Wir wissen nicht mehr weiter! bin verzweifelt.

    • (1) 26.11.15 - 08:59

      Hallo an alle #winke

      ich weiß garnicht ob es hier in das Forum passt, ich versuche es einfach mal. Bei Bedarf bitte verschieben. Danke.

      Ich versuche einmal zu schildern um was es geht und auch mich kurz zu fassen, denn eigentlich ist es eine endlose Geschichte.

      Es geht um meine Oma. Sie ist über 80 und stark depressiv. Ich kenne es garnicht anders als das sie ständig sagt: "ich will sterben." Schon als meine Mutter noch Kind war, war das so. Also schon gut 50 Jahre. Sie hat alle möglichen Behandlungen durch, alle Medikamente aber nichts hilft. Sie sagt sie hat ständig unsagbare Schmerzen. Sie war in sämtlichen Krankenhäusern und bei allen möglichen Ärzten aber es wird (rein körperlich) keine Ursache gefunden. Es ist schlimm!

      Mein Opa tut mir so leid. Er ist 86 und kümmert sich wirklich um alles. Er wäscht Wäsche, kocht, putzt, zieht sie an und aus, wäscht sie etc. Aber er ist am Ende seiner Kräfte. Man kann sich nicht vorstellen was er tagtäglich erleben muss.

      Sie hat schon mehrmals versucht sich irgendwie umzubringen. Tabletten genommen, wollte sich erstechen, sich aufhängen etc. Aber es war wie alle Psychologen schon sagten eher immer ein Hilferuf. Aber es kann ihr niemand helfen.
      Zuhause schreit sie rum, tagelang, schmeißt sich auf den Boden, brüllt meinen Opa an er solle sie doch endlich umbringen. Letzte Woche ist sie wieder mit einem Küchenmesser herumgelaufen den ganzen Tag und wollte sich immer die Kehle durchschneiden. Wir wissen nicht was wir noch machen sollen. Wir rufen jede Woche den Krankenwagen bzw. Rettungsdienst. Mittlerweile ist es so das diese nicht einmal mehr kommen. Aber was sollen wir machen? Wir wissen uns nicht anders zu helfen.
      Sie kommt dann (wenn wir Glück haben) 2-3 Tage ins KH, in die Psychatrie. Dort sagen sie dann aber wieder. "Wir können hier nichts für ihre Frau machen, bitte holen sie sie wieder ab."

      Wir haben versucht ein schönes Pflegeheim zu finden. Aber es nimmt sie keiner. Alle weigern sich. Auch eine Einrichtung für psychisch kranke Menschen weigert sich mitlerweile sie zu behandeln, da es laut Ärzten und Pflegern nichts bringt. Es tritt keine Besserung ein. Wir alle versuchen seit Jahren ja Jahrzehnten ihr ein besseres Leben zu ermöglichen. Egal wie und egal was wir tun. Es ist alles falsch und wir fühlen uns ganz ehrlich im Stich gelassen. Wir sind am Ende unserer Kräfte und besonders mein Opa.
      Sie bekommt keine Pflegestufe, alle Anträge wurden abgelehnt. Er bekommt keine Hilfe. Sicher ist er für seine 86 noch mega fit, er fährt Auto, Fahrrad, macht viel im Garten bei uns etc. Aber das ist kein Leben für ihn. Und sicher auch nicht für Oma.

      Wenn jemand gestorben ist dann kommt von Oma immer: "Die/der hats gut, die habens geschafft." Sie will einfach nur sterben sagt sie immer.

      Man kann sich das nicht vorstellen, wenn man es selbst nicht miterlebt hat. Sie ist sehr dick, was durch die vielen Medikamente und durch die mangelnde Bewegung kommt. Wenn sie sich auf den Boden schmeißt und brüllt, Opa oder wer anders ihr auf helfen will, dann schreit sie die ganze Wohnung zusammen, beißt, kratzt, schlägt um sich etc. es ist grauenhaft das mit anzusehen. Es gab mal ein Medikament das ihr ganz gut geholfen hat, sie wurde ruhiger. Vielleicht trübte es aus ein wenig ihr Bewusstsein aber sie war freundlich, zugewandt, wollte auch wieder ein bisschen raus. Man konnte sich normal mit ihr unterhalten. Aber das Medikament wird ihr seit Jahren nicht mehr verschrieben, da es auf Morphiumbasis basiert und anhängig macht. Aber bitte scheiß doch drauf ob diese Frau mit mitte 80 von diesem Medikament abhängig ist, wenn es ihr doch dadurch besser geht. Nein es wird ihr nicht mehr verschrieben, kein Arzt macht das.

