ich nicht nein gesagt, aber i. d. R. ist meine Ablehnung deutlich... #schein.

        Das Foto ist halt in den Artikel zum Fest integriert. Ich stehe vor ner Latte Vogelhäuschen... Portrait also nicht.

        VG

    Hallo,

    ich würde einfach bei der Zeitung anrufen und darum bitten, das Foto rauszunehmen. Im Normalfall machen die das dann auch.
    Ich würde es aber hauptsächlich mit den Kindern begründen, wenn Du jetzt nicht gerade im Zeugenschutzprogramm bist.

    Hier gibt's sowohl im KiGa als auch in der Schule gleich zu Anfang einen Fragebogen, auf dem man angibt, in welcher Art und Weise bzw. wo Fotos der Kinder veröffentlicht werden dürfen oder ob man grundsätzlich dagegen ist.

    Auch bei öffentlichen Veranstaltungen mit Anwesenheit der Presse, werden die Fotos jeweils von den Leitungen gesichtet und dann entsprechend freigegeben. Bzw. es werden nur Fotos an die Presse gegeben, welche "privat" gemacht wurden und abgesegnet sind.

    Da die Kinder mit auf dem Foto sind, hätte dies in diesem Fall gegriffen. So etwas könnte man bei Euch ja auch anregen (ist halt ein bisschen Aufwand für die Leitung #schein ).

    LG

    • "Hier gibt's sowohl im KiGa als auch in der Schule gleich zu Anfang einen Fragebogen, auf dem man angibt, in welcher Art und Weise bzw. wo Fotos der Kinder veröffentlicht werden dürfen oder ob man grundsätzlich dagegen ist."

      Japp, das hab ich auch unterschrieben und Fotos für den Kindergarten freigegeben (Kindergartenaushänge, auch KIGA HP usw.). Von Zeitung war da nicht die Rede.

      Das die Leitung da mit ausgesucht hat, kann ich mir nicht vorstellen.

      Na ich ruf mal an.

      VG

Wer an Veranstaltungen teilnimmt, über welche die Presse berichtet, hat damit zu rechnen fotografiert zu werden. Aber es handelt sich um eine kleine, halb-öffentliche Veranstaltung. Ob Punkt 3 (http://www.gesetze-im-internet.de/kunsturhg/__23.html) hier durchkommt, ist fraglich, allerdings spielt auch eine Rolle, ob die Kita-Leitung die Journalistin akkreditiert (ist ein bisschen hochgestochen) hat.

Die Grundfrage ist also: fällt das Herbstfest unter Punkt 3 und erfüllt damit die Ausnahmeregelung für das Recht am eigenen Bild oder nicht? Wenn die Zeitung dir nicht entgegen kommt, wirst du das definitiv nur gerichtlich klären können. Möglich auch, dass du dann mehr Aufmerksamkeit auf das Foto ziehst und deine Aktion dazu führt, dass es im Endeffekt auf sozialen Netzwerken landet, wo du dein Leben damit verbringen kannst, das Bild löschen zu lassen. Verfalle nicht der Illusion zu glauben, dass das Bild dann aus der Welt ist.

Zusätzlich kommen noch zwei weitere Punkte ins Spiel: Berichte über solche Veranstaltungen machen nicht nur das Interesse einer Dorfgemeinschaft aus, sondern auch die Unterstützung. Für die Kindertagesstätte und dementsprechend für ihre Klienten (Eltern und Kinder) ist ein solcher Artikel, bevorzugt mit Bildnis wünschenswert. Printmedien werden bei solchen Streitigkeiten auch harmloser eingestuft, als eine Veröffentlichung im Internet.

Und last but not least: wenn du dich entscheidest die Veröffentlichung anzugreifen, dann kann es sein, das als Konsequenz die Verbreitung und Veröffentlichung von Fotografien komplett verboten wird. Das schliesst dann auch ein, dass man kein Abzug an Oma Hilde weitergeben darf oder ein Bild per WhatsApp oder Email an Tante Frieda schicken. Unter Umständen gäbe es sogar ein Fotografieverbot.

Wie gesagt, ich verstehe deinen Punkt und FALLS du im Recht bist, mache ich dir keinen Vorwurf dich dafür einzusetzen. Aber es mehr mit ins Bild, als nur dein Interesse und kann einen ganzen Rattenschwanz nach sich ziehen. Es ist deine Entscheidung, wie du dich durchsetzt. Du kannst auf jeden Fall die Zeitung mal anfragen.

  • "Wer an Veranstaltungen teilnimmt, über welche die Presse berichtet, hat damit zu rechnen fotografiert zu werden."

    Damit habe ich nicht gerechnet, wahrscheinlich ist es hier üblich, in den anderen Kindergärten gab es sowas nie (wohne hier seit 6 Monaten).

    Also an Anwalt, Klage und Co habe ich nicht gedacht. Ich wollt nur Argumene für einen Anruf sammeln, um mein Anliegen untermauern zu können ;-)

    VG

Hallo,

Ne leider keine Chance auf Persönlichkeitsrecht, da KiGa öffentliches Gebäude. Es gibt zwar Ausnahmen die der Gesetzgeber ins PR einfließen lässt, wie zb am Strand oder in Badeanstalten usw, aber normale kommunale Gebäude wie KiGa, KiTa, Schulen (städtisch), Rathaus, Bibliothek, Stadthalle usw oder im öffentlichen Raum hast du kein Recht auf Persönlichkeitsrecht.

Allerdings hättest du doch auch deiner Stadt doch noch am selbigen Tag oder am darauf folgenden eine EMail schreiben können, in der du es der Stadt untersagst, dein Konterfei zu nutzen.

I.d.R. ist es auch so, dass die Fotografin nur die Fotos schießt und der Redakteur den Bericht verfasst und die dazugehörigen Fotos auswählt, evtl eine Kontrolle eines Ausschusses des Gemeinderats erfolgt.

Jetzt im Nachhinein wirst du wohl nichts mehr erreichen, denn das Amtsblatt ist gedruckt und verteilt, aber vielleicht beim nächsten mal.

#winke schubart

Hallo,
die meisten richtigen Antworten zu deinen Persönlichkeitsrechten bei Fotos in der Öffentlichkeit hast du ja schon bekommen.

Aber ein kleiner Hinweis für dich und für die Zukunft.
Manchmal ist es besser bei "unwichtigen" Fotos einfach mal nix zu tun und Gras über die Sache wachsen zu lassen.

Sonst unterliegt man schneller einem "Streisand Effekt" als man schauen kann und dann ist alles außer Kontrolle.
https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt

Gruß
Demy

  • Wollte ich... dann erkannte mich meine Kollegin, mit der ich gerade mal 1 Monat zusammen arbeite, brachte das Foto mit einem schadenfreudigen Grinsen mit und heftete es an die Pinnwand... #zitter

    Naja, ich werd es lassen etwas zu unternehmen und bei der nächsten Kigaparty bei der Stadt vorsorglich Einspruch einlegen.

Top Diskussionen anzeigen