      Ich kann sie nicht zu uns holen, das geht einfach nicht. Ich kann das nicht verantworten. Ich habe kleine Kinder zuhause und gehe das Risiko nicht ein das irgendwem was passiert wenn sie wieder solch einen Anfall bekommt. Ich gehe 40 Std. die Woche arbeiten, mein Mann ist selbstständig und ich kann es mir auch nicht leisten zuhause zu bleiben. Rein nervlich würde ich das auch icht durchstehen.
      Ich ziehe so den Hut vor meinem Opa das er das täglich mitmacht. Aber was bleibt ihm übrig. Wir bekommen keine Hilfe mehr. Aber wir wissen auch ehrlich gesagt nicht mehr was wir noch machen sollen. Im Kopf ist sie klar, wenn sie mal einen normalen Moment hat dann erzählt sie von früher, kann sich an alles erinnern. Kann Lieder, Gedichte aus ihrer Kindheit oder weiß ganz genau wann wer Geburtstag hat und wie alt der jenige wird. Also sie ist keineswegs verwirrt oder so. Aber mega aggressiv sich und anderen gegenüber. Wir glauben das irgendwas von früher diesen Zustand ausgelöst hat. Sie mussten damals im Krieg flüchten aus ihrer Heimat (heute Polen), sie wurde von Russen vergewaltigt etc. Wir denken dort liegt der Ursprung irgendwo, aber es kann und will niemand helfen. Alle sind mit ihrem Latein am Ende. Ärzte, Pfleger, Psychlogen, wir als Familie wissen nicht mehr was wir machen sollen. Rein organisch ist nichts zu finden.

      Wir haben einfach alle Angst das mein Opa irgendwann soweit geht das er erst ihr was antut und dann auch selbst geht, da er es nicht mehr erträgt.

      Wir erwägen langsam ernsthaft einen Antrag in der Schweiz zu stellen bzw. in Holland um mit ihr dort hin zu fahren damit sie gehen kann. Ohne Schmerzen und ohne das irgendwer anderes sich strafbar macht oder sonstwas.

      Es ist so unsagbar schwer damit umzugehen und wir wissen nicht mehr weiter.
      Habt ihr irgendeinen Tip wohin wir uns noch wenden können bzw. was wir unternehmen könnten? Was würde passieren, wenn das KH das nächste mal anruft und sagt: "Herr XXXX bitte holen sie ihre Frau ab, wir konnen nichts mehr tun." Wenn er sie dann nicht holt. Was passiert dann? Bis jetzt hat er sie immer wieder nach Hause geholt und alles ging von vorn los. Was passiert wenn er sagt: "Nein ich hole sie nicht, ich kann das nicht mehr."

      Liebe Grüße
      die verzweifelte Basteltante

      • Hallo!

        Ich kann dir leider nicht helfen, möchte dir und deiner Familie aber sagen, wie viel Respekt ich vor euch habe, dass ihr das so viele Jahre ohne zu "murren" mitmacht.
        Ich kann mir gar nicht vorstellen, dass es für solche Fälle wie den deiner Oma keine Anlaufstelle/Hilfe geben soll.
        Das kann doch nicht sein, dass man euch und vor allem deinen Opa allein lässt :-[

        Vielleicht wäre es eine Idee, mal eine größere Zeitung und/oder auch z.B. Stern TV oder so anzuschreiben und euer Problem zu schildern. Da sich keine Behörde oder sonst ein Träger dafür verantwortlich fühlt, wäre das vielleicht eine gute Gelegenheit, die Problematik mal öffentlich zu machen, denn deine Oma ist sicher kein Einzelfall!

        Alles erdenklich Gute wünsche ich euch!

        sonntagskind

        Hallo,

        die Situation hört sich schrecklich an - für alle.

        Ich kann Dir nicht viel raten. Was ich tun würde?
        Zum Hausarzt und/oder Psychiater und sie medikamentös einstellen lassen. Und das als allererstes.

        Dann beim medizinischen Dienst der Krankenkasse auf die Barrikaden gehen. Sie ist sicher in der Alltagskompetenz eingeschränkt. Selbst wenn sie dann nur Pflegestufe 0 hätte, würde sie Geldleistungen bekommen. Wäre sie mit Medikamenten eingestellt, so dass sie diese extremen Verhaltensweisen nicht mehr zeigt, könnte man sie erst mal in eine Tagespflege geben. Dann wäre Dein Opa tagsüber entlastet.

        Viele Grüße
        hundkatze.maus

        • >>Wäre sie mit Medikamenten eingestellt, so dass sie diese extremen Verhaltensweisen nicht mehr zeigt,<<
          >>Zum Hausarzt und/oder Psychiater und sie medikamentös einstellen lassen. Und das als allererstes.<<

          wenn ich es richtig gelesen habe, dann werden ja diese Medikamente nicht verschrieben wg. einer Abhängigkeit.

          Würde es so sein, dass sie mit Medikamenten ein gestellt ist, dann hätte die Familie nicht diese Probleme!

      Ich danke euch erst einmal für eure Antworten.

      Wir waren bei sämlichen Ärzten, Psychologen, Heilpraktikern, Osteopathen etc.
      Sie hat unzählige Medikamente bekommen. Es ging dann vielleicht mal 1-2 Monate gut unter dieser medikametösen Einstellung aber dann geht alles wieder von vorn los.

      Es hilft einfach nichts! Wirklich garnichts. Medikamente die vielleicht helfen würden bekommt sie nicht da sie wie schonmal gesagt auch abhängig war. Aber bitte, scheiß doch drauf. Krankenkasse kann wohl nichts machen. Ihrer Meinung nach sind alle Möglichkeiten ausgeschöpft.

      An die Öffentlichkeit bzw. Presse gehen haben wir auch schon überlegt aber mein Opa sträubt sich dagegen. Was ich auch verstehen kann. Er hat Angst das seine Frau bloß gestellt wird und das möchte er nicht. Er hat Angst das wir alle als "bekloppt" dargestellt werden. Ich kann ihn auf einer Seite verstehen.

      Es ist echt schwer zu ertragen.

      Hallo,

      War sie schon mal richtig in einer Psychiatrie eingewiesen? Also wenn sie eine Gefahr für sich selbst und andere darstellt ist dies ja durchaus berechtigt, sie scheint definitiv psychisch gestört zu sein.
      Das ist von mir gar nicht böse gemeint, sondern durchaus ernst.
      Ich kenn einige schwer psychisch kranke im Umfeld oder besser kannte, davon leben nicht mehr alle...
      Und wenn diese besonders schlimme Phasen hatten wurde der Notarzt gerufen und diese dann in die geschlossene gebracht, bis sie mit Medikamenten so eingestellt waren bis sie wieder ein normales Leben zuhause führen konnten.
      Psychologen etc. allein bringen da nun mal nicht viel, weil die nichts verschreiben dürfen.

      Ich kann deine bzw. eure Gedanken verstehen, dass es besser wäre sie hätte es endlich hinter sich. Aber will man den Menschen wirklich auf dem Gewissen haben?

      Hmm... Schwierige Sache. Das du sie zu dir nimmst, steht selbstverständlich außer Frage, keiner kann die Verantwortung für so einen Menschen übernehmen und erst recht nicht mit Kindern im Haus.

      LG

      • Ja da war sie bereits und auch dort wurde sie wieder entlassen mit der Begründung nichts für sie tun können.

        Man kann ja leider nirgends anders hingehen und sagen: "So ich will jetzt das sie hier bleibt behandelt sie mal:"

        Glaub mir wir haben alles durch, das geht ja jetzt schon 20 Jahre so intensiv. Die Abstaände ihrer Attacken wurden immer kürzer bis jetzt. Jetzt ist dieser Zustand alltäglich.

        • Achso. Das ist wirklich bedauerlich und spricht nicht für eine gute Klinik, leider.
          So wäre mit uns und "unserem Problemfall" nie umgesprungen worden, wir haben uns immer ernst genommen gefühlt und beim kleinsten Anzeichen eines neuen Krankheitsanfall hat man ihn wieder aufgenommen und behandelt.

          Ich kann die Verzweiflung gut nachvollziehen, wenn man schon wirklich jede erdenkliche Möglichkeit durch hat.
          Mehr als das fällt mir da leider auch gar nicht ein :-(

    Geht zu einem Anwalt und holt euch juristischen Beistand.

    Es muss doch eine Möglichkeit für deine Oma geben.. sei es medikamentös oder in einer stationären Amulanz!

    Alles Gute! #herzlich

    Oh je, was für eine Situation. Da machen es sich ein paar Leute aber sehr einfach.

    Anwalt für Patientenrechte sollte sofort eingeschaltet werden, was da Klinik und Arzt bringen ist unterlassene Hilfeleistung.
    Was deine Idee des begleiteten Suizides anbelangt : auch hier in der Schweiz geht das nicht so einfach schon gar nicht bei psychischen Erkrankungen . Es müsste absolut alles von deiner Oma her beantragt und organisiert werden und sie müsste komplett urteilsfähig sein und ihren Sterbewillen sehr gut belegen können.

    Ich vermute mal, daran würde die ganze Sache scheitern.
    Wer jedoch mit einem Messer rumrennt gefährdet sowohl sich als auch andere an Leib und Leben. Eine fürsogerische Unterbringung sollte eigentlich kein Problem darstellen. Habt ihr es in solchen Momenten schon versucht via Polizei?

    Dass ihr verzweifelt seid, kann ich gut verstehen.

    Sucht in eurer Umgebung ein Krankenhaus, dass eine Gerontopsychatrische Abteilung hat und lasst deine Oma durch den Hausarzt dort einweisen. Dort ist man auf alte Menschen spezialisiert.

    Hallo,

    Ihr überlegt wahrlich in die Schweiz zu fahren und Omi umzubringen#zitter?
    Wenn Deine Oma versucht sich oder andere zu gefährden muss doch der Rettungsdienst kommen?
    Der Opa wäscht sie und zieht sie an und aus? Hat sie eine Pflegestufe?

    Wendet Euch ans Sozialamt. ihr habt ein Recht auf Beratung.

    Gruß

    Manavgat

    Hallo ,

    wendet euch zur Beratung an den sozialpsychiatrischen Dienst vom Gesundheitsamt.

    Die können euch auch hinsichtlich ambulante Hilfen beraten (Soziotherapie- Kostenträger: Krankenkassen (weiß aber nicht ob sie zur Zielgruppe gehört) oder Wohnen mit Assistenz: Kostenträger: Stadt bzw. Kreisverwaltung , Abteilung: Soziales)). Das 2. sind eher Alltagshilfen , auch Begleitung zu den Ärzten, je nachdem welche Hilfen beantragt und genehmigt wurden , aber deine Oma muss die Hilfen wollen und beantragen.
    Ansonsten fällt mir leider auch nicht wirklich was ein.
    Wenn dein Opa sie nicht abholt, wird sie wohl in ein Taxi gesetzt mit oder ohne Krankentransportschein...
    Alles Gute für euch alle!

    Hallo.

    Ich arbeite in einer geschlossenen gerontopsychatrie und denke bei uns wäre deine Oma genau richtig aufgehoben. Wendet euch an eine psychiatrische Klinik mit Geronto Bereich, sie müssen euch helfen. Vielleicht geht sogar eine Einweisung per psych- kg wenn ihr sie als selbstmordgefaerdet angibt.
    Ausserdem wurde ich schnell versuchen einen Betreuer für deine Oma zu organisieren, Der kümmert sich dann mit um sie und entlastet deinen opa. Kann gar nicht verstehen, dass ihr da so lange allein gelassen wurdet.
    viel Glück

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